Bier Tracker

Bierdose

Ein Kollege nutzt diese App um seinen Wasserkonsum in den Griff zu bekommen. Basierend auf der wunderbare Beschreibung dort, kam mir die Idee zu einer neuen App, die ich dann demnächst bei Kickstarter einstellen werde, mit dieser Beschreibung:

Bier-Tracker wird Ihnen helfen, hydriertes die Menge an Flüssigkeit, die Sie pro Tag trinken aufnehmen zu bleiben und warnt Sie, wenn Sie unter dem Ziel über einen Smart Alarm, um Ihre Ziele zu erreichen sind.

Features:

  • Bier-Tracker, die eine intelligente Alarm hat, wird in einem festgelegten Zeitbereich zu warnen, wenn Sie unter Ihrem Ziel sind.
    Der Betrieb dieser Alarm Hier können Sie das Bier in einheitlicher Weise über den Tag verteilt einnehmen und nur warnen, wenn Sie unter den angegebenen Grenzwert zu einem bestimmten Zeitpunkt sind. (Alarm prüft alle 5 Minuten Ihre Flüssigkeitszufuhr, um den Batterieverbrauch zu reduzieren)
  • Berechnen Sie die richtige Menge an Bier Sie sollten auf Ihrem Alter trinken, Gewicht, Geschlecht und die Menge der Übung, die Sie jeden Tag tun.
  • Umgang mit verschiedenen Einheiten. Sie können zwischen Gramm und Milliliter Bier und Tracker Update kümmern allen Größen für Sie wechseln.
  • Einfach zu bedienen. Sie können 3 verschiedene Arten von Behältern Welche Erleichtert und beschleunigt die Dateneingabe erstellen.
    Mit einem auffälligen und leicht zu bedienende Benutzeroberfläche Tracker Bier ist die beste Option, um den Überblick über Ihre Flüssigkeitszufuhr zu halten.
    Laden Sie es jetzt nur in google spielen

Fragebogen

Nico Lumma hatte da ein paar Fragen und nun, da ich aus dem Urlaub wieder zurück bin, und weil ich gerade wieder auf einen Zug warte und nichts zu tun habe, kann ich ja mal kurz antworten und damit die persönliche Note in dieses Blog bringen, die ich selbst immer so vermisse.

1. Dein erstes Mal im Internet sah wie aus?

Wie soll das ausgesehen haben? Wie immer halt. Vielleicht etwas langsamer, mit so einem 24K-Modem hat man ja nicht gerade Geschwindigkeitrekorde gebrochen. Wir hatten ja nichts damals. Aber für die drei animierten Gifs von Bauarbeitern und ein paar Marquee-Effekte war das wohl auch nicht unbedingt nötig. Eher unbeeindruckend. Wir hatten ja nichts damals. Bloß AOL. Das Internet mussten wir uns praktisch selbst und von Hand ausdenken. Das ist dann letztlich mein Job geworden. Muss doch irgendwie beeindruckend gewesen sein.

2. Was war Dein Aha-Moment im Internet?

Dieses Youtube-Video.

3. Von welchem Gesetzesverstoß im Internet konntest Du am längsten nicht lassen?

Ich kann mich nicht erinneren, jemals gegen Gesetze verstoßen zu haben. Musik habe ich nur auf Vinyl. Filme habe ich nur im Kino und auf DVD geschaut. Breaking Bad habe ich mir bei iTunes gekauft! Das sagt doch alles.

4. Was ist der Vorteil von Politikern, die Social Media nutzen?

Was ist das Bitte für eine Frage? Ich bin kein Socialmediaberater, also muss ich auch niemandem erklären, was die gehirnverschonende Bekömmlichkeit des Frühstyxradio… aber ich schweife ab.

5. Gehst Du lieber zu Barcamps oder zu exklusiven Veranstaltungen mit Profis?

Lieber auf große Konferenzen mit exzellenten Rednern und gutem Publikum. Ob die nun exklusiv sein müssen? Hab mich gerade zur Beyond Tellerrand 2014 angemeldet.

