The Circle

Vor kurzem habe ich The Circle gelesen, ein unglaublich schlechtes Buch, und wie das mit schlechten Büchern so ist, stand es an der Spitze der Bestsellerliste. Der Inhalt des Buches: anfangs dumme Protagonisten bleibt bis zum Ende des Buches stockdumm, eine Socialmediafirma als Metapherchimäre für Facebook, Google und Apple in einem entwickelt die totale Überwachung aller Menschen, ohne das deren Führerschaft dabei eine Idee hätte, wozu das eigentlich alles gut sein soll. Der Spannungsbogen gleicht der Nulllinie auf einem Herzfrequenzmonitor. </rant>

Gut, über das Thema könnte man diskutieren. Im Grunde ist The Circle die Parabel vom Frosch, der langsam gekocht wird, ohne es zu merken. Diese Parabel ist, das wissen die meisten, eben eine Parabel, kein Frosch lässt sich ohne Gegenwehr kochen, wenn man das Wasser nur langsam genug erhitzt. Ausser der von Philip Rösler vielleicht. Und so wenig wie die Parabel mit der Realität zu tun hat, so wenig sind die Figuren in The Circle echt genug, als dass sie zur Identifikation dienen könnten. Der eine zieht einen totalitären Überwachungsstaat hoch, nur so aus Langeweile, die Hauptfigur hingegen tappt von einer Falle in die nächste, nur um beim nächsten Mal noch dämlicher der Maschinerie auf den Leim zu gehen.

Gut, mithin verhalten sich Menschen so. Ich zum Beispiel: Im April letzten Jahres habe ich lang und breit dargelegt, warum man besser ADN statt Twitter nutzen solle, heute tweete ich immer noch. Auch im August 2012 habe ich mich schon über Twitter ereifert. Ich kann mich kaum noch erinnern, was mich damals auf die Palme gebracht hat, wahrscheinlich die Verwässerung der Entwickler-API. Ich twittere immer noch. Nun hat Twitter angekündigt, die Timeline automatisch für mich zu kuratieren, so wie bei Facebook, wo ich dieses Feature täglich neu umgehen muss, weil ich es so hasse. Tja, aber was soll’s, ich twittere weiter. Und dann gibt’s ja schon das nächste Feature: den Kaufen-Button. Das Zukunftsszenario sieht also circlemäßig so aus: Twitter nutzt die Forschungsergebnisse von Facebook, um die Menschen mit einer kuratierten Timeline zu manipulieren und zwar um auf Twitter Produkte zu kaufen! Ich twittere weiter. Aber hey, Google hat RSS und den Feedreader gekillt, Twitter ist derzeit meine wichtigste Besucherquelle für dieses Blog, ich twittere weiter. Und weiter. Und irgendwie wird das Wasser immer wärmer. Naja, noch ist es angenehm.

OK, The Circle ist ein mieser Schinken über einen blöden Vergleich, der von und hinten hinkt, aber trotzdem kann man mal darüber nachdenken, wohin uns das alles mal führen wird, auch wenn’s nicht der blöde Circle sein wird. Ist ja auch Quatsch, die NSA war ja längst da, das Wasser kocht also eigentlich schon. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel nehmen an jenen, die den Ausstieg wagen, anstatt sie ungläubig zu beäugen.

Lifetracking, kann ich

Lifetracking ist ja als Trend schon wieder auf dem absteigenden Ast, kann man glauben, wenn ich jetzt auch mit so einem Ding herumlaufe. Aber als adipöser bewegungsfauler Bürohengst, ist es vielleicht eine gute Idee, sich ein wenig Ansporn an den Arm zu dengeln, immerhin gibt’s dazu eine App: vielleicht kann man den inneren Schweinehund ja mit dem Smartphone erschlagen. Das Versprechen der Health- und Lifetracker ist klar: zähle Deine Schritte, überwache Deinen Schlaf, miss Deinen Puls und es wird dir besser gehen. Das alleine reicht natürlich nicht, es ist das Vergleichen mit sich selbst, das Beobachten von Verbesserungen (so es sie gibt), der kleine Anschub vielleicht doch noch die angepeilte Anzahl Schritte zu machen. Und natürlich jede Menge nerdism, ohne den geht es nicht.

