Bahngeschichten kannste dir nicht ausdenken

Der Talk BahnMining – PĂŒnktlichkeit ist eine Zier vom 36C3 hat ja schön gezeigt, wie man Bahn-Daten diggt und auswertet und was beispielsweise die Scheuerwende ist. Die lustigsten Begebenheiten zu prĂ€sentieren behĂ€lt sich dann aber doch das wirkliche Leben die Bahn selbst vor. Gestern auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin morgens und abends wieder zurĂŒck hatten wir in die eine Richtung 25 Minuten, in die andere 20 Minuten VerspĂ€tung, jeweils ohne Scheuer-Wende, also Zugausfall. Völlig normal, kennt man ja, die BegrĂŒndungen waren aber lustig.

Morgens lag es an einem Fehler des zugeigenen „Servers“, dass erst die Reservierungen nicht eingelesen werden konnten und dann der Fahrplan nicht ausgelesen. Aus diesem Grund mĂŒsse man den neu auf Papier ausdrucken, sagte der freundliche Zugleiter durch, „das dauert bei uns leider 20 Minuten“, dieses 40-seitige Dokument auszudrucken. Zwischenzeitlich wurde sogar der Fortschritt ausgedruckter Seiten durchgesagt. Ja dieser Server immer


Auf dem RĂŒckweg war dann ein Triebkopf nicht in Ornung und der Zug musste eine Drehfahrt absolvieren, d.h. vom Berliner Hauptbahnhof sind wir nach Gesundbrunnen gefahren und dann andersherum weiter nach Hamburg.

Ich fasse zusammen: die Bahn kommt auch 2020 weiter zu spÀt, hat sich aber offensichtlich vorgenommen, ihrem Publikum jetzt wenigsten ein wenig Amusement und Sightseeing anzubieten. Das ist doch nett.

Festgefahren in den DĂŒnen

Meine aktuelle Anschaffung fĂŒr unser Wohnmobil bei Obelink (dem, ich zitiere: „Ikea fĂŒr Camper“):

  • ein Klappspaten
  • ein Satz Sand-/Reifen-Gripmatten
  • ein Abschleppseil.

Und das kam so


Die Bedienungsanleitung am Nachtautomaten des dĂ€nischen Campingplatzes war eigentlich eindeutig: besonders die spĂ€t ankommenden Wohnmobil-Besitzer wurden darauf hingewiesen, dass man vorsichtig bei der Platzsuche agieren möge und sich nicht in den DĂŒnen festfahren möge.

Nur das ich mit einer so abstrakten Drohung im Grunde nichts anfangen kann. Ich und festfahren, was fĂŒr ein Blödsinn.

Und ich habe noch kurz gezuckt (immerhin), als die beste Wohnmobil-Navigatorin der Welt einen Platz fĂŒr unseren MiniflugzeugtrĂ€ger ausgesucht hatte. FĂŒnf Minuten spĂ€ter die doppelte Erkenntnis: zum einen ist der Platz sch
 zum anderen haben wir uns gerade gnadenlos festgefahren.

Dazu ein kurzer Ausflug in die Anatomie des klassischen (Baujahr 1995) Wohnmobils mit Fiat Ducato Pritsche darunter:

  • Vorderradantrieb
  • leichter Wagen
  • schwerer Aufbau
  • nahezu das komplette Gewicht liegt auf der Hinterachse.

Da soll (habe ich an diesem Abend gelernt) schon leichter Anstieg und glitschiger Rasen ausreichen, damit die Vordereifen ihren Grip verlieren und komplett durchdrehen. Nur, dass wir uns mit feuchtem Rasen nicht zufrieden geben, der ist ja fĂŒr AnfĂ€nger. So hingen wir also mit einbrechender DĂ€mmerung schön an einem schier unĂŒberwindlichen SandhĂŒgel fest, waren nach hinten durch eine plötzlich auftretende WanderdĂŒne blockiert und es ging weder vor noch zurĂŒck.

