Japanisch für Anfänger

Ich bin ja von Berufs wegen Pessimist, deswegen war es eigentlich ein Anfall ziemlich untypischen Zukunfstglauben, als ich meinte, ich könnte mir ein paar Brocken japanisch anerziehen, mit diesem, zugegeben sicherlich nicht ganz Ernst gemeinten Buch. Nicht das ich ernsthaft vorgehabt hätte… aber ein paar Worte wenigstens… Hätte klappen können, schreibt auch die Japan Times:

Contrary to popular belief, linguists agree that spoken Japanese is relatively easy to master compared with other languages, partly because it has only five vowels and 13 consonants. On the other hand, English has 12 vowels and 24 consonants.

Die wussten aber auch nicht, wie blöd ich mich schon im Französischunterricht angestellt habe. Zu meiner Entschuldigung, ich bin von jeher fasziniert von der Vielzahl japanischer Schriftzeichen, da wollte ich ganz viel darüber wissen. Als ich es dann wusste, war ich erschlagen von den puren Fakten.

Experts agree the Japanese writing system is one of the most complex in the world because it combines five different systems — kanji, hiragana, katakana, Arabic numerals and even the Roman alphabet.

Die spinnen doch die Japaner.

Comichelden

Mein Leben als Comic. Als ich noch im Plattenladen gearbeitet habe, war es immer Hotze, dem genau die Sachen passierten, die ich auch ich durchmachen musste (von der Sache mit der Badewanne mal abgesehen »Hauptsache, kein Land mitgekommen«). Heute sind’s die Kopozky-Strips, in denen ich und Kollegen aufzutauchen scheinen.

Passiert nun eigentlich allen Plattenhändlern/Webdevelopern dieser Erde immer dasselbe? Gespenstisch. Vielleicht auch ein wenig langweilig.

Zoll verschenkt Gras

Boulevardnachrichten: Ein japanischer Zollbeamter versteckte zum Testen seines Drogenhundes 142g Gras in einem zufällig ausgewählten Gepäckstück. Wohl in der Sicherheit, dass der Hund das Gras schon finden werde, vergaß er auch gleich wieder, in welches Gepäckstück er die Drogen gelegt hatte. Ob diese Vergesslichkeit auf den Genuss desselben Grases (waren wahrscheinlich 150g, oder?) zurückzuführen ist und ob der Hund auch etwas davon bekam: man weiss es nicht! Jedenfalls verfehlte der Hund die Drogen und der Zollbeamte die Tasche… Gras im Gegenwert von ca. 6.500 Euronen wechselten den Besitzer.

Und der war dann nicht mal so ehrlich, es abzugeben… Kopfschüttel.

Wählen gehen?

Heute sind Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein. Der geneigte Bundesbürger steht also in der Pflicht, seine Stimme abgeben zu gehen. In irgendeiner schummrigen Schulaula muss er von seinem Stimmrecht Gebrauch machen. Dabei entscheidet er nach Tageslaune, jahrelanger aufmerksamer Verfolgung der hiesigen Kommunalpolitik oder durch das Los. Anders als in den vielen Wahlen zuvor, die ich schon erlebt habe, kämpfe ich dieses Mal mit einem neuen Problem: ich weiss nicht, was ich wählen soll. Das ist mir überhaupt noch nie passiert. Aber ist ja auch kein Wunder: ich lebe in Lübeck.

Die Vorraussetzungen: Lübeck ist die kleine Hansestadt, deren Wahrezichen alle vom alten Fuffzig-Mark-Schein oder vom neuen 2-Euro-Stück kennen. Früher lag Lübeck im Zonenrandgebiet, bildete das Bollwerk zum Osten und die äußerste Nordöstliche Ecke der Bundesrepublik. In diesem Sinne hat sich Lübeck bis heute von der sog. Wiedervereinigung nicht mehr erholt. Der Stadt wurden die hervorragende Lage, die Zonenrandgebietssubvention und der Blick gen alte Heimat in einer Nacht geraubt. Man dachte noch ungefähr einen Tag daran, jetzt das Ausflugs- und Einkaufsziel des ganzen Nordosten werden zu können, aber dieser Nordosten ist inzwischen erfolgreich entvölkert worden und durch reiche, aber reisefaule Rentner ersetzt: kein Geschäft zu machen.