Der/die/das Withings Pulse O2 ist so ein Lifetracker und ich bin jetzt ca. vier Wochen damit rumgelaufen, habe ihn also Tag und Nacht am Arm oder am Gürtel gehabt und habe mich tracken lassen. Vier Wochen sind natürlich keine Zeit, in der man Wunder vollbringen könnte, was natürlich Quatsch ist, denn Wunder zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie in kürzester Zeit Dinge geschehen lassen, die sonst ewig dauern, also genauer: Wunder sind nicht pasiert. Aber ich kenne mich ganz gut, ich habe auch kein Wunder erwartet. Trotzdem funktioniert die Sache mit dem lifetracking bei mir irgendwie, es besteht also noch Hoffnung.

withings_pulse_o2

Das Gerät

Anders als viele total hippe Trackingsarmbänder sieht der Pulse O2 eher fast wie eine normale Uhr aus, wenn man ihn am Arm trägt. Was man nicht muss, da das Gerät selbst herausnehmbar ist und in einen kleinen Gürtelclip verpflanzt werden kann, und man kann es auch einfach so in die Hosentasche stecken, getrackt wird trotzdem. Das ist schon von daher ein gutes Feature, weil Withings unerklärlicherweise am Armband gespart hat, es ist aus Plastik, kommt ziemlich billig rüber und man schwitzt darunter unerträglich. Ich hatte sogar einen Hitzestau darunter, inklusive Ausschlag. Das Armband werde ich definitv gegen etwas Hochwertiges ersetzen müssen.

Kernfunktion des Pulse ist sicherlich das Schritte zählen. Außerdem kann man zurückgelegte Kilometer, überwundene Höhenmeter und daraus jeweils folgend, verbrauchte Kalorien ablesen. Zusammen mit der aktuellen Uhrzeit kann man all diese Werte vom Display des Pulse ablesen, nacheinander versteht sich, so groß ist das Gerät ja nicht. Das gut lesbare Display reagiert sogar auf Touchgesten, mit einem Swipe kann man in der History zurückgehen. Das ist unterwegs schon sexy. Hat man den Pulse nachts am Arm, kann man damit auch seinen Schlaf überwachen, anhand der nächtlichen Bewegungen, zeichnet das gerät auf, ob tief, flach oder gar nicht schläft. Hat man den Tracker in der Hand, kann man auch seinen Pulse messen, indem man einen Finger auf den Sensor auf der Rückseite legt. D.h. also, man muss die Pulsmessung aktiv veranlassen und es wird nicht automatisch am Arm gemessen. Mehr Sensoren hat der Pulse jetzt nicht, für weitere Lifedaten gibt es bei Withings noch weitere Produkte, bspw. ein Blutdruckmessgerät oder eine Waage. Diese Daten kann man aber auch händisch in der App eingeben.

withings_app_screens

Die App

Die (Android-)App ist tatsächlich sehr gut. Per Bluetooth, sowohl automatisch, als auch auf Anforderung, werden Daten mit dem Tracker synchronisiert und in einer Timeline und einem Dashboard aufbereitet. Zusätzlich zu den Trackingwerten kann man noch Gewicht, Körperfettwert und Blutdruckmessungen eingeben, oder von anderen Geräte syncen. Ebenfalls in die Datensammlung können andere Fitnessaktivitäten als Laufen, bspw. Radfahren, Schwimmen usw. einfließen, wenn man sie mit einer anderen App aufzeichnet. Kompatibel sind derzeit Runkeeper und MapMyFitness. Außerdem kann man mit MyFitnessPal eine App anschliessen, mit der man seine Erfolge beim Abnehmen aufzeichnen kann.