6. Welche Person sollte dringend mit dem Bloggen anfangen und warum?

Ich. Ich sollte wieder mehr bloggen. Aber ich schaff es einfach nicht. Zuviel Arbeit. Schreibblockade. Ich muss schon einen seltsamen Fragebogen ausfüllen, um überhaupt mal den Googlebot auf meine Seiten zu locken.

7. Was sind für Dich die Grenzen der Transparenz?

Früher wussten wir nicht wie Transzaprenz geschrieben wird, heute haben wir keinen.

8. Liest Du berufliche Emails im Urlaub?

Ja. Aber ich antworte selten.

9. Hast Du schon einmal Tweets vorgeschrieben?

Nein.

10. Welches ist Dein absolutes Megasuperlieblingsblog ausser lumma.de?

Ein einzelnes Lieblingsblog habe ich nicht. Ich habe eine Liste Nearby, mit Blogs von (Ex-)Kollegen und solchen, denen ich schon über viele Jahre folge (ich kommentiere selbst kaum, deswegen merkt man das nicht immer). Die lese ich nahezu täglich. Da ist auch lumma.de mitdrin, aber noch so ein Fragebogen… und ich überlege mir das nochmal.

Ich will nicht Bahnchef sein

Hauptbahnhof Berlin
Im Berliner Hauptbahnhof trifft sich Bahnchef Grube mit Kunden. Auf dem Weg dorthin kam er zu spät, mit dem ICE aus Hamburg. (Bild: Some rights reserved by dieter_titz)

Ich nerve die Menschheit ja schon längere Zeit mit meinen Tweets über Bahnverspätungen, die ich so erlebe. Ich fahre beruflich viel Bahn, jeden Tag zur Arbeit und mindestens einmal wöchentlich von Hamburg nach Berlin. Da kommen sicherlich ein paar Mannmonate zusammen, die ich auf Bahnsteigen wartend oder auf freier Strecke haltend zugebracht habe. Im Kollegenkreis ernte ich dafür regelmäßig mitleidige Äußerungen, aber ansonsten habe ich das Gefühl, die Welt nimmt die Sache mit Gleichgültigkeit hin, an der Bahn könne man schließlich nichts ändern, so wie am Wetter.

Gestern hat sich Bahnchef Rüdiger Grube bei einer Veranstaltung in Berlin kritischen Bahnkunden gestellt, ZEIT ONLINE berichtet darüber. Und da ist er wieder, der etwas überhebliche Ton, der einem in Sachen Bahn so oft begegnet:

Grube ist auf Einladung des Deutschen Bahnkunden-Verbandes gekommen, um sich die Nöte der Kundschaft anzuhören. Die allerdings nicht ganz so gewöhnlich ist. Wenn der Satz zutrifft, es g[ä]be in Deutschland 80 Millionen Bundestrainer, dann stimmt auch, dass es ebenso viele Bahnchefs gibt. Rund 35 von ihnen, die meisten Männer jenseits der 50, sitzen an diesem Montagabend im vierten Stock in der Bahnkantine dem Bahnchef gegenüber.

Jaja, 80 Millionen Bundestrainer. All die Menschen die auf den Bahnsteigen auf ihren Zug warten und sich ärgern, alles nur Meckerfritzen und Besserwisser. Sollen die doch die Bahn leiten, würde auch nicht besser funktionieren!

Blödsinn. Die Zusammensetzung der Fragerunde mit Bahnchef Grube spiegelt nur die Zusammensetzung des einladenden Bahnkunden-Verbandes wieder, schon gar nicht die aller Bahnkunden. Mag sein, dass dort ein kleiner Prozentsatz alternder Männer versammelt ist, die Ko-Bahnchef spielen mögen, das beweist am Ende nur die Unsinnigkeit einer derartigen Veranstaltung.

