Lustiger Smartphonemarkt

Die Jungs mit den Androids in der Tasche weisen sich selbst ja immer gerne als Teil einer Massenbewegung aus, in dem sie feststellen, das Android täglich 700.000 Mal aktiviert wird, und das ist natürlich eine echt beeindruckende Zahl. Tatsächlich hat Android die Nase im mobilen Markt vorn, obwohl das vierte Quartal 2011 vor allem für iOS gut gelaufen ist. Laut Erhebungen der Nielsen Company holte Apple vor allem bei den neu verkauften Einheiten auf und stieg von 25% auf sagenhafte 44.5% (Smartphone Neuanschaffungen in den USA).

Zur selben Zeit tauscht man bei RIM, wohl auf Druck der Aktionäre, die beiden CEOs aus und ersetzt sie durch den ehemaligen Siemens-Manager Thorsten Heins. Der will nach eigener Aussage so weitermachen wie gehabt, bis auf eine Kleinigkeit:

It’s going to be continuity, but it’s not going to be a standstill.

Lustiger Smartphonemarkt. Wer hier für die künftige Mobilstrategie etwas herauslesen will: viel Spass.

Google Suche Plus

Mit seinen neuen Features für die Suche hat Google für ordentlich Aufsehen gesorgt. Und für reichlich Kritik ebenfalls. Aber zunächst der Werbeblock:

In der Kritik steht vor allem die Frage im Vordergrund, ob Google sein eigenes social network über Gebühr bevorteilt. Ganz klar: Suchergebnisse werden in Zukunft nicht von und mit Inhalten von Twitter oder Facebook angereichert, sondern eben mit jenen aus Google+.

Das an sich kann man ja schon mal kritisieren. Wenn ich etwas suche, will ich die besten Inhalte finden. OK, es besteht die Möglichkeit, dass diese Inhalte in Google+ zu finden sind und genau dann möchte ich sie auch als Ergebnis präsentiert bekommen. Nur, in den anderen 80% der Fälle will ich davon nichts wissen. Wenn es einen besseren Inhalt auf (davor möge uns der Himmel schützen) Facebook gäbe, wollte ich den sehen und zwar ganz oben in der Liste. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Dienste und Communities.

Ob Google damit nun die anderen social networks unter Druck setzen will ist mir eigentlich erst mal egal. Die haben selbst genug getan, um ihrerseits mindestens die Weltherrschaft an sich zu reissen. Wichtig ist für mich vielmehr die Information, dass Google an dieser Stelle nicht mehr versucht den besten Content, den passenden Content für mich zu finden. Die Maschine sagt:

Das ist der beste Content hier. Aber über die sieben Bergen, bei den sieben anderen social networks gibt’s noch viel besseren Content als hier.

TL;DR: Ich persönlich bin mir im ganzen gar nicht so sicher, dass der beste Content überhaupt in oder durch die social networks zu finden ist, aber so ist nun einmal die Mode zur Zeit. Sicher bin ich mir aber, dass Googles Suche zum ersten Mal nicht besser, sondern schlechter wird.

Kindle Fire vs. Android Market

Wie The Verge oder GigaOM berichten, haben Nutzer des Kindle Fire, dem Ebook-Tablet-Hybriden von Amazon, keine Möglichkeit den Android Market von Google zu besuchen und dort Apps einzukaufen. Eine Datei MarketIntentProxy.apk leitet alle Aufrufe auf den Google Market auf den Amazon Marketplace um. Ein Schelm wer böses dabei denkt, aber in diesem Market kann man dann natürlich auch keine alternative Browser downloaden, mit denen ein unkontrollierte Besuch des Android Markets möglich wäre.

Damit sammelt Amazon weiteres schlechtes Karma ein, ohne Zweifel. Aber vor allem setzt der Shopriese damit Android bzw. Google extrem unter Druck. Denn dem Open-Source-Gedanken, der hinter Android stecken sollte, ist damit natürlich der Finger gezeigt. Statt für Nehmen-und-Geben hat sich Amazon vor allem fürs Nehmen entschieden.

Da bekommt man also für sein zugegeben kleines Geld nicht nur ein mieses Gerät, sondern auch gleich schmierige Finger beim Benutzen. Lecker.

Google Reader adé?

