Tom Petty *1950 †2017

Ich halte im Grunde wenig vom Südstaatensound, ungefähr soviel wie von Bob Dylan. In diesem Sinne ist heute schwer zu sagen, was mich an Tom Petty eigentlich ansprach, aber trotz seiner Beziehung zu Dylan (man denke nur an die fürchterlichen Travelling Wilburys), war er der amerikanische Musiker in der Rockfolkcountryecke, den ich noch am ehesten mochte.

Definitiv geliebt habe ich Don‘t come around here no more, und das hervorragende Video dazu. Der am Anfang als Raupe auftretende Dave Stewart bildet hier die Brücke nach England und dem mir viel näher liegenden New Wave und zu meiner MTV-Adoleszenz.
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Fidel Castro *1926 †2016

Fidel Castro ist tot.

Fidel Castro wird 1926 als uneheliches Kind eines Zuckerplantagenbesitzers geboren wird und soll schon im Alter von 13 Jahren die Plantagenarbeiter seines Vaters zum Streik aufgerufen haben. 1953 versucht er zum ersten Mal mit nur 130 Männern eine Kaserne zu stürmen, um den ein Jahr vorher durch einen Putsch an die Macht gekommenen Diktator Batista zu stürzen. Er landet im Zuchthaus, nach einer Amnestie zwei Jahre später geht er ins mexikanische Exil, wo er u.a. Che Guevara kennenlernt. 82 Revolutionäre setzen 1956 nach Kuba über, um in einen über zweijährigem Guerilla-Krieg am 1.1.1959 Diktator Batista schließlich zu vertreiben. Fidel zieht als Máximo Líder in Havanna ein. Von hier wird er mehr als 50 Jahre die Geschicke Kubas leiten, ebenso gehasst wie verehrt, ein Symbol der Auflehnung gegen das kapitalistische System, ebenso wie für das Versagen der großen Revolution dagegen. Ein David, der gegen den Goliath USA widersteht, wofür am Ende aber das Volk zahlen muss. Erst 2008 gibt er die Macht an seinen Bruder Raúl ab, 2011 tritt er als Anführer der Kommunistischen Partei Kubas zurück. Erst nach Castros Ausscheiden tritt ein wenig Entspannung ein, die USA unter Barack Obama lockern das jahrzehntelange Embargo ein wenig, im März 2016 besucht Obama sogar Havanna.

Castro und Che, das waren die großen Anführer der kubanischen Revolution, die immer ein großes Symbol der Linke gewesen ist, dass es doch möglich wäre, aufzubegehren gegen das System USA. Verehrung und Verklärung haben natürlich oft die Fehler und Unmenschlichkeiten überdeckt, die ebenfalls Teil der postrevolutionären Geschichte Kubas waren. Che wurde dabei nach seinem Tod in Bolivien zur unantastbaren Ikone stilisiert. Castro musste dafür Zeit seines Lebens gegen diesen Anspruch bestehen, der realexistierende Revolutionär sozusagen, wenn man es sarkastisch ausdrücken möchte. Eine tragische Figur der Weltgeschichte, was mich in diesem Sinne durchaus traurig stimmt.

Leonard Cohen *1934 †2016

Leonard Cohen ist tot.

2013 habe ich den großen kanadischen Poeten noch live gesehen, in Hamburg. Ein Konzert von dem ich tagelang regelrecht ergriffen war. Auch und vor allem wegen Cohens Alter und dieser unglaublichen Würde, die er ausstrahlte. Sein letztes Album You Want It Darker handelte schon vom Tod. Tschüß Leonard Cohen.

Artikelbild Gorupdebesanez unter CC Lizenz