Goodbye WordPress?

Sehr schade, Sergej Müller steigt aus der WordPress-Szene aus und ich kann gar nicht soviel dazu sagen, ich kenne ihn einfach nicht und habe auch keins seine Plugins in Gebrauch, womit ich scheinbar allein dazustehen scheine. Vielleicht aber ja mal eine Gelegenheit, mich ein wenig mit WordPress auseinander zu setzen.

Dazu holt der Blogopa natürlich erstmal weit aus… moment, vielleicht kann ich das etwas abkürzen: Greymatter, Perl?, Movable Type, wir hatten ja nichts, Textpattern, PHP?really?, WordPress. So war das damals. Schöne Zeit. Schaue ich immer mal wieder rein, so zwischendurch. Aber das ist Geschichte.

Ein Wort, das durchaus auch zu WordPress passt. Heute präsentiert es sich als the one and only, das oneclickinstall Blogsystem, ist allgegenwärtig, selbst beim Hoster an der Ecke vorsinstalliert, es bestimmt sogar die rückwärtskompatibilität von PHP irgendwie mit. Ich sage mal, das war nicht immer so. Als WordPress seinerzeit aus b2 entwuchs, wollten viele Leute weder an seine Architektur oder an die dahintersteckende Programmiersprache glauben. Gott, haben wir es gehasst seinerzeit.

Davon hat sich WordPress, ich sage mal, emanzipiert. Ich erkenne neidlos an, dass es heute die unangefochtene Nummer eins ist. Und dass es sich mit den Jahren wirklich gut entwickelt hat, während wir Geeks an unserer eigenen Blogsoftware, dem eigenen CMS oder heute, dem eigenen Generator für statische Seiten bauten. Und Mullweg und Automattic haben es geschafft, das nötige professionelle Umfeld darum zu bauen. Gut, das Pluginverzeichnis ist nicht der iOS-Appstore, aber immerhin, es hat sich eine weltweite Entwicklergemeinde gebildet, die für oder eben mit WordPress arbeitet.

Ich sag’s einfach mal, ich mag WordPress und habe seit vielen Jahren Spaß dabei. Goodbye WordPress? Nicht doch.

Dies ist nun schon der vierte Artikel meines Benblogging-Projektes.

Lumis

Lumis Verpackung

Bei Ben gibt’s einen Spieletest über Die Arena von Tash Kalar, einem, ich will jetzt nichts falsches sagen, Fantasybrettspiel. Ein guter Tipp, wie mir scheint, auch wenn Fantasyspiele, im Gegensatz zu allem anderen mit dem Prefix Fantasy-, nicht so mein Ding sind. Ich mag es eher strategisch.

So wie bspw. Lumis—der Pfad des Feuers. Wir haben dieses Strategiespiel für 2 oder 4 Spieler vor kurzem getestet und ich für meinen Teil es auch für sehr gut befunden. Meine Lieblingsmitspielerin war nicht ganz so überzeugt, vielleicht weil ich das eine oder andere Mal gewonnen habe. 😉

Mir haben gleich das minimalistische Design und die gute Spielidee gefallen. Ziel des Spiels ist es, mithilfe von Türmen eine durchgehende Spielfigurenkette quer über das Spielbrett zu bauen, das ein wenig wie ein verunglücktes Halma aussieht. Dort wo die Ketten der Spielparteien aufeinandertreffen, kommt es zur Schlacht. Mit den entsprechenden Karten können dabei Türme des Gegners übernommen werden, durch Aufstocken der eigenen Türme mit weiteren Elementen werden diese immer stärker und schwerer einzunehmen. Die Rituale des Spiels schränken den Turmbauer ein, damit es nicht zu leicht wird. Man kann entweder Karten ziehen oder einen Turm bauen in einem Zug. Die Karten bestimmen den Aktionsradius um einen Turm, ebenso ermöglichen sie die feindliche Übernahme eines gegnerischen Turms.

Das Spiel ist hervorragend designt, aber am schönsten sind die Spielsteine, die sogenannten Türme, die sich aus verschiedenen schwarzen Turm-Elementen und eine Flamme in Spielerfarbe (gelb oder rot) zusammensetzen lassen. Sie sehen dabei aus, wie kleine asiatische Zimmerbrunnen. Sehr cool.

Dies ist der dritte Artikel meines Benblogging-Projekts.

Ich bin am Ende Mann und hier kommt Böhmermann

boehmermann

Ben freut sich wie gewohnt über den rappenden Böhmermann, wobei ich leider ein wenig lost bin, da ich zwar die Anfangszeit des deutschen Sprechgesangs—so nannte man das damals, wir hatten ja nichts—mitbekommen habe, heute aber eher keine Beziehung dazu habe. Und Böhmermann ist ein Hype, den ich seit Monaten mit festem Willen verschlafe, einfach weil ich so misstrauisch bin gegenüber Hypes, die eines morgens in der Kantine plötzlich da sind, ohne dass ich mitbekommen habe, wo er mit einem Male hergekommen ist. Vielleicht muss ich da mal in der Wikipedia nachlesen, denke ich dann meist gelangweilt.

Ich kenne keinen Bereich deutscher Kultur, der zugleich so viel Leute erreicht und sich selbst so wenig Ernst nimmt. Eine eigentlich höchst undeutsche Tugend und gerade deshalb mag ich Hiphop aus dem Heimatland eigentlich noch um so mehr.

