Keine Seife

Ich stehe der aktuellen, ich empfinde das so, Corona-Hysterie, immer ratloser gegenĂŒber. Ich habe mich in meinem stochastischen Paradies eingeigelt in der Vorstellung, dass mir a) schon nichts passieren wird und wenn dasnn b) alles glimpflich ablaufen wird. Zur Aufrwchterhaltung meiner inneren Sicherheit reicht fĂŒr mich Einhaltung der Niesetikette und ein vermehrtes HĂ€ndewaachen.

Das scheint aber nicht allen so zu gehen. Ich glaube ĂŒber HamsterkĂ€ufe sind alle Witze gerissen, trotzdem muss ich mich mal kurz ĂŒber dieses PhĂ€nomen wundern. Ich meine, dass sich Menschen auf das Ende der Welt vorbereiten hat es ja immer gegeben, und das massenhafte Einkaufen von Dosenfutter und TĂŒtensuppen dĂŒrfte hier die richtige Wahl sein, ob da nun der Coronavirus oder die Zombieapokalyse auf uns zu kommt. Das in diesen Tagen chronisch ausverkaufte Klopapier macht mir da schon mehr Kopfzerbrechen. Was ich aber gar nicht mehr verstehen kann, ist, dass man keine Seife mehr bekommt.

Ich stehe also im Drogeriemarkt vor dem Regal wo eigentlich die Seifen stehen. Da sind aber nur vier Etagen leeres Regal anzutreffen. In der Mitte des Regals packt ein einzelner Mitarbeiter TĂŒten mit FlĂŒssigseife der Hausmarke aus einem Karton ins Regal. Jedesmal, wenn er in den Karton nach einer neuen Packung greift, hat sich schon jemand die letzte Packung geschnappt, die er ins Regal gestellt hat. Schon ist der Kasten leer und er seufzt: „Das war‘s, mehr gibt‘s erst wieder morgen.“

Woher kommt diese Nachfrage? Ich meine, die HĂ€nde haben wir uns doch vorher hoffentlich auch schon gewaschen. Ja, oder nicht? Das ist aber natĂŒrlich nichts gegen Handdesinfektionsmittel. Das scheint ja inzwischen in Gold aufgewogen zu werden. Grund genug, um es aus KrankenhĂ€usern oder den Toiletten bei der Arbeit zu entwenden. Gibt es bereits an irgendwelchen dunklen Ecken der Stadt einen Schwarzmarkt fĂŒr Hygienealkohol? Wo dann angebrochene und/oder mit Wasser gepanschte Flaschen Sterilium vertickt werden? „Ey Alter, hier 100% reines Zeug
“

Delmenhorst

Meine Kindheit und Jugend versus Element of Crime.

„Ich bin jetzt immer da, wo du nicht bist, und das ist immer Delmenhorst“

„In der NĂ€he [meiner zweiten Heimatstadt] gibt es ein kleines Örtchen „Immer“ und eine meiner Grundschullehrerinnen erzĂ€hlte gerne den Witz von dem Bahnkunden, der Immer hin und zurĂŒck buchen wollte. Das sagt viel ĂŒber Delmenhorst und meine Schulzeit dort aus.“ Ich selbst einst.

„Es ist schön, wenn’s nicht mehr weh tut, und wo zu sein, wo du nie warst“

Es gab eine Zeit, da hat jeder dem man erzĂ€hlte, dass man in Delmenhorst lebe, gesagt: „Kenn‘ ich, aus den Verkehrsnachrichten!“ Mehr hatte die kleine Stadt vor den Toren Bremens eigentlich seinerzeit auch nicht zu bieten, als einen Stauschwerpunkt an der A1. Heute werde ich in immer nur gefragt, ob ich Sahra Connor persönlich kenne. Weil die Stadt ja so klein ist, dass dort jeder jeden kennt. Nicht.

„Hinter Huchting ist ein Graben, der ist weder breit noch tief“

Als Kind fand ich die BĂ€ke eigentlich ziemlich breit, aber Kindern kommt ja alles unglaublich groß vor. Jedenfalls gibt/gab es einen teiweise verwachsenen Wanderweg entlang der BĂ€ke, dort haben wir viel gespielt, zu, Beispiel ein Baumhaus gebaut. Mit Werkzeug das wir im nahegelegenen Baumarkt ge
 ach egal, den Baumarkt gibt‘s ja auch schon lange nicht mehr, da ist heute ein Sonnenstudio, das Sven Regener sicherlich erwĂ€hnt hĂ€tte, wenn es scon dagewesen wĂ€re, als er den Song schrieb, denn es gibt wohl nichts deprimierenderes, als Sonnenstudios. Vieleicht noch Ein-Euro-Shops.