Nun habe ich schon damit gerechnet, von allen Seiten entweder fiese Kommentare oder völlig nutzlose Hinweise zu bekommen, hey, ich bin Twitter sozialisiert! Aber das echte Leben da draußen besteht zum GlĂŒck nicht nur aus Hatespeech und Mansplaining. Die Navigatorin zog los ĂŒber den Campingplatz und kehrte nach wenigen Minuten mit einer wild zusammengewĂŒrfelten Rettungstruppe zurĂŒck, bewaffnet mit Gripmatten und Klappspaten, fröhlich bereit, unseren gestrandeten Riesen wieder auszugraben. Allerdings, all unser Gebuddel und alle Befreiungsversuche gruben den Wagen nur noch tiefen in den Dreck. Einer der Helfer ging dann nochmal los und holte ein Abschleppseil, und ein weiterer seinen VW Bulli, der uns an den Haken nahm. Und das ging dann wieder ĂŒberraschend leicht, mit einem Ruck standen wir wieder auf dem Weg, eine halbe Stunde spĂ€ter saßen wir vor dem Wagen und tranken Wein.

Schadensbericht: beim ZurĂŒckrollen habe ich leider die hintere Stoßstange unseres Womos angebrochen und ein Loch reingefahren, teilweise losgerissen. Das ist leider nicht so schön, weil man so ein Ersatzteil fĂŒr das ĂŒber 20 Jahre alte Kultmobil natĂŒrlich nur sehr schlecht bekommt. Hier werden also meine Skills als Bildhauer und Kunststoffformer gefragt sein, erstmal tut es aber Ducktape. Viel gelernt habe ich, ĂŒber die reale freundliche Welt da draußen. Gut zu spĂŒren.

Jump Uber

Ich habe mich heute quasi aus Versehen bei Uber registriert. Gar nicht weil ich ein cooler Hund/Berliner bin und die Ausbeutung sowieso schon prekÀr lebender Chauffeure weiter voranzutreiben gedachte, sondern weil ich mir ein Elektrofahrrad ausleihen wollte. Um damit zum Bahnhof zu fahren.

Auf dem Hinweg vom Bahnhof zum BĂŒro hatte es noch ein Lidl-Bike getan. Ich und LeihfahrrĂ€der, das findet eigentlich hauptsĂ€chlich in Berlin statt. Wo man ĂŒbrigens gut radfahren kann, anders als in Hamburg. Ich meine lebensgefĂ€hrlich ist es an beiden Orten, aber spĂ€testens nach zwei halsbrecherischen Aktionen mit rechtsabbiegenden SUVs steige ich von der Klingel aufs aggressivste AnbrĂŒllen um, und fĂŒhle mich in Berlin dann einfach unglaublich wohl und zu Hause.

Jedenfalls wollte ich E-Bike fahren. Weil es geht. Und weil ich nicht E-Roller fahren will. Also anders, fĂŒr Lime habe ich mich auch registriert kĂŒrzlich. Weil ein Lime-Roller der erste war, der mir ĂŒber den Weg gelaufen
 ĂŒber den ich gestolpert bin. Nur letztlich war mir das dann dich zu peinlich, vor allem weil ich unterschreiben sollte, ich wĂŒrde ganz bestimmt einen Helm aufsetzen. Ja, ja, ich weiß, das macht trotzdem keiner. Die Kosten von E-Bike und E-Roller sind ĂŒbrigens jeweils gleich unfassbar teuer. 1 Euro fĂŒr das Ausleihen an sich und dann pro Minute 15 Cent? Echt jetzt?

Also E-Bike. Hab sogar eins reserviert, dass laut App direkt vor der BĂŒrotĂŒr am Anhalter Bahnhof stehen sollte. Und als ich da unten ankommen
 weit und breit kein Fahrrad zu sehen. Geil. Hab zunĂ€chst ĂŒberlegt, ein Uber zu rufen, damit ich jemand anschreien kann. Hey ihr jungen Leute: euer Leben ist doch der letzte Sch


Kein Krebs

Am 26.08.2013 ist Wolfgang Herrndorf gestorben. FĂŒnf Jahre und einen Tag spĂ€ter, muss ich zum Arzt.

Kein Hirntumor, quasi das Gegenteil. Aber mein Vater hat erst vor Jahren den Krebs besiegt und hĂ€lt ihn seitdem in Schach. Also eine Vorbelastung. Trotzdem habe ich vier Jahre gebraucht, mich untersuchen zu lassen. Ich bin einfach zu empfĂ€nglich fĂŒr diesen speziellen Hitchcock-Horror, der sich einstellt, wenn man auf das Ergebnis einer Untersuchung warten muss.

Wenn ich meinen Vater ansehe, fĂŒhle ich mich sowieso immer wie der kleine Junge in den Siebzigern und Achtzigern, dieser HĂŒne von Mann mit diesen HĂ€nden groß wie zwei Bratpfannen. Der Krebs hat ihn schrumpfen lassen, oder vielmehr die Operation. Trotzdem ist das GefĂŒhl noch da: das werde ich niemals schaffen. Da vermischt sich viel.

