Links #7: you are probably not one of them

Luke Wrobelski hat sich Scott Smith‘ Vortrag Lessons for Developing Tablet Apps (for Non-Developers) – ich schreib jetzt mal – angetan. Und eher als ein Blick auf die Entwicklung von Tablet-Apps bekommen wir Einsicht in die Welt der Chefetagen: Keep the development cycle as short as you possibly can. Only 2-3 people should be talking to developers and you are probably not one of them. Har. Har.

John Gruber berichtet vom iPhone 4S in den höchsten Tönen, vor allem lobt er Siri über den grünen Klee. Und analysiert ganz gut, was von dem digitalen Assistenten zu erwarten sein wird. Nur kurz geht er auf die Frage ein, warum es Siri nur für das 4S gibt (und beispielsweise nicht für das iPad2). Dieser Frage widmet sich dafür ausgiebig Matthias Schrader im Fischmarkt: weil die Server Geld kosten.

Zu guter Letzt noch ein Beinahe-Rant zum Thema Dart. Wenn ich Texte von PPK lese habe ich immer seine Stimme im Ohr, und lese alles in niederländisch-englisch. Das funktioniert besonders gut, wenn er sich aufregt, wie hier über Googles Versuche Java in den Browser einzubauen. Recht hat er!

Leselinks #6

Wer hätte das gedacht die Benutzung von display:table zeigt Effekte bei Screen-Readern, namentlich: es wird „Tabelle“ angesagt, wo keine Tabelle ist. Demnächst werden dann auch spans mit großer Schrift als Überschriften angesagt und ich kapituliere dann endgültig vor den Hilfstechnologien. Auf solche Fehlleistungen kann man vielleicht ja mit den best-practices für Frontendler reagieren, aber ob das hilft…

Der Netzökonom hat festgestellt, dass der Medienwandel sich noch beschleunigt hat — wir sind nicht überrascht: 20 Mio. Menschen nennen das Netz als erste Newsquelle. Vielleicht auch, weil man da alles so schön zusammengestellt bekommt, wie in dieser Artikelsammlung „Staatstrojaner“ von Kristian Köhntopp. Da bleibt kein Auge trocken. Google+ hingegen ist wohl weniger am Medienwandel beteiligt, denn nach den Early-Adoptern kamen die Spammer, meint Stephan Koß und liegt nicht ganz falsch damit.

Leselinks, Fronteers CSS Edition

Das habe ich an anderer Stelle schon erwähnt, aber die Slides der Amsterdamer Konferenz, hat Darius Kruythoff zusammengetragen. Alle sehr lesenswert. Dabei funktionieren ohne Talk wahrscheinlich Lea Verous CSS3 Secrets, Divia Manians (Opera) The new developer Workflow (bitte mit Pfeiltasten bedienen) und Jake Archibalds In your font-face am besten.

Lea Verou bedient sich ihres eigenen Online-Präsentationssystems, das er hier als Demo zu sehen gibt und hier da zugehörige Github-Projekt. Unter cubic-bezier.com hat Lea übrigens ein Tool zur Verfügung gestellt, um die CSS3-Funktion cubic-berzier() mit Leben zu füllen. Sehr cool. Was die Funktion macht steht widerum in ihrer Präse. Lea kennt man übrigens von ihrer CSS Patters Demo, zum Beispiel.

Aus den Slides von Divia Manians ist mir ganz dringend compass im Ohr geblieben, ein Framework, das auf SASS aufsetzt.

Ebenfalls auf der fronteers wurde mir dieser hervorragende Link mit incredibly useful CSS snippets zugespielt. Was mehr als zutreffend ist: bitte sofort ausdrucken!

Wer viel mit Browsern und Tests zu tun hat, der kann sich ja mal Browserstack anschauen, für das John Resig die Werbetrommel rührt. Dort bekommt man Testbrowser in virtuellen Maschinen in der Cloud…

Fronteers 2011

Aral Balkan bei seinem Eröffnungstalk. Bild: some rights reserved by andreasdantz

Freitagnacht bin ich von der fronteers zurückgekommen, es ist jetzt Montagmorgen und ich bin immer noch ein Stück weit geflashed. Ich gehe ja schon ein paar Jahre auf Konferenzen, aber ich bereue ernsthaft, es vorher noch nie nach Amsterdam geschafft zu haben.

Das Konzept der Konferenz ist einfach und dabei völlig bestechend: es gibt zwei Tage nur große Sessions (mit einem Workshoptag vorne dran und einer Jam Session am Abend vorher) mit allen 450 bis 500 Zuhörern. Das geht natürlich nur, weil der Veranstaltungsort eines der schönsten Filmtheater ist, das Amsterdam, wahrscheinlich Europa, zu bieten hat. In den gemütlichen Kinosesseln lässt es sich aushalten. Um aber 500 Leute zwei Tage zu fesseln, benötigt man natürlich ein Aufgebot hochkarätiger Speaker, die möglichst viele Facetten des Bereichs Frontendentwicklung abdecken. Mir persönlich hat dabei die gute Mischung aus Techtalks und motivational speeches besonders gefallen. Aber natürlich auch die Namen, die aufgerufen wurden. John Resig gab seinen, nach eigenen Angaben, last scheduled speaking engagement, for the time being, Bruce Lawson referierte zu HTML5, Lea Verou weihte die gebannte Zuhörerschaft in ihre CSS-Experimente ein, und so weiter und so fort. Darius Kruythoff hat die meisten Slides bei Google+ zusammengetragen. Und last but not least: das Publikum. 500 ausdrückliche Webentwickler. Keine Webdesigner und -dekorateure, keine Art Direktoren oder Account Manager und eigentlich auch keine Backendprogrammierer und Systemmanager (wobei das ja alles nette Leute sind): eine Konferenz von und für Webdeveloper!