„und dann kommt gleich ‚GetrĂ€nke Hoffmann‘, Sag‘ Bescheid, wenn du mich liebst“

Gab keinen GetrÀnkeladen zu meiner Zeit dort. Stattdessen ein Maisfeld, wo jetzt ein Haufen MehrfamilienhÀuser stehen und Wiesen, wo heute Netto steht. Und das alte stillgelegte BahnhofsgebÀude war das alte stillgelegte BahnhofsgebÀude und kein Beauty- und Hairsalon.

„Ich hab jetzt Sachen an, die du nicht magst, und die sind immer grĂŒn und blau“

Meine Oma hat mir viele Pullover gestrickt zu der Zeit, denn das machte sie eigentlich 24/7, stricken, es traf sich sogar regelmĂ€ĂŸig ein Strickclub in unserem Haus, dann wurde aber seltsamerweise weniger gestrickt, stattdessen viel gelacht und ich glaube auch getrunken. Jedenfalls mein Lieblingsoma-Pullover war grĂŒn und blau gesteift, weil er aus irgendwelchen Resten zusammen gemixt war, weil „grĂŒn und blau trĂ€gt die Sau“. Den habe ich so geliebt und so betragen, dass er als ich ihn wegwarf bestimmt drei bis vier Nummern grĂ¶ĂŸer geqorden war.

„Ob ich wirklich Sport betreibe, interessiert hier keine Sau“

Dabei habe ich in Delmenhorst viel Sport getrieben. Vor allem Volleyball. Da bin ich von der Kindergruppe bis zur Mixed-Liga dabei gewesen, viele Jahre. Mit Übungsleiterschein machen und allem. In der Schule hatte ich eine Sportlehrerin, die fragte am Beginn des Schuljahrs immer, wer im Verein spielt und allein dafĂŒr bekam man direkt eine eins. Oder man machte bei „Jugend trainiert fĂŒr Olympia“ mit, so hab ich mir meine eins in Basketball erspielt. Ausgerechnet ich.

„Ich mach‘ jetzt endlich alles öffentlich, und erzĂ€hle, was ich weiß“

– Scheiße, da kommen die Bullen!
– Die kriegen nichts ab!

„Auf der Straße der Verdammten, die hier Bremer Straße heißt“

Als Kind bin ich sie zu Fuß gelaufen, jeden Tag zur Schule. Im Gasthof Schierenbeck stand ein Soielautomat im Eingang, Donkey Kong, da hab ich viel Geld gelassen. Dann mit dem Fahrrad in Richtung Stadt zur Schule. Im Imbis gegenĂŒber vom Delbus gab‘s einen Pacman-Tisch! Der Kiosk, wo wir erst gemischte TĂŒten fĂŒr eine Mark und spĂ€ter einzelne Zigaretten gekauft haben. Der Grieche, der immer ausflippte, wenn wir zum Essen kamen, weil wir beide Nico hiessen. Alles Bremer Straße. Die Schlagader meiner Jugend quasi.

„Ich bin jetzt da, wo ich mich haben will, und das ist immer Delmenhorst“

Sven Regener hat mal behauptet, er wĂ€re zumindest bis er den Song geschrieben hat, nie dort gewesen und das kann ich ihm in soweit abnehmen, als dass der Song genau jene diffusen Aussagen ĂŒber Delmenhorst enthĂ€lt, die man als Bremer halt so im Kopf hat, wenn man an Delmenhorst denkt. Ging mir nicht anders.

„Erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß“

„In Delmenhorst ist Gerd Thume ein stadtbekannter Maler.“ Danke.

Bremen

Ich bin das, was man einen Waller Butjer nennt. Walle ist ein Stadtteil von Bremen, der westlich der Innenstadt, nördlich der HÀfen, zumindest zum Zeitpunkt meiner Geburt als Arbeiterviertel geprÀgt war. Dort konnte man morgens den Geruch von Kaffee und Bier in der Luft wahrnehmen, zwei Dinge, an die ich mich allenfalls fabelhaft erinnern kann, da ich zu der Zeit weder Kaffee noch Bier jemals konsumiert hatte.