Ohne die App wäre so ein Lifetracker natürlich nur die Hälfte wert, da sie sowohl als Datenaggregator, als auch Datenvisualisierer fungiert. Man erhält einen hervorragenden Überblick über die erlaufenen Erfolge des Tages, der Woche und so fort. Hier kommt auch der Schlaftracker zur Geltung, den Verlauf einer Nacht in einer Grafik zu sehen macht schon Sinn, und erklärt mitunter, warum man sich vielleicht morgens manchmal genauso müde fühlt wie abends. Warum allerdings gerade acht Stunden (uneditierbar) als die ideale Schlafzeit genommen werden… da gibt es auch andere Ansichten. Ich erreiche sie jedenfalls höchstens am Wochenende.

Wie gesagt, die App ist super, vielleicht sogar der wichtigste Erfolgsfaktor des Trackers selbst. Die Aggregation der Daten und die Darstellung machen das Thema Lifetracking für mich erst richtig interessant. Wie gesagt, mit bringt es nichts, mich mit halbmarathonlaufenden Magersuchtanwärtern auf der Joggingmeile zu vergleichen, der einzig sinnvolle Gegner für mich bin ich selsbt. Ich und mein Schweinehund. Einen der Messwerte etwas hochzupushen funktioniert bei mir auch besser als irgendwelche Badges (seit „I’m on a boat“). Die gibt es beim Pulse natürlich auch, netterweise sind alle Badges einem Ort zugeordnet.

Gesamtergebnis

Ich liebe meinen Tracker, als nächstes bekommt er ein schönes Lederarmband. Und wenn ich auch in nächster Zeit fleissig meine Spaziergänge mache, schaff ich ja vielleicht auch ein paar Kilo runter zu bekommen. Und irgendwann dann kaufe ich mir die WLAN-Waage den Smart Body Analyzer, der neben dem Gewicht auch das Körperfett, die Herzfrequenz und die Raumluftqualität (???) misst. Warum nicht. Und irgendwann dann kann ich vielleicht auch wieder joggen ohne mir die Knie zu brechen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Die mir dieser neue Lifetracker von Withings sicherlich erleichtern würde. Oder doch eine Smartwatch? Den Pulse kann ich dann immer noch in die Tasche stecken…

Nepper, Schlepper, Adressensammler

Die Firma Vodaphone also wirbt im Internet, dass es vom 18. Juli bis 21. Juli (solange der Vorrat reicht, sie kennen das), Dr. Dre urBeats in-ear-Kopfhörer, die sonst (angeblich) 79 Euronen kosten, zum Preis von 19.90 Euro zu verkaufen hätte. Man bräuchte nur in einer Filiale aufschlagen (rechtzeitig) um sich das Angebot zu sichern. Gute Idee… dachte ich.

Am Shop, meinem Arbeitsplatz praktisch gegenüber, wartet schon eine Schlange von Leuten. Hui, hätte ich jetzt auch nicht gedacht, ist aber ja auch ein Superdeal. Sogar der O2-Kollege aus dem Laden nebenan ist dabei. Als der Laden öffnet, stellt sich allerdings schnell raus: die haben die Kopfhörer gar nicht da. Stattdessen muss jeder der einen haben will, seine Adresse angeben, und bekommt die Kopfhörer dann auf Rechnung nach Hause geschickt. Oder man lässt sie an den Laden schicke, seine Adresse muss man aber auf jeden Fall angeben. Ohne mich.

