Nützlich am Mac

“Made on a mac” steht auf dem Button ganz unten auf der Seite, und das stimmt zum ersten Male, denn das erste Mal musste praktisch ausschliesslich mein kleiner iMac zur Produktion herhalten. Und er hat nicht einen Pfennig dazubezahlt, könnte man dazu noch anmerken, denn die folgenden Programme, die allesamt für wenig oder gar kein Geld erhältlich sind, standen mir dabei zur Seite.

Alles sehr hilfreiche Software, die ich nur jedem Apfelnutzer ans Herz legen möchte. Mehr nicht.

Kommen S’e rein, können S’e rausgucken

Also gut, nun ist es doch noch nicht fertig, das neue Look and Feel. Diesmal bin ich extra offline gegangen, damit nicht jeder Meckerfritze zugkucken kann, ob’s geholfen hat, ich weiss auch nicht. Zunächst mal habe ich jetzt ein paar Stunden mit dem Textpattern Release Kandidaten gehardert, nur um festzustellen, dass sich in den Bereichen, wo mir das Programm am nervigsten und unfertigsten vorkam—immer noch nichts getan hat. So ganz langsam verlier’ ich das Vertrauen, dass das jemals etwas wird.

Jedenfalls gibt’s nen neuen Look, um nicht zu sagen, ein deutliche farbliche Veränderung. Schätze die Damen und Herren IE-User werden damit noch wenig Freude haben, aber IE kann ich nur auf der Arbeit testen IECapture ist ja permanent overloaded. Auf MacOS X mit Safari bzw. Linux mit Firefox stimmt nun soweit alles, die restlichen Anpassungen mach ich dann morgen früh. So mal auf den blauen Dunst geraten: im IE passt der Hintergrund wahrscheinlich nicht, die Rubrikenliste hat viel zu grosse Abstände (weil man ja für den IE in Listen die Blockelemente enthalten alles ohne whitespaces schreiben muss, warum auch immer Herr Gates, erzählen Sie das doch mal meiner Blogsoftware…) und so fort.

Wer jetzt schon Bugs findet, darf sie wie immer behalten.

Best Icons

149Die neue Beta von NetNewsWire und das neue MarsEdit sind für mich aktuell nicht so interessant, NetNewsWire hat schon in der Vorversion meinen alten Imac viel zu viel Rechenleistung abverlangt (vor allem beim Donwload der Feeds), als dass es mir sinnvoll erscheint vom geliebten bloglines umzusteigen (für den Mac gibt es sicherlich aber keinen besseren Feedreader), MarsEdit benutzt eben die Schnittstelle, die auch in der neuen Version von Textpattern immer noch nicht implementiert ist. Naja später vielleicht.

150Die beiden im Moment allgegenwärtigen Icons machen mich allerdings ganz verrückt. Ich fand ja schon Jon Hicks Firefox Icon mehr als fantastisch. hier hat er sich zusammen mit Bryan Bell selbst übertroffen übertrifft es noch (siehe auch Hickdesign, danke Gerrit). Der absolute Iconhammer. Mich würde schon interessieren, wieviele Mannstunden in einer solchen Arbeit stecken. Solche Brandinggesichtspunkte sind ein wichtige Faktor vieler MacOS Programme, und die Investition darin zahlt sich auf jeden Fall aus. Könnte zum nachdenken anregen.

Cocoal.icio.us

148Cocoal.isio.us ist ein OSX-Client für den social Bookmark Service del.icio.us, den ich ja inzwischen schon öfter erwähnte. Das Programm holt sich die aktuellen Bookmarks an der Website ab und stellt sie in einem cocoa-typischen und Netnewswire nicht unähnlichem dreigeteilten Fenster dar. Links die Tags, rechts oben die Links und (das ist der Knüller), darunter in einem auf dem Webkit basierenden Browserfenster den Inhalt der ausgewählten Links. Extrem praktisch und komfortabel. (via blog.del.icio.us)

Keine Entschuldigung

Großartiger Tag für alle Deutschen, die noch Deutsche sein wollen.
Holger Apfel, NPD-Spitzenkandidat in Sachsen, am Sonntag in Dresden

Bei der Landtagswahl in Brandenburg haben 6,4% DVU gewählt, bei den Landtagswahlen in Sachsen haben 9,4% die NPD gewählt. Die DVU ist die erste rechtsextreme Partei die e geschafft hat zweimal hintereinander in ein Landesparlament gewählt zu werden, Die NPD zieht zum ersten Mal seit 1968 wieder in ein Landesparlament ein.