An so einem Tag, nachdem der Professor zu einem sagte: „Ja, ist vergrĂ¶ĂŸert, aber das darf in ihrem Alter“, da kann man so viel nachdenken. Beispielsweise ĂŒber die schlampige Grammatik mit der deutsche Professoren ihre Patienten beglĂŒcken, oder darĂŒber, dass mir in letzter Zeit immer öfter irgendetwas erlaubt wird, wegen meines Alters. Ein alter weißer Mann? Ich? Achgottogottogott! Und natĂŒrlich an Wolfgang Herrndorf. Was man wohl alles noch schreiben könnte, nach einer negativen Diagnose.

Gestern dann der Anruf, pĂŒnktlich zur vereinbarten Zeit. Schweiß auf der Stirn. Ganz lapidar: nein, alles in Ordnung. So in Ordnung, dass in zwei Jahren die nĂ€chste Vorsorge anstĂŒnde, ich soll aber in einem Jahr wieder kommen, wegen meines Vaters.

Herrjeh, in einem Jahr kann man ja so viel Quatsch zusammendenken. Das wird ein Horror.

Foto von Herson Rodriguez

2017: Blick zurĂŒck nach vorn

Musik, das BĂŒro und ich

Wie ich schon hier erwĂ€hnte, mit neuer Musik braucht man bei mir nicht mehr zu rechnen. Und so besteht meine Hitliste (allein diesen uralten Begriff benutzt ja kein Mensch mehr) aus jenen Songs, die der Spotify-Zufallsgenerator aus ein bis drei mehrstĂŒndigen Playlists BĂŒro, 100 Songs und Sommerfest Lounge herausfiltert, die ich praktisch in Dauerschleife höre. Ganz mathematisch genau (und fĂŒr einen unechten Zufallsgenerator völlig logisch) stehen eben jene Songs oben, die auf zwei oder drei dieser Listen vertreten sind. Wenn man es weit fĂ€sst, mĂŒssen dies ja tatsĂ€chlich die sein, die mir am besten gefallen. Kurzum: toll diese KI. Hier die Top20 aus 2017:

  1. The Other People Place – Eye Contact
  2. J-Walk – Tearaway
  3. Wolfgang Voigt – Frieden
  4. Etienne de Crecy – Les patron est devenu fou
  5. Olive – You‘re not alone
  6. Wax Tailor – Que sera
  7. Kid Loco – Love me sweet
  8. Michael Mayer – Hush Hush Baby
  9. Groove Armada – At the River
  10. J-Walk – French Letter
  11. Trancesetters – Drive
  12. Nightmares on Wax – Ethnic Majority
  13. Orbital – Doctor?
  14. Ursula 1000 – Gambit
  15. Terranova feat. Tomas HĂžffding – Question Mark
  16. Röyksopp – Poor Leno
  17. Mo‘ Horizons – A mi morena (Chocolate Restyle)
  18. DJ Koze feat. Dirk von Lowtzow – Das Wort
  19. Thievery Cooperation – Shaolin Sattelite
  20. Michael Mayer – Lovefood

Mein persönlicher Favorit (nicht nur zur Weihnachtszeit als Soundtrack Heinrich Bölls Weihnachtsgeschichte) ist Nummer 3. Nummer 4 ist jetzt 15 Jahre dabei, bitte nicht wieder wĂ€hlen (alle die diese Anspielung auf die ZDF Hitparade verstanden haben, bitte sofort eine Lebensversicherung abschließen).

Software

In diesem Jahr haben viele praktische Desktop-Apps den Weg auf meinen Rechner gefunden, dank Setapp, das ich ja auch schon mehrmals wie faulen Fisch angeboten habe und mit dem mich meine Kollegen immer aufziehen, spĂ€ter/weiter unten nochmal mein Affiliate-Link dazu. Absolute Nummer 1 dabei ist auf alle FĂ€lle Ulysses, das bei mir auf den Schlag alle Versionen des iA Writers ersetzt hat, auf allen GerĂ€ten. Ich bin eben der Typ Mensch, der sich in einen Markdown-Editor verlieben kann. Außerdem nutze ich viel Gifox (macht animated Gifs von Bildschirminhalten) und Timing (Zeiterfassung).

