Open Couchblog

Eine Geschichte aus der Serie: ich wollte doch nur mal kurz, aber dann war es umfangreicher und komplizierter als gedacht und dann ist die Frau sauer, dass mann (sic!) trotz Urlaub am Rechner rumsitzt und verpasst das Abendessen wie frĂŒher, als ich noch jung war.

Vor geraumer Zeit habe ich hier mal Webmentions angeschmissen, weil ich liebe ein offenes Netz und so. Das tat erst mal noch nichts, da noch etliche weitere Plugins und Einstellungen fehlten.

Das habe ich nun weitestgehend nachgeholt. Über Bridgy landen dann auch Twitter-Reactions hier an den Artikeln, wobei mir das informationsarchitektonisch noch nicht passt (sehen im Moment Kommentaren gleichwertig aus). Der RĂŒckweg, also die Artikel nach Twitter posten steht (glaube ich, irgendwie verstehe ich die Doku nicht, wenn ich immer nur die ZeilenanfĂ€nge lese) noch aus. Der Teil ist aber ganz schön.

Ein weiteres Plugin versorgt meine Artikel jetzt mit (mehr) Mikroformaten, obwohl ich fast ĂŒberzeugt bin, das selbst besser und codesparsamer zu können. Man muss es halt nur machen. Ich habe nun auch semantische Linkbacks, quasi hat mich aber noch nie ein Mensch semantisch gelinkbackt. Oder so. Aber ok.

Unfreundlicherweise behauptet nun der mobile Firefox ĂŒbrigens, ich hĂ€tte einen social tracker von Twitter hier installiert, was mal einerseits Quatsch ist und Desktop auch nicht reproduzierbar ist. Das hat mich verunsichert.

Dann hab ich mit Micropub gespielt, weil ich gelesen habe, dass der IA Writer dann direkt ins Blog posten kann. Hab ewig mit den (eigentlich recht eindeutigen) Fehlermeldungen hantiert, bis ich begriffen habe, dass meine Firewall den Zugang zum API blockiert. Das Ergebnis war dann eher
 ausbaufĂ€hig. Funktioniert möglichweise nur so richtig gut, wenn man den Classic Editor nutzt, in G
berg-Editor landelt alles in einem Classic-Block und außerdem wird der Dateiname zum Titel gemacht (und nicht etwa das H1 am Anfang des Textes), was also immer Nacharbeiten erfordert, was also schnelles Autoposting direkt verhindert. Und ich bin eh vor Jahren auf Ulysses umgestiegen bin. Dort gibt‘s dafĂŒr aber nur ein Feature-Request.

Schön war in diesem Zusammenhang, dass zum erstenmal ĂŒberhaupt meine Keybase-Account beinahe fĂŒr etwas gut gewesen wĂ€re, wenn das Signieren per iOS-App geklappt hĂ€tte. So habe ich mich dann doch nur ĂŒber Github ausgewiesen.

Update: das Microformat-Plugin habe ich erstmal wieder deaktiviert, da es in Bridgy Fehlermeldungen verursacht hat, dafĂŒr funktioniert jetzt wohl das POSSE-publishen nach Twitter.

Die UnzuverlÀssigkeit unserer Bluetooth-Kopfhörer hat nichts mit den Corona-Apps zu tun

Ich lese derzeit viel ĂŒber Corona-Tracing-Software, also jene Apps, die ano- oder mindestens pseudonymisiert Kontakte zu anderen Smartphones sammeln sollen und dann mit Nachrichten ĂŒber positive Tests auf Sars-CoV-2 deren TrĂ€ger:innen abgleichen sollen. Gerade haben Apple und Google eine (bis dato einmaligen) Zusammenarbeit angekĂŒndigt, um diese FunktionalitĂ€t zu Ă€chst als API und dann auf Betriebssystemebene in iOS und Android zur VerfĂŒgung zu stellen, aber auch in Deutschland wird bereits lĂ€nger an Apps nach dem sogenannten Pepp-PT-Prinzip gearbeitet. Wer wissen will, wie derlei Apps funktionieren können, kann das hier bei netzpolitk.org nachlesen, oder hier im Logbuch Netzpolitik auch nachhören. Vereinfacht gesagt informieren sich Smartphones mit der App untereinander, wenn sie sich bspw. fĂŒr 15min. nĂ€her als 1,5m kommen. Nutzer der App, bei denen ein positiver Test auf Corona vorliegt, geben diese Infomation in die App ein und alle zutreffenden Kontakte bspw. der letzten zwei Wochen (Inkubationszeit) werden automatisch informiert, dass sie einen Kontakt hatten und sich in Isolation begeben sollen. So soll es mögoch werden, dass sich Leute isolieren, die noch keine Symthome haben, die Infektionsketten können durchbrochen werden, ohne das wir alle in Isolation leben mĂŒssen.