Screenshot der Webseite
Screenshot der Webseite

Es geht hier also nicht darum, ein gutes Angebot zu unterbreiten. Ich sage mal früher, also früher waren Angebote dazu da, Lager zu räumen, die Kundenbindung zu stärken und ja, auch um Kunden in ein Geschäft zu locken und zu verführen, noch weitere Dinge zu kaufen. Das sieht bei einem solchen Angebot anders aus, hier gilt: Ware gegen Daten. Offensichtlich benötigt man auch die Komponente »in den Laden locken«, denn sonst würde Vodaphone seine Deals der Woche ja gleich im Netz verkaufen. Also ein Lockangebot plus Verkauf der eigenen Adressdaten (inkl. Überprüfung durch die Post).Das finde ich schon reichlich verdreht. Die Erfahrungen anderer mit diesem Angebot sind auch sehr interessant. Vielleicht nicht gerade betrügerisch aber irgendwie schmutzig, denn es steht da ja »Store finden und Angebot sichern«, statt gleich mit nach Hause nehmen, wie man das bei allen anderen Geschäften dieser Welt so macht und mir soll keiner sagen, die Kopfhörer müssten nun erst hergestellt werden. Und was soll das Store finden? Soll das Gamification sein?

Wieder einmal Glück gehabt und nicht auf den Leim gegangen. Da kann ich ja auch gleich bei irgendeinem Preisausschreiben mitmachen, oder bei einer Kaffeefahrt. Oder einen Nachsendeantrag ausfüllen. Oder einen Umzug beim Amt melden. Ach, wenn der gute Eduard Zimmermann noch lebte…

Präsentationen mit reveal.js

Für meinen letzten Vortrag, habe ich mal Keynote links liegen lassen und mich an reveal.js herangewagt. Im Großen und Ganzen wird damit aus einer Präsentation eine Website. Darin eingeschlossen sind allerdings beinahe alle Funktionen, die man auch von einer Präsentationssoftware kennt, wie Übersichtsmodus, Speakernotes mit Vorschau und Uhr, PDF-Export, Übergangseffekte. Und reveal.js kann auch noch ein paar Dinge, die mein Keynote nicht hinbekommt, beispielsweise einen parallax scrollenden Hintergrund, Markdown-Support oder Themenstacks. Mit slide.es gibt es sogar einen Onlineeditor für den HTML-Unkundigen.

Installation

Die Installation ist in zwei Varianten möglich. Will man nur schnell eine Präse ohne Zusatzfunktionen bauen, kann man dieses Release von reveal.js herunterladen, die enthaltene index.html editieren und diese dann im Browser öffnen. Funktioniert sogar ohne Webserver.

Mehr Möglichkeiten hat man allerdings, wenn man sich die Sourcen von reveal.js per Github auscheckt und die Node-Module installiert. Via grunt serve bekommt man dann einen lokalen Webserver mitgeliefert, der einem einige interessante Zusatzfunktionen, beispielsweise die Speakernotes, zur Verfügung stellt.

Demopräsentation von reveal.js:

Folien anlegen

reveal.js kommt mit einem recht anschaulichen Default-CSS daher (kann man hier in der reveal.js-Demo sehr schön sehen), so dass man im Grunde gleich loslegen kann. Um Folien einzufügen, kann man bspw. die vorhandene index.html öffnen und das nötigr Code-Gerüst herstellen. Minimal sieht das so aus:

<div class="slides">
    <section>
        <!-- content slide 1 -->
    </section>
    <section>
        <section>
            <!-- content slide 2.1 -->
        </section>
        <section>
            <!-- content slide 2.2 -->
        </section>
    </section>
</div>

Eine Folie entspricht also einem section-Element innerhalb des div mit der Klasse slides. Eine der Stärken von reveal.js sieht man hier auch schon: es gibt nicht nur eine Inhaltsebene, sondern zwei. sections die direkte Kinder von slides sind, werden horizontal nebeneinander dargestellt, Kindelemente von sections werden als Stack untereinander dargestellt, das erste ist dabei auf einer Höhe mit den Umliegenden. Nun kann man nicht nur links und rechts, sondern zeitweise auch von oben nach unten durch die Slides gehen. Tipp: mit den Pfeiltasten kann man frei durch die Slides navigieren, will man sich linear durch das Dokument sliden, geht das mit space bzw. SHIFT-space.

