Telebörse (IX)

boerse logoEntgegen den Angaben, die mein BlogShares Plugin zur Zeit fälschlicherweise hier ausgibt, steht der Aktienwert des Couchblog keinesfalls bei 0$. Vielmehr kostet eine Aktie zur Zeit 0.65$, Tendenz immer noch steigend. Rund 900 Aktien sind noch erhältlich, also kann ich ein weiteres Mal nur empfehlen…

Das Portfolio der Couchblog Mutterfirma CEEMAG steht natürlich auch nicht bei 0$. IM GEGENTEIL! Wollte ich nur mal sagen.

−59

Backup Strategie

Ralle hat ein hervorragendes Tutorial mit dem Titel »Lebenshilfe: Backup-Strategie für das Weblog« zusammengestellt. Das ist so gut, das sollte sich jeder MySQL-Benutzer nicht nur ausdrucken (*g), sondern sich in dickem schwarzen Edding hinter die Ohren schreiben. Als gebranntes Kind scheut man ja bekanntlich das Feuer, deswegen mache ich regelmäßig Backups meiner Datenbank (auch wenn oder gerade weil ich das letzte Mal Schuld am Datenverlust war und nicht mein Lieblingsprovider (dessen Layout gerade Ausgang hat, schöne Grüsse, falls es jemand sieht ;-)), aber wie ich sehe, habe ich dabei noch nicht mal alles richtig gemacht. Uff.

Ich muss an dieser Stelle auch unbedingt nocheinmal den zwinkernden Bastian zitieren:

Backup ist nur ‘was für Mädchen!

Ist natürlich Quatsch. 😀

−60

Nippon Suicide

Auf NDR III läuft gerade »Die Japan Nacht«. Leider hält ndr.de ausnahmsweise keinen Link dazu bereit. Schlamperei.

Arbeitslosigkeit ist in Japan ein Thema, aber auch nicht. Wer arbeitslos ist, verliert sein Lebensaufgabe, vielleicht sogar den Sinn des Lebens. Die »Fibel des perfekten Selbstmord« steht in Nippon in der Bestsellerliste. Doch die japanische Gesellschaft hat keinen Platz für Arbeitslosikeit, Selbstzweifel und Verzweiflung. Das Problem wird gedeckelt. Immer mehr Obdachlose bevölkern des Nachts die U-Bahn-Stationen Tokios. Sie werden über nacht geduldet, solange sie am nächsten morgen verschwunden sind. Vor allem die Seelsorgedienste, die Telefonhotlines zur Suizidverhinderung unterhalten, erleben die Kausalitätskette Arbeitslosigkeit – Selbstmord Tag für Tag.

Das ganze Ausmaß der tragischen Entwicklung erfahren die Telefonseelsorger. »Ich möchte nicht mehr leben, seit ich meinen Job verloren habe«, bekannte ein Anrufer. »Meine Frau akzeptiert das und sagt, ich könne zu Hause im Bett eine Überdosis Schlaftabletten nehmen, wenn ich mich selbst umbringen möchte.« Sumiko Kitagawa steht vor allem kleinen Angestellten moralisch bei. Sie sind durch hohe Hausbaukredite und Bildungskosten für die Kinder oft hoffnungslos verschuldet und rechnen nun ihre Existenz gegen eine mögliche Lebensversicherung auf, mit der sich die Familie über Wasser halten könnte. Die Konfliktberaterin weist die Anrufer darauf hin, dass Japans Lebensversicherer angesichts der Rekordzahlen nicht mehr wie früher unproblematisch nach 12 Monaten, sondern erst nach zwei oder drei Jahren oder für Selbstmord überhaupt nicht mehr zahlen. »Ich sage ihnen aber vor allem, dass die Kinder einen Vater wollen und kein Geld.«
[Stuttgarter Zeitung 10.10.2002, zitiert hier.]

−61

Bechtel Group

The Bechtel Group awarded the first big Iraq Reconstruction Contract on thursday. Certainly there are several reasons that they’ve been chosen to rebuild infrastructure in Iraq. Bechtel has been involved in some of the world’s largest and most ambitious construction projects. The Hoover Dam, the first oil pipeline in Saudi Arabia, the Alaskan oil pipeline, and our first nuclear power plants; all constructed by the private corporation under contracts that have been secured through brilliant manipulation of personal connections. The group was involved in the building of 45 nuclear power-plants in 22 states. Recent Bechtel projects include decommissioning the Connecticut Yankee nuclear power plant, managing ExxonMobil’s Singapore Chemical Complex, building an oil pipeline in Mexico, the Meizhou Wan power plant in China, the Collahuasi copper project in Chile, Space Launch Complex in California, the Reliance oil refinery in India, the Ragian nickel and copper complex in Canada and the Boyne Island aluminum smelter in Australia. (Read more information regarding Bechtels involvement in nuclear and defensive building here).

