Feedburner Fuckup

Totgesagte leben länger, ein unumstößliches Gesetz nicht nur in Zombie-Kreisen, sondern vor allem und erneut in diesem Internetdings. Vor Internetjahrmillionen habe ich mal meine Feeds bei Feedburner gehostet. Das irgendwann von Google gekauft und dann eingeschläfert wurde. Im Zuge dessen verließen wir Ratten das sinkende Schiff, ich leitete irgendwann die Leute zurück auf meine lokalen Feeds, zumindest für das zu dieser Zeit gebräuchliche Blogs hat das auch weitestgehend geklappt. Vor allem weil auch immer weniger Leute Feeds benutzten, davon will ich jetzt aber nicht auch noch anfangen.

Jedenfalls bekam ich gestern den folgenden freundlichen Tweet:

»Hö, den Feed gibt es noch?«, habe ich mich direkt gefragt. Leider ist es aber tatsächlich so, dass unter der alten Feedburner-URL des Codecandies Blogs (ich verlinke das mal absichtlich nicht) ein voller Feed mit Spam kommt, aus einem beliebigen Tumblr-Blog, das ich aus naheliegenden Gründen ebenfalls nicht verlinken werde. »Hö, den Feedburner gibt es noch?«, habe ich mich weiter gefragt und mich dort mal eingeloggt. Und siehe da, der Feed gehört nicht mehr mir. Ein einsamer Bookmark-Feed der Codecandies liegt da noch rum, alles andere: weg. Das ist alles schon so lange her, ich weiß gar nicht mehr, ob ich die gelöscht habe, kann sein. Und das ist der Fehler.

Niemals die Strahlen kreuzen…

…und Adressen die man herausgegeben hat löschen. Wenn man nämlich Feedburner ordentlich sagt, diesen Feed feeds.feedburner.com/xyz den gibt’s nicht mehr, dann kommt irgendwann jemand und übernimmt den Feed. Und das wohl mit Methode, denn dass da jetzt Spam läuft, ist sicherlich kein Zufall. Asche auf mein Haupt. Also… falls noch jemand den uralten Codecandies-Feed von Feedburner in seinem Feedreader hat, warum auch immer, dann möge er ihn ersetzen, gegen diesen hier: https://couchblog.de/codecandies/feed/. Aaaaber da das Blog archiviert ist, und da eh nichts mehr kommt, abonniere er doch gleich den aktuellen Feed hier: https://couchblog.de/feed/.

Nachbereitung: 24 Rants…

Heimlich, still und leise ist meine erste Aktion im Couchblog NG am Heiligabend zu Ende gegangen, mit einem zugegeben recht holprigen musikalischen Rückblick auf 2016. Ich glaube es war eine ganz gute Idee, das Jahr mit einer Blogaktion zu beenden, einige der 24 Artikel haben doch für einiges Aufsehen gesorgt, was der Sache das neue Couchblog bekannter zu machen sicherlich dienlich war. Die Idee an sich, ein Adventskalender mit 24 Rants zu unterschiedlichen Themen allerdings, hat sich als die Schnapsidee entpuppt, über die ich mich ja im ersten Artikel schon echauffierte. Als ich hörte, dass der Webkrauts-Adventskalender 2016 ausfallen würde und mein Artikel dazu zum allgemeinen Rant über Adventskalender gewachsen war, hatte ich die Idee des Rantventskalender und schnell zwei weitere Artikel fertig, sowie 21 Themen gesammelt, über die noch zu ranten wäre. Diese Shortlist löste sich aber während des Dezembers in Ungefallen auf, vielleicht bin ich nicht jeden Tag schlecht gelaunt genug gewesen? Und dann passierten ja auch immer wieder aktuelle Ereignisse, oder Kollegen wünschten sich Themen. Dazu stellten sie sich in meiner Nähe auf, schauten entrückt in die Luft und sagten sowas wie: „Hach… darüber würde ich gerne mal einen Rant lesen.“ So, oder so ähnlich. Die aktuell aufpoppenden Themen sorgten für den Rest, jedenfalls saß ich so manchen Morgen noch beim Frühstück am Schreiben des in einer Stunde erscheinenden Artikel.