So kann man die Slides einzeln anlegen. Wer kein eigenes HTML oder Markdown schreiben will, kann aber auch den Online-Editor http://slid.es/ nutzen, der reveal.js Präsentationen produzieren und auch exportieren kann. Zum ersten Ausprobieren eine durchaus sinnvolle Einrichtung.

HTML und/oder Markdown

Eine Gesetzmäßigkeit kann man für reveal.js festhalten: alles was als Folie angezeigt werden soll, muss in eine section. Hier kann man HTML eintragen wie man möchte. Die wichtigsten Elemente sind in den CSS-Themes bereits brauchbar gelayoutet, also h1h6, p, ul, ol und so fort kann man direkt nutzen.

Ich nutze allerdings auch sehr gerne Markdown. Kann reveal.js natürlich auch, man kann es sozusagen inline eintragen.

<div class="slides">
    <section data-markdown>
        <script type="text/template">
            ## Page title

            A paragraph with some text and a [link](http://hakim.se).
        </script>
        <aside class="notes" data-markdown>
            - talk about page titles
            - anecdote about paragraphs
        </aside>
    </section>
</div>

Wie man hier auch sieht, können Speakernotes mit eingebaut werden, als <aside class="notes">.

Die Frage ist, ob man eine der beiden Optionen eigentlich möchte. Es ist natürlich für einen Webdev das Naheliegendste, seine Slides in HTML zu bauen. Übersichtlich ist das allerdings nicht, jedenfalls nicht während man noch am Inhalt schreibt. Das Inline-Markdown ist gleichsam kompliziert und durch die zusätzlichen <script type="text/template"></script> noch ein wenig mehr bloated.

Die beste Lösung ist also, man packt das Markdown in eine externe Datei. Dies ist letztendlich die beste Option für die Markdownliebhaber, da hier dann der Text aller Folien fein getrennt vom Anzeigesystem in einem Textdokument liegen.

<div class="slides">
    <section data-markdown="example.md"  
        data-separator="^---"  
        data-vertical="^***"  
        data-notes="^Note:"  
        data-charset="utf-8">
    </section>
</div>

Man kann Text zum Trennen der Folien und zum Auszeichnen von Notes angeben. Das passende Markdown würde dann so aussehen:

# Folie 1

Der Text auf Folie 1.

---

# Folie 2

Der Text auf Folie 2.

Note: Notiz auf Folie 2

***

# 1. Unterfolie der 2. Folie

---

# Folie 3

Tipp: Als Trenner zwischen den horizontalen Folien eignet sich meiner Meinung nach die <hr> wesentlich besser, als die standardmäßig verwendeten Zeilenvorschüben. Da man in Markdown --- und *** als Linien benutzen kann, lassen sie sich gut als Trenner nutzen.

Fragmente

Einzelne Elemente können als Fragmente nacheinander innerhalb einer Folie angezeigt werden. Dabei kann die Reihenfolge der Elemente auch noch frei gewählt werden. Eine Liste, bei der zunächst Punkt 2 und dann Punkt 1 angezeigt wird sieht dann so aus:

<ul>
    <li class="fragment" data-fragment-index="2">Appears second</li>
    <li class="fragment" data-fragment-index="1">Appears first</li>
</ul>

oder in Markdown (hier werden spezielle Auszeichungen als Kommentare hinzugefügt):

- Item 1 <!-- .element: class="fragment" data-fragment-index="2" -->
- Item 2 <!-- .element: class="fragment" data-fragment-index="1" -->

Zuätzlich gibt es eine Liste von Effekten, die sich auf die Fragment-Darstellung anwenden lassen, u.a. grow, shrink, roll-in, fade-out usw. Diese werden einfach als Klassenname angefügt:

<ul>
    <li class="fragment roll-in" data-fragment-index="2">Appears second</li>
    <li class="fragment grow" data-fragment-index="1">Appears first</li>
</ul>

Hintergründe und Übergangseffekte

Jede Folie kann ihre eigene Hintergrundfarbe und/oder win Hintergrundbild haben. Dieser werden als data-Attribute an die Slide geschrieben. Den Übergangseffekt für die Folien kann man global festlegen, es besteht aber die Möglichkeit, per Folie diesen Wert zu überschreiben.

