Ju(n)gen(d)serien: Catweazle

Kennt eigentlich noch jemand Catweazle, den Magier, den es, zusammen mit seiner Hauskröte Torchwood aus der Normannenzeit an den Anfang der 70er Jahre verschlägt? Zwei Staffeln der Serie wurde 1970 und 1971 gesendet, und ich muss sagen, der Charme dieses inzwischen uralten Stoffes ist wirklich erdrückend.

catweazle

Catweazle (Geoffrey Baldon) ist Magier und hauptsächlich damit beschäftigt, einen Spruch zu entdecken, mit dem er fliegen kann. Mit der Magie will es allerdings nicht so recht klappen. Die eben in England eingefallenen Normannen, zwingen Catweazle zur Flucht, als er dabei in einen Teich fällt, passiert doch etwas Magisches, nämlich als Catweazle dem Teich wieder entsteigt, findet er sich im Jahr 1969 wieder. 900 Jahre hat er mal eben so überbrückt, da kommen ihm die Dinge natürlich ein wenig seltsam vor. Wie es so seine Veranlagung ist, hält er jegliche Neuerung für Magie! Im Jahre 1969 sind das erstmal nur elektrisches Licht (»electrickery«), Autos, Flugzeuge, Fernseher, Mähmaschinen und so fort. Mithilfe des Jungen Harold Carrot Bennet versucht sich Catweazle immer wieder in der Zeit zurück zu zaubern. Am Ende von Staffel 1 gelingt ihm das auch sehr überraschend. Dafür findet er sich am Beginn von Staffel 2 im Gefängnis der Normannischen Besatzer wieder. Mit einem Sprung in den Burggraben wähnt er sich zu befreien, er landet jedoch wieder im Jahr 1970. Hier versucht er, zusammen mit Cedric ‚Owlface‘ Collingford, dem Sohn eines inzwischen verarmten Schloßbesitzers, 12 Rätsel zu lösen, von denen sich Catweazle verspricht, nach deren Lösung fliegen zu können. Cedric sucht nebenbei nach dem verschollenen Familienschatz.

Die Serie zeigte bereits Anfang der 70er, wie Menschen Probleme mit der fortschreitenden Technisierung des Lebens haben können. Catweazle betrachtet alle Dinge streng nach dem Dritten Clarkschen Gesetz

Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.

und hält eben alles für Magie. Für ihn sind Lichtschalter electrickery und ein Telefon ein telling bone. Seine eigene Magie hingegen klappt nur selten, was er mit einem immer mit einem völlig enttäuschtem nothing works zu kommentieren pflegt. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie Catweazle heute zu Recht käme, wir haben ja noch jede Menge mehr electrickery, als es 1970 gab. Dieser Frage wollten die Macher der Serie eigentlich nachgehen, ein abendfüllender Film war 2012 bereits in der Vorproduktion. Leider verstarb im selben Jahr Catweazle-Erfinder Richard Carpenter im Alter von 82 Jahren, so dass dieses sicherlich sehenswerte Erlebnis nicht mehr zu Stande kam. Catweazle würde es garantiert auch noch heute zur Kultfigur schaffen und wäre definitiv für das eine oder andere Meme gut.

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Thema Ju(n)gen(d)serien: ich habe in letzter Zeit einige meiner Kindheits-TV-Erinnerungen nachgesehen, und die Recherche dann noch etwas ausgeweitet. Ich werde hier immer mal wieder davon berichten…

2 Gedanken zu „Ju(n)gen(d)serien: Catweazle“

  1. Latürnich kenn ich Catweazle noch. Im Deutschen heiß das überigens „Elektriktrick“. Sehr heiter. Ich will aber lieber nicht wissen, wie ich das heute fände, wenn ich das nochmal sähe.

    1. Das ist ja gerade das Interessante. 😉 Ich habe Catweazle als erstes genommen, weil ich finde, dass es am besten gealtert ist.

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