Seit gestern hat Google nun tatsächlich begonnen, das neue Design auszuspielen und mE wichtige Funktionen des Google Readers abzuschalten. Ich denke, es wird nur einen Internetmoment dauern, bis etwas oder jemand die entstandene Lücke auffüllt, ob das Google selbst kann, mit Google+ ist mehr als zweifelhaft. Wahrscheinlich überschätze ich das auch, weil ich selbst davon betroffen bin, aber möglichweise will mir Google auch signalisieren, dass ich als Power-User nicht mehr so richtig erwünscht bin. Dann wäre es an der Zeit sich nach Alternativen umzuschauen. So es denn noch welche gibt.

Das scheint mir tatsächlich ein Problem zu sein: der Standalone-Feedreadermarkt ist nicht gerade ein umkämpftes Terrain, viel mehr eine Wüste samt Tumbleweed. Google Reader hat so ziemlich alles ausgetrocknet und wenn es noch gute Produkte gibt… dann synchronisieren sie die Feeds mit… genau: dem Google Reader.

Screenshot

Reeder sieht zumindest ansprechend aus.

Auf dem Mac ist der Platzhirsch in Sachen RSS-Reading noch recht jung und nebenbei das Kind einer iPad-App: Reeder für OS X bietet definitiv das schlickste Erscheinungsbild und die besten Funktionalitäten. Hier gilt allerdings auch: ohne Synchronisation mit dem Google Reader funktioniert das Programm nicht. Die Datenbank von Feeds lässt sich weder unabhängig nutzen, noch lassen sich neue Feeds per OPML importieren. Um mit Versionen auf dem iPhone oder iPad sychron zu sein, geht es natürlich auch nur mit einer zentralen Instanz, solange Reeder keine andere als die von Google bietet, stellt er keine echte Alternative dar. Hier kann man Google höchsten demonstrieren, dass man auf das Backend nie angewiesen war.

Werfen wir also einen Blick zurück in die Feedreader-Vergangenheit. Einst die feste Größe unter den Mac-Readern war NetNewsWire, das jedoch eine mehr als weniger traurige Geschichte der Ver- und Aufkäufe hinter sich gebracht hat und dabei ein wenig Glanz eingebüsst hat. Immerhin: es gibt ihn noch, inzwischen als Kostenlos-Version mit integrierter Werbung. NNW gibt es für Mac, iPad und iPhone, zwischen diesen Geräten würde jedoch per Google Reader synchronisiert. Dies lässt sich jedoch abschalten. Dafür ist der NNW nach wie vor der König des OPML-Exports, d.h. was man auf der Reader-Export-Seite herunterlädt kann man direkt in den NNW einfüttern. NNW ist solide, bietet die aus Mailprogrammen bekannte Ansicht mit drei Paneelen und bringt alle nötigen Features aus alten Tagen mit: bspw. ins Blog posten mithilfe von MarsEdit oder weiterleiten von Einträgen nach Delicious. Fühlt sich alles etwas angestaubt an.

Ebenfalls ein alter Bekannter auf dem Mac ist Vienna. Das Open-Source-Programm hat nie den Schritt zum Reader-Syncing gemacht, ist also das ideale Aussteigerprogramm. Vienna importiert OPMLs schnell, korrekt und mit allen Unterordnern. Genau wie NNW gibt es drei Paneele, links die Feeds, rechts oben Artikelüberschriften, darunter der ausgewählte Feeditem. Vienna ist mit dem Sharing ein wenig weiter vor als NNW und kann nicht nur zu Delicious, sondern ebenfalls zu Twitter, Facebook und Evernote sharen. Letzterer Dienst liesse sich übrigens als Ersatz für das Sharen im Google Reader nutzen, da dort User gemeinsame Notebooks befüttern können.

Unter Windows kannte ich eigentlich immer nur den FeedDemon, der eine ähnliche Verkaufs- und Rückkaufsgeschichte aufzuweisen hat wie NNW. Er synchronisiert aber, zumindest derzeit noch, auch mit Google Reader.