So ist Lübeck pleite, pleite, pleite. Es ist kein Geld da, keines. Im Gegenteil, wer immer die Regierung hier übernimmt muss sich sicherlich tagtäglich mit Glübigern herumärgern. Und so scheint es, dass auch gar keiner die Regierung übernehmen will. Ist halt ’nen Scheissjob, der da wartet, den Mangel verwalten, das ist etwas, das macht man halt nur, wenn Aussicht auf Besserung besteht. Und es haben ja auch alle schon einmal versucht und sind gescehitert. Nein, in Lübeck gibt es für die Parteien keinen Blumentof zu gewinnen. Und so verhalten sie sich auch.

Werbung: Plakate der SPD hab‘ ich noch keine gesehen. Dafür kandidiert eine Angela-Merkel-Doppelgängerin für die Sozialdemokraten—das ist auf jeden Fall eine Lachnummer. Stattdessen flatterten zwei Wurfbriefsendungen ins Haus, die versprachen: mit uns wird Lübeck besser, oder so in der Art. Das hab ich glatt mit der Wurfpostsendung der CDU verwechselt, denn die sagte ungefähr dasselbe. Die CDU hat auch plakatiert, aber ist dabei irgendwie geistig ein wenig vom Weg abgekommen: man warnt nämlich vor einer rot-rot-grünen Koalition im Stadtrat, vor einer Hessen-Lüge. Diese moderne Dolchstosslgegende aus dem fernen Hessen hat mit Lübeck nun aber auch gar nichts zu tun und soweit man weiss regiert dort doch auch eher die CDU, oder täusche ich mich? Außerdem plakatiert die CDU seit zwei Wochen das Gesicht ihres Kandidaten. Das hatten sie sich schon recht überlegt, denn der Mann ist wirklich mehr abschreckend, als dass mit ihm etwas zu gewinnen wäre. Die FPD-Plakate konnte ich vom Auto aus nicht lesen, denen muss es irgendwie schlecht gehen, die hängen nur selbstgemaltes und tintenstrahlgedrucktes aus. Die Linke hat einfach keine spezielle Plakate für Kommunalwahlkämpfe, sondern hat allgemeines zur Politik zu sagen. Das hat dann mit Lübeck wenig zu tun, genauso wie der pseudo-persönliche Brief von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, die versprachen, im kleinen wie im Großen die richtige Politik machen zu wollen. Ganz in meinem Sinne. Der Rest ist Schweigen.

Nein doch nicht: die Grünen in Flensburg waren fleissig und haben einen Wahlwerbespot gemacht. Für den Inhalt sind sie selbst verantwortlich, auch wenn’s am Ende anders aussieht:

httpv://youtube.com/watch?v=erD9JOJjWM4

Dann gibt es noch einige lokale Initiativen, die in den Stadtrat wollen. Leider verraten die nur selten direkt, welch‘ Geistes Kind sie sind. OK, man kann sich vorstellen, dass der Lübecker BUNT e.V jetzt keine verkleideten Rechten sind, aber durch Programme o.ä. machen sie das nur auf Nachfrage deutlich. Ihre Aussagen sind eher allgemein gehalten. Ebenso ist die Idee der Bürger für Lübeck schwierig auf die Goldwaage zu legen: man will jeseits der politischen Ideologien eine Politik des gesunden Menschenverstandes machen. Und dann gibt es noch die Zentrumspartei, die zwar auf eine lange Tradition zurückblickt, aber was beudetet das heute noch? Zu guter Letzt zwei Einzelbewerber, der eine Zollbeamter (sorry, Feindbild) und der andere Schüer (ja, nee, is klar…).

Der letzte Absatz gewinnt an Interesse, wenn man sich daran erinnert, dass man die 5%-Hürde abgeschafft hat, aufgrund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Februar 2008. Damit bekommen die kleinen Parteien und Wählergruppen natürlich mehr Gewicht. Mir hilft es jedoch nicht bei der Entscheidung. Immerhin ist die Wahlbeteiligung mal wieder niedriger als bei dér letzten Wahl. Bis 14 Uhr waren nur 29,4% der Bürger an der Wahlurne, meldet der NDR… ach, ich geh‘ mal los und nehm‘ nen Würfel mit…

Towel Day

Heute ist Towel Day!

Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er autoniatisch annehmen. er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw, usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade »verloren« hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.