Ich bin Klempner von Beruf

Ich bin Klempner von Beruf
Ein dreifach Hoch dem der dies gold’ne Handwerk schuf
Denn auch in den grĂ¶ĂŸten Nöten
Gibt es immer was zu löten
Immer wieder gibt es Pannen
An WCs und Badewannen
Ich bin Klempner von Beruf

Sang einst Reinhard Mey in seinen jungen Jahren. Das pfeife ich vor mich hin, wenn ich zum imaginĂ€ren Binford-WerkzeuggĂŒrtel greife und an die Arbeit gehe, die kleinen, aber doch herausfordernden Handwerksarbeiten zu verrichten, die doch immer wieder mal anfallen. Vor Corona ließen wir fĂŒr so was Handwerker (selten :innen) kommen und ich konnte meine beiden linken HĂ€nde in die Tasche stecken und zusehen, wie explodierte Gas-Thermen, kaputte GeschirrspĂŒler oder ein leckender Drufi repariert oder ausgetauscht wurden. Doch harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen und da sich auch mein Beruf immer mehr vom KĂŒnstler zum Handwerker wandelt, gibt es keine Ausreden mehr, nicht selbst zu Rohrzange und Schraubendreher zu greifen, kaputter geht schließlich immer.

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Agentenpoker

Zum ersten Mal gesehen und direkt in die Liste der Lieblingsfilme aufgenommen. Produktionsjahr 1980, schon alberner Comedystreifen (die lustigen 80er, haha), aber noch so wunderbar 70er Agententhriller. Walter Matthau und Sohn, und alles ganz schaurig schlecht gealtert, sowas findet man auch nur mit GlĂŒck, in diesem Fall bei Amazon Prime.

Der alternde CIA-Agent Kendrick soll ins Archiv versetzt werden. Der spielt aber lieber Katz und Maus, frĂŒher mit den (hoch angesehenen) russischen Kollegen, dann eben jetzt mit seinem ehemaligen Arbeitgeber. Kendrick schreibt alle seine Erlebnisse als Agent in ein Buch und verschickt es kapitelweise an verschiedene Geheimdienste, die ihn natĂŒrlich gemeinsam jagen
 allen voran sein „kurzbeiniger“ BĂŒrokratenchef. Man ahnt wohin das fĂŒhrt.

„Hopscotch“ bedient nicht nur ein Spionagefilmklischee, sondern direkt alle. Vom dĂ€mlichen Kollegen, ĂŒber die verhasste BĂŒrokratie in Washington, den linkischen aber fairen Russen bis hin zu hochnĂ€sigen aber hilfsbereiten EnglĂ€ndern ist quasi alles dabei, was zwischen einen Bourbon mit Eis und einen Vodka Martini passt. Walter Matthau spielt irgendwo zwischen Oscar Madison und John Winger und rettet den Film mehrfach vor seiner schlechten Story und kleineren StorylĂŒcken, von denen man aber auch nie so recht weiß, ob sie nicht doch zur Parodie gehören.

Bonus: Walter Matthaus Sohn David spielt in dem Film mit, und trĂ€gt den ausgeprĂ€gtesten 79er-Bullen-Schnurbart zur Schau, den man sich vorstellen kann, wirklich gleichermaßen beieindruckend, wie ekelhaft.