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Im user generated Club

Im user generated Club

Clubathmo am Bildschirm: turntable.fm bietet Hör- und DJ-Erlebnis…

Kein Webstartup hat mich in den Jahren seit Twitter so gefangen genommen wie turntable.fm (ttfm). Anders als bei Twitter allerdings, man hat in den Jahren ja ein wenig Erfahrung hinzugewonnen, hat mich ttfm sofort komplett geflasht. Ehrlich gesagt, ich kann gar nicht aufhören, mich im user generated club herumzutreiben. Hier ein Insiderbericht.

In der Lobby des Clubs gleich die Qual der Wahl, in einer langen Liste sind Räume aufgeführt, die eine Minestanzahl an DJs und/oder Zuhörern bieten. Andere erreicht man über die Suchfunktion, jenseits der aufgelistetem herrscht in den Räumen aber oft karge Einsamkeit. Um einen Raum mit Musik zu füllen braucht man erstaunlicherweise zwei DJs, statt einem DJ plus Zuhörer. Dies ist eine der Einschränkungen denen ttfm folgt, in der Hoffnung als nicht interaktives Webradio(http://allthingsd.com/20110621/turntable-fm-really-is-awesome-is-it-legal/) durchzugehen.

Es gibt einige Räume, in denen ist definitiv immer etwas los, praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Rund um die Uhr wird irgendwo auf dieser Erde gecodet und darum läuft auch Coding Soundtrack rund um die Uhr. Außerdem sehr beliebt Ambient Chillout & TripHop. In diesen Räumen sind, wie in allen beliebten Räumen, meist alle fünf DJ-Pulte belegt.

Das stellt den Möchtegern-DJ leider etwas vor Probleme. Wer auflegen möchte, muss sich auf Wartezeit einstellen, so zwischen 10 Minuten und drei Stunden. Da freiwerdende Plätze natürlich schnell wieder belegt sind, ist man gezwungen praktisch die ganze Zeit live dabei zu sein, lässt man die Musik in einem Browsertab mitlaufen und beschäftigt sich zwischen mit anderen Dingen (Coden bspw.?), hat in Räumen mit viel Publikum wenig Chancen, ans Pult zu kommen. Aber nur in diesen Räumen locken die großen Punktezahlen.

Das Punktesystem ist dabei genauso grandios wie simpel. Die crowd kann während eines Songs durch Klicken auf die Schaltfläche awesome Zuspruch verteilen, oder eben mit lame zeigen, dass die Musik nicht gefällt. Dabei fällt auf, dass in Räumen, die musikthematisch gebunden sind, teilweise sehr auf die Einhaltung der Regeln durch offensives lamen von Songs geachtet wird. Die Punkte haben auch einen Sinn, außer dass man mit seinen Kudos angeben kann, entwickelt sich der Avatar anhand der Punktzahlen, Lanzzeitbetadeejays sind bspw. leicht als Gorillas zu erkennen…

Bei alledem wird über die Musik und alle zusammenhängenden Dinge natürlich permanent gechattet, schließlich müssen alle die gerne in absehbarer Zeit auflegen wollen, im Raum rumhängen und das Fenster offen halten. Kündigt einer der Aufleger dann an, demnächst das Pult zu räumen, gilt es per winterolympicsmäßigen Klicken Zugriff auf den freien Platz zu erringen. Das ist albern, aber das ist das DJing in einem richtigen Club eigentlich auch, also alles sehr realistisch.

Was die (bis zu) fünf DJs da machen, haben wir früher Ping-Pong genannt und es war eine schöne Beschäftigung für die Party nach der Party. Und so fühlt sich ttfm auch wirklich an, jedenfalls wenn man sich wie ich oft in den Ambient Chillout und Trip Hop Räumen aufhält: lebenslang afterhours. Cool!