Im Bereich Coding mache ich gerade einige Gehversuche mit Visual Studio Code, bin aber vor allem mit der Einrichtung noch nicht so schnell voran gekommen wie seinerzeit bei Sublime Text, und irgendwie verlĂ€uft der Test schon wieder im Sande der Angewohnheit. Also zumindest heute ist Sublime Text noch mein Editor. DafĂŒr hat sich an der Browserfront etwas getan, dort habe ich nĂ€mlich erfolgreich von Chrome zu Firefox (Developer Edition) gewechselt, kurz vor dem Umstieg auf die neue Engine noch. Damit bin ich zufrieden, wurde einfach mal Zeit den Google Trojaner etwas weniger zu nutzen.

Auf dem iPad (seit ewig iPad Air 2), dass ich immer noch exzessiv nutze vor allem im Zug, lĂ€uft neben dem schon erwĂ€hnte Ulysses regelmĂ€ĂŸig Unread, von wegen RSS sei tot. Ich aggregiere zu lesende und gelesene Netzartikel aber hauptsĂ€chlich in Pocket, nebenbei nutze ich noch Refind, aber das bringt mir zur Zeit auch nicht viel mehr neue Artikel, als meine persönliche Medium-Homepage. Ich mixe gerippte Vinyls aus meiner Sammlung mit djay Pro, dessen neue Desktop-Version auch sofort den Weg auf meinen Mac gefunden hat, I love it. Auf dem iPad schaue ich aber auch viel offline Videos, sowohl mit Amazon Prime Video, als auch Netflix.

Video, vidi, ich sehe, ich sah


Ich fand ja in diesem Jahr ĂŒberhaupt nur eine Serie empfehlenswert, nĂ€mlich Master of None und ebenfalls nur einen Film, nĂ€mlich Paterson. Alles andere ist entweder mehr oder minder an mir vorbeigeflimmert, oder war nicht beeindruckend genug, dass es mich zu wahrer Begeisterung gerĂŒhrt hĂ€tte. Dabei habe ich einiges gesehen, was ich nicht verheimlichen will (und einiges das ich hier verheimliche, aber
)

  1. Designated Survivor (sorry, von Kiefer Sutherland kriege ich inzwischen wirklich nur noch Brechreiz)
  2. Eine Reihe betrĂŒblicher Ereignisse
  3. Black Mirror
  4. Santa Clarita Diet
  5. Star Trek Deep Space Nine
  6. Big Bang Theory Staffel 9 (Abbruch! Abbruch!)
  7. Better Call Saul
  8. The Seven Deadly Sins (ein kleines privates Anime-Revival)
  9. Fargo
  10. Master of None (s.o.)
  11. The Expanse
  12. Mars (fand ich sch
 hab’s aber trotzdem durchgebingt)

Amazon hat leider keine Übersicht fĂŒr mich, was ich dort gesehen habe, definitiv waren es aber The Walking Dead und gerade erst Mr. Robot, was ich tatsĂ€chlich sehr genossen habe, ohne darĂŒber zu bloggen.

Und aktuell schaue ich gerade den Tatortreiniger zum zweiten Mal an. Das passt bei mir stimmungsmĂ€ĂŸig immer gut in die Weihnachtszeit.

Essen


 ist, außer einer Stadt die ich in KĂŒrze mal besuchen werde, vor allem ein großes Problem gewesen fĂŒr mich in den letzten Jahren. Es gibt ja Leute, die essen aus Frust, oder wenn sie unter Stress stehen, oder wenn es ihnen gut geht. Ich habe hauptsĂ€chlich gegessen bei Frust, Streß und dann nochmal, wenn es mir besser ging. Und vor allem SĂŒĂŸigkeiten. Zucker in jeder Form, geknabbert, versost, in flĂŒssig und natĂŒrlich noch ĂŒberall versteckt in allem anderen was man so zu sich nimmt. Was zu einem Körpergewicht gefĂŒhrt hat, das auch gesundheitlich nicht mehr gut war.

FĂŒr 2017 hatten die beste Ehefrau aller Zeiten und ich also erstmal auf Zuckerreduzierung gesetzt, was aber zunĂ€chst recht schleppend in Gang kam. Zwar ging das Gewicht dadurch etwas runter, aber hey, wenn man dann anfĂ€ngt sich ob der guten Ergebnisse Ausnahmen zu genehmigen, sie kennen das vielleicht. Dann aber passierte etwas.

