Tales from the Loop

Der Loop ist eine von Menschen geschaffene wissenschaftliche Einrichtung, in der die Geheimnisse des Universums erforscht werden sollen. Gleichwohl werden eben diese Geheimnisse in der Kleinstadt ĂĽber dem Loop erlebbar.

Die Geschichte und die Achtziger-Ästhetik der Amazon-Produktion „Tales from the Loop“ erinnern ein wenig an „Stranger Things“ (Netflix), die Erzählstruktur abgeschlossener Folgen an „Black Mirror“ und mit Twin Peaks haben sich die Macher der Serie selbst verglichen. All die Vergleichen scheinen jedoch ins Leere zu laufen, wenn man die Serie sieht. Denn am Ende scheint vor allem die Ästhetik im Vordergrund zu stehen und die Menschen, nicht um Horror oder einen 80er-Soundtrack.

Was mich fasziniert ist, welche Rolle die Bilder von Simon Stålenhag bei der Erfindung und Umsetzung der Serie gespielt haben. Der Schwede Stålenhag war mir bisher kein Begriff und ich habe sicherheitshalber erstmal recherchiert, ob das ein Fake ist, tatsächlich aber sind seine Bilder wohl ausschlaggebend für die Serie gewesen.

Lexx – The Dark Zone

Ich bin wirklich hin- und hergerissen. Von Lexx – The Darkzone hatte ich mal in den 90ern eine Folge mit Rutger Hauer gesehen, die ungefähr so surrealistisch war, wie ich zu der Zeit breit war. Nun gibt es drei von vier Staffeln (die letzte wurde nie übersetzt, nur die ersten beiden überhaupt im sog. Free-TV gesendet) bei Amazon Prime, da hab ich mal… aber bei allem Surrealismus ist es doch streckenweise auch ziemlich albern und verkorkst und streckenweise auch sehr schlecht gealtert, irgendwie aber auch wieder kultig.

Zum Inhalt: Stanley Tweedle, der mal aus Versehen die Codes der Rebellen-Schutzschilde an die Armee „seines dunklen Schatten“ verraten hat und dadurch für die Zerstörung von 94 Reformplaneten verantwortlich ist, soll nun endgültig auf der Proteinbank aufgelöst werden, endet aber in den Wirren eines Aufstandes als Kapitän der Lexx, einem riesiegen planetenzerstörenden Raumschiff in Form einer Libelle, nein die Lexx ist eine Libelle, begeleitet von Zev (die als Ehebrecherin verurteilt wurde zur Sexsklavin umgewandelt zu werden, was aber zumindest teilweise schief ging, weil eine Clusterechse dazwischen kam), dem Roboterkopf Siebenneunzig (der unsterblich in Zev verliebt ist) und Kay, dem untoten Ex-Attentäter „seines allmächtigen Schatten“ (in den widerum Zev total verknallt ist). Zusammen entkommen sie in die Darkzone und suchen fortan ein neues zu Hause…

Die Idee der Serie ist mitnichten so schlecht, wie Ausstattung und die anfangs doch recht wirre Story zunächst vermuten lassen und irgendwie gewinnt man die vier Protagonisten auch recht schnell lieb, auch wenn sie zumindest in der ersten Staffel noch recht eindimensional daher kommen. Die Scherze sitzen leider nicht immer, vieles erscheint heute auch etwas aus der Zeit gefallen.

Die drei Staffeln sind zudem recht unterschiedlich. Die erste Staffel besteht aus vier 90-Minuten-Folgen, jeweils mit anderen Gaststars (Barry Bostwick, Tim Curry, Rutger Hauer, Malcom McDowell), wobei die komplizierte erste Folge, sowie die dritte mit Rutger Hauer die besten sind. In dieser Staffel und den ersten beiden Folgen der zweiten, wird Zev von Eva Habermann gespielt, die dann aber von Xenia Seeberg ersetzt wurde. Im Laufe dieser zweiten Staffel, in der die Folgen nur noch 45 Minuten lang sind,entwickelt sich die Geschichte weiter, wenn auch zwischendurch weiter fleissig zu Liebesplaneten, Bordell-Satelliten und Pornoraumstationen gereist wird. Die 13 Folgen der dritten Staffel… also da wird es schon sehr speziell…

Wie gesagt, ich bin hin- und hergerissen. Lexx ist irgendwas zwischen dem Anhalter und Farscape, aber eben speziell, brutal, zynisch, düster. Ein wenig zu sexbesessen, aber auch lustig. Ich sag mal so, wer es bis zur dritten Folge schafft, wird Lexx – The Dark Zone wahrscheinlich bis zum Ende schauen, bei allen anderen entschuldige ich mich schon einmal.