Code and Listen: The Turntablelist

Dass auf Netlabeln in der Hauptsache langatmige und unstrukturierte Reason-Tracks veröffentlicht werden ist ein Gerücht, dass sich mal eben gerade wieder selbst wiederlegt. Mit dem japanischen Netzlabel »BumpFoot« nämlich und vor allem mit dessen aktuellen Release von DJ Toshio: The Turntablelist. Housezucker aus dem Land mit dem roten Gummiball im Wappen.

Funky-House, wo bekommt man das noch geboten, ausser in der Werbepause oder in den Klaulisten aktueller Chart-Hits? Eben. Und dazu noch einigermassen tricky getrackt, ich liebe sowas: das hätte ich vor Jahren auf jedenfall mit in die Lounge geschleppt. Und dann hätte ich den sich dort regelmäßig am Donnerstag versammelten drei Gästen Everything is gonna be alright vorgespielt, in meiner unverwechselbaren deepen optimistischen Art. 😉

Code and Listen: Terence Hill oder… Döner!

Ich höre just das neue Release von Indterdisco..net. Es ist von Trondheim, aka. Ansgar Seide aus Münster und heisst »Entweder Terrence Hill«. Öh, genialer Titel, ehrlich gesagt, naja, vielleicht ein bißchen blauäugig. Jedenfalls zitiere ich mal jenen Absatz auf der Website, den man früher Waschzettel genannt hätte:

»…ist geprägt von markanten pianoklängen. dazu gibt es pluckerndes, gezupftes, theaterstreicher, zaghafte melancholie, und trondheim offenbart eine heimliche vorliebe für italienische westernkomödien.«

Ok, kann man so unterschreiben. Entgegengesetzt der bisherigen Tips, ist das nun mal nichts wirklich minimales und detroitisches, sondern feinster Sonnabendmorgengleicgnachdemaufwachenandenrechnergesetzt-HouseAmbient. Mein liebster Track (sozusagen Liebe auf die ersten Töne und sowieso wegen des Titels): »Ich dachte Ihr würdet mal heiraten…«.

Apropos, zum letztgenannten Stück bin ich bei Herrn Lumma auf das passende Musikvideo gestossen. Einfach mal selbst ausprobieren…

Code and Listen: Argentinische 808

Da ist noch Platz in der Playlist: diesmal für ein paar argentinische Steaks, nope, 808’s. audio808 ist der vielsagende und -versprechende Name des Netlabels, bei dem jemand namens Vaia mínimo groove released hat. Danke dafür, Mann!

Minimalism und minimalism, das ist auch nicht unbedingt immer das gleiche. Da gibt es Profuktionen, die, spielt man sie mit niedrigem Pitch und leise im Wohnzimmer ab, etwas fast schon ambientes haben, einen aber fast aus den Socken hauen, wenn man sie mal im großen Saal richtig aufreisst (Spezialist für solche Tracks: Micheal Mayer). Andererseits gibt’s auch das Gegenteil, Tracks, die schon über meine Mini-ipod-Hörer mir die Schweissperlen in den Nacken drücken. Und jetzt kommt’s: mínimo groove gehört zur letzteren Kategorie. Viel Spass damit. 😉

Via Windwalzer drauf gestossen.

Code and Listen: c6

Wenn wir früher im Click herumhingen, pflegte Feierkollege Helge solcherlei Musik immer mit feierlichem „Klick-Klick-Klick!“ anzukündigen, und das empfinde ich nach wie vor als die beste Beschreibung jegliche musikalischen Minimalismus deephousetechnoider Färbung, deren Hauptinhalt eben dieses nervend beruhigende Klickgeräusch ist.

Lange Rede kurzer Sinn: geklickt wird heutzutage viele und vielerorts, lange nicht mehr nur bei den Fingerhutbierschlürfern, sondern allen Ernstes auch in Mexiko beispielsweise. Von dort kommt Gastón Arévalo, der bei Cyan Recs. diese Woche sein Werk Pez de Piscis (ich kann nur raten… könnte Schwimmbadfische heissen, jedenfalls etwas mit Fisch…) abgeliefert hat. Das klickt mal richtig und angenehm genug, um auf der Trackliste »Code and Listen« einen Ehrenplatz zu finden.

Code and Listen: iD.028

Das neueste Release des Netlabels iDEOLOGY macht sich ausgesprochen angenehm auf der Playlist »Code and Listen«: lupenreines elektronisches Gebamsel, spacige Weiten und knischige Ecken, aber doch nicht enervierend. Es kommt von Phour Trakk und heisst: Lost In Transition, eine hervorragende Anspielung auf Sofia Coppolas noch hervorrangenderen Film Lost In Translation. Das passt wirklich, in sprich- und/oder wörtlicher Hinsicht. Ich mag vor allem aber den Bonustrack: Gangbang in Bollywood, also gerade das Stück, das ein wenig ausserhalb des Konzepts liegt.