Verdammte Scheisse! Ihr meint, ihr könnt euch herausreden, mit der schlechten Stimmung, mit der Arbeitslosigkeit und mit der ach so bösen Ungerechtigkeit, die im Osten herrscht. Die Wahrheit aber ist: ihr habt es geschafft! Keine 20 Jahre hat es gedauert seit ihr den antifaschistischen Schutzwall mit dem lauten Ruf nach D-Mark und Bananen eingerissen habt und nun wählt ihr die Faschisten selbst. Ausreden gibt es keine, jetzt seid ihr selber Faschisten, Nazis, Auschwitz-Leugner und Ausländerhasser! Jeder, der heute sein Kreuz bei DVU oder NPD gemacht hat. Tut nicht so, als wüsstet ihr das nicht, sowas weiss man heute, habt ihr in der Schule gelernt und wir auch. Na los, geht wieder auf die Strassen, zündet ein paar Flüchtlingsheime an, verprügelt ein paar Afrikaner, kauft euch braune Hemden, ihr habt es euch und nicht anders verdient.

Kotzbrocken.

23:52: Und weil ich gerade so richtig wütend bin noch ein Update:
Den Schrott von den Protestwählern kann ich auch nicht mehr hören. Diese Mär vom Wähler der in der Kabine steht und zu sich sagt: “Jetzt zeig ich es denen da oben aber mal, jetzt wähl’ ich mal eben die Nazis, doh!” Was ist denn das bitte für eine hirnrissige Herangehensweise? Um dem Kanzler zu zeigen, dass mir seine Politik am Ar*** vorbei geht wähle ich jetzt mit einem Male etwas, was mir gar nicht gefällt, was ich vielleicht sogar abgrundtief hasse. SO EIN QUATSCH! Soll das des Volkes Drohung sein? Macht die Politik die wir wollen, sonst kehren wir zurück zum dritten Reich? Wer behauptet DVU- und NPD-Wähler seien bloss Protestwähler verharmlost IMHO die Situation. Und wer ebenso behauptet die Leute würde aus den gleichen Gründen die PDS wählen, singt das Lied des Laurenz Meyer, dem es parteipolitisch genehm ist, Linke und Rechte in einen Topf zu werfen:

In Brandenburg wie in Sachsen haben die populistischen Parteien PDS, DVU bzw. NPD mit auswechselbaren Parolen über ein Drittel der Wähler für sich gewinnen können.
Laurenz Meyer, ebendort

Quartier Buntekuh: Abriss versus Modernisierung

Der Lübecker Stadtteil Buntekuh mit knapp 8.300 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine typische Wohnsiedlung der 1960er und 70er Jahre: Sechs neun- bis zwölfgeschossige Wohnhochhäuser, viergeschosssige Zeilenbauten und zweigeschossige Reihenhäuser prägen das Erscheinungsbild der Siedlung. Hinzu kommen umfangreiche Frei- und Grünflächen sowie großzügige Verkehrsflächen und ein Einkaufszentrum in der Mitte der Siedlung.
Buntekuh bietet viele unterschiedliche Wohnungstypen und -größen. Aber seit einigen Jahren verstärken sich die Probleme im Stadtteil: Die Bevölkerungszahlen gehen zurück, Wohnungsleerstände nehmen zu und das Image des Stadtteils in der Gesamtstadt ist schlecht. Im Rahmen des Stadtumbau-Programms werden nun Wege erarbeitet, um auf diese Entwicklungen zu reagieren und steuernd einzuwirken.
STEG Hamburg

Schaut man von meinem Balkon, sieht man in einger Entfernung das Hochhaus Pinassenweg. Noch. Es zählt wohl zu den grossen Negativbeispielen verkorkster Stadtpolitik und wird im Rahmen einer “Buntekuh-soll-schöner-werden”-alike Aktion demnächst abgerissen. Die Papierausgabe der Lübecker Nachrichten berichtet darüber heute ausführlich.

Der Abriss ist tatsächlich ein offensichtlich vorzeigbares Beispiel von korrigierender Stadtentwicklung, und wird vom Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) als Impulsprojekt Stadtumbau West gefördert. Die Trave Grundstücksgesellschaft, die das Haus von der Stadt übernehmen musste (eine politische Entscheidung, wie man dort betont), wusste sich nicht anders zu helfen.