Wie es sich für eine echte Betaphase gehört, gibt es natürlich auch ein paar Bugs. Mal funktioniert die Suche nicht, mal dreht der Wechselprozess völlig aus dem Häuschen und jeder DJ kann genau einen Takt spielen, mal verschwinden DJs bzw. deren Avatare einfach. Das trübt den Spaß aber nur selten, ist vielmehr Anlass für weitere Chats. Wenn ttfm das auch noch in den Griff bekommt und nicht von der Musikindustrie platt gemacht wird (Update: eben geschrieben, schon passiert: turntable.fm ist ab sofort nur noch in den USA zu erreichen!), dann sollte sich ttfm mit genug Serverpower eindecken, denn dann wird der Post-Beta-Ansturm riesig werden. Mit Recht.

humans.txt

humans.txt

humans.txt (via Cameron Moll) ist eine Initiative, die Menschen hinter Webseite identifizierbar zu machen. Aufgelistet werden die Daten im Textformat und im <head/> verlinkt.

[html]
<link type="text/plain" rel="author" href="http://domain/humans.txt" />
[/html]

Gute Idee, wie ich finden muss. Dann kann man auch mal die Leute auflisten, von denen man sonst nicht soviel mitbekommt. Hier eine Beispieldatei. Da kann ich mir schon einen schönen Crawler vorstellen…

Einer hält den Spaten und zwei schauen ihm beim Halten zu

Einer hält den Spaten und zwei schauen ihm beim Halten zu

Das ist ja eine dolle Sache, nun kann der geneigte Facebooknutzer, zumindest wenn er die Funktionalität in den Sicherheitseinstellungen findet, die komplette Facebooknutzung nun auf https, also eine SSL-verschlüsselte Verbindung umstellen. Das ist ein toller Service, denn ohne diese Umstellung kann man zum Beispiel bei der Nutzung im WLAN schnell seines Passwortes beraubt werden.

Wie Thomas Knüwer zu berichten weiss führt das aber zu einem kleinen Problem mit zahllosen Anwendungen die unter dem Dach von Facebook laufen: sie sind ohne sichere Verbindung gebaut und so nicht mehr zu erreichen. So wird man denn beim Aufruf einer solchen Seite gefragt: Zurück zur regulären Verbindung? Zum Glück hat meine Mutter keinen Facebookaccount, die würde das möglicherweise nicht verstehen, was das doofe Ding jetzt von ihr will, wo doch gerade ihr Sohn für Sicherheit beim Facebookerlebnis gesorgt hat, hat er jedenfalls gesagt, aber vielleicht ist dem auch nicht zu trauen… also zusammengefasst: was für ein Scheiss!

Herr Knüwer zieht übrigens meines Erachtens nach den völlig richtigen Schluss, dass man nun zu der Einsicht kommen müsse, dass isolierte, schnell umgesetzte und im Rahmen eines singulären Auftrages Facebookapplikationen das Grundfalsche wären, sondern dass man für solche social media-Aufträge vielmehr längerfristige Verträge machen müsse, damit auch Weiterentwicklung, Anpassungen und Updates mit drin sind.

Solche Kollisionen wird es immer geben. Und deshalb ist Social Media nicht kostenlos und kein langer, ruhiger Fluss. Es ist ein Garten, der sich ständig verändert. Und deshalb einen ewigen Gärtner braucht.

Blöderweise trifft das so auf ziemlich jede Software, Website, Applikation zu, die man auf welche Art auch immer an den Endkunden bringt. Es müssen Sicherheitsupdates gemacht werden, Adressen geändert, Emails weitergeleitet, Content gemanaged werden und nicht erst seit gestern. Das hat mit social media (sm) wenig zu tun, eher mit Softwareentwicklung. Wer das nicht weiss, der hat tatsächlich im Business world wide web nichts zu suchen. Wer die Erkenntnis daran seinen Kunden als neu und irgendwie mit sm in Zusammenhang stehend verkaufen kann, muss wohl ein social media berater sein. Und die haltens eben analog zur alten Tiefbauweisheit (oder dem Song von Element of Crime) einer hält den Spaten und zwei schauen ihm beim Halten zu: einer entdeckt etwas Offensichtliches, drei helfen applaudieren, zwei verdienen daran, einer schaut in die Röhre.

