Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Jahresendvision 2010

Nico Brünjes am

Verdammte Axt am Weihnachtsbaum! Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende. Man passt kurz nicht auf, zack ist Weihnachten Chrismukkah. Und dann Silvester und schon ist alles vorbei. Halten wir kurz inne und schauen zurück, denn wie hat schon Ferris Bueller gesagt: Life moves pretty fast. If you don’t stop and look around once in a while, you could miss it. Verpassen wir also diesmal nichts und schauen zurück in das gute alte 2010, eh’ der Sekundenzeiger nach 2011 springt.

The Year of the Pad

2010 war das Jahr des iPads und damit wieder einmal das Jahr des Apple. Habe ich noch Anfang des Jahres mein Fanboytum zurückhalten müssen und gehofft, dass 2010 das Jahr des Tablets würde, kann ich Ende des Jahres ohne weiteres behaupten: es gibt keine wirkliche Alternative zum iPad, Apple beherrscht diesen selbstgeschaffenen Markt. Der Hype indes klingt langsam ab, es macht sich ein wenig Ernüchterung in jenen Chefetagen breit, wo man auf die Rettung des gedruckten Wortes durch Steve Jobs’ Wundermaschine geglaubt hatte, oder wo man heute noch glaubt, das Internet würde sich eh’ nicht durchsetzen. Eine Mitschuld an der Krise des Druckerzeugnisse-zu-iPad-Gedankens dürfte zweifelsohne der Megaflop des WeTab tragen, der die Hoffnung auf eine deutsche iPad-Alternative aber sowas von begrub…

Die allgegenwärte Fokussierung auf Apps ließ dem gemeinen Webentwickler dann aber glücklicherweise ein wenig Zeit, Vorstellungen davon zu entwickeln, wie man Webseiten auf das iPad bringt und wie diese auszusehen haben. Nicht alle Prehype-Ideen und -gedanken haben sich dabei bewahrheitet, aber letztendlich ist Apples Touchdevice auch kein Hexenwerk, wie sich nach intensiver Nutzungsphase deutlich herausstellte. Und schnell war man sich einig: die beste App auf dem iPad ist der Safari. Trotzdem, auch 2010 kam der Medienwandel, wie jedes Jahr.

I love my HTML5

Das zweite große Thema des Jahres war ein weiterer Hype, nämlich HTML5. Das war zwar auch schon 2009 Thema, aber 2010 konnte man mit AJAX keinen Stich mehr beim Buzzwordbingo machen, da diese Worthülse komplett durch HTML5 ersetzt wurde. Es gibt ja Leute, die fordern den HTML5-Begriff zu ersetzen durch »HTML canvas«, »HTML localStorage«, »HTML video« und so fort. Das ist sehr vorrauschauend, denn irgendwann wird uns der HTML5-Begriff natürlich auf die Füße fallen. Ich jedoch sage: who cares? Solange ich mit diesem Begriff modernes Webdevelopment mit standardkonformer Technik und slicken Seiteneffekten wie bspw. Barrierefreiheit unter die Leute bringen kann, will ich den Begriff hübsch (be)halten. ;)

Was kommt 2011

Und nun wird es Zeit in die Glaskugel zu schauen. Nachdem ich 2010 über Barrierefreiheit hauptsächlich nur gequatscht habe, wird es 2011 sicherlich wieder mehr um die praktischen Dinge gehen. Ich spüre jedenfalls Nachholbedarf. Desweiteren wird es sicherlich noch die eine oder andere HTML5-App geben, in der ich meine Finger drin habe. Ansonsten sehe ich auch 2011 wieder den Datenjournalismus weiter wachsen. Webdeveloper, die aus einem Haufen Daten eine ansehnliche Applikation stricken können, sind dabei natürlich ebenso gefragt. In dieser Richtung bewegt sich meiner Meinung nach auch das art directed blogging als die Blaupause für art directed articles. Mal sehen.

Ich wünsche nun allen Leserinnen und Lesern, die mir auch 2010 trotz mäßigen Outputs treu geblieben sind und natürlich allen die neu hinzugekommen sind, wieder frohe Ostern, nein, ein happy X-mas und einen besonders guten Rutsch nach 2011. Wo wir uns dann hier wiederlesen können. Zwischen den Jahren soll man übrigens nicht waschen, stattdessen… könnt’ ihr ja noch schnell für mich bei der t3n-Blog-des-Jahres-Suche stimmen, muss aber auch nicht…

Der Eisbär steht im Londoner Hyde Park, fotografiert von bortescristian unter CC Lizenz, mit dem speziellen Niedlichkeits- und Kuschelfaktor extra für _ben (Happy New Year, Alder!)

14 Kommentare

  1. Gelungener Rück- und Ausblick. Die Font gefällt mir auch. BlogDesJahresSuche hab ich leider schon für technikwürze gestimmt.
    Ich wünsch dir dasselbe für 2011 und ja nicht den Spaß am Proggen verlieren.

