Medienblase, Echokammer und der Glaube an das Gute

Seitdem ich das Ergebnis der US-Wahlen kenne, frage ich mich, was da im Vorfeld falsch gelaufen ist. Ich war, möglichweise völlig auf dem Holzdampfer, der Ansicht, dass die Welt und die Mehrheiten in den USA sich einig waren in der Ablehnung von Trump. Eben das, was mir die Medien immer wieder vermittelt haben: Trump der Sexist, Trump der Rassist, Trump der Homophobe, den kann man einfach nicht wählen!

How did he pull off such a stunning victory? How did almost no one — not the pundits, not the pollsters, not us in the media — see it coming? [New York Times]

Aber nicht nur ich lag falsch, sondern nahezu alle Medien in den USA und in Deutschland sowieso. Die Demoskopen lagen ebenfalls falsch, gar nicht mal weil sie die Ergebnisse der Swingstates falsch vorhergesehen hätten, oder weil man alle vier Jahre stattfindende Wahlen einfach nicht vorhersagen kann.

Ich habe durchaus Kollegen, die dieses Ergebnis vorhergesagt haben, aber als einer, der im Grunde an das Gute im Menschen glaubt, aber auch gerne mal zĂĽndelt, habe ich das fĂĽr SpaĂź an der Katastrophe gehalten. Mit solchen Vorhersagen halte ich mich seit 1989 zurĂĽck, weil zu viel von meinem damaligen SpaĂźhorrorszenario eingetreten ist.
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