incrementalists oder completionists

Managing Tech schreibt über die zwei vorherrschenden Entwicklerarten: incrementalists und completionists, eine Klassifizierung, die sehr interessant und einleuchtend klingt.

Demnach kommen in freier Wildbahn genau diese zwei Arten Entwickler vor. Während der Incrementalists eher für das schnelle Zupacken, das schnelle Lösen für Probleme ist (»Notfalls wird ein Pflaster über das Loch geklebt, wenn gerade kein Mörtel da ist.«) bekannt ist – wohl mit allen Folgen – steht der Completionists eher für das lange, analytische und strukturierte Nachdenken bevor er ans Werk geht.

Richtig erkannt: für ein gutes Projekt kann man beide Typen gut gebrauchen, ja muss eigentlich sogar beide im Boot haben:

Ich denke insbesondere am Anfang ist die Phase der Completionists. Ruhig über das Gesamte nachdenken, sich auf ein generalisiertes Vorgehen einigen, Strukturen besprechen. Irgendwann (wenn der release date näher kommt) muss es dann aber schnell gehen. Dann rücken eher die Incrementalists in den Vordergrund und die Completionists müssen leiden, weil dann einfach mal gebaut wird.

Dämlicherweise läuft die Welt nicht immer so. Eigentlich nie. Zunächsteinmal ist es von geradezu unausweichlicher Wichtigkeit, wie incrementalists und completionists über die Hierachie verteilt sind. Ganze Abteilungen können völlig gelähmt oder schlichterdings unzuverlässig sein, wenn der leitende Entwickler bspw. eher incrementalistische Typ ist und seine Leute von einer halben Problemlösung zur nächsten hetzt. Ebenso umgekehrt. Ähnliche Effekte treten natürlich auch in Projekten auf, je nach Struktur und Größe. Idealerweise sollte ein Entwickler eh beide Eigenschaften in sich vereinen (und an der Persönlichkeitsspaltung eingehen?), aber in dem Fall wird er vielleicht Manager… 😉

Spionage?

Ich habe sie bis heute noch nicht gefunden, aber ich bin überzeugt, dass die Herausgeber von A List Apart irgendwo in unserem Büro eine Kamera versteckt haben, mindestens aber Wanzen! Wie kann es anders zustande kommen, dass man dort pünktlich zum »Meeting-Dienstag« passende Artikel ins Netz stellt? Na, wie? Staying Motivated und Design by Metaphor. Ersteren Artikel finde ich übrigens ein wenig gruselig. Ich finde es immer gefährlich, wenn man über X Wege redet, sich selbst bei der Arbeit zu halten, aber den einfachsten Weg zur Motivation auslässt: das Salär. 😉

Mit Lineal und Power-Point

Über einen solch hervorragenden Text wie “Mit dem Lineal am Monitor” von Nils Pooker (aus dem benachbarten Preetz, SH) kann man sich wirklich nur freuen. Er zeigt hervorragend, welche Erfahrungen man als Webdesigner/-developer mit Kunden machen kann und hat vor allem ein halbes Buch an guten Lösungen und Hinweisen parat, wie man es richtig macht. Da kann man schon einiges lernen. Danke.

Vergessen Sie nicht das, was man als Webdesigner oft vergisst: Schreibblock, Kugelschreiber und Farbstifte. Das Lineal hat ja schon der Kunde…

Die 90-9-1-Regel

  • 90% der Kollegen sind der Ansicht das Projekt XY eine gute Idee sei.
  • 9% sind der Ansicht, dass man doch einfach nur die Daten von AB mit den Funktionen von GH kombinieren müsse, dann wäre XY auch schon fertig und das das nicht lange dauern kann.
  • 1% hat eine Ahnung, worum es in XY eigentlich geht.

Frei nach Bruder Jacob.

Just try harder, Dilbert!

Burn out?!

Wenn man das Gefühl hat, seine Vorgesetzten seien hinter einem her, es ist mehr Arbeit da, als man jemals bewältigen kann, man keine Zeit bekommt, seine Aufgaben ordentlich zu erledigen, die Lust am Aufstehen verliert und auch keine rechte Lust zur Nahrungsaufnahme mehr verspürt, kann das daran liegen, dass man für einen großen deutschen Verlag arbeitet oder es kündigt sich das gefürchtete Burnout-Syndrom an. Das kann man in einem Test [via] schnell überprüfen. Dann aber bitte wieder fix zurück an die Arbeit, meine Herren! 😉

Let’s work together

In stressigen Phasen kann es leicht mal zu Unstimmigkeiten in großen Teams kommen, beispielweise, wenn nicht alle Teammitglieder am gleichen Ort arbeiten. Durch die ausschliessliche Kommunikation via Telefon, Email und bspw. Jabber kochen die Emotionen schnell hoch und manchmal bricht sogar offener Streit aus. Sitzt der Kollege oder die Kollegin nur zwei Büroräume weiter, kann man sowas ja leicht beim Essen in der Kantine klären, wenn man möchte. Zuweilen erlebt man aber trotzdem einen »breakdown in communication« (sic!, Pinter), oder man hat Probleme mit Kollegen, die einfach weit weg oder sonstwie für persönliche Gespräche nicht greifbar sind. Soll vorkommen.

Bei Web Worker Daily kümmert sich gerade Judi Sohn um ein ähnliches Szenario und bietet ganz hervorragende Lösungswege an:

Start that email letting your colleague know exactly how miserable they’re making your life…but don’t hit send when you’re done. Walk away. Do something else. Relax. Get yourself to think clearly about the goals of the project, and the project only. Then come back and go line by line through your email and eliminate any words or sentences that don’t explicitly move the project forward. Make every word count, and keep it on the business.

Deeskalation galore. Interessant finde ich den Ansatz zum einen, weil er so schön ergebnisorientiert ist und zum anderen, weil er der typischen Situation: »Projekt kurz vor Abschluss oder Absturz, Stress, schnell kommunizieren, blitzschnell sarkastische und vergrätzte Mail zurückschreiben« so wunderbar zugegen läuft. Aufstehen, Weggehen, genau das entgegengesetzte machen. Und es geht interessant weiter: mit einem Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, denn ich persönlich könnte wirklich ausrasten… also gut, mir geht der Hut hoch, wenn eine Antwortmail aus einem Thread mit einem Mal an den Papst, seine Kinder und deren Vertreter weitergmailt wird, einfach um Druck zu machen:

Use bcc and cc carefully. When we’re frustrated with a colleague, and a project is on the line, we have a natural tendency to move into “CYA” mode by cc’ing and bcc’ing managing staff or other “oh, now you’re gonna get it” folks. Once you bring a third party into your dispute, there’s no turning back.