The political relations of the Bechtel Group are known as »really good«. Relationsships between Bechtel chairmen and C.I.A. were discussed over years (and is obvious since 1953). Several well-known politicians (e.g. Caspar Weinberger) came from the Bechtel board, especially president Reagan had the whitehouse full with former Bechtel presidents and boardmembers. Certainly also father and son Bush have excellent contacts to the Bechtels and former Bechtel members work now for G.W. Bush. A DPB member, retired Marine Corps Gen. Jack Sheehan, is a senior vice president of Bechtel Group. Vice versa the former Secretary of State and chairman of the advisory board of the Committee for the Liberation of Iraq George Shultz is now a board member at Bechtel. Certainly Bechtel is one of the 66 corporations that have contributed at least $50,000 to both Bush and Gore. Read more interesting facts here

Bechtel seems to know the situations in the Iraqi-Area, i.e. they also took part in the reconstruction of Kuweit after the last Gulf War. And in fact, Bechtel is involved world-wide, they act like the United Fruit Company in former times, and for instance: Bechtel is asserting the right, granted through the IMF and World Bank, to take private control over municipal public water supplies in Bolivia, most controversially in Cochabamba, said Mark Dunlea, chair of the Green Party of New York State. Will Bechtel use its current connections and postwar influence to take over Iraqi resources?

We have all known thisw before, haven’t we? The Iraqi war goals were nor the weapons of mass destruction neither the liberation of the Iraq. The Bush administration don’t take effort to hide the facts, it was a war to start another era of american colonisation. A teamwork of the administration, the army and now the american industry to change the world.

A not so funny bonmot at the end: Maybe the army didn’t destroyed Bagdad enough, this could be a reason for the riots there, which maybe were initiated by the army.

−62

Und jetzt?

Faulenzen
Erholen
Rumhängen
In der Sonne liegen
Eier suchen schaukeln
Noch Fragen?

Playlist: Robert Palmer – Looking For Clues, Jona Lewis – Stop The Cavalery, Boomtown Rats – Banana Republic, Helen Schneider – Rock’n’Roll Gipsy, Visage – Fade To Grey, Joe Dolce – Shaddap You Face 😉

−65

Enzensberger: Kriegsgegner = Heuchler

NETZEITUNG: Enzensberger nennt Kriegsgegner »Heuchler«:

Immer wenn ein Gewaltherrscher stürzt oder stirbt, empfindet der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger eine »triumphale Freude«. So auch bei Saddam Hussein.

Triumphale Freude? Freunde, sicherlich, niemand mag Saddam, niemand der gegen den Krieg ist (zumindest hier) für Hussein, niemand würde eine derartige Diktatur unterstützen wollen. Aber triumphale Freunde? Den Triumph betonende Freude? Wo ist der Triumpf bei der Sache? Definitionsfrage. Wäre vielleicht ein Triumph gewesen, wenn man es geschafft hätte, Saddam ohne einen mittleren Massenmord vom Sockel zu stürzen. Ein Triumph wäre es vielleicht gewesen, wenn die Völker dieser Welt sich einig gewesen wären gegen Saddam. Oder wenn mit dem Sturz Saddams nicht die Aufstieg einer neuen diktatorischen Weltordnung einherginge. Wie man angesichts der Art wie der Krieg erzwungen, erlogen, herbeigeredt wurde triumphale Freude empfinden kann… ein Rätsel.

Darin verurteilt der Schriftsteller auch die »Heuchelei« vieler Kriegsgegner, die laut »Kein Blut für Öl!« riefen, zugleich aber nicht auf ihr Auto, ihre Heizung und ihre Ferienreise verzichten wollen. Er sei irritiert, heißt es weiter, dass »so viele Deutsche der Rhetorik des ‘Appeasement’ anhängen, ganz so, als hätten sie nie unter einem totalitären Regime gelebt«.

Die jetzige Entwicklung im Irak und die Rhetorik aus den USA beweisen, daß »kein Blut für Öl« die korrekt gewählte Parole war. Eine Parole ist immer gekürzt, platitüdenhaft und stark vereinfacht. Und doch trifft es den Kern, wenn wir jetzt zusehen, wie der Irak zum Selbstbedienungsladen der amerikanischen Wirtschaft umfunktioniert wird. Sein Auto stehen lassen? Ein bißchen lächerlich, nicht Herr Enzensberger?! Das ist so dumm, da muß man wohl mit Längerfristigkeit, erneuerbaren Energien etc. nicht anfangen. Oder das ein Benzinstreik sicher auch nicht viel gegen die Pläne G.W.Bush’ und seinen Freunden von der Energieversorgungsindustrie gebracht hätte.

Und gerade weil dieses Land zwei totalitäre Systeme kurz nacheinander erlebt hat, sind viele gegen diesen Krieg gewesen, da der Ersatz einer Diktatur durch die nächste, nicht der richtige Weg sein kann. Die amerikanische Demokratie hat jämmerlich versagt. Die Weltgemeinschaft hat versagt. Und Sie Herr Enzensberger nehmen dies triumphierend zur Kenntnis?

Related Links:
Enzensberger: Kurzvita
Goethe.de: Enzensberger Linksammlung
Kein Blut für Öl – Homepage
mehr auch bei: blog.mapu.de und Le Sofa Blogger

−66

Goggle

Gerald (Blog, neu, Greymatter, herzlich willkommen!!!) berichtet über merkwürdige Schreibfehler hinsichtlich des Suchbegriffs »Google«. Interessant auch, dass viele Leute in der AOL-Suche, web.de und Yahoo nach dem Begriff »Google« suchen, obwohl sie doch schon mit Google suchen (wie das die genannten Suchmaschinen nun mal eben machen). Seltsam.

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