Steve vs. Opera

Es ist wirklich schon ein Spass, das geheime Tagebuch von Steve Jobs zu lesen, im Ernst. Diesmal gibt’s für Opera eins auf die Mütze, denn Steve ist natürlich höchst verärgert über Operas Werbevideo, das iPhone und Opera Mini 4 miteinander vergleicht. Das kann man so natürlich nicht stehen lassen, Steve! Denn Opera Mini ist der beste Handybrowser ever. Da sehen sogar die Zeit-Seiten gut drin aus, auch ohne exzessives Blättern. Und wenn das iPhone mit ähnlichen Macken kommt, wie Safari3Win (Himmel, die Anzeigebugs sind immer noch nicht gefixt!), dann bleibt das auch erstmal so. Ende der Durchsage.

Ach ja: das Video habe ich allerdings nicht so ganz verstanden, vielleicht liegt mir der finnische, schwedische, norwegische Witz auch nicht so. Aber es ist ja auch wie Hape Kerkeling schon immer gesagt hat: »Norwegen ist lang und weilig…«

Safari/WebKit WebInspector

Bei Surfin‘ Safari wird ein neuer Webinspector für die WebKit nightly builds angekündigt, der mit einer ganzen Latte neuer Funktionen aufwartet, die einem aber irgendwie auch bekannt vorkommen:

  • Completely redesigned interface, no longer a transparent panel
  • Works with any WebView inside third-party applications, not just Safari
  • Supports docking to the inspected page
  • Shows all resources included by the page, sorted into categories
  • Global search through all text-based resources
  • Console to show errors and warnings with live JavaScript evaluation
  • Network panel showing resource load timeline along with HTTP request and response headers
  • Resource size and load time summary graph in the Network panel
  • Syntax highlighted HTML source
  • Inline JavaScript and HTML error reporting

Yepp, ziemlich Firebug-a-like, natürlich.

Kein Web2.0 in Deutschland?

Die großen Web2.0-Seiten beginnen sich nach Europa zu wenden und wie die letzte Woche bewiesen hat, bedeutet das nicht nur, dass man sein 2.0-Erlebnis nun endlich in Landessprache geniessen kann, sondern daß einem dabei auch die lokale Gesetzgebung einen Strich durch die Rechnung machen kann, siehe Yahoo-Flickr-Chaos. Offenbar versetzt unsere Rechtsprechung den angloamerikanisches Recht gewöhnten Anwalt in Angst un Schrecken und das nicht zu Unrecht. Vom Standpunkt Amerika aus gesehen ist die Entscheidung denn auch nur logisch, wenn es sich lokal auch um ein Debakel handelt, woran aber nicht zuletzt die miese Kommunikationspolitik im Hause Yahoo Schuld ist.

Die Frage ist doch aber eigentlich: macht das jetzt Schule? Gerade hat YouTube den Sprung nach Europa gemacht und lokalisierte Versionen seines Videoportals für Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Polen und Großbritanien gestartet [via]. Dort geht es natürlich, noch mehr als bei Flickr, um den lokalisierten Content, einfach weil mehr Sprache im Spiel ist als bei Bildern. Interessanterweise gibt es kein lokales Portal für Deutschland! Da muss man sich schon fragen, ob das ein Plan (»in Deutschland launchen wir später, aber richtig«), ein Versehen (»Deutschland? The nazis do video?«) oder eben Absicht (»Deutschland? Lieber nicht, schaut auf Flickr.«) ist. Und wenn es YouTube Germany gäbe, wie würde dann Google mit der deutschen Gesetzgebung umgehen? Anders als Yahoo?

Das kann noch sehr spannend werden, denn letztlich stellt sich die Frage, wie Web2.0-fähig unsere Gesetzgebung ist, bei der immer mehr Verantwortung für die Nutzerinhalte beim Betreiber einer Site abgelegt wird und ist. Foto- und Videosharing betrifft das genauso wie Foren und Blogkommentare. Was den deutschen Forenbetreiber vor Gericht treibt, hält den ausländischen Großkonzern von einer Lokalisierung offenbar ab. Solche Zugangsbeschränkungen zum Markt sind aber im Internet völlig tötlich und unsinnig.

Man mag jetzt auf Yahoo/Flickr einschlagen, aber man sollte auch nochmal in Sachen deutscher Gesetze und Einschränkungen des Internet aktiv werden. Die ist nämlich wirklich schlimm, egal, ob es sich um Gerichtsentscheidungen handelt, um Abmahner oder um das, was unsere »Volksvertreter« so mitunter auf den Weg bringen.

Der lange Weg zur Fünf

Gestern haben wir hier im Büro diskutiert, wie alt man wohl höchstens sein darf, um im Arbeitsleben noch mit HTML5 zu tun zu bekommen… also ehrlich gesagt, wir haben ziemlich rumgefeixt. Trotzdem habe ich da mal ein wenig recherchiert, denn meine Aussage: »Dann bin ich alt und grau« ist ja eher auf subjektiver Erfahrung, als auf Fakten gegründet. Im WHATWG Blog bin ich denn auch schnell fündig geworden. Dort berichtet Simon Pieters von einer Präsi über HTML5, und vor allem von der folgenden Diskussion. Und tatsächlich, die WHATWG-Leute scheinen das ähnlich wie ich zu sehen:

When will HTML5 be finished? What is the time line?

