Normaaaal!

Während die Welt um mich herum jeden Tag nach mehr Normalität dürstet und das Rennen um das einschränkungsärmste Bundesland in vollem Gange ist, zelebrieren wir hier weiterhin erweiterte Quarantäne, dank Vorerkrankung. Es fühlt sich ein wenig an, als ziehe sich die Schlinge mit jeder Wiederherstellung von „Freiheiten“ für die Masse um uns ein wenig enger zusammen. Hinzu kommen immer öfter irritierte Nachfragen, warum man denn noch nicht beim Friseur war, warum man die Schwiegermutter nicht treffen will, warum man die Tür nicht auf macht, wo doch der Amazonbote inzwischen wieder ins Haus rennt, als hätte es Corona nie gegeben.

Wenn alle wieder normal sein wollen, klingt das in meinem Ohren immer nach Tom Gerhardt. Und das ist nicht witzig.

Bei der Arbeit bin ich zum ersten Mal zu einer zukünftigen Review wieder hier im Verlag für alle die sich trauen eingeladen worden. In meinem Arbeitsbereich sieht man das noch andes, zudem habe ich noch die Position und das Standing, das zunächst noch zu ignorieren. Aber es zeigt schon, wohin der Weg geht, das Problem wird auf eine Ebene herunter gespielt, bei der man am Ende als der Versager, der Feigling da steht. Es zeigt auch schön, dass mobiles Arbeiten post corona erstmal nicht gleichwertig neben der Arbeit im Büro stehen wird. Vielmehr wird es ein Karrierehindernis sein.

Kapitalismus, Wirtschaft, Essen gehen, Grillen im Park, all das scheint am Ende wichtiger zu sein, als das Leben meiner Frau. Wenn mich diese Gesellschaft nicht schon längst verloren hätte, jetzt wäre de Zeitpunkt gekommen.

40 Jahre Pac-Man

Sch… wie die Zeit vergeht. Heute wird ein alter Freund 40 Jahre alt: Pac-Man. Am 22. Mai 1980 hatte Namco パックマン das erste Mal als „Puck Man“ für Arcade-Automaten veröffentlicht. Ich kam mit der kleinen gelben fünfsechstel Pizza sicherlich erst etwas später auf meinem Atari 2600 in Kontakt, und ich möchte behaupten, es ist mit großem Abstand das von mir meistgespielte „Videospiel“ (so nannte man das früher™️. Ich habe mir aber nicht nur am Ataristummeljoystick dafür die Hände verkrampft, sondern es auch viel zu oft an einem Coctail-Arcade in einem Delmenhorster Imbiss gespielt… jedes Spiel kostete eine DM, gut spielen schonte also das Taschengeld. Andererseits musste man sich auch jedesmal etwas zu Essen kaufen, damit man nicht nach spätestens einer Stunde achtkantig aus dem Laden geworfen wurde. Insofern war langes Spielen widerum auch sehr teuer…

Das kann man sich heute vielleicht gar nicht mehr vorstellen, aber es gab wirklich eine Zeit, in der man nicht zu Hause spielen konnte, sondern sich dafür nach (Achtung!) draußen begeben musste. Da es in D. in jenen Tagen keine Spielhallen gab in die man als Unterachtzehnjähriger durfte, musste man dazu noch an höchst zwielichtige Orte begeben, wo man mit seiner Spielsucht allenfalls gedeuldet, niemals aber gern gesehen war. In meinem Fall waren das:

  • die Diele des alten Dorfkrugs an dem ich auf dem Weg zur Schule immer vorbei kam, dort spielten wir hauptsächlich Donkey Kong
  • das Bowling Center unter dem City Center, dort gab es einige Geräte, ich habe dort Phoenix, Asteroids, Space Invaders, Centipede und am liebsten Galaga gespielt
  • das Café an der Eislauf-/Rollschuhbahn (ggü. dem Autokino, mein Gott mehr Retro geht ja gar nicht), hier stand ein Scramble
  • besagter Imbiss mit dem Pac-Man, später Ms. Pac-Man, jeweils als Coctail-Tisch.

Viele von den oben genannten haben die Popkultur der 80er mitgeprägt und mein Leben in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Es war halt alles so, wie man es sich vorstellt: wie Stranger Things, nur halt ohne Monster.

Zurück zu Pac-Man: zum Dreißigsten hatte Google ja seinerzeit ein spielbares Doodle veröffentlicht, das man auch heute noch spielen kann (alle 255 + 1 Level). Zum Vierzigtsen gibt’s aber richtig Rummel (vor allem natürlich in Japan), dazu gehört sogar ein Geburtslied von niemand geringerem als Ken Ishii, ist aber eher so naja…

Amazon hingegen bringt gleich das Spiel neu heraus, in einem Coopmodus, den man auf Twitch spielen kann?

In diesen Zusammenhang gehört natürlich auch die Sonderausstellung „Die digitale Küche – Mit Essen spielt man (nicht)“ im Berliner Computerspielemuseeum, das zufällig ab morgen wieder geöffnet hat…

Artikelbild gemeinfreiähnlich freigegeben von Kirill Sharkovski auf Unsplash.

Umzug während der Coronakrise

Der Umzug war lange geplant. Der Plan war, das alte Haus und die neue Wohnung länger parallel zu mieten, um den Stress niedrig zu halten. Außerdem haben wir uns ein professionelles Umzugsunternehmen geleistet, dass einen Teil unserer Sachen (maßgeblich die Küche) statt uns packen sollte.