Am gestrigen Montagmorgen ist Bahnchef Grube mit dem ICE von Hamburg nach Berlin gefahren. Da konnte er, zusammen mit einigen hundert seine Ko-Bahnchefs mal so richtig am eigenen Leib erfahren, was es heisst, mit der Bahn zu fahren. Auf ca. 45 Minuten Verspätung brachte es der Zug, wegen wahlweise Verzögerungen im Betriebsablauf oder verspäteter Bereitstellung. Das kann man ja nie so genau wissen, die Ansagen am Bahnhof unterscheiden sich ja meisten von den Informationen, die man auf der Bahn Website extrahieren kann. Ob sich der Bahnchef auch geärgert hat darüber, dass zunächst zehn Minuten Verspätung angekündigt wurde, dann 20, dann 30 und dass es am Ende 45 Minuten waren? Wie fühlt sich der Bahnchef so, wenn rings um ihn herum die Kunden sauer werden? Mit Recht! Ach nein, sind ja alles verkappte Bundestrainer und Besserwisser.

Der Bahnchef fährt logischerweise in der 1. Klasse, aber auch die kommt natürlich nicht früher in Berlin an, schon gar nicht, wenn der Zug aus technischen Gründen (Druchsage der Zugchefin), leider nur 180km/h fahren kann. Und ärgert sich der Bahnchef auch, dass er in Berlin gleichzeitig mit dem vorher abgefahrenen, viel langsameren IC und dem planmäßig eine Stunde später gestarteten ICE aus Hamburg in Berlin anzukommen? Wahrscheinlich. Trotzdem hat ihn das für das Kundengespräch wohl nicht milder gestimmt.

Je länger der zweieinhalbstündige Abend dauert, desto mehr bekommt man den Eindruck: Grube mag zwar ein offenes Ohr haben — Verstand und Herz sind eher geschlossen.

Und das trifft auf den Bahnchef genauso, wie auf alle seine Angestellten zu.

Beispiel gefällig? Gerne. Der Zug ist wie gesagt eine gute Stunde zu spät im Hamburg losgefahren, sicherlich aber 45min. zu spät angekommen. Ein Fahrgast weiter hinten leistet bei der Fahrkartenkontrolle Widerstand: er habe eine Bahncard 100, werde sie aber erst in 45 Minuten vorzeigen, da er solange auf dem Bahnsteig warten musste. Der Kontrolleur zuckt nur mit den Schultern und holt die Zugchefin. Der Fahrgast erklärt wieder, dass er eine Bahncard 100 hat, diese aber wegen der gleichhohen Verspätung erst in 45 Minuten vorzeigen werde. Die Zugchefin sagt, sie würde dann die Polizei holen und kehrt wenigen Minuten später mit einem Bahnpolizisten zurück. Der Mann zeigt aber weiterhin seine Bahncard nicht vor, und muss daraufhin seine Personalien aufschreiben lassen. Ja, so regelt man das in der deutschen Bahn. Absolut regungslos. Nein, borniert. Natürlich kann sich das Bahnpersonal nicht mit Leuten herumschlagen, die sich wegen der dauernden Verspätungen aufregen. D.h. warum eigentlich nicht? Warum findet man bei der Bahn niemanden, der Verantwortung übernimmt? Der Bahnchef selbst tut das natürlich auch nicht.

Mit der gleichen Borniertheit werden weitere Kundenanfragen bearbeitet: Nein, die Formulare für Fahrgastrechte werden erst verteilt, wenn wir wirklich eine Stunde Verspätung haben, zur Not muss man sich das am Bahnhof beim Ausstieg besorgen. Nein, die Steckdosen in diesem Waggon scheinen alle nicht zu funktionieren, weiss man jetzt auch nicht warum, man können sich ja umsetzen, nein, nicht in die 1. Klasse natürlich! Ja, weiter hinten ist noch eine funktionierende Toilette, ja, dass im Klo von Wagen 24 ein Wasserschwall aus der Decke kommt, darüber ist man informiert.

Derweil futtert Bahnchef Grube in Klasse 1 Gummibärchen. Die kriegt man dort immer, wenn der Zug mal zu spät kommt. Also jeden Tag. Übrigens: ich will nicht Bahnchef sein. Oder Bundestrainer. Ich will nur die Leistung bekommen, für die ich bezahlt habe.