Das ist nicht nur lästig, obwohl die aufkommende schlechte Laune natürlich hilfreich sein sollte beim Ranten, sondern führt eben auch dazu, dass man Dinge veröffentlichen muss, die man eigentlich sonst nicht live gestellt hätte. Das muss nicht immer schlecht sein, aber manchmal eben doch. Hinzu kommt eine gewisse Müdigkeit auch bei den Lesern, nicht jeder hat jeden Tag Bock auf das Gemotze, zumal es ja auch nicht immer klappt mit der Meckerei. So ist der Erfolg der Artikel doch recht unterschiedlich ausgefallen. Am Erscheinungstag am erfolgreichsten waren 21. Kein SEO für Brandstifter, 1. Adventskalender (gleichzeitig über den ganzen Monat der erfolgreichste Rant) und 5. Scrum. Ein echter Flop dagegen war 19. Montage, was aber nur ein Video war, der wenigst erfolgreiche Text war 20. Popmusik, um den 20. herum war der Kalender also schon ziemlich am Boden, weshalb ich am 21. mal richtig auf die Kacke gehauen habe, wie man sieht, mit Erfolg. So hatte der Kalender mitunter seine ganz eigene Dynamik.

Ich weiß nicht, ob ich das nochmal machen will. Die Eigendynamik ist super, aber man wollte sowas doch besser vorbereiten, was selbige wieder einschränkt. Ein Teufelskreis mithin. Mal sehen, wie ich mich kenne, denke ich das nächste Mal am 29.11.2017 darüber nach und mache es dann trotzdem. 😉

Instant Images – WordPress Plugin

Sicherlich ist schon aufgefallen, dass ich zur Bebilderung meines Geblogges hier wirklich gerne Bilder von unsplash.com nutze. Die Bilder dort sind in der Mehrzahl nicht nur sehr schön anzusehen, sondern stehen sämtlich unter der CC Zero Lizenz formally known as public domain. Das vorne weg.

Nun wird das Hinzufügen von unsplash-Bildern noch einfacher für mich, denn ich nutze dazu jetzt das WordPress-Plugin Instant Images (hiess früher mal UnsplashWP). Jenes stellt eine Übersicht und Suchmaske für die unsplash-Bibliothek im WordPress-Backend zur Verfügung, lädt einem ausgewählte Bilder in die Medienbibliothek und von dort können sie wie gewohnt in Artikel eingefügt werden. Das kann man auch am Artikel selbst initieren, hier musste ich aber die Seite einmal reloaden, um ein hochgeladenes Bild in den Bibliothek sehen zu können.

Wer möchte, kann sich einen Unsplash-Account zulegen und seinen eigenen API-Key für das Plugin nutzen.

Das ist an sich prima, leider muss ich immer noch losziehen, um meiner Linking-Policy gerecht zu werden, die an die FAQ von unsplash angelehnt ist (die Autorinformation steht aber schon am Bild):

A simple credit like ‘Photo by x’ with a link back to their Unsplash profile is always appreciated.

Katzenbild: Q’Aila Edm

Couchblog und AMP

Dieser Artikel über AMP1, Google May Be Stealing Your Mobile Traffic, erstaunt mich ein wenig, weil er trotz seiner naiven Herangehensweise an das Thema, ziemliche Diskussionen ausgelöst hat. Andererseits, naiv ist ja irgendwie genau mein Weg, wie ich mich dem Thema bisher genähert habe, also irgendwo auch genau richtig für mich.

Zunächst mal glaube ich nicht, dass Google mit AMP traffic stiehlt. Natürlich läuft der Datenverkehr über Googles Cache und schlägt so nicht auf dem hauseigenen Server auf, aber gezählt wird er, wenn man ihn zählt, als eigene views, pageipressions, visits, whatsoever. Falls einen das groß artiginteressiert. Das ist aber der große Vorwurf des Artikels, man rufe AMP-Artikel auf und sei dann dort in einem dead end gefangen und könne als einzige Möglichkeit zurück zur Google-Suche. Das mag so sein, wenn man einfach das WordPress-Plugin installiert und einschaltet und sich nicht weiter darum kümmert, was an AMP-HTML dabei heraus kommt. Wir haben AMP für ZEIT ONLINE implementiert und das war mehr Arbeit, als ein Plugin einzuschalten. Wir liefern eine spezielle Version unsere (responsiven) Seite aus, die, so gut es geht, die AMP-Erweiterungen nutzt, also spezielle Adtags, Imagetags und so weiter nutzt. Das WordPress-Plugin versucht die Standard-Wordpress-Elemente automatisch in AMP umzusetzen und macht das erstaunlich gut. Trotzdem kann es natürlich sein, bspw. bei selbstgestrickten Templates, dass der Ergebnis nicht so ist, wie man möchte. Das mag ein dead end produzieren, das ist dann aber eher nicht AMPs Schuld.