Zusammengefasst: nicht gerade ein Rosengarten. Google Reader war nicht nur der Defacto-Standard für das Teilen von Feedeinträgen mit einer bestimmbaren Gruppe von Nutzern, sondern ist ebenso der Standard für das Abgleichen von Feeddatenbanken und Leseständen über die verschiedenen Nutzungswelten hinweg, also Desktop, Tablet und mobile. Dies ist sicherlich eine der wichtigsten Funktionalitäten und gerade hier hält Google praktisch das monopol. Wollte man sich also von Google trennen (obwohl das Synchronisieren – zumindest derzeit – ja noch funktioniert), müsste man erst einmal einen Dienst finden, der eine derartige Synchronisation anbietet. Dann fehlen außerdem noch die Programme, die mit diesem Dienst arbeiten könnten. Hier wäre nun Platz für Innovation.

Google+ langweilt mich

Kolmanskop ghost town in Namibia

Google+‘ Zukunft? Tatsächlich?

Gestern gab es bei G+ ein großes Update, unter anderem wurde die Suchfunktion erweitert und der Video-Chat „Hangout“ auf die mobilen Apps ausgeweitet. Hierzu gibt es außerdem ein API. Mehr symbolische Bedeutung dürfte die Öffnung des Dienstes für die Öffentlichkeit haben, man kann nun ohne Einladung bei G+ Mitglied werden. Damit verlässt Google allerdings die Testphase, mit anderen Worten: die Ausrede ist weggefallen.

Schon beschweren sich die Kommentatoren mit einem lauten »dooomed!«. Die, die immer als erstes gehen, haben bereits ihre G+-Aktivitäten eingestellt, selbst der eine oder andere Google-Fanboy, ist enttäuscht, weil er nicht mehr als nebenberuflicher Paparazzi mit Picasa arbeiten kann. Das sind natürlich nur Einzelfälle aus meinen Circles.

Mein Punkt ist derzeit ein anderer: Langweilig! Google+ langweilt mich weit mehr, als ich das beim Start vorhersehen konnte. Es ödet mich regelrecht an. Und das verhindert den Switch: nach ein paar Tagen herumstöbern, lese ich allenfalls noch mal zwischendurch in meiner Timeline, die nebenbei bemerkt, von einigen Dampfplauderern beherrscht wird. Meine Twitter-Aktivität ist entgegen meine Annahme wieder gestiegen, ich nutze Facebook immer noch, um mit meinem inner circle zu kommunizieren. Und schon verliere ich die Geduld.

Der Vergleich mit Twitter bietet sich derweil an, weil ich bei Twitter und G+ ungefähr gleich -viel- wenig Follower habe. Obwohl das Followerprinzip von Twitter sich nicht direkt übertragen lässt, ist es doch am Ende nichts anderes: zum einen lande ich zwar in den Circlen von Leuten, die aber nicht in meinen, zum anderen, wenn ich etwas auf G+ poste, dann meist öffentlich, d.h. ich nutze die Circles beinahe null. Wobei ich das Feature nach wie vor nett finde, nur kann ich mich derzeit nicht der Pflege dieses System widmen, und ohne die, scheint es keinen Sinn zu machen. Obwohl sich aber die Menge der Follower vergleichen lässt, ist die Struktur eine gänzlich andere. Alle die ich jetzt Beleidige sollen mich wieder „entfolgen“, aber auf G+ sind bei mir in Windeseile hunderte Leute zusammengekommen, von denen ich nicht verstehe, warum sie mich in welchen Circle auch immer gepackt haben (vielleicht einen der „Kenne-ich-nicht“ heisst?) und was die von mir wollen. Ich schaue da viel auf die Berufsbezeichnungen und finde da alles von der »SEO Journalistin« (die gibt es wenigstens zu) bis zum Teppichhändler (sic!). Das ist auf Twitter völlig anders: ich behaupte, meine Followerschar (so klein sie immer noch ist) setzt sich in der Hauptsache aus Leuten zusammen, die so wie ich beruflich mit dem Internet zu tun haben (plus und inklusive viele Leute, die ich eben auch persönlich kenne).

Ich könnte noch vieles kritisieren (bspw. das Postings auf G+ überhaupt keinen Impact haben), machen es der Kürze halber einfach mal anders herum: der Rest der G+-Features interessiert mich nicht. Ich hasse Videochats, da ich da immer aussehe wie Hape Kerkeling als niederländische Königin verkleidet (und ihr alle übrigens auch) und investieren auch keinerlei Zeit, die anderen Funktionen zu erforschen. Fehlt mir nicht.