Lenkdrachen

Kite

Ich habe gestern mehrere Stunden am Strand mit einem Lenkdrachen gespielt. Ich meine wirklich gespielt, denn vor diesen zwei bis drei Stunden, hatte ich keine Ahnung, wie so ein Lenkdrachen gesteuert wird, oder wie man ihn überhaupt in die Luft bekommt. Und es hat mir auch niemand gezeigt. Ich habe mir einfach ein paar Stunden Zeit dafür genommen. Ich komme hier fast nicht ohne Pathos aus, denn ich war erfüllt davon, die ganze Zeit. Die Sonne, das Meer, der Wind… und Zeit etwas zu lernen, das nicht für den Beruf ist. Oder gleich Hobby. Sondern einfach nur zum Spaß. Hervorragend. Sollte man öfter machen. Fühlt sich gut an.

Foto: Some rights reserved by Vironevaeh

Fliegen

Über den Wolken
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
blieben darunter verborgen,
und dann,
würde was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein.

Sang einst Reinhard Mey über das Fliegen und das Fernweh. Ich kann das aus dem Kopf zitieren, weil mir das Lied als Kind viel bedeutet hat. Heute fällt es mir immer ein, wenn ich einen der zwei, drei Flüge im Jahr absolviere (Urlaube nicht mitgezählt). Meist reise ich dann zu einer Konferenz, oder komme von einer zurück, oft mit der ersten oder der letzten Maschine. Und ich muss immer wieder feststellen, dass ich mich zu diesen Gelegenheiten in eine unglaubliche Parallelwelt begebe, von der Reinhard Mey wohl eher zurückgeschreckt wäre, da sie so gar nichts mit Freiheit im Sinne des Bänkelgesangs zu tun hat.

Das Abenteuer beginnt ja schon vor dem Abflug beim Einchecken. Mache ich ja am liebsten per Website oder App. Ich sag mal, nicht alle Webseiten machen von Anfang an klar, wo man sich mit seinem Smartphone nun am bestern eincheckt. Die Air Berlin Seite glänzte jüngst damit, dass sich morgens das gesuchte Formular unten links, abends aber oben rechts befand. Erstaunlich. Natürlich gibt es auch eine mobile Seite, den Link dazu soll man sich aber offensichtlich alleine merken. Google schickt einen zu (harhar) wap.airberlin.com, von dort wird man aber richtig weitergeleitet (toll, PI-Ration 3 für 1). Hat man es geschafft, den begehrten QR-Code auf sein Telefon zu laden, ist dieses endlich zu dem geworden, was es schon immer sein sollte: mein Ausweis. Und dieser gewährt Eintritt in das seltsame Land, dass sich Transitbereich nennt.

Vorher muss man allerdings den Sicherheitscheck über sich ergehen lassen. Am Fließband angekommen, wo man sein Hab und Gut in eine oder mehrere Plastikwannen verteilen muss, zeigt man sich am besten hochgradig kooperativ. Blitzschnell, noch bevor das Personal einen dazu auffordern kann, reisst man sich den Gürtel heraus und legt ihn zusammen mit den beiden Handys (privat & Dienst), der Brieftasche, den Schlüsseln und allem weiteren Tascheninhalt und natürlich der häßlichen durchsichtigen Kosmetiktasche in eine Wanne. Dann das Laptop in eine weitere Wanne, dann den Koffer hinterher. Dabei immer hübsch untertänig sein, bei lautlustigen bayrischen Sicherheitsbeamten, die Witze über Saupreis‘ reissen, immer nett mitlachen. Der ungeübte Flieger verheddert sich dabei schon einmal in den Gepflogenheiten oder seinen Schnürsenkeln. Hält er damit die Schlange auf, ist Ärger vorprogrammiert. Zack! Schon wird die Zahnpastatube konfisziert, könnte ja TNT sein. Auf Zahnpasta gehen die Sicherheitspeople erfahrungsgemäß voll ab, die lässt man besser gleich zu Hause. Expertentipp eines Mitreisenden: im Hotel bekommt man meist Zahnpasta geschenkt. Was Deo angeht, ist die Lage nicht so eindeutig. Ich bin schon mit einer großen Flasche Pumpspray durchgekommen (deutlich zu viel Flüssigkeit als erlaubt), ein Deostick wurde mir jedoch auch schon abgenommen, obwohl der garantiert nicht flüssig ist. Da steckt insgesamt wenig Logik und Methode dahinter, ausser vielleicht die morgendliche Kaffeerunde der Sicherheitsleute beschließt: „heute brauchen wir mal Deosticks“ oder so. Aber das sind haltlose Unterstellungen.