Die Wahrheit ist übrigens: Facebook ist wie Second Life, wenn der Hype geklappt hätte.

Facebook adé

Facebook adé

Mein Arbeitskollege am Tisch gegenüber sagt immer: »Facebook ist nunmal dort, wo der Mob abgeht«, da müsste man dabei sein. Und tatsächlich, als heute eine fette Sicherheitslücke enttarnt wurde, da ging es schon ab. Oder gestern, als bei uns im Büro ein Facebook-Wurm von Leuten verteilt wurde, die es eigentlich besser wissen müssten: ja, da war die Freude groß. Ich bin zum Glück seit ein paarMonaten nicht mehr dabei—bei Facebook meine ich—und der Mob fehlt mir so gar nicht.

Ich habe mein Profil derzeit (wohlgemerkt) deaktiviert, bevor man es löschen kann, muss man John Locke Marc Zuckerberg anrufen und um Erlaubnis bitten. Ich hatte vor ein paar Wochen einfach das Gefühl, das nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Ich bin kein Emailausdrucker oder Offliner, aber ich hatte einfach keine Lust mehr Zeit darin zu investieren, meine Profildaten auf Facebook abzusichern. Als ich zum ersten Mal in einem Foto gekennzeichnet wurde, habe ich den Account entnervt, aber auch ein wenig unsicher, ob die Entscheidung richtig ist, dicht gemacht. Vielleicht merkt man mir die Vierzig jetzt auch an, aber das ist und war nie meine Welt. Zumal die Behauptung, alle wären bei Facebook, ja auch nicht stimmt – wenn man Kontakt zu Freunden halten will, dann muss man eh‘ in mind. vier Communities aktiv sein. Und dann fehlt trotzdem immer eine. Wie sich jedoch die Dinge seit der Facebook-Entwicklerkonferenz entwickeln, ist wirklich erstaunlich und zeigt: ich habe mich richtig entschieden.

A lot of companies would be trapped by the conventions and their legacies of what they’ve built, doing a privacy change – doing a privacy change for 350 million users is not the kind of thing that a lot of companies would do. But we viewed that as a really important thing, to always keep a beginner’s mind and what would we do if we were starting the company now and we decided that these would be the social norms now and we just went for it.

Marc Zuckerberg

Während die ganze Welt auf Google schaut, das bei Licht betrachtet nur Informationen sammelt, die sowieso schon im Netz erhältlich sind, hat es sich Facebook zur Aufgabe gemacht, Informationen über Menschen zunächst zu generieren und zugänglich zu machen. Ich selbst habe in Diskussionen schon einhundert Mal gesagt: Jeder ist selbst dafür verantwortlich, welche Information über sich selbst er verrät!, aber im Falle von Facebook scheint dieses Gesetz nicht zu gelten. Denn: Facebook verschleiert konsequent, welche Informationen, wem zugänglich gemacht werden. Oder es flutet den Nutzer mit Einstellungsmöglichkeiten, Popupfenstern und immer wieder geänderten Voreinstellungen, so dass man zwangsweise jeden Überblick verlieren muss. Facebooks Bestreben ist, soviel wie möglich an Informationen aus den Leuten rauszukitzeln und mit dem erlangten Wissen dann Geld zu verdienen.

Die Privatsphäreregeln von Facebook wurden dazu in den letzten Jahren immer wieder immer weiter gelockert. Jeder kann ja mal für sich selbst überprüfen, ob er gerade weiss, welche Informationen er wem bei Facebook zugänglich gemacht hat. Jeder der jetzt sofort sagt: ich mache niemanden Informationen über mich sichtbar, ausser meinen Freunden, da bin ich mir ganz sicher, der möge diese Aussage jetzt direkt mal überprüfen. Und wie lange dauert diese Überprüfung? Ja!, auch alle Facebook-Anwendungen checken. Und wie lange hat es gedauert, diese vermeintlich sicheren Einstellungen hinzubekommen? Wie oft schon wurde man aufgefordert, die getroffenen Regeln neu anzupassen? Und, schätzt doch mal selbst: wieviele von unseren Facebook-Freunden haben sich diese Mühe gegeben?

