Amazon.com MP3

Bei Amazon in den USA kann man jetzt MP3s kaufen. Es ist keine 10 Tage her, dass ich mir einen iTunes-Account geholt habe. Bei Amazon hat man sich wohl gedacht: jetzt wo auch der letzte Netizen bei iTunes ist, sollten wir mal einen auf Konkurrenz machen. Kopfschüttel. Wahr ist allerdings: wenn ich einem Anbieter zutraue, mit iTunes wirklich konkurrieren zu können, dann ist es Amazon. Und dann wäre es auch mal Zeit, den Markt über Preise, DRM und solche Dinge entscheiden zu lassen…

Code and Listen: Weigl & Hoffmann – Examples of Medusa

Auf dem Thinner-Schwesterlabel Autoplate ist mir heute nacht APL048 in die Downloadbox geflattert: Weigl & Hoffmann – Examples of Medusa.

Der »Waschzettel« dazu ist wieder extrem zitierfähig:

In November 2006 Philipp Weigl delighted listeners with a phantasmagoric album of soft-spoken vocals and dreamy atmospheres on his Thinner full length „Monsters“. Now, almost a year later, he […] brings an EP of surreal electronica to Autoplate delivering three songs of pensive fragileness containing whispered lyrics, warm piano melodies, polished beats, smooth bass lines, and synthesized orchestral strings by way of „Examples of a Medusa.“

Hervorhebungen selbstverständlich von mir. Viel sagen kann ich zu dem Release eigentlich nicht mehr, es ist so weich, poliert und synthetesiert, dass die drei Songs während meiner Kaffeebestellung im »World Coffee« und der Kartenkontrolle im Zug, direkt an mir vorbeigelaufen sind: ich hab’s eigentlich nicht mal richtig bemerkt. Quasi unauffälig, aber interessant.

Noch eine Ära endet…

Smac First

Nach roundabout 20 Jahren und 5,3 Milliarden Betriebsstunden musste ich mich heute von meinem Ecler SMAC First verabschieden, der soeben irreparabel über den Jordan gegangen ist, schnüff. Hat mir (und vielleicht auch ein paar anderen) viele Stunden versüsst. Zum einen, weil es sich um einen sehr robusten Battlemixer handelte, zum anderen, weil er so handlich ist und prima zwischen zwei Decks auch noch auf Muttis Küchentisch Platz fand, habe ich ihn in den ganz harten Zeiten ziemlich oft mit mir herumgeschleppt. Ich erinnere mich da an so einige lustige Afterhours…

Nunja, da muss natürlich Ersatz her. Zunächst dachte ich ja an etwas gleichwertiges und habe mich mal ganz markentreu nach neueren Ecler-Modellen umgesehen. Da wäre als echter Nachfolger der NUO 2 (ca. 400 Euronen), der mit dicken XLR-Ausgängen und Effektschleifen aufwartet, oder (da hab ich schon früher mit geliebäugelt) der HAK 360 (so um die 600 Flocken), der sieht ein wenig edler aus, geht aber auch mehr in Richtung Scratchmixing… seufz.

Andererseits, ich bin inzwischen vom semi(professionellen) DJing soweit entfernt wie Lübeck von Detroit, von daher (und in Anbetracht des Zustandes, dass ich letztes Jahr schon ein Deck zähneknischend durch einen Technicsnachbau ersetzen musste) täte es ja vielleicht auch etwas billigeres, man ist ja keine 25 mehr. Ich meine, früher haben wir alte Kopfhörer zu Mikrofonen umfunktioniert und mit Papas Schneider-Kompaktanlage gescratched… nein, Quatsch. Ich werd mich wohl mal im verhassten Billigsegment umsehen…

Code And Listen: Back from fishing

Steigen wir vorsichtig mit ein wenig Musik wieder ein. Vom Netzlabel iDeology habe ich schon ein Release für das Coden mit Kopfhörern qualifiziert. Der neueste Stoff von dort hat mich allerdings wirklich ein wenig aus den Socken gehauen. Authist & Dub One! – The Hidden Dub Files EP, das ist fast schon ein wenig zu schön, um damit die Nächte im Coding-Keller zu verbringen. Passt irgendwie zu Wetter und Frühlingsstimmung: die Tracks (Scheibe trifft die Sache leider nicht mehr) laden mehr zum ‚rausgehen ein, raus in den Park, auf die große Wiese wo immer die Jungs mit den dicken Zigaretten rumlungern. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Stimmung, gute Laune, stakkatohaft hintereinander gereihte Attribute von Dub und Reggae.

Mein Favorit: Drumz against Racismn, ein verspieltes Rythmusstück mit einem schweren Einschlag von Pazifikinselstrandmusik. Freddy (Quinn) in der Südsee, wenn das jemandem noch etwas sagen mag. Man beachte auch das “n” am Ende des Titels.