Das Hochhaus mit seinen 171 Wohnungen gilt als sozialer Brennpunkt von gesamtstädtischer Dimension. Es besteht erheblicher Modernisierungsbedarf und ein Großteil des Gebäudes ist bereits leer gezogen. Sowohl die Wohnungs-Gesellschaft als auch die Stadt favorisieren einen Abriss des Gebäudes und eine anschließende Neuentwicklung der Grundstücksfläche.
Stadtumbau West, ebenda

Das ganze erinnert nun aber auch irgendwie an das radikale Abreissen der Plattenbauten im Osten Deutschlands, ist ja auch gar nicht so weit weg. Die Probleme erscheinen zunächst ähnlich: Leerstand auf der einen und sozialer Brennpunkt auf der anderen Seite, man könnte auch neudeutsch Verslummung titeln. In den 60er und 70er Jahren, als Buntekuh hochgezogen wurde, musste offenbar schnell billiger Wohnraum her, insofern erfüllte der Stadtteil durchaus seinen Zweck. Hernach allerdings entwickelte sich erst der soziale Brennpunkt, als diejenigen, die sich inzwischen ein Reihenhäuschen im Grünen leisten konnte, längst weggezogen waren. Im Pinassenhochhaus landete so, laut Lübecker Nachrichten, jeder, der anderswo keine Wohnung fand, oder anderswo nicht erwünscht war. Die Fehler sind offensichtlich, die Abschiebetaktik augenscheinlich und die Probleme folgten auf dem Fuße.

Aber der Abriss ist nur ein Teilprojekt der Umgestaltung des Stadtteils Buntekuh. Während das eine Haus dem Erdboden gleichgemacht wird, soll das andere große Wahrzeichen von Buntekuh, das 14-stöckige Hochhaus Karawellenstrasse modernisiert werden.

Was widerum die Planungen im Stadtteil Buntekuh vom Rückbau der Platte im Osten unterscheidet. Auf der einen Seite des Sadtteils wird abgerissen, vis-a-vis hingegen modernisiert, investiert. Wobei das Hochaus Karavellenstrasse schon alleine wegen der Grösse und weil es den Stadtteil überragt das erste Ziel sein muss und wird. An den Rändern des Stadtteils hingegen ist die Entwicklung schon weiter, so sind die Häuser an der Fregattenstrasse bspw. schon modernisiert, bzw. werden noch sukzessive Wohnung für Wohnung modernisiert. Der Lübecker Bauuverein scheint dabei schon einige Erfolge erzielt zu haben, ist aber auch nicht derartg mit Bauruinen belastet, wie die Trave. Und die Substanz ist da, denn ausser den Hochhäusern, Mehrfamilienhäusern und Reihenhäusern besteht Buntekuh vor allem aus einem riesigen Park zwischen den Bauten, was nicht nur den Ausblick von meinem Balkon durchaus attraktiv gestaltet.

Mit einer gezielten Aufwertung der Wohnungsbestände und des Wohnumfeldes im Stadtteil könnte es gelingen, Buntekuh bis 2020 zu einer attraktiven innenstadtnahen Gartenstadt zu entwickeln und weitere Bevölkerungsverluste zu stoppen bzw. die Schrumpfung zumindest zu verlangsamen.
STEG Hamburg, ebenda

Weitere Artikel zum Thema: Quartier Buntekuh (4.9.2004)

1 Million Füchse in 100 Stunden

1.000.000 mal sollte der neue Firefox runtergeladen werden, in 10 Tagen, das war die Kampagnenidee bei spreadfirefox.com. Diese Marke wurde nun jedoch bereits nach knapp 100 Stunden geknackt und noch bleiben 6 Tage übrig!

In just under 100 hours, we have smashed through our one million download campaign—with 6 days still to go! This is the fastest adoption rate we have ever experienced, higher than every previous Firefox release. But it’s not time to relax our efforts. How soon can we break through 2 million? We’ll have more information on a new campaign on Monday.
spreadfirefox blog

Nun macht man sich also auf die 2. Million zu schaffen. BTW: wer die Verbreitung von Firefox aktiv unterstützen möchte, sollte eins der niedlichen Firefox-Icons auf seiner Website platzieren. Will man zählen, wieviele Leute man zum Feuerfuchs bekehrt hat, wird man am besten Mitglied des Firefox Affiliates Program. Spread the Word!

Machen wir uns doch nichts vor…

Aber machen wir uns nichts vor: In Ost wie West gibt es eine Mentalität bis weit in die Mittelschicht hinein, dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann, auch wenn es eigentlich ein ausreichendes Arbeitseinkommen in der Familie gibt.
Gerhard Schröder in Der Gute Rat

Machen wir uns weiterhin nicht vor, dass es in Schichten über dem Mittelstand anders aussieht. Dort bezieht sich die Selbstbedienungsmentalität jedoch nicht auf sozialstaatliche Leistungen, sondern auf Subventionen, Steuergeschenke und weitergehend in den illegalen Bereich auf Steuerhinterziehung und Bestechung.
Nico Brünjes, eben auf dem Klo