So wird das IMHO nichts mit Google+. Wie immer am Schluss, der kurze Blick in die Glaskugel: Social Networks will go mobile. Apple machts mit Twitter (wieder einmal richtig), Google+ wird sich in Zukunft auf Android beschränken (müssen) und Facebook wird am Ende mit M$ zusammengehen (absehbar, bleibt ja nichts anderes mehr).

Sich in die Hose machen in der Aufmerksamkeitsdiktatur

Soeben habe ich Kathrin Passig bei Buzz entfollowed, wegen zwei fürchterlichen Tiraden über das Sharen und Resharen in Google Reader und Buzz (Teil 1, Teil 2), auf die ich durch diesen Artikel aufmerksam geworden bin. Frau Patzig ereifert sich darüber, dass ihre bei Google Reader geshareten Items oft ohne Quellenangabe weitergeshared werden, somit also ihr, die sie die entsprechenen Quellen ausgegraben hat kein Tribut gezollt wird. Sie bezeichnet zudem diesen völlig normalen Vorgang als Schwarzfahren in der Aufmerksamkeitsökonomie, was mich wirklich ein wenig ärgert. Hört sich für mich eher an, wie Auffallen um jeden Preis.

Was Leute wie Frau Passig einfach nicht geregelt kriegen ist, dass es eine Abstufung im Wirtschaftsmodell der Webaufmerksamkeit gibt. Natürlich glauben diverse Menschen, dass sie auch noch an einem ihrer Darmwinde ein @xyz dranpappen können, der allgemeinen Schaffenshöhe wegen, begreifen aber nicht, dass man genau umgekehrt eben nicht überall den Stempel: »ich hab’s gefunden« drankleben muss, ums mit den Schweizern zu sagen. Ich sehe im sharen eines Blogartikels in Google Reader, mglw. auch noch ohne weiteren Kommentar, selbst einfach nur durch das Anklicken eines Icons, keinerlei Schaffenshöhe. Punktum. Deswegen mag auch jeder von Euch Artikel, die ich im Google Reader resp. Buzz share, unter seinem Namen weitersharen soviel er oder sie mag. Das schert mich wenig und ficht mich auch nicht an. Ich habe dazu nämlich weiter nichts getan, als den Artikel selber gelesen und für gut befunden, nicht aber gut genug, ihn in meinem Blog zu featuren. Dort sammle ich nämlich die wirklich wichtigen Links.

Wenn die Autorin oder der Autor aber selbst etwas dazugetan hat, bspw. in seinem eigenen Blog die Originalquelle in Beziehung zu anderen Quellen gesetzt hat, oder den eigenen Senf dazu getan hat, dann bin ich sofort bereit und willens eine Quelle anzugeben. Lustigerweise gibt es sie dann nämlich auch, die Quelle, mit Link und allem. In Zeiten der weiterverlinkten Links, die verlinkt werden, ist es IMHO müßig, wenn da eine Art Urverlinkungsrecht eingefordert wird. Nervt mich sogar geradezu, wenn beispielsweise auf Twitter hundertfach geretweetet wird. Es ist so langweilig, wenn jemand auf Twitter nichts weiter tut, als auf „Retweet“ zu klicken. Nicht dass ich das nicht in Ausnahmefällen auch schon gemacht hätte, aber ich halte Twitter eher für eine Plattform der selbstgetätigten Äußerung, als der Weitergabe von Links. Dafür nutze ich Google Reader. Damit verbinde ich—und jetzt beginne ich mich zu wiederholen—aber noch keine besondere Schaffenshöhe, jedenfalls nicht, wenn ich Links weitershare oder Links von mir weitergeshared werden. Wenn ich jedoch einen Link aus Google Reader in meinem Blog verarbeite, also zu Schaffung eigenen Contents nutze, dann verschweige ich die Zwischenquelle auf keinen Fall. Ist das zu kompliziert? Oder unlogisch?

Leute die das anders sehen, soll es geben, ich muss ihnen aber ja nicht followen. Plonk!