httpvh://www.youtube.com/watch?v=4wMCQ2UAt0w

Und wenn es doch mal zu stickig wurde, hat man einfach Seb Lee-Delisle auf das Auditorium losgelassen, der grafische Javascript-Experimente vorführte, u.a. eine Nyan-Cat-Jagd über die Smartphones der Anwesenden… Perfekt.

Steve Jobs

Steve Jobs ist tot. Mit nur 56 Jahren verlässt uns damit einer der großen Visionäre unseres sogenannten Computerzeitalters.

Ersten Kontakt mit der Welt des Steve Jobs hatte ich Anfang der 90er Jahre. Ich programmierte seinerzeit Mailboxsysteme für Mittelständler, die in der (damals noch) Pre-Internetzeit elektronischen Datenaustausch mit Kunden benötigten. Einer meiner Auftraggeber hatte in seiner mit Computerbauteilen und Bildschirmen völlig zugemüllten Wohnung auf dem Schreibtisch im Wohn/Arbeitszimmer zwei (!) sogenannte Pizzaboxen stehen. Die flachen NeXT-Rechner fielen vor allem durch den (für damalige Verhältnisse) wirklich riesigen Farbbildschirm und die völlig untypische schwarze Farbe auf. Da ich immer nur zu Besprechungen dort war, habe ich die beiden Boliden allerdings nie im Einsatz erlebt, sondern bewunderte ausschließlich deren Bildschirmschoner, die berühmten fliegenden Toaster. Was auch alles war, was mich von damals bis zu meinem ersten eigenen Rechner der von Jobs konzipiert war begleitete: die fliegenden Toaster installierte ich auf jedem PC, den ich nutzte.

Was sich so albern anhört, ist aber in Wirklichkeit für das Phänomen Jobs, und das was er dann letztendlich aus der Firma Apple gemacht hat extrem typisch. Ein PC konnte noch so aufgerüstet und schnell und fantastisch ausgestattet sein, er sah doch immer aus, wie ein langweiliger grauer Kasten. Rechner, die Jobs ersann signalisierten dagegen schon von außen extrem ihre inneren Werte. das konnten sowohl Erhabenheit, Verspieltheit oder auch Wertigkeit sein. Jobs hat den Rechner zum Freund gemacht: nicht umsonst steht in meinem Arbeitszimmer immer noch ein grüner iMac herum, den ich mir gebraucht zulegte, als er eigentlich längst technisch überholt war. Am Ende haben wir ihn nur noch als CD-Player benutzt, aber eben benutzt. Mein erstes MacBook habe ich vor dem Öffnen immer gestreichelt, und das bei, wie ich glaube, immer vollem Bewusstsein. 

Steve Jobs hat Computern Leben eingehaucht und ebenso der Computerindustrie, dem Silicon Valley. Hätte es nur Microsoft gegeben, wäre die Welt eine andere geworden, wohl eher nicht besser, als sie heute ist. Man kann nur hoffen, das Apple nun auch ohne Steve Jobs das bleibt, was er dort hineingedacht hat. Eins ist aber auf jeden Fall sicher: wir werden Steve Jobs noch vermissen.

Leselinks #4

Immer noch Facebook? Der Gastbeitrag von Benjamin Siggel in der Spackeria beweist zwei Dinge: a) Piraten haben offenbar eine Tradition für gewöhnungsbedürftige Spitznamen und b) ein Faible für ebenso gewöhnungsbedürftige Vergleiche. Man schmäht sich jedoch immer noch mit angezogener Handbremse, obwohl die Datenschützer (also die mit dem gleichnamigen Amt), das Netz – wie es heute funktioniert – offenbar nicht verstehen (wollen).

Ganz anders hält man das mit dem Schmähen beim amerikanischen Rolling Stone. Monarchie & Alltag verweist auf dessen wundervolle, lesenswerte Schmähkritik an Michele Bachmann. Oder Beachmann? Bachmann is a religious zealot whose brain is a raging electrical storm of divine visions and paranoid delusions. Great stuff.

Jonathan Longnecker (heisst wirklich so), ist der Ansicht, dass Responsive Webdesign langweilig ist und meint damit allzu eintönige Gridlösungen, die derzeit die Runde machen. Etwas gewollt provokativ, aber auch nicht ganz falsch.

Als ich Let’s talk iPhone in meine Glaskugel einspeisen wollte, ist die glatt kaputt gegangen, deswegen enthalte ich mich der Spekulationen. Gerrits Glaskugel ist offenbar auch kaputt, hat er aber nicht gemerkt, deswegen hat er ein paar ganz heisse Vorhersagen zu machen.