Kultur, Tugend, Heimatland, drei sehr schwerwiegende Begriffe in einem Zitat, bei denen ich alleinstehend schon oft den Humor verliere. Und ich will gar nicht die Frage auftun, ob es sich beim „sich selbst nicht Ernst nehmen“ um eine Primär- oder Sekundärtugend handelt. Seit ich mal einen namenhaften Deutschrapper mal jenseits der Bühne nur gesehen habe, muss ich leider sagen, dass ich dieses selbst nicht Ernst nehmen zum großen Teil für eine Maske halte, und bei dem anderen großen Teil ist es eben gar nicht vorhanden. Will sagen, von aussen sagt man sich, das können die ja nicht Ernst meinen und die traurige Wahrheit ist: doch, doch, das meinen die so. Eine Mischung irgendwo zwischen Showprofessionalität, kopieren vorgekochter Blödsinnigkeiten und unserer Erwartungshaltung. Habe ich immer weniger Spass dran, leider.

Ist ja aber kein Wunder, wie eine kleine Geschichte aus der bei Ben zitierten NDW in diesem Interview mit Andreas Dorau zeigt:

Fred vom Jupiter entstand im Rahmen eines Schulprojektes. Als ich viele Jahre später bei einer Abrechnung der Gema das erste Mal genau auf die Urheber schaute, entdeckte ich da einen überraschenden Namen. Ich ging zu einem Anwalt und stellte fest, dass ich und die Mädchen, die Marinas, mit denen ich das damals aufgenommen hatte, belogen worden waren. Der Lehrer hatte sich auf „geistiges Eigentum der Schule“ berufen. Als ihn mein Anwalt zur Rede stellte, überwies er aber sofort das Geld. Das muss er all die Jahre auf einem Extra-Konto gehortet haben, für den Fall, dass er mal auffliegt.

Das ist deutsche Kultur, Tugend und Heimatland in einem: NDW-Hit, Schulprojekt, Lehrer unterschlägt die Einnahmen und sammelt sie, um sie ggf. wieder zurückzahlen zu können. Unglaublich.

Dies ist der zweite Artikel meines Benblogging-Projekts.

Fußball, Merkel und Demokratie

Ben schreibt uns die Quintessenz des Fifaskandals kurz hin und endet folgerichtig:

Und ich hab den Artikel noch nicht zu Ende geschrieben, da ist schon ein anderer aus dem Fußballzirkus auf den Titelseiten, Blatter ist wiedergewählt und alles läuft weiter wie immer … warum sollte Blatter anders regieren als Merkel, wo die doch nicht nur erfolgreich sondern auch noch demokratisch legitimiert ist?

Hier sehe ich zwei Dinge ganz offensichtlich am Boden herumliegen. Zunächst ist es natürlich ein völlig legitimer Vergleich: Blatter und Merkel. Würde kurz vor der Bundestagswahl die Staatsanwaltschaft ins Kanzleramt marschieren und sieben Mitarbeiter dort wegen Korruption verhaften, der Aufschrei wäre riesig. Merkel würde sich allerdings gewohnt ruhig verhalten, die Sache totschweigen, aussitzen, sie kennen das. Vielleicht würde ein Regierungsvertreter irgendwas hinlügen, wie einen unnachgiebigen Willen zur Aufklärung der Sache. Und am Sonntag ist Wahl, 55% der Leute bleiben zu Hause, der Rest wählt fröhlich Merkel und die neue Regierung weiss von nichts. Herrjeh, das klingt so verdammt real.

Das andere ist der Ausblick auf unsere Mediendemokratie, oder wie man das hier heute nennt. Skandal!, schreit einer, dann wird die Sau einmal durchs Dorf getrieben und zurück in die angeschlossenen Funkhäuser geschaltet, da schreit ja auch schon wieder jemand Skandal! Leider nicht skandalös genug um sie einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, waren dabei in der letzten Woche bspw. der Kabinettsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung und andere trockene Themen, die kein BILD-Leser morgens an der Bushaltestelle diskutieren will. Meine Schwiegermutter sagt in solchen Fällen, stellvertretend für ein ganzes Volk: »da habe ich keine Meinung dazu«. Und das ist es dann auch schon. Hier endet der demokratische Sektor…

Dies ist der erste Artikel meines Benblogging-Projekts.

Demütiges Benbloggen

Lieber Leser,

meine statistischen Beobachtungen haben ergeben, dass Du hier nur noch einzeln und höchstens einmal täglich vorbeikommst, deswegen spreche ich Dich mal so direkt an. Ich kann Dir das gar nicht verdenken, dass Du keine Lust mehr hast, hier ist ja aber auch gar nichts los. Ich schaffe es einfach nicht. Also nicht, dass ich keien Zeit habe, während der Bahnstreiks und auch sonst beim täglichen Pendeln habe ich jede Menge Zeit. Aber es kommt nichts verwertbares raus dabei im Moment. Trotzdem. Will. Ich. Schreiben.

wieallesanfing

Da ist mir die folgende lustige Lösung eingefallen. Mein Freund Ben schreibt meiner Meinung nach seit vielen vielen Jahren ein ganz hervorragendes Blog, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass Ben es eben jeden Tag schafft, sich etwas zu überlegen, was er sein Blog kippen kann. Ein nicht enden wollender Stream an Input. Und die meisten Sachen davon lese ich mit Freude. Und mache mir dazu meine Gedanken. Und denke oft: »Ja, genau!« oder »Nee, find ich nicht.« oder auch »so ein Quatsch!«.

Kurzum, die Idee ist diese, ich hänge mich da einfach für ein paar Wochen, Monate oder Jahre, je nachdem, wann bei mir die Ideen wiederkommen, dran und beantworte, kommentieren und verlinke möglichst viel aus Bens wunderbarem Blog. Mal sehen, wohin mich oder uns oder Dich das führt.

Der erste Artikel folgt sogleich und liegt dann hier.