Ich habe mich bisher um meine AMP-Seiten auch überhaupt nicht gekümmert, wie sie aussehen sieht man hier. Warum ich mich noch nicht darum gekümmert habe: im Moment läuft da für mich noch nicht wirklich etwas. Derzeit gibt’s AMP-Ergebnisse im Grunde nur in Google-News und in einer speziellen Box, da läuft in der Regel nur Medienverkehr, bei ZEIT ONLINE hat das durchaus Bedeutung, für das Couchblog heisst das bisher no amp in the moment. Eine geplante flächendeckende Einführung in Suchergebnissen ist zumindest international noch nicht fertig umgesetzt, aber für das Jahresende angekündigt. Insofern hat es für mich noch keine Relevanz.

Was mich wirklich in Sachen AMP ein wenig nervt, ist was auch in diesem Kommentar eines AMP-Entwicklers nochmal durchscheint, nämlich dass AMPs ja auch an anderen Stellen als nur der Google Suche erscheinen könnten, bspw. in Twitter oder Pinterest. Twitter ist seit den ersten AMP-Tagen immer mal wieder genannt worden, ausser in twitter moments ist davon aber weit und breit nichts zu sehen. Das ist gelinde gesagt sehr schade, weil mit höherer Verbreitung der AMP natürlich auch das Ansehen steigen würde und sich zeigen würde, dass es um mehr geht, als Content für die Google Suche zur Verfügung zu stellen. Dabei sind AMP, wenn sie sich verbreiten, einerseits eine wundervolle und vor allem offene Alternative zu Facebook Instant Articles, andererseits ein guter Satz Daumenschrauben, die Google mit dem Suchtraffic als Pfand den krankhaft langsamen Newswebseiten anlegen kann. Zusammengenommen ein guter Schritt in Richtung schnelleres Web.

Bild: William Bout

Update: Nach längerem Test habe ich die AMP-Unterstützung wieder dran gegeben.


  1. AMP, Accelerated Mobile Pages, ist ein Projekt, das Google angestossen hat (es ist open source), um das mobile Wen schneller zu machen. In der Hauptsache besteht es aus einem eingeschränkten HTML-Satz, vordefinierten Javascripten und einem fetten Caching 

Auf allen Kanälen

Nachdem ich die alte Couchblog-Domain wieder mit Inhalten gefüllt habe, und nun auch auf einen einigermaßen erträglichen Schreibrhythmus gekommen bin, ist es an der Zeit, für eine weitere Verbreitung des neuen/alten Couchblogs zu sorgen. Und da verfolge ich jetzt mal testweise das multi-channel-publishing-Modell, wie es mein Arbeitgeber auch macht.

Das heisst im ersten Schritt erstmal, dass ich den ganzen Ramsch wie gewohnt bei Twitter ablade. Das habe ich auch zunächst bei Facebook so gemacht, dort aber habe ich aber inzwischen für das Couchblog eine Seite eingerichtet. Bei Facebook gibt’s dann auch alles was man hier lesen kann in Zukunft als instant article. Und weil es so einfach war, gibt’s von allen Artikeln auch gleich noch eine AMP-Version. Auch wenn das wohl eher zu nichts gut ist. Auf Apple News verzichte ich derzeit noch. Wie das alles geht, hat Chris Coyier hier aufgeschrieben und im Grunde ist es das, vor allem, dass die meiste Arbeit das Konfigurieren und Warten auf Freigabe bei Facebook ist.

Zusammengefasst mache ich jetzt dieses schnelle und eingezäunte mobile Internet. Im Unterschied zu Twitter, das Besucher auf meine Seite leitet, sind instant articles bei Facebook und AMP in der Google Suche ein dead end. Insofern muss man natürlich fragen, ob ich denn nun plötzlich gewillt bin, Facebook—dem public enemy number one for newspaper—meinen Content in den Rachen zu werfen. Sehen wir doch, wohin das führt. Nämlich wieder mal zum Ende der Welt wie wir sie kennen.

Wichtigste Regel also: der Originalcontent findet hier im Blog statt, oder wird zumindest nach dort importiert. Ansonsten geht mein Content dahin, wo die Leser sind. Das haben die ersten Analysezahlen meiner Facebook-Seite sowieso gezeigt: auf Facebook lesen wesentlich mehr Leute die Artikel, als im Blog. Da es noch so jungfräulich ist, merkt man das ganz gut. Zur Zeit ist die Zahl dort doppelt so hoch (ich verrate mal nicht die rohen Zahlen). Und: von Facebook kommt fast niemand auf die Seite (trotz Interaktionen und Likes). Walled garden eben. 

Aber was schert mich mein Geschwätz von vorgestern. Ich versuche einfach mal, diese walled gardens ein wenig auszukundschaften. Ich glaube mit dem Couchblog kann man sowas machen. Ich will damit wieder verspielter mit dem Netz umgehen: das betrifft die Inhalte genauso wie die Distribution. Und, falls jemand etwas anderes erwartet hat, das wird natürlich auch das Design und die Technik hier im Blog betreffen.