TatsĂ€chlich reden und schreiben darĂŒber allerdings viele Menschen, die davon nur wenig oder keine Ahnung haben. Ich will nun gar nicht Teil dieser selbsternannten Experten sein, aber
 eine Sache ist mir doch aufgefallen, die ich mal loswerden möchte und zwar wird als Gegenargument gegen solche Apps Bluetooth genannt. Also Erfahrungen, die man als Nutzer von Bluetooth-Kopfhörern und Ă€hnlichen GerĂ€tschaften gemacht hat, wenn sie sich mal wieder nicht mit dem daneben liegenden Smartphone koppeln lassen, ein GerĂ€t das andere nicht findet oder auch Übertragungen einfach abbrechen. Das hat aber mit der Technik, die diese Apps verwenden sollen nichts zu tun. Der Bluetooth-Standard ist offenbar breiter gefĂ€cherter, als sich der durchschnittliche Airpod-Nutzer sich das vorstellen kann, hier geht es zunĂ€chst mal um Bluetooth LE (low energy) und der Nutzung dessen BroadcastfĂ€higkeiten und der sogenannten iBeacons, die ein regelmĂ€ĂŸiges Broadcastssignal senden, ein kleines „Hallo hier bin ich“, mit einem kleinen Satz Daten. GerĂ€te mĂŒssen zur Sicherstellung der Funktion der App nicht miteinander gekoppelt werden und schlechte Erfahrungen damit sind damit fĂŒr diese Apps belanglos und kein Argument.

Warum mich das aufregt? Die Corona-Tracking-Apps werden nur auf freiwilliger Basis funktionieren. Aus diesem Grund mĂŒssen sie einerseits datenschutzmĂ€ĂŸig Vertrauen schaffen und andererseits mĂŒssen die zukĂŒnftige Nutzer der App Vertrauen in deren Funktionsweise haben, damit genug Menschen bereit sind, sich eine solche App zu installieren. Und das widerum ist nötig, damit das Konzept der Apps funktioniert. Auf Unwissenheit basierende Argumentationen nach dem Prinzip „das kennen wir doch alle, das funktioniert doch wieder nicht“ fĂŒhren da unnötig in die Irre und zerstören das Vertrauen, noch bevor es aufgebaut werden kann. Dabei gibt es durchaus noch genug Probleme zu lösen, bevor wir Software haben werden, die hilft, uns gegenseitig vor Corona zu schĂŒtzen.

Ich wĂ€re jedenfalls bereit, der Technologie hier eine Chance einzurĂ€umen und das hat fĂŒr mich mit magischem Denken, deus ex machina gar nichts zu tun. TatsĂ€chlich weiss ich aus Erfahrung, dass es noch etwas dauern wird, bis die Technik ausgereift genug ist, bis genug Bugs beseitigt sind, bis alles funktioniert, leider funktioniert Softwareentwicklung so und das ist schon schlimm genug. Kollege Ben hat an dieser Stelle immer lachend gesagt: „Zum GlĂŒck bauen wir keine Herzschrittmacher!“, aber in diesem Fall kommt man dem schon ziemlich nahe


Artikelbild: Foto gemeinfreiĂ€hnlich freigegeben von Gian Cescon auf Unsplash

10 Jahre iPad

Ein RĂŒckblick, hurra, eine schöne Gelegenheit mal ein paar alte Uniques von mir zu verlinken.

