Tabletmarkt: Vielversprechen(d)

In vielen Diskussionen die ich in letzter Zeit zum Thema Tablets führen musste, lief immer alles auf den Vergleich iPad bzw. iPad2 versus Motorola Xoom hinaus. Das Android 3 (Honeycomb) Tablet aus dem Hause Motorola ist der große Hoffnungsträger derjenigen, die sich ein Tablet mit USB-Anschluss und Flash-Unterstützung wünschen.

Ars Technicas Review des Xoom fiel nun jedoch eher vernichtend aus. Während die Möglichkeiten und die neue Oberfläche durchaus positiv auffielen, kommt Tester Ryan Paul in seiner Zusammenfassung jeodch zu einer vernichtenden Kritik, die ich hier im Auszug zitieren möchte:

The [Motorola Xoom] has an extraordinary set of features, but the best are simply not available at launch. While I was testing the device and studying the documentation, I was confronted repeatedly with disclaimers which explained that various features will arrive later in updates. There are so many of these disclaimers that it soon became absurd. The device, in its current state, is like a parade of promising placeholders.

The Xoom’s assortment of absent features will likely all be available this Summer, but the launch configuration feels like a beta release. Consumers who buy it today will have to send it back in for a week at some point before they can get the complete product. I think bringing it to market in this condition was a pretty dubious move.

As a reviewer, I’m finding it particularly hard to evaluate the Xoom. When I test beta hardware or software, I tend to give the manufacturer or developer the benefit of the doubt and focus on the product’s potential. I’m tempted to approach the Xoom from that perspective, but I just can’t rationalize that kind of leniency for a product that has been officially released and is selling for $800.

Und so weiter. Dem Xoom fehlen zum Start nicht nur das versprochenen Adobe Flash, sondern es wird beispielsweise auch mit einem funktionslosen Kartenslot ausgeliefert.

Natürlich werden die vorher hochgelobten Features nachgeliefert und wenn man das Gerät ab April auch in Deutschland bekommen kann, sind vielleicht auch schon ein paar weitere Features umgesetzt, vielleicht. Das Motorola Xoom ist natürlich kein WeTab. Trotzdem empfinde ich die Taktik, pre launch die tollsten Sachen zu versprechen und sie dann post launch umzusetzen mehr als fragwürdig. Das hinterlässt einen schlechten Geschmack im Mundraum, vor allem wenn man daran denkt, wie man sich in Diskussionen immer wieder mit diesen Features auseinandersetzen muss. Ein trauriges Bild für die Android-Gemeinde.

Richtig auf den Sack geht mir allerdings, dass der auf Google Chrome basierende Browser des Xooms, vor allem was die fortgeschrittenen HTML5- und CSS3-Features angeht not ready for prime-time, even for HTML4 ist. Da muss Google dringends Abhilfe schaffen, allein um den eigenen Versprechen in Sachen HTML5 nachzukommen. Ein Tablet mit einem abstürzenden und ruckelnden Browser ist, maßgebliche Verbreitung vorrausgesetzt, ein Problem für die Idee Webapps und das kann kaum im Sinne der Androidentwickler sein.

Fazit: Leute… wenn ihr jetzt ein Tablet kaufen wollt, kauft euch ein iPad2. Und wenn ihr ein Gerät mit Adobe Flash und USB-Anschluss etc. haben wollt, dann kauft euch ein Netbook.