Spaced Alien

Wenn man sich im eigenen Büro plötzlich wie ein Alien fühlt, weiß man, dass man älter wird. Ein altes, dickes, grauhaariges, gebrechliches Alien, das gerne alte Folgen von Enterprise und IT Crowd referenziert. Und eben Spaced.

Manchmal bringt mich das ganz aus dem Häuschen, wenn ich sowas sage wie: »erinnert mich voll an den ravenden Fahrradkurier Tyres aus Spaced« und diese unangenehme Stille eintritt, die mir unmissverständlich signalisiert: keiner der anwesenden Jungspunde hat jemals Spaced gesehen und kennt Simon Pegg allenfalls als Scottie aus Star Trek. Oh meine Fresse, das ist sooo grausam.

Für den geneigten Leser sei an dieser Stelle die Aural History of Spaced empfohlen, die wahrscheinlich ziemlich gut die Bedeutung von Spaced für guys like me erklärt:

When I was a jobbing stand-up earning £50 a gig, I was pretty much like Tim, hanging around in the daytime playing video games and smoking weed. That was my life. Spaced came from our own flat-share experiences[…]

Sagt Simon—pun intended—der später viel zur Klärung der Frage beitrug, ob Zombies sich schnell oder eher langsam fortbewegen. Ansonsten gilt aber, wer es nicht kennt, soll es jetzt schauen und alle anderen einfach nochmal. Ich kontrolliere das spätestens nächste Woche. Schließlich hatte ich mal die passende Domain dafür.

Salt City Orchestra – The Book

Eine Geschichte von Unbedingt-Haben-Wollen. Als ich seinerzeit in der Plattenbranche anfing, als Stellvertreter des Kalifen sozusagen, hatte der Kalif beschlossen diese Scheibe nur sich und seinen Freunden zugänglich zu machen. Harte Zeiten waren das. Als ich dann selber Kalif war die Abteilung übernahm, fand ich einige Exemplare der Paper 001 im stillen Kämmerlein… ach schöne Zeiten waren das.

Salt City Orchestra begleiten mich seitdem durchs Leben und gehör(t)en in beinahe jedes House-Set, auch wenn ich dem Kalifen damit irgendwie etwas die Erkennungsmelodie geklaut habe. was mir an dem Track so gefällt ist die totale Deepness, gefolgt von einer Phase des Ausbremsens, wo man auf der Tanzfläche beinahe verrückt werden kann, bis es dann fast anthemmäßig ins „I write the book“-Sample geht. Sehr abwechslungsreich, kann man nicht lange laufen lassen, aber heizt tanzfaules Publikum auf jeden Fall an.

Wurde leider 2007 repressed.