Das ist nun auch schon wieder 10 Jahre her, dass uns Steve Jobs am 27.01.2010 das iPad prĂ€sentierte—das „one last thing“ seines Lebens—und damit quasi die medientechnischen 10er-Jahre ordentlich einleitete. Er erwischte mich damit in einer Phase meines (beruflichen) Lebens, in der ich auf Apple gar nicht sooo gut zu sprechen war. Meiner durch die erste iPhone-Generation genĂ€hrte Hoffnung, freie Webtechnologie wie der Webbrowser könnte die App-Plattform der Zukunft werden, war durch die EinfĂŒhrung des App-Stores eineinhalb Jahre zuvor schwer enttĂ€uscht worden. Gleichzeitig glaubten mir in meinem Umfeld viel zu viele Menschen, Steve Jobs mache mit dem iPad fĂŒr die Medienbranche nun das, was er mit dem iPod fĂŒr die Musikindustrie getan hatte und je nach Auslegung war das der Anfang vom Ende oder die Rettung in höchster Not, nicht weniger als die Rettung des gedruckten Wortes. Egal, alle wollten unbedingt iPad-Apps machen, den Trend nicht wieder verschlafen. Eine Phase, die der Entwicklung des Webs durchaus hĂ€tte schaden können. Und was fĂŒr lustige BlĂŒten der Hype hervorbrachte
 erinnert sich noch jemand an das WeTab (liegt noch hier im Schrank, ich schwöre, kann gerne fĂŒr einen guten Zweck versteigert werden)?

Ich habe mich dann damals schnell auf die webentwicklerischen Herausforderungen konzentriert und mir vor allem die Frage gestellt, wie man die verschiedenen Formate in Zukunft aus einer Quelle bedienen könnte, auch und gerade weil unsere „mobile Webseite“ ein fĂŒrchterlicher PITA war. Damals hatte ich dazu aber hauptsĂ€chlich auf fluiden und adaptiven Layouts herum, was nicht unbedingt zielfĂŒhrend war. Die Lösung dafĂŒr prĂ€sentierte dann noch im Mai 2010 Ethan Marcotte, mit diesem A List Apart Artikel: responsives Webdesign. Und so endete mein Jahr des iPads auch irgendwie versöhnlich.

Das iPad war und ist erfolgreich. Anders als der Mac oder das iPhone hat es allerdings nicht die Welt verĂ€ndert. Obwohl es meiner Meinung nach das Potential dazu gehabt hĂ€tte. In meinem Stack ist das iPad jedenfalls nicht mehr wegzudenken, was darin resultiert, dass ich es eigentlich immer dabei habe und vor allem in den Reisezeiten und eben zu Hause als Ersatz fĂŒr den Rechner (bspw. zum Bloggen) und die Zeitung (ich lesen ĂŒbrigens immer noch fleissig eure RSS-Feeds) und das Fernsehen (Netflix, Amazon Prime) nutze. Manchmal mixe ich sogar damit.

Und gerade entwickle ich auch wieder an einer App mit, deren primÀres Ziel nach wie vor die Rettung des gedruckten Wortes
 Àh das iPad (und andere Tablets) ist.

Danke, Steve.

Mein #Smarterphone


Irgendwas da drĂŒben in Austin, Texas, macht etwas mit den Leuten. Bei der SXSW scheint die große Retrowelle ausgebrochen, seltsame Nachrichten und Zeichen erreichen mich von dort. Beispielsweise von Johannes Kuhn, der mir ein Blogstöckchen aus den frĂŒhen 2010ern ĂŒber den Teich geworfen hat. Nun denn, tun wir etwas dafĂŒr, dass dieses Textsammelsurium wieder wie ein richtiges Blog aussieht



und ich, Name:

Nico BrĂŒnjes

verbringt seinen Tag



als teamleitender Frontend-Entwickler bei ZEIT ONLINE in Hamburg.

nutzt ein:

iPhone 6 Update: iPhone X

Wie wĂŒrdest Du dein VerhĂ€ltnis zu Deinem Smartphone bezeichnen?