Jetzt mal im Ernst, man kann doch kaum glauben, das solche Töne aus Deutschland kommen. Vielleicht aus den Gegenden nahe der holländischen Grenze? Und was mag daran nur »hidden« gewesen sein? Also wenn diese Tracks irgendwo im Gedankenkeller eines Studios rumlagen, dann kann man sich wohl glücklich schätzen, das der Authist sie hervorgekramt hat. Danke auch.

Und wo wir gerade dabei sind (ganz offensichtlich überweht diesen Artikel ein leicht harziger Geruch, aber bur musikalisch!): D.Soul präsentiert auf/bei Corpid »One Night in Amsterdam«. Das ist wieder schöne breite Minimalmusik für’s Coden, passt aber ebenso zu einem Ausflug nach Grachten-City. Hätte mir als Untermalung zum Ausflug »wir fahren kurz nach Amsterdam und suchen die halbe Nacht ein Hotelzimmer und landen dann in einer Absteige namens Regal« gut gepasst.

[tags]dub, reggae, minimal, netlabel[/tags]

Mitschneider

Rippen klingt ja immer ein wenig illegal in der heutigen Zeit.

TheLastRipper can save Last.fm streams to mp3’s, while downloading album cover, appending ID3v1 tags and organizing you music after Artist/Album/Track. TheLastRipper will also help you generate playlists from the data available from you Last.fm account.

Naja. Gibt’s hier.

Code And Listen: Waschzettel

es ist einfach, die Mixtapes von Mixotic zu empfehlen. Trotzdem. Der neueste Mix kommt von Kudo und nennt sich Microdistrict. Mix und Titel: Zensur 1. Der Waschzettel1:

Kudu has a formula to provide his sets with a magical appeal. He’s using minimal sounds and covering them with a large curtain of deepness which gives them a special power to express themselves.

Naja, so sind Waschzettel eben. »Nico Gee hat die Macht, mit seinen fantasievollen Soundscapes und verlangsamten Houserythmen, auch am Donnerstagabend die Deepness zu schaffen, die immerhin drei Stammkunden im Laden hält. Oder so.« Hätte man mal über mich schreiben können. Klingt doch nicht schlecht.

1 Waschzettel nennt der Fachmann die meist billig kopierten Textbeilagen zu neuen Vinylveröffentlichungen, die den geneigten DJ in Form von Promotionsscheiben erreichen. Ich stelle dieses Zusammenhang ausdrücklich mit den Ankündigungstextchen der Netlabels her. Form und Inhalt sind letztendlich gleich, nur die Kopie fehlt eben.

Däschnofrühstück

Neue Weblabel-Tracks im Zug vorzuhören ist nachgewiesenermaßen eine gefährliche Sache. Nicht nur, dass man auf bestimmten Strecken der minimalen, deepen und mithin düsteren Musik besonders zugänglich ist, es besteht auch Verletzugsgefahr! Eben legt auf meinen Earplugs der neueste Mix von Loopzilla so richtig los, also direkt aus einem netten freundlichen Soundscape mit fast trancigen Zügen voll rein in einen wirklich düstere, dunkle, biestige Bassdrum — da hab ich der netten alten Dame vor mir beinahe meinen Fuß durch den Sitz in ihre Eingeweide gepresst. So ein Schreck, so früh am morgen. »Das sind hier nicht die After-Hours, sondern die Zugfahrt zur Arbeit«, sagt die nette alte Dame. Denke ich jedenfalls, denn ich sehe nur, wie sie den Mund öffnet und schliesst, habe längst voll aufgedreht…

Hörst Du hier: Loopzilla 011 – Paul Hossow – Growhard (44’48“). Wie man dabei allerdings noch coden will… naja, vielleicht irgendetwas in VB, da werde ich eh‘ immer aggresiv.

Code and Listen: Flugstunde

Der Zug verlässt den Bahnhof Lübeck und begibt sich auf seine Reise Richtung Großstadt. Am Panoramafentser der 1. Klasse fliegt die verregnete Landschaft Stormans vorbei. Ein kurzer Zwischenstop noch in Rheinfeld in Holstein, dann nimmt der Zug endgültig Anlauf und hebt über eine Wiese und ein paar Schafen hinweg ab Richtung Weltall. Es wird eine Flugstunde.

Firlefanz. Leider hebt der Zug nicht wirklich ab, aber bei dem was aus meinen Ohrknöpfen in die Großhirnrinde dringt, kann man sich das schon vorstellen. Die Flugstunde bekomme ich gerade von Marco Fürstenberg verpasst. Er versammelt viele eigene (und bis dato unreleaste) Tracks zusammen mit Holger Flinsch, Martin Schulte und dem von mir geliebten Dirk Diggler zu einem famosen Mix von über einer Stunde bzw. dem zeitlichen Gegenwert einer Zugfahrt zur Arbeit. Die Strecke würde im Flug natürlich schneller hinter sich zu bringen sein…

Marco Fürstenberg kann man übrigens am Wochenende live erleben, falls man gerade in Berlin ist und die Mixotic-Labelparty besucht.