Filmabend

Heute ist Charlton Heston ja nur noch der Volltrottel der NRA, er hat allerdings auch schon bessere Tage erlebt. 1973 zum Beispiel, als er die Hauptrolle in Soylent Green spielte. Ein hervorragender Film, auch wenn der deutsche Titel Jahr 2022 – Die überleben wollen lautet. Habe ich ewig nicht gesehen. Bekommt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung.

Just listening

An Tagen wie diesen, wenn mich wirklich alles annervt, dann kann ich immer noch eine ganz bestimmte CD hören, die mir eine gute Freundin vor Zeiten zusammengestellt hat:

  • John Scofield & Pat Metheny – The Red One
  • Yellowjackets – Prayer For Peace
  • Dave Holland Quintett – The Balance
  • Micel Petrucciani – Looking Up
  • Bill Bruford’s Earthworks – Forget Me Not (Anm.: natürlich nicht!)
  • Pat Metheny & Dave Holland & Roy Haynes – Change Of Heart
  • »Meditations on Mingus«-Band – Purple Heart
  • John Scofield – Green Tea
  • Dusko Goykovich – NYC
  • Brad Mehldau – Moon River (live)
  • Brian Blade Fellowship – Evinrude-Fifty

Puh. Jetzt geht’s schon wieder besser.

Betriebsblindheit

Robert meint:

Unternehmer könnten das Internet wesentlich stärker nutzen, sich mit anderen Unternehmern zu vernetzen, Partnerschaften aufzubauen, Wissen sharen, Informationen und Tipps&Tricks austauschen. Man muß nicht immer nur daran denken, ob man als Unternehmer das Internet für direkte Umsatzsteigerungen im Kundenverkehr verwenden kann, und wenn nicht, wird es links liegen gelassen.

… und trifft mit seinem Artikel doch ziemlich ins Schwarze finde ich. Gerade der verquere Blick durch die dot-com-Blase hat viele »Entscheider« offensichtlich blind gemacht für die Vorteile, die das Netz jenseits des Directmarketing und Onlineshopping bietet.

Pie? Kuchen?

Ob nun RSS oder RSS, die so ähnlichen Akronyme lassen sich nur an den unterschiedlichen Versionsnummern unterscheiden (0.9* und 1.0 gegen 2.0) und auch dann erschließt sich dem nicht in XML denkenden Blogger nicht wirklich, welche Streitigkeiten und Animositäten da von der anderen Seite des großen Teiches zu uns herüberschwappen. Von außen betrachtet fällt einem unweigerlich ein, daß wohl die einen oder die anderen eh bloß »Spalter« im Sinne des Brian sind.

Brian: »Look. You’ve got it all wrong. You don’t need to follow me. You don’t need to follow anybody! You’ve got to think for yourselves. You’re all individuals!«
Followers: »Yes, we’re all individuals!«
Brian: »You’re all different!«
Followers: »Yes, we are all different!«
Dennis: »I’m not.«
The Life Of Brian

Tatsächlich ist der Streit der Formate, ob nun RDF oder nicht, ob nun Datumsformate nach Dublin Core (dc:date) oder nach RFC-822 und so weiter, wohl auf einem neuen Höhepunkt angekommen (zu Datumsformaten sehr ausführlich: Mark Pilgrim). Statt das man zusammen arbeitet, oder zumindest den jeweiligen Vertreter der »anderen Seite« in Ruhe gewähren läßt, schlagen die Wellen hoch. Über Dave Winers Bemerkungen, diverse Feeds (z.B. auch die von Movable Type standardmäßig erzeugten) seien »funky« hatte ich ja schoneinmal kurz berichtet, diese Diskussion jedenfalls scheint das Faß nun zum überlaufen gebracht zu haben. Und während sich in diversen Blogs und Mailinglisten noch lauthals um die »funkyness« von Feeds gestritten wird (nur zur Visualisierung: Don Park: Funkyness Illustrated), wie vor den Toren der bestreikten Betriebe im Osten Deutschlands wenn die Streikbrecher einfahren, hat sich eine Schar doch recht prominenter Blogger und Programmierer nun auf gemacht, einfach etwas ganz neues anzufangen, ein völlig neues Format zur »Blogsyndikation« zu entwickeln.