Attribute die an eine einzelne Slide festgemacht werden, schreibt man im Markdown so:

<!-- .slide: data-background="#ff0000" data-transition="linear" -->
# Folie 2

Der Text auf Folie 2.

Tastentricks

Zwei Quickwins die reveal.js mitbringt sind noch das leichte Umschalten in den Fullscreenmodus. Während der Präsentation einfach Taste f drücken, schon ist man im Präsentationsmodus des Browsers. Mit der ESC-Taste verlässt man diesen Modus wieder. Ist man nicht im Fullscreen führt die ESC-Taste übrigens in den sogenannten Overviewmodus, mit der man eine Draufsicht auf seine komplette Präsentation bekommt. Eine gute Ansicht um den Zuhörer am Beginn auf die kommenden Themen vorzubereiten, beispielsweise. Hierin kann man wieder navigieren. Den Overviewmodus kann man auch mit der Taste o aktivieren.

Wie schon erwähnt, mit den Pfeiltasten kann man sich durch die Slides navigieren, Space und SHIFT-Space gehen linear vorwärts und rückwärts. Man kann noch weitere Tasten dafür festlegen, standardmäßig machen das noch n für next und p für previous.

Mit den Tasten b oder . wird der Bildschirm schwarz geschaltet, beispielsweise, wenn man in einem anderen Fenster außerhalb der Präse etwas zeigen möchte, oder externen Filminhalt hat o.ä.

Speakernotes

Ich hatte nun schon ein paar Mal die Speakernotes angesprochen. Die werden, jedenfalls, wenn man die Node-Version laufen lässt (mit grunt serve, s.o.), direkt mitgeliefert. Einfach während die Präse im Bild ist, die Taste s drücken, und in einem neuen Browserfenster poppen die ggf. eingetragenen Notizen auf. Dazu gibt es ein Bild der aktuell angezeigten Folie und der darauffolgenden, sowie einen Timer. Alles was man so braucht, um eine professionelle Präse abzuhalten.

Screenshot

Ich hatte bei meinem Vortrag leider mit den Speakernotes ein paar technische Probleme, u.a. mit Links in den Slides bzw. Notizen. Links stellen ein kleines Problem für reveal.js dar, dazu gleich noch mehr, jedenfalls schienen die Notes den Kontakt zur Präse verloren zu haben, beides lief auseinander. So leicht lässt sich das für mich nicht reproduzieren, weil man während einer Präse leicht in Panik gerät, geht mir jedenfalls so. In einer späteren Präsentation beim Holtzbrinck Technology Day 2014 hat es aber problemlos geklappt.

Konfiguration

Über den Konfigurationsabschnitt in der HTML-Datei der Präsentation kann man nochmal weitere Funktionen freischalten und beeinflussen.

Reveal.initialize({
    controls: true, // Navigationspfeile zeigen
    progress: true, // Fortschrittsbalken
    center: true, // Inhalt zentrieren

    theme: Reveal.getQueryHash().theme, // available themes are in /css/theme
    transition: Reveal.getQueryHash().transition || 'default', // default/cube/page/concave/zoom/linear/fade/none

    // Parallax scrolling
    parallaxBackgroundImage: 'img/wood.jpg',
    parallaxBackgroundSize: '2880px 1920px',

Die Liste der Optionen, mit denen man Standardverhalten vorgeben kann ist lang. Vom Anzeigen einzelner Option, Standardwerte für Effekte, Einrichten eines parallaxen Hintergrundbildes oder geänderter Tastenkombinationen ist einiges möglich.

