Mobiles Internet, jetzt doch nicht?

Hatte ja schon angemerkt, dass ich immer öfter auch mobil im Netz unterwegs bin. Natürlich gibt es jetzt eine Studie, die mir beweist, dass ich mal wieder nicht ins Raster passe. Denn obwohl es 26 Mio. internetfähige Handies gibt, nutzen nur 3 Mio. Leute das Netz auch mobil.

Puh, wie ich solche Studien hasse. Einerseits fragt man sich, ob sowas wirklich stimmen kann, andererseits wundert man sich auch irgendwie nicht mehr, wenn einen die Leute schief ansehen, wenn man in der Bahn mal twittert oder ZEIT Online absurft. Das System hat keinen Fehler, es ist der Fehler.

Der Rest der Studie klingt ein wenig, wie meine Einschätzung des Handysurfmarktes, das ist leider ein wenig pessimistisch. Zumal wir uns ja in den Kommentaren darauf geeinigt hatten, dass das nicht ganz zu Ende gedacht war. Aber eine Studie denkt eben auch nicht und schon gar nicht zu Ende. 79% der Befragten gaben an, dass ihnen ihr PC ausreichen würde. Hä? Ich sehe selten Leute ihren PC durch die Gegend schleppen, zumal, die langen Kabel wären bestimmt ziemlich teuer!

Aber, es spiegelt sich auch in dieser Studie, dass die Kosten als zu hoch wahrgenommen werden. Und von Angst vor hohen Kosten ist die Rede. Was seltsam ist, denn genau so ging es mir ja auch, bis ich merkte, dass da noch ziemlich viel Luft im, zugegebenermaßen nicht ganz billigen, Mobilsurftarif war. Möglicherweise gibt es eine allgemeine Angts vor versteckten bzw. überraschenden Handy- und/oder Telefongebühren. Schließlcih kennt jeder jemanden, der an seinen Telefongebühren bankrott gegangen ist. Oder nicht? Tja, Ängste.

Die Angst vor hohen Kosten spiegelt sich in der Art der Nutzung wider: So bevorzugen Mobilsurfer unterwegs Dienste, die wenig Zeit und Datenvolumen in Anspruch nehmen, darunter E-Mail (54 Prozent), Nachrichten (44 Prozent) und Informationen über das Wetter (32 Prozent). Über ein Drittel (36 Prozent) der Befragten gab sogar an, nur in Ausnahmefällen über das Mobiltelefon online zu gehen.

So what? Hier sehe ich ganz klar eine Tendenz, die ich jetzt mal kurz für mich behalte, weil sie im nächsten Absatz noch deutlicher wird:

[…] Kaum einer lädt Musikstücke oder Videos mobil aus dem Internet (13 Prozent und 9 Prozent). Auch Social Networks nutzen nur wenige (9 Prozent) über das Mobiltelefon.

Kann es einfach sein, dass mobiles Musik- und Videoladen tatsächlich nicht die richtigen mobilen Anwendungen sind? Ich meine Mail-, Wetter- und/oder Nachrichtenchecken ist soviel mobiler und näher dran auch am Bedürfnis des mobil und aber trotzdem informiert sein… das liegt doch auf der Hand, oder? Musik ziehen mit dem Handy, eh‘ wozu? Klar, das das floppt. Oder Videos.

Was ist jedoch mit Maps? Da wartet doch das Killerfeature und noch dazu ein datenintensives. Da wird das iPhone noch viel Pionierarbeit leisten. Und News werden schon heute mobil konsumiert. Wo sich der Kreis schliesst: Leute, es wird Zeit, sich nochmal mit Webdesign für mobiles Surfen zu beschäftigen. Je öfter ich mit meinem Opera mini ankomme und feststellen muss, dass eine Site nicht optimiert ist umso klarer wird mir das… Studien ändern daran gar nichts, sondern halten nur auf. Längere Akkulaufzeiten, das würde ich mal begrüßen. 😉

Handy online

Es ist manchmal erschreckend, wie gleichgültig man den kleinen Dingen des Lebens gegenüber steht und ist man gezwungen auf sie zu achten, wie blöd man dastehen kann.

Ein Beispiel: ich kann mich zwar noch an mein Modem (14.4) erinnern und auch an die astronomische Telefonrechnung die ich eines Tags meinen Eltern damit bescherte. Basierend auf dieser Erfahrung habe ich bei erster Gelegenheit eine Internet-Flatrate abgeschlossen und dann mir nie wieder Gedanken gemacht über Onlinezeit oder gar übertragene Datenmengen.