Als Hassliebe? Ich entwickle Webseiten fĂŒr Smartphones seit Steve Jobs das erste iPhone vorgestellt hat und halte es nach wie vor fĂŒr die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Ich gehe ohne mein Telefon (wie ich es immer noch nenne) nicht mal aufs stille Örtchen. Letztens hatte ich einen Termin mit reservierten Akku im Apple-Store ergattert, der Support hatte mir versprochen, dass ich auf den Akkuwechsel warten könne, im Store sagte man mir aber, sie hĂ€tten keine KapazitĂ€ten und mĂŒsste das GerĂ€t bis zu drei Tage dort behalten. Da bin ich wieder gegangen, mit Telefon, das konnte ich mir so adhoc einfach nicht vorstellen. Ich bin aber nicht sĂŒchtig, ich kann jederzeit damit aufhören
 nein, ehrlich: ich bin bewußt abhĂ€ngig weniger sĂŒchtig
 Moment, das muss ich eben mal kurz googlen


Gleichzeitig habe ich aber auch ein sehr kritisches VerhĂ€ltnis zu meinem Telefon im Besonderen, weil es nicht von der QualitĂ€t ist, die ich heutzutage von einem solchen Produkt erwarten wĂŒrde und zum Smartphone-Ökosystem im Allgemeinen, weil ich vieles von dem was sich seit dem iPhone 1 entwickelt hat und durch das Smartphone möglich gemacht wurde, sehr kritisch sehe. Letztere Kritik reicht vom Datenhunger der Software und Plattformen, bis hin zu webtechnischen Fehlentwicklungen wie bspw. AMP von Google.

Welche App/Funktion nutzt du am hÀufigsten (gerne in den Statistiken nachschauen oder aus dem Bauch schÀtzen)

Garantiert Twitter, ohne nachzusehen. Ich bin seit 10 Jahren dabei und ich war zwar mal Politiker und habe auch schon als Journalist gearbeitet und arbeitete im Verlagswesen, aber nach Defintion BĂ€r bin ich einfach nur ein Psychopath. Hign functional psychopath, meinetwegen. Ich habe aber nicht mal 1000 Follower, weil ich meistens nur lese und gelegentlich sarkastische Kommentare ĂŒber die Bahn absetze.

Welche App/Funktion nutzt du gar nicht?

Ich telefoniere nie und nutze kaum Pushdienste. Siehe auch weiter unten


Arbeit und Handy — wie regelst Du das?

Mein Handy ist ein „Diensthandy“, soll heissen, es gehört dem Verlag und dient dazu mich erreichen zu können, wenn Notsituationen auftreten. Was nicht so oft passiert. Das heißt aber auch, dass ich auf dem GerĂ€t alle Arbeitsmails bekomme und Slacknachrichten und weil ich nicht zwei GerĂ€te herumschleppen möchte, auch alle privaten Mails usw. Übersetzt heisst das, ich kriege auch noch nach Feierabend Nachrichten und reagiere auch, wenn ich das fĂŒr nötig erachte. Kommt beides auch eher selten vor.

Welche Notification hast Du eingeschaltet?

Ich habe vor kurzem alle Notifications deaktiviert und nur Mails, Tweets meiner Kollegen und die „Eilmeldungen“ von ZEIT ONLINE wieder eingeschaltet.

Warum?

Weil ich Pushs fĂŒr eine Form von attention hacking und selbiges fĂŒr die neue Geißel der (Medien-) Menschheit halte. Was ich journalismustechnisch von Eilmeldungen halte habe ich hier schon diskutiert.

Oder auch: als Entwickler hasse ich jede Ablenkung. Als Teamleiter ist die Ablenkung praktisch mein Job und an der geistigen Schnittstelle dieses Albtraums, sitzt mein durch den Arm verlÀngertes Hirn und zuckt jedes Mal zusammen, wenn es irgendwo vibriert oder pingt.

HĂ€lst du dich an soziale Regeln bei der Smartphone-Nutzung? Wenn ja: Welche?

Ja, schon. Ich fahre viel Zug und erwarte von meinen Mitreisenden ein Mindestmaß an Smartphone-Etiquette: keine lauten Klingeltöne, Telefon nutzen nur fĂŒr Chat oder Mail, bitte kein BrĂŒllen, als wenn durchs offene Fenster kommuniziert wird und bitte bitte bitte keine Tastaturtöne. Letzteres gilt ĂŒberall auf der Welt, selbst in Filmen.

Ja, ich halte mich an diese Regeln. Der Rest der Welt leider gewöhnlich nicht.

Gibt es Regeln, die du wieder verworfen hast?

Ach
 ich habe in Sachen Smartphone schon alles versucht und vieles wieder fallen gelassen. Da war von all-in bis totaler Abstinenz alles dabei und alle Betriebssysteme.

