Tatort Oldenburg

Ich schau ja nur alle Jubeljahre mal Tatort, genau genommen nur, wenn eine meiner Heimatstädte (ich habe tatsächlich mehrere, welche zähle ich gleich auf…) eine Rolle darin spielen, also wenn es nach (ich hatte es angedroht:) Bremen, Lübeck oder eben Oldenburg geht. Achja, ein Glück, einen Tatort Delmenhorst (–Aufzählung Ende–) hat sich die ARD ja bisher unerklär glücklicherweise verkniffen. Wie also ein Tatort zu sein hat, welchen Gepflogenheiten das treue Fanfolk beim gemeinsamen Schauen in der Kneipe oder auf Twitter nachgeht, ich habe keine Ahnung davon. Ich will eigentlich nur ein wenig meiner Heimat im Fernsehen sehen, die Sensationslust des Couch Potatoe so gesehen. Insofern habe ich keine Ahnung, ob der Tatort nun gut war, oder mittelmäßig, oder gar schlecht. Ich persönlich fand ihn eher schlecht, allein gemessen an der Intensität, mit der meine Exheimat ins Bild gerückt wurde. Nämlich gar nicht.

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Das olle Tor nach Ostfriesland war den Herren Filmemachern wohl erst mal nicht urban genug. Anders kann man die drei oder vier Außenaufnahmen kaum verstehen: rauchende Schlote und nächtliche Luftaufnahmen die Großstadt suggerieren sollen. Ich habe es nie gewußt, aber in den 10 Jahren in denen ich nur sporadische Besuche dort gemacht habe, scheint jemand die Stadt an der Hunte abgetragen und an der Ruhr wieder aufgebaut zu haben. Mitsamt der Bezirksregierung leider, neoklassizistischer Wahnsinn, die muss natürlich für das große Finale herhalten. Dafür sitzt die Bundespolizei in einem verlassenen Geschäft mitten in Chicago, wo das halbe Haus zusammenbricht, wenn die U-Bahn vorbeidonnert… ach nein, die Szene war aus Blues Brothers geklaut. Zwischendrin aber trotzdem witzeln: »sogar in Oldenburg gibt es Staus«, ja wer hätte das gedacht, als wenn mangelhafte Verkehrsplanung Berlin vorbehalten wäre.

Ich mag ja dieses Unentschlossenheit nicht, obwohl das widerum wäre nun typisch für Oldenburg. Vielleicht haben sich die Tatortmacher von ihren miserablen Locationscouts anstecken lassen. Und mal ehrlich, die meisten Spielorte hätten doch irgendwo sein können, und waren sie natürlich auch. Ist ja auch billiger in Hamburg zu drehen, wenn man das ganze Fimgeraffel da schon rumliegen hat, nicht?! Und den Unterschied merkt ja auch keiner. Ich weiss nur nicht, warum man einen Tatort aus Oldenburg macht, wenn man es dann gar nicht zeigt, die Protagonisten es hassen oder nicht interessiert, kein einziger Oldenburger darin vorkommt und es für die Story kein Stück von Belang ist, wo sie gerade stattfindet?

Jetzt weiss ich auch wieder, warum ich keinen Tatort schaue.

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