Doktor Peh Acht Dschäss, bitte rufen Sie Alexa an!

Wenn ich in Dänemark unterwegs bin, gehört Radio hören zum Standardprogramm der fortgesetzten Sprachaneignung. Ob es wirklich hilft sei dahingestellt, zumindest hat es einige Namen in meine Playlist gespült, die ich vorher nicht kannte: The William Blakes, Nephew, Marie Key und Panamah, sowie viel dänischen Hip Hop. Radio hören führt einen ja regelmäßig zu populärerer Musik und das was man im Autoradio an Lokalsendern empfangen kann, ist schon sehr sehr weichgespült.

Im dänischen Digitalradio jedoch haben wir das achte Programm des dänischen öffentlich-rechtlichen Senders DR (Danske Radio) gefunden, P8 Jazz. Hier gibt es den lieben langen und werbefreien Tag den unterschiedlichsten und anspruchsvollsten Jazz auf die Ohren. Nicht einfach nur abgespielt, sondern richtig moderiert und kompiliert. Herrlich!

Nun will man das natürlich auch zu Hause genießen. Glücklicherweise kann man sich die passende App aufs Handy laden, die natürlich auch gleich die restlichen Sender des dänischen Radios mitbringt. Eigentlich einfach ist es, P8 über TuneIn auf einem oder aller meiner Amazon Echos zu hören. Und nun die Pointe: hier kriegt man die Limitierung der Sprachsynthese so richtig um die Ohren gehauen. Inzwischen kann man in der Alexa-App TuneIn-Sender auswählen, anfangs war das aber nur per Sprachbefehl möglich und wie sagt man also „DR P8 Jazz“? So, dass die doofe Alexa es auch versteht? Ich hatte anfangs einen Zufallstreffer nach etlichen Versuchen. Dann reichte es TuneIn zu starten und Alexa sagt, sie spiele den Sender ab, den ich zuletzt gehört habe: „Doktor Peh Acht Jäzz“ (Betonung liegt auf Doktor). Wenn man es aber genau so aufruft, kann Alexa den Sender nicht finden. Auch nicht in englisch, oder buchstabiert oder ausgesprochen auf dänisch oder abgekürzt auf deutsch… keine Chance.

Ich habe dann immer die History bemüht, um an meinen Sender zu kommen. Wie gesagt, inzwischen kann man das auch in der Alexa-App suchen und einstellen. Ich höre aber einfach keine anderen Sender mehr, das funktioniert im Moment am besten.

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Alexa: geh sterben!

Es klingt wie eine Story aus einer Stand-Up-Comedy, bestenfalls wie eine schlecht gemachte Fake-News von Russia Today, oder ein Witz der unter Sysadmins herumgeirct wird: Nachrichtensprecher löst reihenweise Bestellungen von Puppenhäusern aus. Ich bin geneigt einen Podcast zu produzieren, der bei Amazon Echo Kunden Ware im Gegenwert des Bruttosozialprodukts von vier Saarlands bestellt. Warum? Weil es geht! Die dämliche Alexa reagiert offenbar auf alles gesagte und anders als wenn man „Siri“ in sein Telefon säuselt, alles was in einem Raum gesagt wird, eben auch vom Fernseher. Ich sehe vor mir, wie gewitzte Menschen „echo-targeting“ in Fernsehwerbung machen und sich mit nächtlichen Spot-Ausstrahlungen vor dem TV eingeschlafene Echo-Besitzer mindestens ruinieren, wenn nicht ausnehmen.

Das ist aber natürlich nicht nur eine News-Story zum Schmunzeln Kaputtlachen, sondern beweist einmal mehr, wie ausgereift der ganze Homeautomationskram mittlerweile ist. Nämlich gar nicht, oder soweit, dass er einem zwar Schmerzen bereiten kann, ohne sicher zu sein. Ich traue solchen Vollzeitüberwachungsgeräten wie Amazon Echo ja sowieso nur so weit wie ich es werfen kann, aber offenbar gibt es Horden von very first adoptern, die dafür Schlange stehen und hoffen, dass sich die frühen Probleme im Laufe der Entwicklung dann schnell geben werden und danach Amazon das Bankkonto abräumt und nicht mehr irgendein Spammer oder jemand, der von draußen vor dem Haus ins Netz eingebrochen ist. Letzterer räumt dann wahrscheinlich auch nicht nur das Konto ab, sondern auch gleich die ganze Wohnung, weil er Alexa sanft ins Ohr flüstern kann: „Alexa! open the front door!“