Tim Bray schreibt:

Too many versions, you say. Well, why don’t we get together and agree on how to merge them? Except for, the interested parties have a track record of inability to get along and work things out and make progress. To the extent that in some circles »RSS« has become a synonym for »Reliably Spiteful Squabbling.« Kofi Annan and the Dalai Lama might be able to achieve consensus, particularly if they could get Don Rumsfeld to credibly threaten peacemaking backup with the 3rd infantry, but life’s too short, I’m tired of it, unless we can get consensus without further argument by this time next week, it may be more cost-effective to start over.

Beginnend mit bzw. ausgehend von der Diskussion um die »Anatomie eines Weblogeintrags« (Sam Ruby: The Conceptual Model of a Log Entry) geht man nun wohl dazu über ein völlig neues Format zu entwerfen und zwar ganz von vorne oder eben »from the scratch«. Die Liste der Leute, die sich beteiligen wollen oder die Anstrengungen unterstützen wollen ist lang und voller »wohlklingender« Namen (es ist sogar jemand aus Deutschland dabei, nämlich Georg Bauer). Derzeitiger Arbeitstitel des Projektes ist »Pie« (ausnahmsweise mal kein Akronym) und es wird wohl wesentlich mehr hergeben, als ein »simples« Syndikationsformat, wie die Roadmap eindeutig ausweist:

  • Decide on the conceptual model of a log entry.
  • Decide on a syntax for this model.
  • Build a syndication format using this syntax.
  • Build an archiving format using this syntax.
  • Build a weblog editing protocol using this syntax

Natürlich will man aus »Fehlern« (sicherheitshalber mal in Anführungszeichen) lernen und dem neuen Format von Anfang an ein vernünftiges Fundament mitgeben, indem folgende Vorraussetzungen formuliert wurden: es soll 100% herstellerunabhängig sein, von allen implementiert werden (Blogsoftware, Readersoftware etc.), für jeden frei erweiterbar sein und sauber und gründlich spezifiziert werden. Und der lange Weg zur Standardzertifizierung wird wohl auch eingeschlagen werden.

Es kommt also etwas sehr interessantes auf die bloggende Welt zu, wahrscheinlich mehr als der Ende des Streits um RSS oder RSS. Hinreißend offensichtlich, so liest man bei Stefan Smalla:

I certainly try not to be over-enthusiastic about the revolutionary aspect of weblogs especially not on my own weblog, but it is very clear by now that weblogs are there to stay, have a growing importance both in business and with individuals, have backing by some serious people and corporations, and bring about new related applications and technologies (RSS being the most important and promising ones) that are truly going to have a serious impact in the very near future. And, even if coming in danger of sounding just too enthusiastic here: yes, it has just started.

Wow. Dann fällt die Steinigung ja vielleicht doch aus.

Stop! Stop, will you?! Stop that! Stop it! Now, look! No one is to stone anyone until I blow this whistle! Do you understand?! Even, and I want to make this absolutely clear, even if they do say ‘Jehovah’.
The Life Of Brian

Update: Seems like the name is going to be Echo

Wert(er)schöpfungskette

Welten prallen aufeinander:

Das finde ich interessant. Erstmals hab ich Werbung via Rss-Feed erhalten. Der vermeintliche Standard-Text ist ein Advertorial. Ich wünsche mir einen Filter für Rss-Feeds, die mir den Push derartiger Dinge verhinden. Dazu müßte wahrscheinlich ein neuer Namespace definiert werden und v.a. der Producer müßte sich daran halten.
Thomas N. Burg

… und natürlich …

Ich kenne verschiedene Anbieter, die entweder planen, ihre Feeds mit Werbung vollzukleistern oder den Service einzustellen bzw. inhaltlich so einzuschränken, dass der Besuch der Website für eine brauchbare Informationsgewinnung unumgänglich wird. Herr Burg: Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Filtern – und beim Versuch, Unternehmen Ihre Ansichten näher zu bringen!
Markus Stolpmann

Na dann kloppt Euch mal schön.

Wave goodbye

Bei Christians Label »Forte Records« kann man sich von einem der interessantesten Technomusiker unseres Landes verabschieden. Sorry, aber ich bin völlig perplex im Moment.