Unkapitalismus vs. Globalisierung

Benjamin strickt weiter an sein Theorie, dass das Netz unkapitalistisch sei. Obwohl ich glaube, dass hier einfach nur eine Verwechslung vorliegt – allein weil sich der Content an sich nicht monetarisieren lässt heisst das ja nicht, das Netz sei per se unkapitalistisch – wünschte ich mir doch, der Unkapitalismus würde sich beizeiten mal die Bahn brechen. Außerhalb des Netzes ist jedoch das krasse Gegenteil der Fall: die ungebremste Globalisierung, also der zombiefizierte Kapitalismus, zeigt sein Zähne – und wir tun noch überrascht. So ist der Lauf der Dinge: erst Schwerter zu Pflugscharen, dann Mais zu Bio-Sprit und dann eure Armut zu unserem Reichtum.

Maps, mal so, mal so

Nun ist es schon wieder ein wenig ruhiger geworden, um Tibet, um die Olympia-Diskussion, um China. Wer schnell ist im vergessen, kann sich ja wieder ganz und gar mit Olympia befassen: der tradiotionelle Fackellauf ist im vollen Gange und Google bietet uns eine interaktive Karte dazu an, die man auch in seine Webseiten integrieren kann. Die Karte zeigt wo die Fackel gerade ist und gibt Auskunft über den Ort des Geschehens. [via Google LAtLong].

Auf das nicht so schnelle vergessen spezialisiert ist das United States Holocaust Memorial Museeum, logisch. Dort macht man auch etwas mit Google Maps/Earth, nachgerade das genaue Gegenteil: World Is Wittness zeigt uns die weltweiten Orte der tagtäglichen Genozide dieser Welt. [via Ogle Earth]

World is Witness […] enables citizens to bear witness to threats of genocide and related crimes against humanity, using the web and Google Earth. Through updates from at-risk areas, see for yourself what is happening on the ground, who is being targeted, and what courageous people around the world are doing to respond.

Online-Durchsuchung genehmigt

Hohe Hürden für Online-Durchsuchung titelt man hier im Hause, bei SPON heisst es: Karlsruhe erlaubt heimliche Online-Durchsuchungen nur unter strengen Auflagen. Faktisch ist jedoch da: die erlaubnis für die Online-Durchsuchung.

Das Bundesverfassungsgericht hält Online-Durchsuchungen unter Auflagen für zulässig. Das Ausspähen von Computern sei grundsätzlich nur dann verfassungsgemäß, wenn es tatsächliche Anhaltspunkte für eine konkrete Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut gebe, urteilte das oberste deutsche Gericht am Mittwoch in Karlsruhe.

Denn, es war ja schon klar, dass es hohe Auflagen geben würde: nur bei Gefahr für Menschenleben oder wenn der Bestand des Staates in Gefahr ist, Genehmigung durch einen Richter, bla bla bla… das ist doch eher normal, Auflagen eben, wie es sie auch beim Lauschangriff etc. gibt. Und immer öfter werden solche Aktionen genehmigt.

Damit wird das Mittel der Onlinedurchsuchung in das Waffenarsenal Staat gegen Bürger aufgenommen werden. Wir werden dann hinterher erfahren, wie oft wir alle in Gefahr schwebten.

Mit seinem Grundsatzurteil habe das Karlsruher Gericht erstmals ein «Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme» geschaffen, sagte Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier bei der Verkündung in Karlsruhe. Dieses neue Grundrecht sei aber nicht schrankenlos.

Hurra, ein Grundrecht wird geboren und gleich wieder abgeschafft, äh… eingeschränkt. Wie ist das denn eigentlich? Müssen wir alle nun den Bundestrojaner installieren, damit, wenn Gefahr für Bla und Blubb besteht, direkt auf unsere Daten zugegriffen werden kann? Denn „eine konkrete Gefahr“ ist ja dann auch praktisch immer im Verzuge.