10, 20, 30 Geheimnisse über…

Man soll sich nicht aufregen. Aber ist mal jemandem die Welle der – ich nenne das jetzt mal – »10, 20, 30 irgendwas-Postings« aufgefallen? Die 10 besten Firefox-Plugins, die 20 besten Tipps, wie man ein Blog führt, die 30 besten Firefox-Plugins, 40 tolle Freeware-Apps, 50 beste GTD-Tipps, 60 Tipps, wie man 50 GTD-Tipps in den Griff bekommt, die 150 besten Firefox-Plugins und so weiter und so fort. Mal davon abgesehen, daß dieses Titelschema anscheinend irgendwie klickfördernd wirkt, und davon abgesehen, dass sich die Inhalte (gerade und ganz besonders bei den Firefox-Extensions/AddOns/whatever) immer und immer wiederholen – bei den ganze Firefox-Plugin-Orgien schreibt auch noch einer beim anderen falsch ab, das ist besonders schlimm: es langweilt mich zu Tode. Und ist irgendwie auch kaum noch mit wirklicher Recherchearbeit verbunden, vielmehr mit Recycling: ich meine, wenn ich mal meinen del.icio.us-Feed für das Tag »Firefox« zu einer HTML-Seite zusammenstricke, dann haben wir auch die »200 besten Firefoxtricks aller Zeiten«. Aber das will man doch nicht, da kann man doch den Feed lesen.

Und noch mehr offline: Google Gears

Die Welt scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, uns unbedingt offline zu stellen. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, daß nun auch Google ein Offline-Toolkit zur Verfügung stellt: Google Gears. Selbiges muss man sich installieren, es steht für Windows, Mac und Linux, und dort für Firefox und Internet Explorer 6+ zur Verfügung. Google Gears stellt ein versioniertes Offline-Storage-System (Local-Server und Database) für Web/Offlineanwendungen zur Verfügung, zusätzlich gibt es den Worker Pool, eine Art Laufzeitumgebung für Javascripte, die im Hintergrund ablaufen sollen, ohne den Browser zu blockieren.

Dare Obasanjo merkt ganz richtig an, dass wohl viele Webdeveloper diesem geschenkten Gaul ins Maul schauen werden, dass Google so seine eigenen Anwendungen immer weiter zu einer echten Konkurrenz zu bspw. Office-Programmen ausbauen kann und es ganz allgemein noch viele Webanwendungen mit Offline-Support geben wird. Bei Ajaxian stellt man mal wieder eine abgeänderte Version von RSS Bling vor, diesmal arbeitet der Demo-RSS-Reader natürlich mit Gears. Mit ähnlicher Technologie, aber meines Wissens nicht weit verbreitet war ja schon einige Zeit das Dojo Offline Toolkit am Markt, dort verkündet man stolz, das selbiges nun auch Google Gears als Plattform nutzen würde, mag sein, mag aber auch sein, dass man bei Nutzung beider Komponenten mit dem Amboss auf den Hammer zu schlagen droht. Ok, man muss es zugeben, ganz neu ist diese Offline-Geschichte nun nicht mehr und Google entwickelt wohl seit 2005 daran, hat sich also reichlich Zeit gelassen. Für Dave Winer jedoch ist das alles ein richtig alter Hut:

Something we had working in Radio in 2001. The key is something called a desktop web server. Nothing revolutionary about it. A database and CMS that runs on the local machine. I suspect that their approach will be heavier on the database and lighter on the CMS, since they like Ajax apps (as do many others, of course), where the content rendering happens in the browser, in Javascript.

Update: Noch schnell hinterhergeschoben: Google Reader ist die erste Google-App, die Google Gears nutzt.

