Daft Punk: Random Access Memories

Daft Punkt: Random Access Memories
Versteckt hinter den Robotermasken: Yet Again, Daft Punk aka. Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo

Der Tag musste kommen. Nach dem komentenhaften Aufstieg von den Dancefloors der Neunziger, über die Produktionen für die bekanntesten Stars der Musikszene, über die unausweichliche Filmmusik zu einem Album, das nur seinem Selbstzweck ein Album zu sein dient, inhaltsleer bis auf wenige Ausnahmen und uninspiriert, bisweilen langweilig. Und das obwohl es doch um die Inspiration unserer größten Liebe geht, der elektronischen Musik. Das neue Daft Punk Album »Random Access Memories« gehört auf den Müllhaufen der Musikindustrie. Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo können in Rente gehen.

Daft Punk heute: Tarantino-Soundtrack in schlecht

Das Gute sei zuerst genannt: die erste Singleauskopplung »Get Lucky« hat ein gewisses Dancefloorpotential und im Monolog über den Beginn des Synthesizer Disco Sounds von und mit Giorgio Moroder flammen Können und Kreativität der beiden maskierten Franzosen wieder auf. Wer 70er Radio-Soul mag, wird noch mit »Fragments of Time« ganz gut bedient. Alles andere gibt sich als Hommage an jede nennenswerte Musica pre-electronica, also an Micheal Jackson, Pink Floyd, Fleetwood Mac, The Doobie Brothers bis hin zu den Cars oder gar den Beatles. Sozusagen ein Tarantino-Soundtrack in schlecht.

Dieses jetzt auch mal echte Musik machen, mal Instrumente statt Samples nutzen, mal wirklich singen – haha! – überfordert Künstlerduo und Zuhörer zusehends. Denn trotz echten Insrumenten, bleiben die Macher hinter ihren tradiotionell albernen Robotermasken und Raumanzügen verborgen, folgen also dem eigenen Sound nicht in die Realität. Die Gastsänger werden durch den typischen Daft-Punk-Voice-Effekt sämtlich auf einen einzelnen Sound reduziert, was die zahlreich vorhandenen Songs (im Sinne von Singen) ad absurdum führt und zudem langweilig wie einen Bingospielenachmittag im Altenheim aussehen lässt. So plätschern »The Game of Love«, »Within« oder »Beyond« Richtung Bedeutungslosigkeit davon.

Der Rest ist so lala.

Das Schlimmste, was man eigentlich über eine Platte von Daft Punk sagen kann. Belanglos. Ein Publicitystunt aller erster Güte, natürlich. Und ja auch so lang erwartet. Aber was man so liest zu dem Album, bis hin zu Verleichen von Daft Punk mit David Bowie… unerträglich. Das ist kein Brett und es wird auch nicht die Dancefloors in diesem Jahr beherrschen. Es wird verstauben in den hinteren Ecken von iTunes und Spotify. Da gehört es hin.