Dann ist alles still, ich geh‘
Regen durchdringt meine Jacke
Irgendjemand kocht Kaffee
In der Luftaufsichtsbaracke

Im Transitbereich angekommen, stellt man ja eigentlich immer fest, dass man jetzt doch noch viel mehr Zeit hat, als nötig. Ich jedenfalls bin immer zu früh.Im Transitbereich herrschen andere Gesetze als draußen, oder eben gar keine. Zum Beispiel kostet ein Kaffee dort mit einem Mal sechs Euro (in Zahlen: 12 DM). Etwas zu Essen kostet, egal was es ist: vom Lachsbrötchen bis zur Weisswurst, immer 10,90 Euro, offenbar ein deutschlandweit gültiger Einheitspreis. In den Shops, die ausschließlich für Businesskasper gedacht sind, die wahlweise der vernachlässigten Frau oder den vernachlässigten Kindern irgendetwas mitbringen müssen, gelten ebenfalls entsprechende Preise. Und es gibt dort eben nur irgendwas. Braucht man nicht, ausser vielleicht die tollen Whiskeys in Sondergrößen. Ich habe jedoch regelmäßig keine Lust, eine durchsichtige Tüte—das europäische Pendant der amerikanischen Papiertüte mit exakt gegenteiliger Wirkung: wir saufen öffentlich!—mit Hartalkoholika durch die Weltgeschichte zu kutschieren.

Kommt man ans Gate, gehört es zum guten Ton, mit Koffer, Laptoptasche und nötigenfalls dem ausgebreiteten Jacket, direkt eine ganze Bankreihe für sich zu belegen, die Businesskasperversion des Handtuchs auf der Poolliege. Beginnt das Boarding, muss man übrigens immer als erster in das Flugzeug einsteigen. Nicht dass man am Ende keinen Platz im Gepäckfach abbekommt. Sein Handgepäck vor sich unter dem Sitz verstauen zu müssen, ist die größte Niederlage, die man als Flugreisender erleiden kann. Der gut trainierter Vielflieger steigt auf jeden Fall als letzter in den Flieger ein, sitzt allerdings auf einem Fensterplatz ganz hinten, dort ist die Überlebenschance bei einem Absturz nämlich am höchsten. Da kann er ganz genüßlich an allen vorbeischlendern, vielleicht ein paar Ellenbogen mit der Tasche anstossen und dann eine ganze Sitzreihe mit Leuten, die es sich gerade soweit wie möglich in der Sardinenbüchse gemütlich gemacht haben, noch schnell aufscheuchen um an seinen Sitz zu kommen.

Man har es als gesitteter Mensch in einem Flugzeug gar nicht so leicht, da man bekanntlich mit einer Horde mordender und brandschatzender Gorillas in einer 4-Meter-Röhre eingeschlossen ist. Ich halte mich da gerne ans Personal. Obwohl ich merke, dass die freundlich lächelnde Begrüßung aufgesetzt ist, ignoriere ich dieses Gefühl und tue so, als wären alle meine persönlichen Freunde. Da fühlt man sich gleich viel besser. Und wenn man auch noch übertrieben aufmerksam der Sicherheitsbelehrung zuschaut und dabei immer wieder an den richtigen Stellen beifällig nickt, wird man vielleicht später freundlich bedient, wenn es Tomatensaft mit Twix gibt. Vielleicht. Die Reise übersteht man am besten, wenn man sich ein Taschenbuch zum Lesen mitgenommen hat. Es werden zwar oft Zeitungen verteilt, aber mal ehrlich, wer will denn bitte in der Enge eine Zeitung entfalten? Meistens genau die Leute, die links und rechts neben mir sitzen. Da kann man vielleicht einfach gleich mitlesen. Ein Laptop macht im Flieger übrigens keinen Sinn, da man nicht genug Platz hat es so aufzuklappen, dass man den Bildschirm erkennen könnte, da die Airline als besondere Attraktion, die Sitze heute wieder besonders eng zusammengeschoben hat.

