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Schlagwort: politik

Superwahljahr

Superwahljahr

Meiner Meinung nach die aussichtsreichsten Kandidaten: weiß…

Diese Jahr ist mal wieder ein so called Superwahljahr. Superwahljahre sind eigentlich bei Licht betrachtet ganz normale Jahre, aber es finden halt in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich wichtige Wahlen statt. Ich nehme mal an, es müssen mehr als zwei Wahlen in einem Jahr sein, damit daraus ein Superwahljahr wird. Und auf die Perspektive kommt es natürlich auch an, denn für einen durchschnittlichen, politikdesinteressierten Hamburger ist logischerweise schon mal kein Superwahljahr, er geht ja nur einmal wählen…

Treppenwitze der Geschichte

Treppenwitze der Geschichte

Heute wird der Ausdruck Treppenwitz auch – abweichend von der ursprünglichen Bedeutung – für „Ironie des Schicksals“, „alberner Witz“ oder „unangemessenes, lächerliches Verhalten“ verwendet. So werden geschichtliche Begebenheiten, die – vor allem im Nachhinein – absurd oder ironisch wirken, als „Treppenwitz der Geschichte“ bezeichnet.

Vom heutigen Standpunkt aus, hat sich nicht der Mauerfall vor 20 Jahren, sondern die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl vor 19 Jahren zu einem solchen Treppenwitz der Geschichte entwickelt. Witzig ist zum Beispiel, …

  • … dass der Kanzlerkandidat der SPD Oskar Lafontaine hiess und dieser heute Parteichef der Partei Die Linke ist;
  • … dass Helmut Kohl die Wahl im Wesentlichen mit der Behauptung zur Finanzierung der Wiedervereinung müssten keine Steuern erhöht werden gewann und heute die gleiche Koalition aus CDU und FDP die Wahl gewann, diesmal mit dem Versprechen die Steuern zu senken;
  • … dass die SPD 1990 die Wahl mit 33,5% verlor, die CDU/CSU 2009 aber 33,8% erreichte und damit stärkste Fraktion des Bundestages wurde, und dass beide Kontrahenten – SPD und CDU/CSU – jeweils von der 1990er auf die 2009er Wahl rund 10% Verlust machten;
  • … dass die PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus), die soetwas wie die Nachfolgepartei der SED war, 1990 nur 2,4% der abgegebenen Stimmen erreichte, 2009 Die Linke, die widerum soetwas wie die Nachfolgepartei der PDS ist, 11,9% erreichte und zu den Gewinnern der Wahl gehört. Das könnte daran liegen, …
  • … dass Helmut Kohl sein Versprechen es werde vielen besser, aber niemanden schlechter gehen (vom Juli 1990), in den folgenden Jahren nicht wirklich umsetzen konnte, sein Nachfolger Gerhard Schröder von der SPD ab 1998 jedoch dafür sorgte, dass es wenigstens vielen schlechter ging (aka. »Hartz IV«);
  • … dass 1990 praktisch niemand in Deutschland mit dem Begriff Internet etwas anfangen konnte, aber 20 Jahre später die erste Partei für Internetthemen, die Piratenpartei, einen Achtungserfolg von immerhin 2% erzielte.

Am Ende muss man aber doch einen ziemlich derben Humor haben, um darüber zu lachen, dass wir nun wieder von CDU und FDP regiert werden. Treppenwitze sind eben nicht immer lustig.

Lesetipps

Lesetipps

Open Source und Design. Es geht eine Debatte um Designprozesse in Open-Source-Communities und Marc Boultons Beitrag Design in Open Source stellt seine Ambivalenz zu Drupal dar, an dessen Design er sich beteiligt. Gleichzeitig zeigt sein Artikel alle Ecken und Kanten auf, die einem in Drupal als (Web/)Designer begegnen und wegen derer ich zu Drupal – wenn’s ums Design geht – meist nur eine Gefühlsregung aufbringen kann: Schulterzucken.

Designers can currently participate, but not contribute, to the Drupal community.

Lesbarkeit. Martin Liebig stellt im Designtagebuch seine Studie über die Lesbarkeit von Webschriften vor und sich gleichzeitig gegen den Verdana-Einheitsbrei. Hurra.

Sachbearbeiter mit Zuständigkeitsrandgebiet Optik sind dies oft, die den Reiz guter Typografie auf den Faktor “Lesegeschwindigkeit” reduzieren, weil man Ästhetik und Themenadäquatheit leider nicht in Sekunden messen kann. Jene Menschen sind es, die uns gerne sagen: Serifen sind schlecht lesbar auf dem Monitor, das weiß doch inzwischen jeder, nimm lieber “Verdana”. Gerne folgt der Zusatz: Macht Spiegel Online doch auch. Spiegel Online kommt irgendwann immer.

Da wird sich in Zukunft noch einiges tun.

Landtagswahlen. Lahm trifft blind konstatiert Luebberding bei weissgarnix.de und liefert schon den Abgesang auf Angela Merkel, die Kanzlerinnendämmerung sozusagen:

Frau Merkel hat leider nur gute Zustimmungswerte. Aber die sind nicht ihrer Politik geschuldet, sondern weil sie als Kanzlerin nicht in Erscheinung tritt. Sie erinnert den Wähler an den netten Verwandten in der eigenen Familie, den zwar jeder mag, aber keiner ernstnimmt. Der wird aber nicht zum Bundeskanzler gewählt.

Ich seh’s kommen, am Ende haben wir wieder eine (dann nicht mehr so) große Koalition.

Das Wesen aller IT ist die Kopie

Das Wesen aller IT ist die Kopie

Selten hat es jemand so hervorragend auf den Punkt gebracht! Da ich selbst zunehmend sprachloser werde, lest bitte derweil dies hier.

Wir sind viele, so viele, daß wir in sechs Wochen 134000 Unterschriften zusammenbekommen ohne das Haus verlassen zu müssen. Wir sind definitiv keine 80 Millionen und wir haben den Rest dieses Landes so dermaßen weit abgehängt, daß wir nicht einmal mehr eine gemeinsame Sprache haben. Wenn irgendwas in dieser Diskussion deutlich geworden ist, dann das.

Petition

Petition

When I was back there in seminary school
There was a person there
Who put forth the proposition
That you can petition the Lord with prayer
Petition the lord with prayer
Petition the lord with prayer

You cannot petition the lord with prayer!

The Doors

Der Gipfel

Der Gipfel

Man kann nur hoffen, dass international keiner das Programm in die Finger bekommt und auf diese Weise schnallt, wie wenig man in Deutschland in Sachen digitaler Technologie tatsächlich gepeilt hat.

Mercedes Bunz ist zu Recht launig. Wie peinlich das immer alles ist, wenn die Politikers auf IT machen, nee oh nee oh nee.