Online Demo gg. TKÜV

Zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September wollen Online-Bürgerrechtsaktivisten im Internet gegen die kürzlich in Kraft getretene Änderung der Telekommunikationsüberwachungsverordnung und die geplante Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten demonstrieren. Anders als bei früheren Gelegenheiten wollen die Initiatoren dieser Online-Demonstration allerdings keine virtuelle Blockade einer Website durchführen. Unter dem Motto »we shall overload statt we shall overcome« soll ein Skript vielmehr »Datenmüll für die Überwachungsstellen« produzieren.

[Heise News-Ticker: Online-Demonstration gegen TKÜV und Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten]

Hintergrund: Nach den Anschlägen auf das WTC wurden weltweit und eben auch in Deutschland diverse Massnahmen zum ‘Kampf gegen den Terrorismus’ auch auf Internetebene ergriffen bzw. eingeleitet. Diese Massnahmen sind samt und sonders Schnellschüsse aus der Hüfte, die entweder unwirksam sind (weil sie umgehbar sind) oder den Datenschutz mit Füssen treten, wie z.B. die permanente Speicherung von Verbindungsdaten.

Ein Beispiel: die TKÜV sieht für die Überwachung von Auslandsdatenverkehr die Einrichtung von sog. Black Boxes durch den BND bei den Internetprovidern vor. Kein Mensch kann schlußendlich sagen, was damit dann alles überprüft und gespeichert wird, da dem BND sozusagen die Verfügungsgewalt über diese Einrichtungen überlassen ist. Auch ist eine Beantragung bei einem Richter (wie in anderen Fällen zwingend vorgeschrieben) nicht nötig. Zu guter Letzt geht die TKÜV völlig betriebsfremd immer noch davon aus, Verbindungen über das Netz wären Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und könnten als solche überwacht werden. [Quelle: ct 17/2002]

Warum die Aufregung? Ganz einfach: nicht nur die USA nutzen den sog. ‘Krieg gegen den Terror’ um einen weiteren Schritt in Richtung Überwachungsstaat zu machen. Dort ist das ganze noch propagandistisch verpackt, als Massnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Sicherheit des Staates. Ebenso wird in anderen Staaten verfahren, wohl auf den massiven Druck der USA hin, als auch als Ergreifung der Gelegenheit, seine Bürger mal so richtig auszuhorchen, woran vor allem diverse ‘Dienststellen’ offenbar grosses Interesse haben. Die Meinung diverser Datenschützer wird dabei völlig ignoriert.

Big Brother Is Watching You.

Ellen revisited

2698914_B_store.jpgEin regelrechter Ellen-Feiss-Boom ist in meiner ‘Schulklasse’ ausgebrochen. Ist schon lustig, ein Haufen Endzwanziger bis Mittfreißigerbei der Vergötterung eines bekifften amerikanischen Teenager zu beobachten. 😉
Um das Thema noch mal ein bisschen ‘zu visualisieren’:

ellen_button.gif

Feed Me Or Not Feed Me

Das ist ja mal wieder eine interessante Diskussion, die beim Schockwellenreiter, FarFeed und inzwischen auch bei den Blogroots abläuft. Ebenso hat Ralle seine Meinung dazu abgegeben.

Was ist da passiert? Die Seite Nuzee stellt diverse RSS-Feeds zur Verfügung, vereinigt unter einer gemeinsamen Oberfläche. Dabei werden die kompletten Feeds der betroffenen Blogs (außer dem Schockwellenreiter noch einige andere gute Bekannte, z.B. Dive Into Mark, Papa Scott, Le Sofa Blogger und einige mehr) ausgegeben. Jörg Kantel und John Farr fanden das nun wieder gar nicht lustig. Beide arbeiten mit den allseits bekannten Radio Userland, dessen Angewohnheit es zu sein scheint, die Blogartikel komplett mit Bildern und ganzem Text auszugeben. Somit wurde und wird auf Nuzee praktisch eine Kopie ihrer Blogs ausgegeben, wenn auch nicht in dem Design wie die Originalseite. Alles ohne Nachfragen, mit einem sehr kleinen Copyrighthinweis.

Hmmm. Ich überlege, ob mir das passen würde. Nun, mein RSS-Feed kommt natürlich nicht mit dem kompletten Text daher, sondern zeigt nur die Headlines und einen Textauszug des jeweiligen Artikel. Denn so habe ich das mit der Content-Syndication verstanden: man kann mit einem Newsreader (ich benutze übrigens Aggie) sich die neuesten Headlines auf die schnelle reinziehen und bei Interesse auf die Seite hüpfen und den Rest nachlesen. Vor allem in der Schule mache ich von dieser Möglichkeit regen Gebrauch, weil dort die Netzanbindung sooo lahm ist. Und es gibt ja auch noch einige andere Seiten, die von der News-Syndication leben (z.B. News Is Free oder Syndic8, um mal nur die Bekanntesten heranzuziehen). Natürlich werden auf diesen Seiten nicht die Komplettinhalte der Blogs ins Netz gestellt. Und man muss dazu sagen, dass z.B. Jörg Kantel seinen Feeds extrem schön formatiert hat, da macht schon das Lesen im Newsreader Spass.

Insofern stimmt es schon ein wenig, dass der Inhalt ein wenig geklaut wurde. Andererseits: mit dem XML-Button und der Aussage ‘Syndicate this site’ stellt man ja seine Inhalte nun mal in einer Form zur Verfügung, die eben genau so etwas herausfordert. Und wollen wir das nicht auch? Ist doch cool, wenn andere Seiten kostenlos Werbung für mein Blog machen. Und am Ende werden die Leute das Original doch wohl vorziehen, denn spätestens wenn man etwas kommentieren möchte, muss man zum Blog surfen und kommt mit dem Feed nicht mehr aus. Und irgendwie steckt bei mir soetwas wie eine ‘Open-Source-Idee’ für meine Gedanken dahinter. Wer meinen Quark hier ‘republishen’ möchte, na los, der soll’s tun.

Schade wäre, wenn nun ein Klima gegen die Content-Syndication entstünde, denn das wäre doch ziemlich kontraproduktiv. Gibt’s denn nicht einen Weg, Radio den Komplettfeed abzugewöhnen? Das wäre doch sicherlich einfacher, als nun auf die Hatz nach Seiten zu gehen, die unseren Content verwursten… finde ich.

Later: Jörg Kantel hat seinen RSS-Feed offensichtlich bereits angepasst. Stimmt nicht.