Diana Rigg, *1938 †2020

‚ÄěMit Schirm, Charme und Giftbecher‚Äú k√∂nnte der Titel einer Biographie √ľber Diana Rigg sein. Dieser lie√üe zwar aus, dass sie vor und nach ihren gro√üen TV- und Kinorollen immer auch rennomierte Theaterschauspielerin war, markierte aber ihren ersten gro√üen Auftritt, wie auch ihren letzten.

Mit Schirm, Charme und Melone, da muss man ja bei der Leserschaft (oder im Bekanntenkreis, auf jedem Fall aber im Kollegium) fragen, ob das √ľberhaupt noch jemand kennt. Wenn man als junger Mensch aber nur einen kleinen S/W-Fernseher hatte, um sp√§t abends verbotener Weise noch in die R√∂hre zu glotzen, da waren Emma Peel und John Steet auf jeden Fall dabei. Und Frau Rigg als karatek√§mpfende Amazone war zu ihrer Zeit sicherlich revolution√§r.

Wer das wegen versp√§teter Geburt verpasst hat, erinnert sich an Diana Rigg vielleicht eher als Lady Olenna Tyrell in Game of Thrones, eine Rolle, die sie √ľberraschenderweise mit √§hnlichem Witz ausstattete, die Karatesalti mussten sie dort allerdings auslassen.

Ennio Morricone *1928 †2020

Spaghettiwestern haben wir Italowestern damals genannt und meinten damit in der Regel Filme von Sergio Leone mit der Musik von Ennio Morricone. Keine Filmmusik im √ľblichen Sinne, wo die Musik aus dem Hintergrund die Athmosph√§re schafft, die ein Film braucht, sondern eher Teil der Handlung selbst. Ohne die Musik sind viele der Szenen komplett nutzlos, l√§cherlich mithin. Oft kopiert, aber nie erreicht. Meiner Meinung nach am besten als Gesamtwerk in ‚ÄěZwei glorreiche Halunken‚Äú umgesetzt, mit dem besten mexican standoff aller Zeiten, auf dem extra f√ľr den Film (und heute rekonstruierten) Sad Hill Cementary.

Artikelbild: TurismoRuralArlanzaOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Tom Petty *1950 †2017

Ich halte im Grunde wenig vom S√ľdstaatensound, ungef√§hr soviel wie von Bob Dylan. In diesem Sinne ist heute schwer zu sagen, was mich an Tom Petty eigentlich ansprach, aber trotz seiner Beziehung zu Dylan (man denke nur an die f√ľrchterlichen Travelling Wilburys), war er der amerikanische Musiker in der Rockfolkcountryecke, den ich noch am ehesten mochte.

Definitiv geliebt habe ich Don‚Äėt come around here no more, und das hervorragende Video dazu. Der am Anfang als Raupe auftretende Dave Stewart bildet hier die Br√ľcke nach England und dem mir viel n√§her liegenden New Wave und zu meiner MTV-Adoleszenz.
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IkutarŇć Kakehashi *1930 ‚Ć2017

IkutarŇć Kakehashi gr√ľndete 1972 Roland und machte die Firma zu einem Marktf√ľhrer f√ľr elektronische Musikinstrumente. In der 80er Jahren entstanden unter seiner Leitung die Drumcomputer TR-808 und TR-909, sowie der Synthesizer TB-303. Er starb im Alter von 87 Jahren.

Bild: Emhoo, CC BY-SA 3.0

Fidel Castro *1926 †2016

Fidel Castro ist tot.

Fidel Castro wird 1926 als uneheliches Kind eines Zuckerplantagenbesitzers geboren wird und soll schon im Alter von 13 Jahren die Plantagenarbeiter seines Vaters zum Streik aufgerufen haben. 1953 versucht er zum ersten Mal mit nur 130 M√§nnern eine Kaserne zu st√ľrmen, um den ein Jahr vorher durch einen Putsch an die Macht gekommenen Diktator Batista zu st√ľrzen. Er landet im Zuchthaus, nach einer Amnestie zwei Jahre sp√§ter geht er ins mexikanische Exil, wo er u.a. Che Guevara kennenlernt. 82 Revolution√§re setzen 1956 nach Kuba √ľber, um in einen √ľber zweij√§hrigem Guerilla-Krieg am 1.1.1959 Diktator Batista schlie√ülich zu vertreiben. Fidel zieht als M√°ximo L√≠der in Havanna ein. Von hier wird er mehr als 50 Jahre die Geschicke Kubas leiten, ebenso gehasst wie verehrt, ein Symbol der Auflehnung gegen das kapitalistische System, ebenso wie f√ľr das Versagen der gro√üen Revolution dagegen. Ein David, der gegen den Goliath USA widersteht, wof√ľr am Ende aber das Volk zahlen muss. Erst 2008 gibt er die Macht an seinen Bruder Ra√ļl ab, 2011 tritt er als Anf√ľhrer der Kommunistischen Partei Kubas zur√ľck. Erst nach Castros Ausscheiden tritt ein wenig Entspannung ein, die USA unter Barack Obama lockern das jahrzehntelange Embargo ein wenig, im M√§rz 2016 besucht Obama sogar Havanna.

Castro und Che, das waren die gro√üen Anf√ľhrer der kubanischen Revolution, die immer ein gro√ües Symbol der Linke gewesen ist, dass es doch m√∂glich w√§re, aufzubegehren gegen das System USA. Verehrung und Verkl√§rung haben nat√ľrlich oft die Fehler und Unmenschlichkeiten √ľberdeckt, die ebenfalls Teil der postrevolution√§ren Geschichte Kubas waren. Che wurde dabei nach seinem Tod in Bolivien zur unantastbaren Ikone stilisiert. Castro musste daf√ľr Zeit seines Lebens gegen diesen Anspruch bestehen, der realexistierende Revolution√§r sozusagen, wenn man es sarkastisch ausdr√ľcken m√∂chte. Eine tragische Figur der Weltgeschichte, was mich in diesem Sinne durchaus traurig stimmt.