iPad: Retter der Witwen und Waisen?

Da platzt mir der Kragen.

Auch bei Wired glaubt man, mit dem iPad und anderen Tablet PCs nun die Verlagskrise überwinden zu können.

Leute, das Video trägt den Titel: »Wired Magazine Goes Digital«. Das ist lustig, wo ich es doch gerade auf der höchst digitalisierten Website von Wired ansehe. Aber jetzt, jetzt werden sie richtig digital:

This is what we’re waiting for for 15 years! We’ve been waiting for an opportunity to use all these visual tools [..] to tell these stories in a way that is effcient, that is multidimensional.

Chris Anderson, Editor in Chief, WIRED

Dabei ist alles was wir in der App sehen:

  • PDFs der Artikelstartseiten horizontal aneinandergereiht
  • PDFs der Artikelseiten vertikal darunter gruppiert
  • Animationen einzelner Elemente auf den Seiten (Wired verzichtet hierbei übrigens aufs Umbättern, aber das wird man auch noch zu Genüge finden)
  • 360° Animationen (Quicktime VR?)
  • Alles das auch gleichzeitig in nur ungenügend gekennzeichneter Werbung
  • bei Facebook empfehlen (darf in keiner App und keinem Werbevideo fehlen, schnarch)
  • Videos

Das ist nichts, was man nicht auch auf einer Website machen kann. Das nun die Leute dafür bezahlen werden, eine steile These. Man bedenke die zusätzlichen Produktionskosten, für 360°-Fotografien, Videodrehs, zusätzliche Aufbereitung. Exorbitant höhere Kosten, als für den Druck einer Zeitung oder das Erstellen einer Website. Und das kommt wieder rein? Durch Werbung? Die Werbekunden übertragen wir gleich mit auf das Tablet? Was sind die bereit, dafür zu zahlen?