Let’s work together

In stressigen Phasen kann es leicht mal zu Unstimmigkeiten in großen Teams kommen, beispielweise, wenn nicht alle Teammitglieder am gleichen Ort arbeiten. Durch die ausschliessliche Kommunikation via Telefon, Email und bspw. Jabber kochen die Emotionen schnell hoch und manchmal bricht sogar offener Streit aus. Sitzt der Kollege oder die Kollegin nur zwei Büroräume weiter, kann man sowas ja leicht beim Essen in der Kantine klären, wenn man möchte. Zuweilen erlebt man aber trotzdem einen »breakdown in communication« (sic!, Pinter), oder man hat Probleme mit Kollegen, die einfach weit weg oder sonstwie für persönliche Gespräche nicht greifbar sind. Soll vorkommen.

Bei Web Worker Daily kümmert sich gerade Judi Sohn um ein ähnliches Szenario und bietet ganz hervorragende Lösungswege an:

Start that email letting your colleague know exactly how miserable they’re making your life…but don’t hit send when you’re done. Walk away. Do something else. Relax. Get yourself to think clearly about the goals of the project, and the project only. Then come back and go line by line through your email and eliminate any words or sentences that don’t explicitly move the project forward. Make every word count, and keep it on the business.

Deeskalation galore. Interessant finde ich den Ansatz zum einen, weil er so schön ergebnisorientiert ist und zum anderen, weil er der typischen Situation: »Projekt kurz vor Abschluss oder Absturz, Stress, schnell kommunizieren, blitzschnell sarkastische und vergrätzte Mail zurückschreiben« so wunderbar zugegen läuft. Aufstehen, Weggehen, genau das entgegengesetzte machen. Und es geht interessant weiter: mit einem Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, denn ich persönlich könnte wirklich ausrasten… also gut, mir geht der Hut hoch, wenn eine Antwortmail aus einem Thread mit einem Mal an den Papst, seine Kinder und deren Vertreter weitergmailt wird, einfach um Druck zu machen:

Use bcc and cc carefully. When we’re frustrated with a colleague, and a project is on the line, we have a natural tendency to move into “CYA” mode by cc’ing and bcc’ing managing staff or other “oh, now you’re gonna get it” folks. Once you bring a third party into your dispute, there’s no turning back.

Nehmt Euch in Acht vor uns Fachinformatikern

45-Jähriger gesteht Bahn-Erpressung(…)

Der arbeitslose Fachinformatiker aus Niedersachsen gab am ersten Verhandlungstag zu, aus finanzieller Not gehandelt zu haben. Er habe Schulden aus seiner ersten Ehe gehabt und auf Grund seiner Hepatitis-Erkrankung seinen Job verloren. Laut Anklage soll der Mann im Februar versucht haben, die Deutsche Bahn um zwei Millionen Euro zu erpressen. Bei Nichterfüllung der Forderung habe er mit dem „größten Anschlag in der Geschichte der Bahn“ gedroht.

Wir sind zu allem fähig!

jQuery Dashboard Widget

Stand ich zunächst dem »Dashboard« (als Speicherfresser) eher mißtrauisch gegenüber, wendet sich so langsam das Blatt: 2GB Arbeitsspeicher und einige Plugins, die ich wahrlich nicht missen möchte haben ihren Teil dazu beigetragen. Ganz neu auf meinem Amaturenbrett: das jQuery-Reference-Plugin (via jQuery Blog), das mir so manchen Aufruf der (offenbar immer noch von Serversorgen geplagten jQuery-Doku) ersparen soll/wird.

Buttons!

Beim Roger in Schweden geht es gerade um den perfekten Linkbutton mit CSS, ein Thema, das einen wahrlich stundenlang aufhalten kann und bei dem man nie wirklich zum Ende kommt. Rogers Linkbuttons sollen: »automatische horizontal wachsen um beliebige Textmengen aufzunehmen; vertikal und horizontal wachsen, wenn der Text in der Schriftgröße wächst oder mehrere Zeilen hat; sein “Design” innerhalb sinnvoller Grenzen beibehalten; runde oder andere Ecken darstellen können; komplett klickbar sein und lesbar sein, wenn Bilder deaktiviert sind«. Das klingt nach einer unlösbaren Aufgabe eigentlich, denn das »sind ja gleich sechs Wünsche auf einmal«.