Zum Abschluss: Was sollten mehr Menschen im Umgang mit Smartphones wissen?

Ich glaube nicht, dass uns die digitale Demenz droht, oder dass die Gesellschaft verroht durch die Smartphonenutzung, höchstens durch die Diskussion derlei Blödsinns. Die Nutzer sollten vielleicht endlich mal einschĂ€tzen lernen, wieviel und welche Daten sie ĂŒber sich durch die Nutzung von Apps an Unternehmen und durch die Nutzung des Smartphones eventuell an die mitlesenden Behörden preisgeben, aber viel Hoffnung habe ich da nicht.

Vielleicht hat Thomas Puppe Lust diesen Fragebogen ebenfalls zu fĂŒllen. Update: Er hatte. Danke schön.

Foto von NeONBRAND.

Productive, der habits & daily goals tracker

Viele Menschen nutzen ja To-do-Listen, um sich zu organisieren Dinge zu tun. Meine To-do-Listen sind mehr Zettelsammlungen, oft reicht es mir nĂ€mlich, eine Sache aufgeschrieben zu haben, um sie dann auch zu tun. Das hat bei den To-do-Listen-Apps nie so gut geklappt, hier sammle ich eher Themen fĂŒr eine wesentliche spĂ€tere Abarbeitung. Schwierig fĂ€llt es mir eher, in meinem tĂ€glichen kreativen Chaos die regelmĂ€ĂŸigen Dinge zu tun, die lĂ€stigen wiederkehrenden Aufgaben. FĂŒr dieses Problem gibt es natĂŒrlich eine iPhone-App: Productive.

Mit einer Mischung aus regelmĂ€ĂŸiger To-do-Liste, Erinnerungsfunktion und etwas Gamification will der habits & daily goals tracker einem die tĂ€glichen Routinen beibiegen, die man leider allzu oft vergisst. Das kann ZĂ€hneputzen, Medikamente einnehmen, Wasser trinken, Spazieren gehen, WĂ€sche waschen, die Wohnung putzen, Meditieren, ein Hobby ausĂŒben, oder Sport machen sein, um nur ein paar Beispiele aus den vorbereiteten Tasks zu nennen. NatĂŒrlich kann man auch selbst Aufgaben hinzufĂŒgen. Eine Aufgabe enthĂ€lt, neben ihrer Beschreibung, einen Zeitplan wann und wie oft sie auszufĂŒhren ist. Und so zeigt und erinnert einen Productive dann fĂŒr dahin an die kleinen lĂ€stigen Dinge, die man immer vergisst.

Als Erfolge werden im Gamification-Anteil sowohl hintereinander, also regelmĂ€ĂŸig ausgefĂŒhrte Tasks hervorgehoben, als auch die perfekten Tage ausgezeichnet, also jene, an denen man alle Aufgaben geschafft hat.

Entgegen den Eingangs genannten To-do-Listen, hilft mir Productive ganz gut Dinge zu tun, die ich sonst garantiert vergesse: bspw. das ich im BĂŒro auch noch etwas anderes als Kaffee trinken muss. WĂ€sche waschen bevor der WĂ€scheberg bis zur Decke wĂ€chst ist auch so ein Ding, das gerne hinter dem abendlichen Netflixen zurĂŒck gestellt wurde. Und als ich ein paar Wochen regelmĂ€ĂŸig Medikamente nehmen musste, hat das mit Produktive gut geklappt. Einfach mal kostenlos testen


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Foto von Oliver Thomas Klein.

10 Jahre iPhone war gestern

„Harzigen GlĂŒhstrumpf“ nachtrĂ€glich, wie man in jenen Tagen noch manchmal schrob im Jahr des falsch gebildeten PrĂ€teritums: 2007.

Als das iPhone endlich auf dem Markt kam, hatte ich schon so viele falsche AnkĂŒndigungen darĂŒber gehört, das Apple ins TelefongeschĂ€ft einsteigen wollen wĂŒrde (tun getan), dass ich es schlicht nicht geglaubt habe, bis Steve Jobs es auf der BĂŒhne verkĂŒndete. Ein bewegender Moment, wahrlich.

