Blogawards: die vergessenen Kategorien

Ist doch schön, wenn man dabei ist, wie etwas ausgelöst wird. Und die blogawards haben etwas ausgelöst. O.K. vielleicht nicht ganz das, was man sich im vorherein hätte ausmalen können und wollen, aber immerhin. Und war ja auch ein ruhiges Jahr, da fehlte wohl einfach der wirklich polarisierende Grund, sich mal so richtig auf die Kommentarfunktion zu hauen und ein paar blaue Augen zu hinterlassen. Kampfgetümmel auf diversen Ameisenhügeln, so soll es sein.

Fragt man sich natürlich: “was wäre denn eigentlich passiert, wenn wir richtig ernst gemacht hätten?” Glücklicherweise ist ja die Ironieresistenz der sog. Blogosphäre planbar, sonst hätte man ggf. noch eine Menge mehr Ideen in Sachen “Awards” und derer Kategorien auf die unschuldige Bloggerschaft losgelassen. Aber dafür hat man ja auch irgendwie eine Jury (einen Beirat, ein Board of Advisory), um soetwas rechtzeitig zu verhindern.

Wie die Outtakes beim Fernsehen hier also einige Kategorien die es nicht in den Award geschafft haben, was ein Glück:

  • das beste Blog, das nur aus dem halbautomatischen Wiedergeben diverser relativ festgelegter RSS-Feeds besteht und keine Suchfunktion hat, weil man seine Artikel eh’ bei Google besser findet
    abgelehnt, weil zu wenig Konkurrenz
  • der heftigste Flamer 2003
    abgelehnt, weil vorherzusehen war, dass dieser Award nicht während der Nominierungsphase ausgespielt werden könnte, sondern erst danach
  • die piefigste Ansammlung von Deutschen die deutscher sind als die Deutschen sich selbst jemals zugestehen würden
    abgelehnt, weil mit denen will man sich ja nicht anlegen
  • das beste Business-Blog-Projekt des Jahres 2003, das funktioniert und Gewinne bringt oder zumindest in Aussicht stellt
    abgelehnt, weil gibt’s nicht
  • das beste Blog über Sex
    abgelehnt, weil keine Ahnung, was das sein soll (und wo?, Adressen bitte an mich 😉
  • der beste Artikel in einem Blog 2003
    abgelehnt, wer hätte den entdecken oder gar lesen können?
  • das beste Movable-Tpye-Standarddesign
    abgelehnt, weil die Konkurrenz zu klein gewesen wäre und irgendwie zu persönlich
  • die Weblogsoftware mit der übelsten Webseite seit Entdeckung des Bloggens und für alle Zeiten
    sorry, Patrick, aber…

Na das ist ja nochmal gut gegangen, denke ich. Übrigens wer nicht mehr nominiert sein möchte, der darf sich blacklisten lassen. Ich lösche das dann selbstpersönlich unter Aufsicht eines offiziellen Ziehungsbeamten und drei Notaren.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.