Butjer spricht man wohl ein bisschen wie den englischen Schlachter aus, bezeichnet laut Wikipedia „energiegeladene kleine Kinder, die einen Riesenspaß daran haben, ausgelassen und fröhlich draußen zu spielen und zu toben“, hĂ€tte ich besser nicht beschreiben können. Mein Revier war das Waller Westend: ein Spielplatz an der Seydlitzstraße, sowie die weitere Umgebung der Vegesacker Straße zwischen Waller GrĂŒn und Ritterraschenstraße, manchmal bis zum Waller Park.

Ich war ein Stadtkind und unser Revier war die Straße. Ich nehme an, das ist dort heute noch so, denn obwohl es natĂŒrlich einen irren Zuwachs an Autoverkehr gegeben hat, und die umliegenden SUV-Autobahnen wie die Nordstraße oder die Waller Heerstraße fĂŒr Kinder heute wahrscheinlich tödliche Barrieren sind, hat man doch mit viel Verkehrsberuhigung und einem undurchschaubaren Einbahnstraßensystem fĂŒr den Verkehrsfluss etwas verlangsamt. Das alte Arbeiterviertel ist heute sicherlich in und voll durchgentrifiziert, vielleicht ist auch diese Zeit schon wieder vorbei. Ist lange her, dass ich mich dort mal umgesehen habe. Die vom Krieg geschlagenen BaulĂŒcken, die es in meiner Kindheit 25-30 Jahre nach dem Krieg, noch gab, sind jedenfalls verschwunden.

Beim Schreiben fĂ€llt mir erst so richtig auf, wie sehr das eine andere Zeit war damals. GlĂŒckliche Kindheit auf der Straße. Das ging immer, auch wenn es mindestens einmal knapp war und ich dem frĂŒhen Verkehrstod von der Motorhaube gesprungen bin. Wenn ich zu Hause war, habe ich mit Playmobil (Ritterburg) gespielt oder sonstwas, einen Fernseher hatten wir, aber der schien nur abends zu funktionieren. Und war zunĂ€chst auch schwarz-weiß. Computer? Sehr witzig! Aber jede Woche ein Yps-Heft, so war das!

Ob ich unter der dauernden Abwesenheit meines Vaters gelitten habe, der als technischer Schiffsoffizier die Familie von großer Fahrt zu ernĂ€hren suchte, kann ich aus der RĂŒckschau wirklich nur schwer sagen. Ich habe die Zeit vielmehr als glĂŒcklich abgespeichert, vor allem wohl auch, weil ich im Alter von knappen Sieben aus allem herausgerissen wurde, um aufs Land zu ziehen. Die Idee meiner Eltern, dass es dort fĂŒr Kinder einfach besser und schöner wĂ€re, habe ich erst viele Jahre spĂ€ter verstanden. Selbstmitleidig betrachte ich diesen Umzug immer noch als mein Kindheitstrauma, obwohl ich inzwischen weiß, dass das eben eine kindische Betrachtungsweise ist, aber das war ich ja seinerzeit noch.

Also verlor ich meine Heimat und zog nach Delmenhorst, ein Ort den Menschen als abstĂ¶ĂŸig empfinden. An der Straße der Verdammten auch noch


Artikelbild gemeinfreiĂ€hnlich freigegeben von Jana Sabeth auf Unsplash.

Umziehen

Wir packen gerade unsere sieben Sachen und ziehen vom Dorf zurĂŒck in die Stadt. Marc ist gerade endgĂŒltig (und superspießig) aufs Dorf gezogen und hat u.a. seine 10 Wohnorte aufgelistet. Da kann ich ĂŒber!

  1. Bremen
  2. Delmenhorst
  3. Wardenburg/Benthullen
  4. Oldenburg (Oldenb.) (Haarentor)
  5. Oldenburg (BĂŒrgerfelde)
  6. Oldenburg (Donnerschwee, beschte WG ever)
  7. Oldenburg (Innenstadt)
  8. Oldeburg (Innenstadt)
  9. LĂŒbeck (Buntekuh)
  10. LĂŒbeck (St. Lorenz Nord)
  11. LĂŒbeck (St. JĂŒrgen)
  12. Reinfeld (Holstein)

Und nun kommt also Umzug Nummer 12, zurĂŒck nach LĂŒbeck. ZurĂŒck nach St. JĂŒrgen. ZurĂŒck an die Wakenitz. Und da bin ich mit Marc sowas von einer Meinung: reicht dann auch mal, mit der Umzieherei.