Liebe Marie

Seitdem ich mein neues Handy habe (und das sind nun schon wieder einige Monate), bekomme ich dauernd SMS, die nicht für mich sind. Sie sind für Marie. Marie lebt in Münster und hat wahrscheinlich die gleiche Telefonnummer wie ich, nur mit einer anderen Vorwahl. Aber das ist nur Theorie. Einerseits ist das ja ganz interessant, denn so weiss ich oft, mit wem sich Marie so trifft, wer Ihr alles Gute wünscht und solche Dinge. Aber sie weiss es wahrscheinlich nicht, denn die SMSs kommen ja bei ihr nicht an. Am Anfang habe ich noch zurückgesimst: “Hey, falsche Nummer, hier Nico, nicht Marie!”, aber genutzt hat das wenig. Vielleicht glaubt mir dort in Münster auch keiner.

Unbekannt: Hey, Marie! Den Scherz letztens fand ich gut, wie Du Dich als irgendein Nico ausgegeben hast und so getan hast als wenn Du nicht Du wärst.
Marie: Ja, nee, is klar (kopfschüttel).

Kann ja sein, dass es so läuft. Jedenfalls bin ich inzwischen soweit, dass ich die Mails gleich wieder lösche. Interessiert mich ja irgendwie auch gar nicht. Allerdings, liebe Marie: Deine Tante Erika will diese Woche Mo oder Mi zum Kaffee vorbeikommen. Das wird bestimmt eine prima Überraschung.

Gelesen: Blogs!

OK, von diesem Buch hat jeder ja schon irgendwie gehört, die passende Website macht ja auch gerade (wenn auch in negativer Form) von sich reden, wir wissen also alle worum es geht.

Sicherlich können und müssen wir unterschiedliche Ansichten darüber haben, was das Bloggen bedeutet (auch ohne Blogdeutungsmafia, wie einige genannt werden) und was es damit auf sich hat und wozu das alles gut und der ganze Rest. Die Antwort ist weder einfach, noch 49 42 (herrjeh!), soviel ist wohl klar. Das ist eben das Phänomen Blog, jeder hat so seine ganz eigene Meinung und Ansicht dazu. Wenn man allerdings ein Buch herausgibt, und selbst wenn sich dort viele Autoren vereinigen, dann steht dieses Buch meist für nur eine Meinung, so ist das bei vielen Büchern, eben aber nicht in der Masse der Blogs. Das vorliegende Werk vertritt ganz vehement einen Ansatz: Bloggen ist der Antijournalismus, der Heilssegen gegen die bösen Medienindustrie und Journaille, der direkte Konkurrenz zu den Medienmogulen, die legitimen Nachfolger des untergehenden Onlinejournalismus.

Nur wenige Blogger verfolgen bewusst die Absicht einer so genannten Gegenöffentlichkeit in der Tradition der 68er, die — meist verkrampft und dogmatisch — eine Randerscheinung geblieben ist. Es gibt keine politische oder weltanschauliche Ausrichtung, es geht nicht um das Errichten von Barrikaden und das Niederbrennen der Paläste, sondern vor allem um den Spaß am Publizieren. Aber genau das hat sich als der richtige Ansatz erwiesen, um im Internet Erfolg zu haben. Blogs füllen die zertrümmerten Formationen der krisengeschüttelten Medienbranche wie feiner Sand auf.
Don Alfonso – “Ein Dutzend Gründe, warum Blogs den Journalismus im Internet aufmischen werden”, in “Blogs”, S.42

Zu dieser Deutung des Bloggens kann man stehen wie man will, was mich wundert ist, dass sich das Buch hernach keineswegs selbst belegt, also im Bereich der zitierten Blogs keine Blogeinträge bringt, die die Theorie des ersten Teil des Buches belegen. Die gesammelten und wirklich schön dargestellten Blogeinträge schmälert das keineswegs, es sind wirklich einige/viele blogliterarische Perlen dabei, aber diese alle belegen eher, dass es eine Revolution der Literatur im Internet gibt, als den flächendeckenden Angriff auf den Onlinejournalismus. Und gingen man weiter, würde eben diese These verfolgen, hätte sich das Buch eh überflüssig gemacht, die bessere Literatur gibt es nunmal live in den Blogs.

Hervorragend allerdings finde ich den letzten Teil des Buches, der durchaus die Informationen bietet, die jemand, der nun aufgrund dieses Buches Interesse am Bloggen zeigt, braucht, um selbst in die Blogosphäre einzusteigen. Insofern ist der didaktische Aufbau hervorragend.

Links:
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Blogbar – das Blog zu Blogs!
Nico Lummas Kritik dazu
Telepolis über selbiges