In den Pfützen schwimmt Benzin
Schillernd wie ein Regenbogen
Wolken spiegeln sich darin
Ich wär‘ gern mitgeflogen

Nach der Landung sind wieder alle ganz nervös, bloss raus aus der Kiste! Das führt zu einem lustigen Effekt: die Maschine landet, die Stewardess verkündet stolz, dass man nun in Hamburg angekommen sei und das Wetter wie üblich 13°C und Regen ist, und das man noch angeschnallt bleiben soll, bis die Anschnallzeichen erlöschen. Was sich dann abspielt ist eine Art Harlem Shake: alle rutschen auf ihren Sitzen hin und her, bis auf Kommando plötzlich alle aufspringen und durcheinander laufen und springen, natürlich beschränkt durch räumlichen Gegebenheiten. Dann stehen nochmal alle ganz aufgeregt im Gang herum und dann dauert es widerum erstaunlich lang, bis endlich alle ausgestiegen sind.

I am my personal brand now

about-nico-960x485Am Ende landet man doch genau da, wo man nie hinwollte. Und fragt sich: „Warum eigentlich nicht?“ Es ist jedenfalls beschlossene Sache, a) ich blogge wieder und b) das ganze findet ab jetzt unter meinem Namen statt. Ende der Diskussion.

Aber mal ehrlich, ist SEOmäßig natürlich eine fürchterliche Angewohnheit, immer mal wieder die Domain zu wechseln. Die ganze schöne Linkpower und Googleplatzierungen. Aber egal, keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran. Und das dann eine ganze Ecke persönlicher. Als codecandies habe ich viel zu oft hinter die Technikpostings zurückgezogen, viel zu unpersönlich, wie ich in meiner Blogpause feststellen musste. Ich will wieder viel mehr Themenbereiche abdecken, nicht nur Berufliches, aber auch, nicht nur Privates, aber auch. Mehr Mischung jedenfalls. Mehr Mut, allenfalls. Und lustig, wenn’s geht.

Hinzu kommt aber natürlich noch ein anderer Hintergedanke: die URL-Struktur deutet es ja auch schon an: hier wird es noch mehr als nur ein Blog geben. Ausdrücklich vorgesehen ist zum Beispiel, meine Arbeit in Form eines Portfolios ein wenig zu präsentieren. Da arbeite ich noch etwas im Hintergrund dran, sollte aber auch zeitnah losgehen. Und mehr…

Das alles soll dann auch als Hub dienen, ein Ort mit meinem Namen dran, an dem Artikel, Vita, Links zu weiteren Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten zusammengefasst sind. Ich als personal brand sozusagen. Kann nicht Schaden, gehe ich von aus.

So und nun los.

Nerds

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Also nehmen wir mal an, ein Nerd (in der nicht beleidigend gemeinten Variante des Wortes) sei ein Experte auf einem bestimmten Gebiet. Dann wollte ich schon lange Nerd sein. Am Computerraum unserer Schule (Achtung: Opa erzählt vom Krieg) hing ein Zettel:

Kombjuder-Raum

Der Raum ist voll bis unter die Decke mit den tollsten und teuersten elektrischen und vollelektronischen Apparaten. Staunen und Glotzen darf jeder, aber anfassen und an den Knöpfchen drehen dürfen nur wir,

die Experten.

Nerdhumor der frühen 80er Jahre. Jedenfalls standen in den Raum massenhaft Apple II und ich wollte da ran und Knöpfchen drehen. Experte sein. Dieses Adventure spielen, wo einem jemand die Haare anzündet…

Daran musste ich lustigerweise denken, als uns gestern ein netter Kollege sein Mitbringsel aus New York überreichte: Nerds, eine Süßigkeit von Willy Wonka. Wobei ich jetzt nicht weiss, was Willy Wonka mit der Sache zu tun hat, oder ist das nerdy XYZ und die Schokoladenfabrik zu kennen. Und hey, ist das eigentlich beleidigend, wenn ein Kollege so durch New York streift, in einem Laden diese Packung erspäht und denkt: „Super, die bring‘ ich den Jungs vom Frontend mit!”. Zum Glück nicht. Heute nicht mehr. Nicht mehr seit The Big Bang Theory.