Und ich war direkt begeistert, denn was Jobs da prĂ€sentierte hatte ja mit dem heutige iPhone bzw. seinem nervigen Appstore-Ökosystem drumherum nichts zu tun. Stattdessen war die Original-Idee ja, voll auf Web-Apps zu setzen, der Browser als App-Plattform, genial. Wer wĂŒrde das heute glauben?! Aber auch irgendwie nicht ganz so vorausschauend, wie man den guten Steve sonst kannte:

According to Jobs, it was an issue of security. “You don’t want your phone to be an open platform,” he told me. “You don’t want it to not work because one three apps you loaded that morning screwed it up. Cingular doesn’t want to see their West Coast network go down because of some app. This thing is more like an iPod than it is a computer in that sense.” 1

Daran und das die Zukunft im Web und vor allem in Webapps liegen wĂŒrde, habe ich wirklich geglaubt. Erst als ich sah, wie die Leute auf Apple spĂ€tere Veröffentlichung des iOS SDK und den App Store abgingen, habe ich mich davon verabschiedet (jedenfalls zeitweise).

WĂ€re sicherlich interessant zu sehen, wie unsere Webentwickler-Welt aussĂ€he, wenn Apple dabei geblieben wĂ€re und nie einen App Store eröffnet hĂ€tte. 😉

Bild: Bill Patterson licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Alexa: geh sterben!

Es klingt wie eine Story aus einer Stand-Up-Comedy, bestenfalls wie eine schlecht gemachte Fake-News von Russia Today, oder ein Witz der unter Sysadmins herumgeirct wird: Nachrichtensprecher löst reihenweise Bestellungen von PuppenhĂ€usern aus. Ich bin geneigt einen Podcast zu produzieren, der bei Amazon Echo Kunden Ware im Gegenwert des Bruttosozialprodukts von vier Saarlands bestellt. Warum? Weil es geht! Die dĂ€mliche Alexa reagiert offenbar auf alles gesagte und anders als wenn man „Siri“ in sein Telefon sĂ€uselt, alles was in einem Raum gesagt wird, eben auch vom Fernseher. Ich sehe vor mir, wie gewitzte Menschen „echo-targeting“ in Fernsehwerbung machen und sich mit nĂ€chtlichen Spot-Ausstrahlungen vor dem TV eingeschlafene Echo-Besitzer mindestens ruinieren, wenn nicht ausnehmen.

Das ist aber natĂŒrlich nicht nur eine News-Story zum Schmunzeln Kaputtlachen, sondern beweist einmal mehr, wie ausgereift der ganze Homeautomationskram mittlerweile ist. NĂ€mlich gar nicht, oder soweit, dass er einem zwar Schmerzen bereiten kann, ohne sicher zu sein. Ich traue solchen VollzeitĂŒberwachungsgerĂ€ten wie Amazon Echo ja sowieso nur so weit wie ich es werfen kann, aber offenbar gibt es Horden von very first adoptern, die dafĂŒr Schlange stehen und hoffen, dass sich die frĂŒhen Probleme im Laufe der Entwicklung dann schnell geben werden und danach Amazon das Bankkonto abrĂ€umt und nicht mehr irgendein Spammer oder jemand, der von draußen vor dem Haus ins Netz eingebrochen ist. Letzterer rĂ€umt dann wahrscheinlich auch nicht nur das Konto ab, sondern auch gleich die ganze Wohnung, weil er Alexa sanft ins Ohr flĂŒstern kann: „Alexa! open the front door!“

Die neuen MacBook Pro

Apple stellt nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit neue MacBook Pro vor. Die Welt versinkt in einem Shitstorm ungeahnten Ausmaßes. Steve Jobs dreht sich in seinem Grab mit Höchstgeschwindigkeit. Das Leben geht weiter.

Ach, das macht ja immer einen Riesenspaß, auf Apple einzudreschen. Daraus kann man ein echtes Hobby machen. Man muss nicht mal einen Apple-Rechner dazu besitzen, ich kenne eingefleischte Linux-Nutzer, die sich darĂŒber ereifern können, was Apple aktuell mit dem Mac Pro gerade nicht macht, ohne jemals einen gesehen zu haben. Besser geht es allerdings als Apple-Nutzer, wo man selbst Opfer wird der vielen kleinen Fehler, die einem so begegnen beim powerusing. Das ist natĂŒrlich immer Jammern auf sehr hohem Niveau, vor allem wenn man sich wie ich, noch an Zeiten erinnern kann, wo man Windows XP oder gar Ă€ltere Versionen nutzen musste, wir hatten ja nichts damals.