Probleme

Probleme gibt es auch, die betreffen aber eher alle HTML-Präsentationen. Bei eingeschaltetem Fullscreenmodus bekommt man schnell Probleme, wenn man versucht Links innerhalb der Vortragsfolien aufzurufen, was ja erstmal nahe liegt. Wenn man einen Link in einem neuen Tab oder neuem Fenster öffnet, fliegt man aus dem Fullscreenmodus natürlich wieder raus. Das ist zwar an sich noch keine dramatisches Problem, nur sollte man den Umgang damit vielleicht vorher einüben, vor allem in der Situation mit zwei Bildschirmen, bei denen man sich auf die Notizen vor sich konzentriert, erfordert das teilweise etwas Übung (den Shortcut für das Wechseln zwischen zwei Fenstern einer Applikation muss beim Mac auch erstmal an die richtige Stelle legen). Einfacher wird es, wenn man einfach einen komplett anderen Browser hernimmt und alle Links darin sozusagen vorbereitet. Dorthin kann man dann direkt springen, wobei die Präse im Hintergrund im Fullscreen offen bleibt. Das hat mir bisher am besten gefallen.

Und dann noch

Das soll es für einen Einsteigerartikel aber auch gewesen sein. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass man sich natürlich® noch eigene Themes für reveal.js anlegen kann, man jede Menge Erweiterungsmöglichkeiten hat, sich per Javascript an alle möglichen Events zu hängen, überhaupt hat reveal.js ein ausgewachsenes API. Es bringt ein Theme für Codebeispiele mit, kann Bild stretchen, man kann prima Videos einbetten, der PDF-Export funktioniert über den Druckendialog. Und über Multiplexing kann man seine Präsentation auch direkt auf den Smartphones und Tablets der Besucher anzeigen. Ich habe jetzt selbst noch nicht alles ausprobiert.

Artikelbild: Bestimmte Rechte vorbehalten von Photogestion

Harper’s Island (2009)

dvd coverSeit Scary Movie hat Horror für mich immer etwas mit Komödie zu tun, was manchem unangenehm aufstösst, wenn ich in den grausigsten Momenten anfange zu lachen, weil wieder mal die schlimmst denkbaren Filmclichees über den Screen laufen. Aus genau diesem Grunde fand ich Harper’s Island unglaublich komisch.

Natürlich sehen die Macher das anders: sie haben eine Horror-Serie vorgelegt, etwas, ich muss schon jetzt lachen, völlig Neues. Horror-Serie bedeutet in diesem Fall natürlich, dass zu den bekannten horroresken Stilmitteln: einer wird von der Gruppe getrennt, verirrt sich allein im Wald und wird dort dann in kleinste Teile gehackt, noch so grandiose Errungenschaften wie im Sande verlaufende Nebenstories, Ablenkungsaktionen und natürlich Cliffhanger vorkommen, also einer wird von der Gruppe getrennt, verirrt sich allein im Wald und wird dort dann in der nächsten Folge verhackstückt. Alles in allem macht Harper’s Island das aber amüsant und streckenweise dann doch spannend genug, dass man sich die komplette Serie antut. Immerhin.

Also worum geht’s bei Harper’s Island? Eine Hochzeitsgesellschaft, inklusive einem guten dutzend näher eingeführter Protagonisten, macht sich auf den Weg nach Harper’s Island, der Insel, auf der ein Teil der Leute aufgewachsen ist, die sie aber nach einem Amoklauf des durchgeknallten Massenmörders John Wakefield, verlassen haben. Zur Hochzeit nun, kehren alle wieder zurück. Und noch im Hafen geht das Gemetzel los, ohne das es jemand merkt, wird Cousin X durch die Schiffschraube gehexelt. Ich hoffe ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass der Untertitel der Serie »Einer nach dem Anderen« sowas von Programm ist, dass man froh ist, was für eine riesige Hochzeitsgesellschaft sich auf den Weg zur Insel gemacht hat. Pro Folge werden zwischen ein und fünf Protagonisten ins Jenseits befördert, am Ende jedenfalls, sind nicht mehr viele übrig.