P.S. Nachdem Herr Lobo noch vor kurzem Fileshare als Diebe bezeichnete und nun Frau Passig Linksharer sozusagen der Beförderungserschleichung bezichtigt, würde ich am liebsten aus Sicherheitsgründen alles was ich in deren gemeinsamen Buch »Dinge geregelt kriegen – etc. etc.« gelesen habe, wieder vergessen, es sozusagen entlesen, aber das funktioniert mit diesem altmodischen Kram natürlich wieder nicht…

Nochmal Buzz

Wir haben ja jüngst hier schon diskutiert wie (schlecht?) Google Buzz eingeführt wurde. Und es hat in den letzten Tagen viel Kritik an Google gehagelt, eine gute (englischsprachige) Zusammenfassung der Probleme hat Suw Charman-Anderson geliefert. Und Google hat wohl auch schon ein wenig reagiert. Trotzdem muss ich eins feststellen: trotz aller Kritik, ich nutze Buzz schon vollümfänglich. Und hey, ich bin kein Google Fanboy.

Trotzdem, Google hat mich dort angetroffen, wo ich eh‘ schon war. Ich schrob ja schon, dass der Google Reader ein regelrechte[s] Ökosystem mit Freunden und Kollegen für mich darstellt, in dem gegenseitig Leseempfehlungen hin- und hergetauscht werden. Die absolut logische Fortführung dieses Konzepts ist Google Buzz. Mehr Müll in der Inbox, mehr Ablenkung von der Arbeit, mehr Vermischung von social activities mit privaten Dingen – stimmt ja alles. Aber mal im Ernst: ich krieg trotz aller Filter noch soviel nutzloses Zeug in meine Mailbox, da bin ich doch schon lange der deutsche Meister im Contentfiltern, da lach‘ ich doch über etwas mehr Buzz (und das ist keine Aufforderung mir fleissig mehr unaufgeforderte Angebote für Websitekooperationen zu schicken, danke). Und ich habe bei Twitter gelernt, dass man zwar 1000 Leuten followen, aber nicht folgen kann. Und bei meinem kurzem Experiment mit Foursquare habe ich gelernt, Freundschaftsanfragen abzulehnen.

Ich komme mal zum Punkt: natürlich darf es bei einer solchen App keine Privacy-Probleme geben, die müssen beseitigt werden. Aber: das Heulen und Zähneklappern, das man nun allenthalben zu lesen bekommt, ist auch nichts anderes als die verschreckte Ablehnnung gegen das Internet, wie sie einige Holzjournalisten vertreten. Keine Panik Leute: es gibt einen Schalter »turn off buzz«. 😉

Google Buzz

Wenn Google eine neue Software ankündigt, dann geraten wir ja immer alle ein wenig aus dem Häuschen. So auch wieder bei Google Buzz. Doch diesmal ist irgendetwas anders.

Blicken wir zurück auf den Hype um Google Wave letztes Jahr. Mit einem großen Event stellte Google die neue Software vor und wie schon bei Gmail, gab es nur eine Betaphase mit Einladungen (ist man darüber eigentlich inzwischen hinaus?). Die Einladungen wurden bei Ebay gehandelt, der Hype war fantastisch. Nur das Produkt floppt irgendwie. Google Wave brauch vielleicht noch ein wenig, bis es sich durchsetzt. Wenn überhaupt.

Die Möglichkeit eines Flops wollte man diesmal offenbar 100%ig ausschliessen. Google Buzz erreicht auf den Schlag 150 Mio. User direkt, ohne Einladung, ohne Installation, dort, wo sie sich eh‘ dauernd herumtreiben: in ihrer Gmail-Inbox. Das ist gelinde gesagt ein virtuelles »auf den Tisch hauen« aus Richtung Mountain View. Mit großem Poltern und lautem Türeintreten macht sich also Google nun auf, die Socialmediamicroblogginglifestreamingszene aufzurollen.

Das dürfte an den Fundamenten von Twitter genauso rütteln, wie bei Foursqare oder Gowalla (im Video sind ja praktisch schon lokale Checkins zu sehen), Friendfeed wurde ja eh‘ schon von Facebook gekillt. Da wird sich dann bald zeigen, ob deren uniqenes ausreicht, um sich gegen derartig plötzlich auftretenden Mainstream zu verteidigen.

Den Datenkrakengedanken mal aussen vor gelassen, gibt es außerdem milde gesagt auch einige Kritik an Buzz. Ohne es gesehen zu haben, bin ich mir schon jetzt nicht sicher, ob ich Messages von Freunden und automatischen Freunden zwischen meinem eh‘ schon unübersichtlichem Wust aus Emails finden möchte. Dave Winer kritisiert dazu noch das API, hat aber auch schon den Aus-Knopf für Buzz gefunden.