  2. Alder, Danke! Danke, für die Zeit zusammen und alles, alles Gute und davon nur das Beste für 2011!

  3. Schöner Bär, schöner Rückblick. 2011 dann im Zeichen des Pinguin :D

  4. Keine Zeit, das jetzt zu lesen. Nur schnell das coolste Articledesign des Jahres loben :)

  5. Ich möchte ein Eisbär sein, im kalten Polar!

  6. Ich würde ja gerne Deinen Rückblick lesen, aber mittelschwarz auf schwarz läßt sich leider nicht lesen. https://skitch.com/jensgrochtdreis/rg8pi/jahresendvision-2010-codecandies

    Ich werde wohl mal in meinem Feedreader schauen und ansonsten hoffen, daß das ein einmaliger Ausrutscher war.

  7. Möglicherweise ist die Schrift mit einem Gewicht von 100 auf einigen Systemen einfach zu dünn, bzw. wird nicht richtig gerendert?
    Ich bin mal auf 300 hochgegangen, denn Ausrutscher wollen wir ja nicht, großer Meister.

    BTW: die Fonts sind übrigens direkt aus dem Google Font Directory.

  8. Wär auch mein Kommentar geworden. Auf Windows Systemen war es kaum lesbar. Ein letzter Test sollte bei solchen Arbeiten immer auch mal ein Blick auf die vielleichte verhasste Windowsdarstellung sein. Trotz Apple Propaganda existieren halt doch noch mehr Windows-Nutzer.

  9. Chris, das ist äusserst langweilig.

  10. Mensch, Nico. Schöne Seite. Warum arbeitest du nochmal in Hamburg und ich in Hannover? Da stecken bisweilen zu viel Kilometer dazwischen. Sei es drum. Vielen Dank für den Rück- und Ausblick. Ich freue mich auf jeden Fall 2011 auf weitere Artikel und dann auch dem Kaffee in der glorreichen Kantine.

  11. Jetzt hab ich auch den Text gelesen. Und bin etwas über die Mitschuld des Wetab an den gescheiterten Printhoffnungen gestolpert. Wenn es nicht ironisch gemeint ist, dann versteh ich es nicht.

  12. Hab’ doch schon vor Tagen für dein Blog abgestimmt. Gibt es keine Fotos von echten Eisbären mehr? Fände ich kuschelniedlicher. Frohe Feiertage.

  13. Schöner Rück- und Ausblick. Kann ich vollständig unterschreiben. Insbesondere die Sache mit dem Datenjournalismus. Wobei bei diesem Thema natürlich eine Menge Hoffnung mitschwingt. Die Hoffnung, daß Journalisten endlich mal die Stärke des nicht mehr so neuen Mediums Internet begreifen und nutzen. Wär toll, wenn die mal nachdenken würden.

    Die Sache mit dem Schriftgewicht finde ich interessant. Warum nutzt Du das eigentlich? Ich weiss schon, warum ich nie ein Schriftgewicht nutze. Das muss die Schrift ja auch abbilden :-) Aber ich bin ja auch kein Typograph. Schöne Designidee. Jetzt, wo ich den Text auch lesen kann, gefällt sie mir umso mehr.

  14. @Thomas Bis zum verhunsten Start des WePad war man IMHO in einigen Verlagen noch der Meinung, nicht nur den Tabletcomputer als Print-Ersatz nutzen zu können, sondern auch noch mit dem WeTab Apple umgehen zu können. Feuchte Träume von Ahnungslosen…

    @Jens War das erste Mal, dass ich a) die Lato und b) das Google Font Directory genutzt habe. Klar dass da etwas schiefgehen musste. Warum die versch. Schriftgewichte? Es gibt einen ganzen Haufen Varianten dieser Schriftart und diese lassen sich durch den font-weight ansteuern… Das Font Directory liefert alle Schriftschnitte unter einem Namen aus, so:

    @font-face {
    font-family: 'Lato';
    font-style: normal;
    font-weight: 400;
    src: local('Lato Regular'), local('Lato-Regular'), url('http://themes.googleusercontent.com/font?kit=v0SdcGFAl2aezM9Vq_aFTQ') format('truetype');
    }
    @font-face {
    font-family: 'Lato';
    font-style: normal;
    font-weight: 100;
    src: local('Lato Hairline'), local('Lato-Hairline'), url('http://themes.googleusercontent.com/font?kit=zJY4gsxBiSo5L7tNutxFNg') format('truetype');
    }

    Wenn ich also font-family: Lato; font-weight: 400; verwende, bekommt man “Lato Regular”, bei font-family: Lato; font-weight: 100; wird “Lato Hairline” geliefert. Nur dass die in hell-auf-dunkel unter Windows und Linux wohl einfach zu hairline ist. Lag als weniger an der font-weight, als an der Schrift selbst.