Es wird werden

Wer mit der Entwicklung für das mobile Internet beschäftigt ist, liest und hört viel Text, in denen Worte und Formulierungen wie »wird«, »in Zukunft«, »demnächst«, »in Vorbereitung«, »Quartal X« oder »noch in diesem Jahr« die Hauptrolle spielen. Die Ankündigung hat sich in Sachen mobil zu einer eigenen Textgattung gemausert und man bekommt mithin den Eindruck, dass vielerorts nicht mehr auf Launches oder Produkteinführungen, sondern nur noch auf deren Ankündigung hingearbeitet wird. Im Vergleich zum »release early, release often« des Web 2.0, nun eher ein »talk early, release never«. Gerade nach großen Messen ist es dabei schwierig den Überblick zu behalten, da bspw. angekündigte Produkte von der Messe aus dem letzten Jahr vielleicht noch gar nicht am Markt sind, trotzdem aber schon neue angekündigt werden müssen. Schwierig auseinanderzuhalten ist da, was realer Plan und was feuchter Traum der Produktentwickler ist. Zumal dann auch schon mal das Produkt aus dem Vorvorjahr mit anders angeordneten Knöpfen und unter neuem Namen nochmal gelauncht wird, damit man irgendetwas hat.

Kommen nun zu etwas völlig anderem.

Aldi Nord hat gerade wieder das Medion-Android-Tablet im Angebot und ohne es genutzt zu haben, allein durch die Erfahrungen mit seinem Vorgänger, kann ich von der Anschaffung nur ausdrücklich abraten. Der Vorgänger glänzte ja nicht nur mit dem aus Entwicklersicht einmaligen Feature, dass der »Portraitmodus« dort ist, wo ein angetrunkener Produktdesigner das »Lifetab«-Plastikschild hingebappt hat und nicht da, wo ihn 99,99% aller Menschen inklusiver aller anderen Tablethersteller vermuten, sondern auch durch ausgesprochene Trägheit und Unterpowerung. Einmalig auch: der nicht abstellbare Startsound, zu dem unser Büro inzwischen an Micheal Jackson Thriller angelehnte Gruppentänze aufführen kann, weil man nach jedem Absturz… aber ich schweife ab. Aldi jedenfalls wirbt mit diesem einmaligen Slogan für das neue Gerät: »Android 3.2 vorinstalliert – Kostenloses automatisches Update auf Android 4.0 in wenigen Monaten verfügbar! (Hervorhebungen meine).

Letzteres habe ich inzwischen auch schon in einer offiziellen Version gesehen, nämlich auf dem Asus Transformer Prime und ich muss sagen: tatsächlich, das könnte etwas werden. Nun sieht Android 4 dort genauso aus wie 3.2, aber es läuft gut, und das ist das große Ding: die Beta des Google Chrome funktioniert. Es ist noch nicht alles verloren. Man muss allerdings anmerken, das »Prime« steht für definitiv nicht unterpowered und superteuer, der Vergleich mit der Aldikrücke verbietet sich. Dafür macht es beim Absturz nur ein niedliches kurzes Ping und meldet sich mit einem seichten Gong wieder zurück. Ja, genau…

404-Seite

Den Gag mit der 404 Fehlerseite hatte ich mir aus Gründen des Tagesgeschehens aufgespart, nun ist zwar noch nicht endgültig Gras über die Sache gewachsen, aber ich präsentiere mal trotzdem, mit Verspätung: meine 404 Seite. Hoffe die kriegt man nicht all zu oft zu sehen.

Offline

Als Alternative zur Apptisierung des mobilen Internets wird immer wieder die Webapp genannt. Ebenso oft wird betont, dass native Apps den Webapps in UI und Features überlegen sind. Die Browser holen jedoch langsam auf, z.B. mit der Möglichkeit Geodaten zu lesen, oder auch Zugriff auf eine im Smartphone integrierte Kamera zu erhalten. Und dann ist das noch das Feature der offlinefähigkeit. Im folgenden will ich einige Techniken dazu kurz anreissen, zum einen um (mir) einen Überblick zu verschaffen, zum anderen um feststellen zu können, wie weit wir denn technologisch heute sind, in Sachen offline. Zum über den Onlinezustand hinaus gehenden Speichern von Daten stehen im wesentlichen drei Techniken zur Verfügung.

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Free-Font »Ernst 55« laden und spenden

Pro Download der Schrift »Ernst 55«, der Handschrift des 55-jährigen Ernst, der in diesem Alter just Lesen und Schreiben gelernt hat, spenden Volks- und Raiffeisenbanken 1 Eurone an Ernsts Selbsthilfegruppe. Das ist Werbecharity, aber gute, also los, los…

Jean Giraud aka. Moebius

Der Comiczeichner Jean Giraud, den viele vielleicht nur als Moebius oder Mœbius kennen, ist gestern im Alter von 73 Jahren in Paris verstorben. Giraud schuf mit Blueberry einen der bekanntesten Western-Comics, war andererseits später aber Mitgründer des Métal hurlant, dem Magazin, das unter dem Namen Schwermetall in Deutschland erschien und damit mein erstes großes Vorbild in Sachen Comics.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=31eMG8MoXD8

Ich selbst war damals (Achtung! Opa erzählt vom Krieg von den düsteren 80ern…), war also damals den typischen Weg von der Einstiegsdroge MAD (siehe hierzu auch via Felix dieses Interview mit Herbert Feuerstein), über U-Comix (manchmal indiziert) zu Schwermetall (dauernd indiziert) gegangen. Also von Don Martin über Édika (bitte selber googeln) zu Moebius sozusagen. Ich betone diesen Weg, weil Moebius in einem Interview selber mal zu gesagt haben soll, dass die ersten mit Moebius signierten, satirischen Zeichnungen für das Hari-Kiri seine Begeisterung für MAD widerspiegelten.

Moebius Geschichten für Schwermetall waren allerdings immer extrem intensive, episodenhafte und sehr dichte Science-Fiction, Roadmovies auf fremden weit entfernte Planeten, oft habe ich sie auch wohl nicht in Gänze verstanden. Ich mag bis heute aber vor allem auch den gleichzeitig flächigen, aber realistischen Stil, der aber regelmäßig die surrealsten Welten schuf.