Hallo Subscriber(s)

Jetzt bin ich doch ein wenig überrascht. Ob das nun an dem “Subscribe with Bloglines-Button” unten in der Sidebar liegt, oder ist das nachwirkende Popularität wg des “Bloggen erklärt für faule Jounalisten” Artikels? Oder sind gerade erst soviele Leute zu Bloglines gewechselt? Jedenfalls ist in den letzten Tagen die Anzahl der Feedleser für meinen RSS- resp. ATOM-Feed doch rapide angestiegen (von ewige Zeit festgemauerten 36 auf immerhin 50). Das ist doch sehr schön, kann man hier doch ohne weiteres Aufhebens von regelmäßigen Lesern und Leserinnen sprechen. Nun gut, das ist jetzt noch nicht soviel wie die Auflage der Schülerzeitungen bei denen ich vor Jahrzehnten mitwirkte, aber das macht sich schon noch 😉

Be my guest! Achja, und falls Du von blogg.de aus bloggst, schau doch mal bei meinem neuen Projekt vorbei. Und bei meinen bloggenden Reallife-Freunden, zum Beispiel bei Sepp, Stony (ich finde jeder müsste einen besten Freund namens Stony haben — hat wahrscheinlich auch jeder) oder ganz neu: Ingo, sie nannten ihn Inge und manchmal auch Blizz. Und dann bei meinen Arbeitskollegen, hier und hier und hier. 😀

Quartier Buntekuh

Ja, in einem solchen Quartier wohne ich, nämlich in Lübeck, Buntekuh. Und ich teile die Einschätzungen der hier herrschenden Anonymität:

Die Menschen, die hier leben, sind sich ihrer Einsamkeit und Anonymität bewusst. Eine Individualität des Einzelnen besteht und bestand natürlich immer; doch diese Individualität beschränkt sich sichtbar lediglich auf den unterschiedlichen Namen der Klingelbretter und einer Unterschiedlichkeit der Fussmatten vor den Eingängen auf diesen Laubengängen.

Ich habe das immer schon genossen, auch, als ich noch in Oldenburg i.O. eine Wohnung in der Fussgängerzone bewohnte, denn nichts hasse ich mehr, als Nachbarn 😉 die aufdringlichen Wesen, die sich mal eben Zucker leihen, den Rasenmäher oder die Ehefrau. Muss eine dunkle Kindheitserinnerung sein, denn in der Reihenhaussiedlung in der ich groß wurde, wurde Nachbarschaft über alle Maßen gepflegt. Inklusive aller Streitigkeiten über den Gartenzaun und dem Gerede hinter des anderen Rücken.

Abgeschweift, mal wieder. Ob ich hier am sozialen Rand lebe? Gewissermaßen, obwohl ich mich für diese Wohnung weniger aus finanzieller Not, doch mehr wegen der sofortigen Verfügbarkeit und des Preis-Quadratmeter-Verhältnisses entschied. Und neben den im obigen Artikel geschilderten Sozialfällen leben hier viele, die am Rand der Gesellschaft nur nach alterhergebrachter Definition leben, nach einer nötigen Reformierung jener Definition wegen der Gesellschaftsreformen trifft dies nicht mehr zu. Denn unsere Gesellschaft verändert sich zusehens, und die am Rande sind irgendwie gar nicht mehr der Rand, sondern der Regelfall. Wenigverdiener, nicht aus magelder Schulbildung oder Ausbildung, sondern einfach, weil der gemeine Facharbeiter nicht mehr genug verdient, um sich sein Häuschen im Grünen zu bauen. Leute mit zwei, drei Jobs, die mit einer anonymen Wohnung einfach besser bedient sind, denn sie arbeiten eh die meiste Zeit, immer weniger Familie, immer mehr Arbeit, immer weniger Belohnung, Rekreation.

Übrigens, solcher Realismus verfliegt schnell, wenn ich über den Laubengang auf die Altstadt sehe. Und die Ganghäuse auf jener Altstadtinsel sind längst vom Arbeiterquatier zu Prestige- und Spekulationsobjekten gewandelt.

Bookmarkinteressen

OK, ich hab irgendwie ja auch gewusst, wo meine Interessen so liegen. Ganz offensichtlich und wenig tiefenpsychologisch lässt sich das auch an der Visualisierung der von mir bei del.icio.us hinterlegten Bookmarks ablesen. Gibt’s hier:

extispicious, a. [L. extispicium an inspection of the innards for divination; extra the entrails + specer to look at.] Relating to the inspection of entrails for prognostication.