1.) Marillion – Misplaced Childhood

marillion_misplaced_childhood.jpgWenn eine Platte mehrmals, oder in verschiedenen Formaten, in meiner Sammlung vorkommt, dann ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass mir die Scheibe ziemlich wichtig ist. Marillions ‘Misplaced Childhood’ besitze ich zweimal auf Vinyl und einmal als CD (plus zwei 12”). Eine wirklich wichtige Platte also, für mich jedenfalls.

Keine Ahnung wie ich an damals 1985 an Fish und seine Band geraten bin, wahrscheinlich durch die Hitsingle des Albums ‘Kayleigh’, die wirklich ein gutes Stückchen Mainstreampsychedelicrock darstellt, aber kaum die Kraft des Albums wiederspiegelt. Die These von der ‘deplazierten Kindheit’ mag mit meinem eigenen Gefühl der Deplaziertheit korrespondieren, die Traurigkeit jeder einzelnen Note mit dem überspielenden Lächeln und der Fish immer innenwohnenden Tragik vorgetragen mag ein Abbild meiner eigenen Gefühlswelt sein, darüber mögen sich die Psychoanalytiker Gedanken machen, jedenfalls habe ich sicher keine Platte so oft gehört wie diese. Ein Fakt der vielleicht wirklich tief blicken läßt.

Psychedelic Rock, Marillions Vorbilder waren ohne Zweifel die frühen Genesis und Pink Floyd, paart sich — speziell durch den damaligen Frontmann Fish — mit einer sehr gesunden Portion ‘Scottishness’, das waren Marillion bis zu dieser Scheibe. Aber anders als bei Script For A Jesters Tear (1983) und Fugazi (1984) war ‘Misplaced Childhood’ ausgegorener im Sound, perfekter in der Produktion, praktischer in der Handhabung möchte ich fast sagen. Während die beiden ersteren Platten — die ich ähnlich verehre — fast schon eine beängstigende Athmosphäre verbreiten, ist ‘Misplaced Childhood’ ebenso depressiv wie gradlinig. Perfekt.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.