Dann wurde bei der besten Ehefrau dieser Erde eben jene Krankheit diagnostiziert, die ich verdient gehabt hĂ€tte und von einem Tag auf den anderen waren Ausnahmen, Zucker und alles andere was dick macht keine Option mehr. Sie ist zu einer beinharten Askese verurteilt, was Essen angeht. Ich gehe diesen Weg mit, aus Angst selbst schon krank zu sein oder noch zu werden. Das Ergebnis sind unglaubliche Erfolge—gestern habe ich just zum ersten Mal eine Wert unter hundert erwogen—aber auch ein völlig neues LebensgefĂŒhl. Niemand nennt ja heute seine Hungerkur noch DiĂ€t, alle wollen gleich eine ErnĂ€hrungsumstellung machen, aber wenn man wirklich eine macht, dann ist das schon ein tolles GefĂŒhl. Ich will nicht von mir auf andere schließen; mein spezielles Problem war, dass ich mich trotz des Übergewichts immer gut gefĂŒhlt habe, was völliger Schwachsinn ist, denn jetzt wo ich leichter bin, merke ich deutlich, was mir gefehlt hat und was mir immer so schwer gefallen ist. Ich will auch nicht zu viel frohlocken, denn a) ist der Weg noch weit und b) der Auslöser hĂ€tte wirklich nicht sein mĂŒssen.

Eins noch: Leute, mal ehrlich, esst weniger Zucker. Schaut mal auf die Packungen drauf, wo ĂŒberall wieviel Zucker drin ist. Man glaubt es teilweise wirklich nicht.

Gut gelaufen


 bin ich und zwar fast tĂ€glich, was ein StĂŒckweit zum Thema Essen eins drĂŒber dazugehört. Mein Fitbit sagt, ich gehe im Schnitt 10.000 Schritte pro Tag, Weihnachten war ich etwas faul. Ich gehe oft in der Mittagspause spazieren, was den doppelten Effekt hat, dass man das Gehirn mal kurz durchpusten lĂ€sst und in Bewegung kommt. Ich stehe stundenweise an meinem Schreibtisch. Manchmal gehe ich morgens und abends zum oder vom Bahnhof nach Hause (15min), statt das Auto zu nehmen. Ich gehe regelmĂ€ĂŸig mit meiner Liebsten im Wald/am Teich/im Ort (abends) spazieren. Ich bin 2017 wahrscheinlich mehr gegangen, als in den sechs Jahren davor. In Berlin bin ich auch ab und zu schon mit dem Lidl-Bike unterwegs: „zwischen Hauptbahnhof und Askanischer Platz kommt ihnen ein irrer Radfahrer entgegen
“

Ebenfalls gut gelaufen ist mein diesjĂ€hriger Rantventskalender, vor allem an dem einen Tag, als er im Bildblog verlinkt war, obwohl Leute
 selbst dann merkt man doch immer wieder, wie klein Kleinbloggersdorf inzwischen geworden ist. Trotzdem, mir hat das Projekt viel Spaß gemacht, vor allem Entwurf und Herstellung des Kalenders im Vorfeld. Da fĂŒhlte man sich irgendwie in alte Agenturzeiten zurĂŒck erinnert (die ich freilich nie hatte), wo bis morgen der Adventskalender programmiert und bei 100 Kunden installiert sein sollte. Falls es mal jemand braucht, ist natĂŒrlich alles open source, hier zu finden auf gitlab. Ich habe aus alter Gewohnheit mit grunt gearbeitet und entsetzt festgestellt: das funktioniert ja noch! Was man so fĂŒr Vorstellungen hat, wenn man mit der Karawane zu Tool X weitergezogen ist, hehe.

RĂŒckschlĂ€ge und Dummheiten

Nein, nicht die Bundestagswahl, weil ich sag es gerne nochmal, die Weimarer VerhĂ€ltnisse hatte ich erwartet, obwohl sie natĂŒrlich weitaus alberner ausgefallen sind, als man sich vorstellen konnte. Mit dem Einzug der AffenFuerDeutschland in den Bundestag hatte ich gerechnet, vielleicht nicht gerade, dass sie direkt zur Jagd auf die Regierung aufrufen wĂŒrden, aber ich verstehe ja auch immer alles miss, war sicherlich nicht so gemeint.

Was mich wirklich wurmt ist Bitcoin.

Man kann ja wohl kaum einen JahresrĂŒckblick schreiben, ohne Bitcoin zu erwĂ€hnen.

Bitcoin! Bitcoin! Bitcoin!