Bahngeschichten kannste dir nicht ausdenken

Der Talk BahnMining – PĂŒnktlichkeit ist eine Zier vom 36C3 hat ja schön gezeigt, wie man Bahn-Daten diggt und auswertet und was beispielsweise die Scheuerwende ist. Die lustigsten Begebenheiten zu prĂ€sentieren behĂ€lt sich dann aber doch das wirkliche Leben die Bahn selbst vor. Gestern auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin morgens und abends wieder zurĂŒck hatten wir in die eine Richtung 25 Minuten, in die andere 20 Minuten VerspĂ€tung, jeweils ohne Scheuer-Wende, also Zugausfall. Völlig normal, kennt man ja, die BegrĂŒndungen waren aber lustig.

Morgens lag es an einem Fehler des zugeigenen „Servers“, dass erst die Reservierungen nicht eingelesen werden konnten und dann der Fahrplan nicht ausgelesen. Aus diesem Grund mĂŒsse man den neu auf Papier ausdrucken, sagte der freundliche Zugleiter durch, „das dauert bei uns leider 20 Minuten“, dieses 40-seitige Dokument auszudrucken. Zwischenzeitlich wurde sogar der Fortschritt ausgedruckter Seiten durchgesagt. Ja dieser Server immer


Auf dem RĂŒckweg war dann ein Triebkopf nicht in Ornung und der Zug musste eine Drehfahrt absolvieren, d.h. vom Berliner Hauptbahnhof sind wir nach Gesundbrunnen gefahren und dann andersherum weiter nach Hamburg.

Ich fasse zusammen: die Bahn kommt auch 2020 weiter zu spÀt, hat sich aber offensichtlich vorgenommen, ihrem Publikum jetzt wenigsten ein wenig Amusement und Sightseeing anzubieten. Das ist doch nett.

Festgefahren in den DĂŒnen

Meine aktuelle Anschaffung fĂŒr unser Wohnmobil bei Obelink (dem, ich zitiere: „Ikea fĂŒr Camper“):

  • ein Klappspaten
  • ein Satz Sand-/Reifen-Gripmatten
  • ein Abschleppseil.

Und das kam so


Die Bedienungsanleitung am Nachtautomaten des dĂ€nischen Campingplatzes war eigentlich eindeutig: besonders die spĂ€t ankommenden Wohnmobil-Besitzer wurden darauf hingewiesen, dass man vorsichtig bei der Platzsuche agieren möge und sich nicht in den DĂŒnen festfahren möge.

Nur das ich mit einer so abstrakten Drohung im Grunde nichts anfangen kann. Ich und festfahren, was fĂŒr ein Blödsinn.

Und ich habe noch kurz gezuckt (immerhin), als die beste Wohnmobil-Navigatorin der Welt einen Platz fĂŒr unseren MiniflugzeugtrĂ€ger ausgesucht hatte. FĂŒnf Minuten spĂ€ter die doppelte Erkenntnis: zum einen ist der Platz sch
 zum anderen haben wir uns gerade gnadenlos festgefahren.

Dazu ein kurzer Ausflug in die Anatomie des klassischen (Baujahr 1995) Wohnmobils mit Fiat Ducato Pritsche darunter:

  • Vorderradantrieb
  • leichter Wagen
  • schwerer Aufbau
  • nahezu das komplette Gewicht liegt auf der Hinterachse.

Da soll (habe ich an diesem Abend gelernt) schon leichter Anstieg und glitschiger Rasen ausreichen, damit die Vordereifen ihren Grip verlieren und komplett durchdrehen. Nur, dass wir uns mit feuchtem Rasen nicht zufrieden geben, der ist ja fĂŒr AnfĂ€nger. So hingen wir also mit einbrechender DĂ€mmerung schön an einem schier unĂŒberwindlichen SandhĂŒgel fest, waren nach hinten durch eine plötzlich auftretende WanderdĂŒne blockiert und es ging weder vor noch zurĂŒck.