Harper’s Island funktioniert dabei leider nur im Mittelteil richtig gut. Am Anfang, noch während die unzähligen Opfer eingeführt werden, ist es wenig überraschend, wenn Figur X, die man gerade eben kennengelernt hat, allein irgendwo herumläuft und bamm!: tot. Und auf Harper’s Island kann man ja so viel allein rumlaufen. Relativ schnell kristallisiert sich dann aber die Kerngruppe heraus, die übrigens zunächst gar nicht von der ganzen Metzelei mitbekommen. Ab dem Punkt aber, wo allen offenbar wird, dass hier ein Massenmörder sein unwesen treibt, geht es auch schon steil bergab mit der Story. Es passiert nicht mehr viel als das eben noch völlig verängstigte Jungamerikaner plötzlich an der Aufgabe wachsen, sich eine Pumpgun schnappen, um alle zu retten, dann allein in den Wald gehen und… schon klar, oder?

Also: wer sich wie ich über die albernen Mechanismen eines billigen Horrorfilms auch noch in Serie unterhalten fühlt, der kann sich an Harper’s Island versuchen, allen anderen sei davon abgeraten, es gibt bessere Serien, die man sich anschauen kann.

TL;DR: Es wird jemand von der Gruppe getrennt, irrt allein durch den Wald und wird dann zerstückelt.

Bestellen bei Amazon: Harper’s Island – Die komplette Serie (4 DVDs)

Getestet: Beck’s Chili Mango

Beck's Chili Mango
Beck’s Chili Mango. Ganz im Ernst.

Seitdem wir uns nicht mehr um den Quatsch mit dem Reinheitsgebot kümmern, kommen ja praktisch täglich neue Biersorten auf den Markt. Eine verrückter als die andere mag man sagen, bis man sein erstes Oktoberfestbier getrunken hat, das rückt die Sache dann wieder ins rechte Licht.

Aus meiner Heimatstadt Bremen kommt derzeit zwar kein guter Fußball, aber immer noch das beste Bier, dass man weltweit trinken kann, namentlich Beck’s. Ich weiss, das ist weit aus dem Fenster gelehnt, ähnlich dem Windows-Apple-Linux-Konflikt ist Bier ja immer ein gern genommener Streitpunkt, aber ich bin im Herzen Bremer und da es dort auch keine süddeutschen Einwanderer gibt, die Tannenzäpfle einschleppen… aber ich schweife ab. Von Beck’s jedenfalls kommt der Gipfel der Biersorten zum Naserümpfen: Beck’s Chili Mango. Das Tröpfchen ist überraschend lecker, wenn man davon absieht, dass es einfach kein Stück nach Bier schmeckt. Wer also Faßbrause mag, sollte hier zuschlagen.

Trotzdem. Ein Bier mit Chili-Mango-Geschmack (keine natürlichen Geschmacksstoffe wurden bei der Herstellung genutzt) ist natürlich schon etwas seltsam und man muss sich fragen: wie kommen die auf so etwas. Und die Antwort lautet natürlich: Socialmedia. Denn:

2012 konntest du innerhalb der BECK’S Community deinen eigenen Biermix kreieren. Chili Mango wurde aus überwältigenden 2.400 Ideen von Facebook-Fans gewählt, probiert und für einzigartig erklärt.

Entweder, da ist mal eine Socialmedia-Aktion ein Erfolg gewesen, oder die Community wollte die Schlipse bei Beck’s mal richtig verarschen und die haben’s dann aber nicht gemerkt. Kann man sehen wie man will. Ich mach mir jetzt noch eins auf. Mann, das perlt aber auch wieder…

(Disclaimer: ich bin in Bremen in Sichtweite der Haake-Beck-Fabrik geboren, könnte also parteiisch sein.)