That’s up to how fast browser vendors implement it. The W3C HTML WG’s roadmap says that HTML5 will advance to Recommendation by 2010, but I don’t think it is realistic to think that browser vendors will have implemented everything completely and correctly by then. Around 15 years is more realistic, however that doesn’t mean that you will have to wait 15 years until you can use HTML5.

Hervorhebungen von mir. 15 Jahre sind natürlich schon heftig, alt und grau bin ich dann allerdings hoffentlich noch nicht. Naja, alt vielleicht. Wobei, vielleicht auch grau, denn den letzten Satz kann man leider genauso gut als Drohung, wie als Hoffnungsschimmer begreifen: bis HTML5 flächendeckend implementiert ist (wieviele Browser wird es eigentlich in 15 Jahren geben? Steve?), darf man sich schoneinmal damit herumschlagen… sagt der Pessimist. 😉

Safebrowsing API

The Safe Browsing API is an experimental API that allows client applications to check URLs against Google’s constantly-updated blacklists of suspected phishing and malware pages. Your client application can use the API to download an encrypted table for local, client-side lookups of URLs that you would like to check.

Mit der Safe Browsing API kann man in Zukunft seine Seiten und Netzwerke gegen Links zu Phishing-Seiten absichern. Merken.

One more thing: Safari Windows (nochmal)

Nachdem ich gestern schon über Safari für Windows gewütet habe, bin ich nach einer ausgiebigen Testfahrt nict wirklich besser auf Steve Jobs zu sprechen. Es ist ein lustiger Gag, am Ende einer Präsentation nochmal ein Riesending als Kleinigkeit zu verkaufen (»One more thing…«), aber man muss sich fragen, ob der gute Steve dort sich und seinen Entwicklern wirklich einen gefallen getan hat.

Es wird berichtet, dass Safari auf einigen Desktoprechnern aufgrund von Grafikkartenproblemen einen Bug hat, nämlich das sämtliche als <bold> und <em> und als Header ausgezeichnete Codeteile nicht anzeigt. Das kann ich bestätigen, gleich mit zwei getesteten Desktoprechnern (auf dem MacBookPro [mit Vista] läuft Safari dagegen). Egal, wie häufig diese Probleme nun sind, Apple zeigt damit zwei Dinge:

  • »Hey, das ist Windows, da geht man mit mangelhaft getesteten Produkten zu einem verfrühten Zeitpunkt an den Markt!«, und…
  • »Wir arbeiten genauso schlecht, wie ihr alle da draussen.«

Während ich den ersten Punkt als (deplazierte) Borniertheit verstehe, empfinde ich für die zweite (von mir in den Mund gelegte) Aussage sogar ein wenig Sympathie, allerdings nicht für Jobs. Und ich muss mir für meine evangelistischen Angriffe auf Windows-User etwas anderes einfallen lassen als »…weil Apple eben vieles richtig macht!«.

Was mich wirklich wurmt ist, daß ich nicht wirklich der Ansicht bin, einen weiteren Browser unter Windows zu brauchen, den man in Zukunft mittesten muss. Eric Meyer sieht das übrigens ähnlich:

Because the world needed another browser/platform combination to test, Apple has released a beta version of Safari for Windows.

In der Tat kommen da viele weitere Teststunden auf uns zu, was zwar auch meinen Job sichern hilft, aber auch langweilige und ungeliebte Arbeit bedeutet. Helfen könnte dabei das Debug-Menü, das sich auch unter Windows aktivieren lässt. Und Apple hat mit dieser Beta gleich den Beweis geliefert, dass Safari auf Windows nicht mit Safari auf Mac gleichzusetzen ist. Andererseits gewöhnt sich Apple an die Windows-Welt meiner Meinung nach ein wenig zu schnell: schon am ersten Tag wurden die ersten Sicherheitslücken entdeckt.

[via Simon Willison, ditto.]

Nielsen mal wieder

Was ich an Jakob Nielsen so hasse sind genau diese hab ich Euch doch gesagt Texte. Der Mann macht jede wissenschaftliche Erkenntnis durch seinen dauerhaft erigierten Zeigefinger zu nichte, zumal er gerade in diesen Teilen seiner Texte weder richtig zitiert noch seine Äußerungen wirklich belegt. Ach verdammt und trotzdem lese ich es immer wieder.

Phishing at MySpace

Not all phishing attacks target sites with obvious financial value. Beginning in mid-March, we detected a five-fold increase in overall phishing page views. It turned out that the phishing pages generating 95% of the new phishing traffic targeted MySpace, the popular social networking site. While a MySpace account does not have any intrinsic monetary value, phishers had come up with ways to monetize this attack. We observed hijacked accounts being used to spread bulletin board spam for some advertising revenue. According to this interview with a phisher, phishers also logged in to the email accounts of the profile owners to harvest financial account information. In any case, phishing MySpace became profitable enough (more than phishing more traditional targets) that many of the active phishers began targeting it.

Mal davon abgesehen, dass es eigentlich nur eine deutsche Community gibt, wo sich soetwas lohnen würde (aufgrund der Aussicht auf Daten und Erfolg),… man sollte durchaus ein Auge auf solche Dinge haben. Insgesamt sehr interessanter Artikel beim Google Online Security Blog, wenn er auch zum Ende hin sich eher an die Anfänger wendet („immer schön das Anti-Viren-Tool updaten…“).