Nun hab ich mir jüngst ein Datenpaket fürs das Handy zugelegt und der gesteht mir monatlich 200MB zu, die ich mit meinem Handybrowser verbraten kann. Schluck! Das klingt aber wenig. Jetzt fang‘ ich am Ende noch an Bytes zu zählen? Hab‘ ich gedacht: versuchste Mal ein Gefühl dafür zu entwicklen, was Dein Opera Mini so tut. Ich hab also den Monat über getwittert, ein paar Feeds gelesen, Mails kontrolliert, ein paar Fotos gepostet, ein oder zweimal per Bluetooth mein Macbook mit Internet versorgt. Und irgendwann hatte ich das Gefühl: jetzt sei mal langsam vorsichtig.

Heute kam die Rechnung. Im Einzelverbindungsnachweis kann man sich die verbrauchte Datenmenge freundlich selbst per Hand zusammenrechnen.

Von 200 möglichen habe ich bloss 17 MB verbraucht. Gnnpf. Das ist ausbaufähig würde ich mal sagen.

Da ist es ja nur umso erschreckender, wie teuer dagegen SMS ist. Ein MB Daten per SMS versenden ist ja viermal so teuer, als dieselbe Menge Daten beim Weltraumteleskop Hubble abzuholen. Da wundert einen ja gar nichts mehr. [Thanx, Ron.]

Mobile Aussichten: mangelhaft bis sehr gut

Die Firma “mowser” – ein Spezialstartup für mobiles Internet – gibt auf und zwar, weil es den mobilen Traffic, jenseits der Smartphone- Opera-Mini- und iPhone-Nutzer, einfach nicht gibt. Die Prophezeiung, dass die Welt nun in Kürze noch mit dem letzten Mikro-WAP-Browser online gehen würde, erfüllt sich immer mehr nicht.

[Update: Manuel Bieh sieht das gut begründet anders.]

Anders als in den Staaten vielleicht, ist es bei uns wenig verwunderlich, dass das mobile Web in den Kinderschuhen stecken bleibt: die Anbieter legen sich schließlich nicht gerade ins Zeug, wenn es darum geht, Internetdienste zur Verfügung zu stellen. Die Preise für Flatrates in diesem Bereich sind noch astronomisch (vor allem, wenn man das zusätzlich zu den Kosten des stionären Webs rechnet). Und Einzelverbindungen sind stellenweise so teuer, dass es sich eher um Abzocke handelt, die darauf ausgerichtet ist, Leuten, die aus Versehen die Internettaste ihres Handies betätigen abzukassieren.

Dementsprechend bleiben nur die Earlyadopter (immer noch), die natürlich nicht mit dem durchschnittlichen 1-Euro-Device das Netz unsiche machen, sondern eben mit iPhone oder Opera mini. Bei diesen Browsern jeodch bekommt man mit ein paar mobilen bzw. spezialisierten CSS wesentlich mehr Ergebnis, als mit teuer auf “mobile” angepassten Anwendungen. Warum einen Javaclient für Gmail, wenn Gmail direkt funktioniert? Eben.

Zum fehlenden, oder schlechtem Traffic (Beattie says traffic at Mowser was poor and 80% of it was made up of porn seekers.), kommen dann noch (wieder bei uns in D zutreffend) die Abzocker, die mit dem angeblichen Trend unwissenden Entscheidern Hunderttausende für nutzlose mobile Service aus den Rippen gequatscht haben, die inzwischen technisch schon überholt sind (WAP bspw.). Das alles wirft ein düsteres Licht auf die Idee “mobiles Web”.

Und lässt gleichzeitig das ganz normale Web wieder erstarken, denn das ist der eigentliche mobile Trend: “normal Web on phone” nenne ich das jetzt mal. Hätte man wissen können…

Opera Mini 4.1b

mein HandyMein Lieblingshandybrowser Opera Mini liegt schon wieder in einer neuen Beta vor, und zwar Version 4.1. Was man sich sofort runterlädt und installiert, jawoll.

Opera ist mit seinem Handybrowser ja angetreten, das iPhone zu schlagen… im ersten Moment scheint das jetzt lächerlich zu klingen, denn der Browser kann halt nur so gut sein, wie das Wirtshandy, aber: auf meinem W910i jedenfalls macht er ganz schön ‚was her. Im Querformat kann man damit schon richtig was sehen. Und Opera Mini ist ja auch noch ein super Feedreader. Wie gewohnt respektiert Opera Mini zur Verfügugng gestellte CSS für „handheld“, schrumpft sich aber selbst die Bilder in die richtigen Größen. Über den opera-eigenen Proxy werden Seiten, die nicht spezielle CSS mitbringen, zunächst in einer extrem verkleinerten Übersicht dargestellt und man kann dann von dort hineinzoomen. Das ist schonmal nett.

Die Beta bringt noch einiges Neues dazu:

  • insgesamt schneller…
  • Suche innerhalb einer aufgerufenen Webseite
  • Download (Download! Download! Download!)
  • Seiten abspeichern

Man kann schon sehen in welche Richtung die Sache geht. Macht mir jedenfalls ziemlichen Spass. So ohne iPhone. 😉

Ich empfehle dazu übrigens wie immer zeit.de als Testseite (nicht die Mobilversion…!), …