Hab ich komplett verschlafen, obwohl mir seit Jahren die nötigen Informationen zugĂ€nglich waren. Aber hey, wer mein GlĂŒck kennt, der weiss wie ich sowas angehe. Sch
 auf Bitcoin, hallo Ethereum. Ich hatte relativ frĂŒh (im Vergleich zum aktuellen Hype) ein, zwei, drei Ether gekauft. Und dann ging es los: Kurs angucken, News ĂŒber Kryptozeug lesen, wieder Kurs kontrollieren, mit Kollegen ĂŒber ETH quatschen, wieder Kurs anschauen, Kurs anschauen, Kurs anschauen
 nach drei Tagen kam ich mir vor wie der letzte Börsenjunkie und ich fand es echt eklig. Also die schönen Ether mit einem Gewinn von 200 Euronen wieder vertickert und sich noch gefreut. Ha ha
 „Cryptocurrency Regel Nummer 1“: Nico verkauft => der Kurs geht rauf! Die HochstĂ€nde Anfang/Mitte Dezember hab ich also verpasst. Und jetzt alle, „Crytocurrency Regel Nummer 2“: Nico kauft => der Kurs geht runter. Ratet mal wer fĂŒr die krassen Kursverluste um Weihnachten verantwortlich ist. Richtig. Erholt sich zum GlĂŒck gerade, but wait, da vorne ein ICO
 hold my beer!

VorsĂ€tze fĂŒr 2018

Das ist neu, sowas mache ich ja eigentlich nicht, aber hey, bis hierhin liest eh keiner, kann ich also auch krÀftig raushauen:

  • Gewicht: unter 100 ist nur von oben betrachtet ein Fortschritt und ehrlich gesagt immer noch adipös. Also mache ich mich 2018 auf den langen Weg durch das Übergewicht auf in Richtung Normalgewicht. Was ich 2017 geschafft habe, muss 2018 wiederholt werden.
  • Bewegen: wie schon erwĂ€hnt 2017 bin ich viel gegangen, 2018 will ich Laufen, so Forrest Gump mĂ€ĂŸig, na mal sehen. Und Rad fahren.
  • Lesen: ich habe mir fĂŒr 2018 Heinrich Böll als Schutzpatron ausgesucht und will soviel es geht von ihm lesen. Bisher kenne ich nur „Der Engel schwieg“ und aus der Schulzeit noch „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, das sind aber nicht mehr als AnknĂŒfungspunkte.
  • Entwickeln: ich will einen Alexa-Skill entwickeln und unser Haus ein wenig automatisieren (was schert mich mein GeschwĂ€tz
). Mit dem Licht habe ich schon angefangen
 Ferner ganz diffus mehr Open Source produzieren und natĂŒrlich

  • einen Rantventskalender 2018 bauen
  • Politik: Mitte des Jahres war ich so wĂŒtend, dass ich beinahe wieder in die SPD eingetreten bin, musste dann aber ĂŒber die Höhe der MitgliedsbeitrĂ€ge so lachen
 also Parteiarbeit wird es auch 2018 nicht werden, allerdings soll es bitte mehr Engagement geben. Aktuell bin ich stark von dieser Folge Essay & Diskurs mit KĂŒbra GĂŒmĂŒĆŸay beeindruckt und möchte mich dahingehend gegen den organisierten Hass mehr engagieren.

2017, das war es dann

Hiermit endet dann dieser sehr lange Artikel um das Blogjahr zu verabschieden. Es war nur mĂ€ĂŸig in vielerlei Hinsicht, vor allem weil ich kaum gebloggt habe, nur 78 EintrĂ€ge sind 2017 entstanden. Wo wenig Content ist, fehlt es auch an Lesern, in den Monaten Januar bis November war ungefĂ€hr gleich viel los wie im Dezember. Der gut lief, siehe oben.

Die erfolgreichsten Artikel des Jahres waren 600.000 Gefangene, die Startseite des Rantventskalenders, Ach Twitter! und Reaggae, Rum und RechtsĂŒberholer.

Auch hier gelobe ich Besserung. Wer mich anspornen will, soll sich endlich Setapp ĂŒber diesen Link ziehen, oder eben was von meiner Liste schenken. Ich bin aber auch sehr mit den netten Worten und Tweets zufrieden, die hinsichtlich des Rantventskalenders eingegangen sind, danke schön.

Also, gehabt euch wohl, kommt gut rein. Wir lesen uns drĂŒben im neuen Jahr.

Greetinx, Nico