We share your information with third parties when we believe the sharing is permitted by you, reasonably necessary to offer our services, or when legally required to do so.

Gestern war ich Zeuge, wie gut informierte, mit Programmierkenntnissen ausgestattete und social-media-mäßig mit allen Wassern gewaschene Kollegen, sich von einem Facebook-Wurm dazu verführen liessen Javascriptcode von einer Facebook-Seite in die URL-Zeile zu kopieren und abzuschicken, womit sie natürlich den Wurm an x neue Leute verteilten. Medien- und facebookkompetenz scheinen nicht wirklich in Zusammenhang zu stehen! Dass man seinen Freunden bis heute nachmittag beim Chatten zusehen konnte… wer hätte es gedacht? Oder kann man ahnen, dass eine mit abertausenden Funktionen ausgestattete Website Bugs enthält?

Nun kann man sich schon einmal fragen: sind meine Daten bei einem solchen Unternehmen gut aufgehoben? Ich würde das verneinen, jedenfalls was die Daten angeht, mit denen das Facebooknetzwerk am Laufen gehalten wird. Viel schlimmer ist jedoch, das Facebook die Daten dann auch noch fröhlich weitergibt (ja, richtig: wenn man es zulässt). Und zwar an kleine Klitschen genauso, wie an den Meistbietenden, der sich dann trusted partner nennen darf. Wer da wem vertraut und worin, bleibt ungewiss. Das neue Instant Personalization (umgehende Personalisierung, auf der deutschen Site), womit man seine Daten den Websites von vertrauten Partner seine Daten schon vor dem Einloggen verrät, wurde nach lauten Protesten zumindest in Deutschland und anderen europäischen Ländern als Standardeinstellung wieder deaktiviert. Bis zur nächsten AGB-Änderung: Bitte überprüfen Sie Ihre Privatsphäreeinstellungen.

Facebook adé.

SELFHTML nun als Wiki

SELFHTML nun als Wiki

Gefühlte fünf (Internet-)Jahre zu spät wird das gute alte SELFHTML endlich auf ein Wiki umgestellt. Dieses ist nun unter http://wiki.selfhtml.org/ zu erreichen. Natürlich werden neue – und vor allem begeisterte – Autoren gesucht. Wie eine Umfrage unter meinen dreiundzwanzig regelmäßigen Mitleserinnen und Mitlesern ergeben hat, haben sie alle von SELFHTML mindestens schon einmal profitiert, deshalb sollten auch alle mal eben hier auf der Mitmachen-Seite vorbeischauen und dann einen Artikel abliefern. Es ist noch Platz im Bereich HTML5 und Javascript…

jQuery und der Rock’n’Roll

jQuery und der Rock’n’Roll

John Resig zwitscherte es heute morgen in die Welt hinaus: jQuery wurde tutto completto neugestaltet und es rockt!

Der staubige Mief von Geek-Library ist einer drastisch aufgemachten Ansprache gewichen: »Be a javascript rock star«. Das ist schon deutlich: kein Voodoo, kein Zen: Rock’n’Roll soll es sein, wir sind also nicht die leisen,dezenten, bebrillten Coder aus dem Computerraum, sondern die frechen, lauten und musikalischen bad boys aus dem Übungskeller. Oder so. Die Message kommt jedenfalls gut rüber.

Daneben muss man unbedingt das neue Logo hervorheben, das, wie ich finden muss, außerordentlich gut gelungen ist. Alles drin: Dynamik, Rock’n’Roll und sogar die drei »Türme-von-Hanoi«-Scheiben, die man vom alten jQuery-Logo kennt.

Kürzlich als Lesezeichen gesetzt…

Kürzlich als Lesezeichen gesetzt…

Trotzdem ich ja praktisch always on bin, schiebe ich ja immer noch Lesezeichen in einen stackartigen Teil der Browserbookmarkverwaltung. FF3 macht einem das aber auch zu einfach. Hinterher muss man dann sehen, wie man das aufräumt…