Nun habe ich schon damit gerechnet, von allen Seiten entweder fiese Kommentare oder völlig nutzlose Hinweise zu bekommen, hey, ich bin Twitter sozialisiert! Aber das echte Leben da draußen besteht zum GlĂŒck nicht nur aus Hatespeech und Mansplaining. Die Navigatorin zog los ĂŒber den Campingplatz und kehrte nach wenigen Minuten mit einer wild zusammengewĂŒrfelten Rettungstruppe zurĂŒck, bewaffnet mit Gripmatten und Klappspaten, fröhlich bereit, unseren gestrandeten Riesen wieder auszugraben. Allerdings, all unser Gebuddel und alle Befreiungsversuche gruben den Wagen nur noch tiefen in den Dreck. Einer der Helfer ging dann nochmal los und holte ein Abschleppseil, und ein weiterer seinen VW Bulli, der uns an den Haken nahm. Und das ging dann wieder ĂŒberraschend leicht, mit einem Ruck standen wir wieder auf dem Weg, eine halbe Stunde spĂ€ter saßen wir vor dem Wagen und tranken Wein.

Schadensbericht: beim ZurĂŒckrollen habe ich leider die hintere Stoßstange unseres Womos angebrochen und ein Loch reingefahren, teilweise losgerissen. Das ist leider nicht so schön, weil man so ein Ersatzteil fĂŒr das ĂŒber 20 Jahre alte Kultmobil natĂŒrlich nur sehr schlecht bekommt. Hier werden also meine Skills als Bildhauer und Kunststoffformer gefragt sein, erstmal tut es aber Ducktape. Viel gelernt habe ich, ĂŒber die reale freundliche Welt da draußen. Gut zu spĂŒren.

Jump Uber

Ich habe mich heute quasi aus Versehen bei Uber registriert. Gar nicht weil ich ein cooler Hund/Berliner bin und die Ausbeutung sowieso schon prekÀr lebender Chauffeure weiter voranzutreiben gedachte, sondern weil ich mir ein Elektrofahrrad ausleihen wollte. Um damit zum Bahnhof zu fahren.

Auf dem Hinweg vom Bahnhof zum BĂŒro hatte es noch ein Lidl-Bike getan. Ich und LeihfahrrĂ€der, das findet eigentlich hauptsĂ€chlich in Berlin statt. Wo man ĂŒbrigens gut radfahren kann, anders als in Hamburg. Ich meine lebensgefĂ€hrlich ist es an beiden Orten, aber spĂ€testens nach zwei halsbrecherischen Aktionen mit rechtsabbiegenden SUVs steige ich von der Klingel aufs aggressivste AnbrĂŒllen um, und fĂŒhle mich in Berlin dann einfach unglaublich wohl und zu Hause.

Jedenfalls wollte ich E-Bike fahren. Weil es geht. Und weil ich nicht E-Roller fahren will. Also anders, fĂŒr Lime habe ich mich auch registriert kĂŒrzlich. Weil ein Lime-Roller der erste war, der mir ĂŒber den Weg gelaufen
 ĂŒber den ich gestolpert bin. Nur letztlich war mir das dann dich zu peinlich, vor allem weil ich unterschreiben sollte, ich wĂŒrde ganz bestimmt einen Helm aufsetzen. Ja, ja, ich weiß, das macht trotzdem keiner. Die Kosten von E-Bike und E-Roller sind ĂŒbrigens jeweils gleich unfassbar teuer. 1 Euro fĂŒr das Ausleihen an sich und dann pro Minute 15 Cent? Echt jetzt?

Also E-Bike. Hab sogar eins reserviert, dass laut App direkt vor der BĂŒrotĂŒr am Anhalter Bahnhof stehen sollte. Und als ich da unten ankommen
 weit und breit kein Fahrrad zu sehen. Geil. Hab zunĂ€chst ĂŒberlegt, ein Uber zu rufen, damit ich jemand anschreien kann. Hey ihr jungen Leute: euer Leben ist doch der letzte Sch


The high water mark

So now, less than five years later, you can go up on a steep hill in Las Vegas and look West, and with the right kind of eyes you can almost see the high-water mark—that place where the wave finally broke and rolled back.

Hunter S. Thompson, Fear And Loathing in Las Vegas