Tatsächlich ist das, was Roger dann dort gebaut hat ziemlich viel HTML- und CSS-Code: aber es funktioniert. Aber: es ist einfach unglaublch, was man anstellen muss, um in HTML/CSS vernünftige, ansprechende Buttons zu gestalten. Das zeigte bspw. auch gestern Particletree mit »Rediscovering the button element«. Linkbuttons, Inputs vom Typ „submit“, <button></button>-Konstrukte, es ist schier unmöglich auf allen Browsern identisch aussehende Buttons hinzubekommen, ohne ganze Buchkapitel in CSS zu schreiben, komplizierten und völlig unlesbaren HTML-Code zu produzieren – der noch dazu aussieht, als wenn man nur <tr> und <td> durch <div> oder <span> ersetzt hätte, und/oder und überhaupt Javascript zum Verschicken von Formularen einzusetzen. Regt mich das auf. Ach ja und sobald man dann beim Datei-Upload angekommen ist, geht sowieso alles Styling den Bach runter.

Herr Nielsen wird schreien: »das ist genau richtig so!«, denn die Bedienelemente des Browsers sollen so aussehen, wie die Bedienelemente des Betriebssystems bzw. des Webbrowsers selbst und hat eigentlich recht, nur dann besteht unsere Welt fürdahin nur aus Buttons mit den den Aufschriften »OK« und »Cancel«, vielmehr ist da nicht drin. Und was den Usability-Gurus gefallen mag, hassen die Designer und ihre Chefs. Selbst wenn man dem Webdesigner beibigen kann, das ein Button nunmal aussieht wie ein Button, spätestens drei Stunden nach dem Launch ruft der aufgeregt Chef an: »Sagen Sie mal, bei meinem Internet Explorer 5 auf Windows 98 sehen unsere Formulare aber ganz seltsam aus: DA MÜSSEN SIE ABER NOCHMAL RAN!«.

Ich fordere deshalb: …ja, was fordere ich eigentlich? Und von wem? Ach ja: liebe HTML Working Group, liebe Browserhersteller, wir brauchen zusätzlich zu den schon bekannten Inputs ein weitgehend gestaltbares und von allen Browsern unterstütztes (Link-)Button-Element. Also <button />, nur in allen Browsern funktional und mit zusätzlich der Möglichkeit, mit einem <href> einen Linkbutton daraus zu machen.

Auf der Suche nach: PHP/MVC

Beim MBR ist man auf der Suche nach dem perfekten PHP Application Framework und gemeinsam stellen wir alle fest: das Angebot ist lang aber nicht -weilig. Freundlicherweise sind dort mehr Frameworks gelistet, als man kennen muss, ein hervorragender Ausgangspunkt für Tests, allemal. Man könnte aber auch einfach das Framework mit dem albernsten Namen wählen: in die engere Auswahl gehören dann wohl »Blue Shoes« (wg. Sinnlosigkeit), »Medusa« (Mythologie ok, aber Medusa?) und »Qcodo« (sinnlosr webzwonullr Name). In der Liste fehlt natürlich das Zend Framework – also bei den ernstgemeinten Frameworks, nicht bei den albernen Namen.

jQuery 1.1.3 alpha

Mit einer ersten Testversion zieht jQuery 1.1.3 am Horizont auf. Viele Informationen gibt es noch nicht, lediglich deutliche Änderungen im Bereich Events, Selektoren und Animationen sind angekündigt.

CSS Neustart

Ganz offensichtlich habe ich den CSS Reboot mal wieder verpasst (huch!). Macht nix: am 1. Juli gibt’s das deutschspachige Pendant: den CSS Neustart (via pixelgraphix). Nicht das ich nun garantieren könnte, bis dorthin wirklich rebooten zu können: zuviele Entwürfe, Ideen, Ansätze, Layouts, ja sogar tonnenweise fertigen Codes sind bei mir schon den Gang allen Irdischen gegangen — aber ich werde es wieder versuchen. Nicht, dass mir das hier selbst nicht gefällt, aber ich möchte mal wieder etwas für mich machen. Und für meine Leser, von denen ich weiss, dass sie auch einen Kommentar hinterlassen, wenn sie etwas gut finden…