Aber so ist die Stimmung. Nicht erst seit Steve Jobs zum Masterkontrollprogramm gerufen wurde, schon davor zeigte sich, Apple hat eine große und immer grĂ¶ĂŸer werdende Schar sehr treuer Fans. Und Fan sein hat immer etwas mit Fanatismus zu tun. Und da liegt die Krux. Fanatikern kann man es nicht recht machen. Ich kenne das, bin ja selbst einer.

Möglicherweise hat Apple gerade bewiesen, dass sie keine Ahnung haben, wer ihre Laptops nutzen soll. Der ganze Shitstorm ĂŒber die nötigen Adapter, die fehlende Escape-Taste und den nicht ausbaubaren Speicher scheint das zu beweisen. Und ja, die Leute sind ungeduldig, denn seit vier Jahren ist das MacBook Pro nicht upgedatet worden. Und die Leute wollen, das was passiert.

Aber, man kann das auch anders sehen. Beispielsweise ist das vier Jahre alte MachBook Pro immer noch ein unglaublicher Rechner, den man heute noch genauso einsetzen kann, wie vor vier Jahren, SSD vorausgesetzt. Da gibt es eigentlich wenig zu meckern, außer vielleicht, das wir heute, anders als vor vier Jahren gigantische Entwicklungsumgebungen mit einer Phalanx virtuelle Maschinen lokal auf Entwicklungsrechnern laufen lassen und uns nun wĂŒschen, Apple wĂŒrde uns fĂŒr diesen Wahnsinn mehr Power spendieren. Es hat sich in diesen vier Jahren in Sachen Prozessorleistung gar nicht soviel getan. Und wen interessiert eigentlich noch die Gigahertz-Zahl?

Ja und Adapter schleppe ich ja auch heute zuhauf mit mir herum, ich habe dafĂŒr extra einen kleinen Mesh-Beutel im Rucksack. Das war im Grunde schon immer so, wenn man den Macrechner mit der PC-Welt da draußen koppeln wollte, oder mit alter Hardware. Bleibt der noch der Rant ĂŒber die Escape-Taste. Die ist ja nicht wirklich weg, sondern nur nicht mehr als Hardware vorhanden. Das kann eigentlich nur Vim-Nutzer interessieren und dann auch nur, wenn ihr Terminalprogramm diese dann nicht an der richtigen Stelle der Touch Bar zur VerfĂŒgung stellt, zusammen mit ein paar prima Shortcuts, die man sich eh nie merken konnte vielleicht?

Ach ja: die Touch Bar. Ohne sie je ausprobiert zu haben, ranten die Massen darĂŒber, als hĂ€tte man Steve Jobs ans Kreuz genagelt. Also ich will das ehrlich gesagt erstmal sehen und ausprobieren. Und etwas warten, was die von mir hochgeschĂ€tzten Entwickler meiner geliebten Standardprogramme damit anstellen. Der Blödsinn der die letzten Tage zusammengememet wurde wird es jedenfalls nicht sein. Und, hey, ich bin immer noch Schlafzimmer-DJ genug: natĂŒrlich hat mir die Demo auch gefallen. 😉

Apple macht aber auch wieder viel Quatsch. Ich empfinde beispielsweise die Preise der neuen MBPs als ziemliche Frechheit. Und den Schlingerkurs um den Kopfhöreranschluss verstehe wer will, ausser das bei Apple jemand glaubt, man habe unterschiedliche Kopfhörer fĂŒr iPhone und Laptop. Da muss man sich schon fragen, ob sich iPhone- und MBP-Team auf dem Apple-Campus aus dem Weg gehen? Und ja: Tim Cook ist ein Langweiler, stimmt.

Aaaaaaber: liebe Gemeinde! ErzĂ€hlt mir doch bitte jetzt nicht, ihr wolltet alle zu Windows (zurĂŒck) wechseln. Das soll wohl ein Witz sein!

Bild: Tim Gouw auf Unsplash.