Diese langgestreckte Planung wurde von „Corona“ ganz schön durcheinander gewirbelt. Zunächst mal hatten wir davon unabhängig den konkreten Umzugstermin schon vorgezogen, also in das vordere Drittel der Übergangsfrist gelegt. Wir wollte keine Fahrten zur neuen Wohnung unternehmen, ohne Dinge mitzunehmen und so entstand sehr schnell Ungemütlichkeit an beiden Orten. Auch haben wir früh angefangen alles zu verpacken, was dann aber doch wieder fehlte oder im Weg rum stand, kurz gesagt: so funktionierte das nicht.

Die beiden Umzugstage am 16. und 17. März waren dann schon sehr von der Coronakrise geprägt, in den Tagen vorher verdichtete sich das Geschehen immer mehr. Im Verlag stellten wir zum 16.03. auf freiwilliges Homeoffice um, wofür ich als Langstreckenpendler mehr als dankbar bin, es war aber ein mieses Gefühl, selbst direkt Leute zu beschäftigen, die ihre Arbeit leider nicht zu Hause erledigen können. Zudem entsprach ein zweitägiges Rein und Raus von bis zu acht Personen an zwei Standorten natürlich überhaupt nicht dem, was sich beispielsweise Angela Merkel unter social distancing vorstellte. Die ganze Aktion war also von einer gewissen Ansteckungsangst einerseits und schlechtem Gewissen andererseits geprägt. Allein, der Termin abzublasen und in eine mehr als ungewisse Zukunft zu verschieben, wäre wohl auch keine gute Idee gewesen.

Nun geht das Problem aber ja noch weiter. Falls morgen die Maßnahmen weiter verschärft werden, mit Ausgangssperren beispielsweise, dann weiß ich noch nicht, wie wir mit dem Haus weiter verfahren sollen. Es müssen noch Dinge entsorgt werden, aber es ist unklar ob der vereinbarte Sperrmüll-Termin überhaupt stattfindet oder der örtliche Recyclinghof noch öffnet oder ob ich dann überhaupt noch von A nach B fahren darf um diese Dinge zu erledigen. Ums leicht zu machen, sind wir in der neuen Wohnung auch noch nicht gemeldet, das örtliche Einwohnermeldeamt bietet mir gerade online einen Termin dafür an: frühestens am 25. Mai. Wohnungsbesichtigungen führt unsere—vom Virus scheinbar völlig unbeeindruckte—Vermieterin selbst durch, weil wir uns mehr oder weniger geweigert haben, Horden von Familien durch das Haus zu führen.

Es bleibt also spannend…

Keine Seife

Ich stehe der aktuellen, ich empfinde das so, Corona-Hysterie, immer ratloser gegenüber. Ich habe mich in meinem stochastischen Paradies eingeigelt in der Vorstellung, dass mir a) schon nichts passieren wird und wenn dasnn b) alles glimpflich ablaufen wird. Zur Aufrwchterhaltung meiner inneren Sicherheit reicht für mich Einhaltung der Niesetikette und ein vermehrtes Händewaachen.

Das scheint aber nicht allen so zu gehen. Ich glaube über Hamsterkäufe sind alle Witze gerissen, trotzdem muss ich mich mal kurz über dieses Phänomen wundern. Ich meine, dass sich Menschen auf das Ende der Welt vorbereiten hat es ja immer gegeben, und das massenhafte Einkaufen von Dosenfutter und Tütensuppen dürfte hier die richtige Wahl sein, ob da nun der Coronavirus oder die Zombieapokalyse auf uns zu kommt. Das in diesen Tagen chronisch ausverkaufte Klopapier macht mir da schon mehr Kopfzerbrechen. Was ich aber gar nicht mehr verstehen kann, ist, dass man keine Seife mehr bekommt.

Ich stehe also im Drogeriemarkt vor dem Regal wo eigentlich die Seifen stehen. Da sind aber nur vier Etagen leeres Regal anzutreffen. In der Mitte des Regals packt ein einzelner Mitarbeiter Tüten mit Flüssigseife der Hausmarke aus einem Karton ins Regal. Jedesmal, wenn er in den Karton nach einer neuen Packung greift, hat sich schon jemand die letzte Packung geschnappt, die er ins Regal gestellt hat. Schon ist der Kasten leer und er seufzt: „Das war‘s, mehr gibt‘s erst wieder morgen.“

Woher kommt diese Nachfrage? Ich meine, die Hände haben wir uns doch vorher hoffentlich auch schon gewaschen. Ja, oder nicht? Das ist aber natürlich nichts gegen Handdesinfektionsmittel. Das scheint ja inzwischen in Gold aufgewogen zu werden. Grund genug, um es aus Krankenhäusern oder den Toiletten bei der Arbeit zu entwenden. Gibt es bereits an irgendwelchen dunklen Ecken der Stadt einen Schwarzmarkt für Hygienealkohol? Wo dann angebrochene und/oder mit Wasser gepanschte Flaschen Sterilium vertickt werden? „Ey Alter, hier 100% reines Zeug…“

Delmenhorst

Meine Kindheit und Jugend versus Element of Crime.

„Ich bin jetzt immer da, wo du nicht bist, und das ist immer Delmenhorst“

„In der Nähe [meiner zweiten Heimatstadt] gibt es ein kleines Örtchen „Immer“ und eine meiner Grundschullehrerinnen erzählte gerne den Witz von dem Bahnkunden, der Immer hin und zurück buchen wollte. Das sagt viel über Delmenhorst und meine Schulzeit dort aus.“ Ich selbst einst.

„Es ist schön, wenn’s nicht mehr weh tut, und wo zu sein, wo du nie warst“

Es gab eine Zeit, da hat jeder dem man erzählte, dass man in Delmenhorst lebe, gesagt: „Kenn‘ ich, aus den Verkehrsnachrichten!“ Mehr hatte die kleine Stadt vor den Toren Bremens eigentlich seinerzeit auch nicht zu bieten, als einen Stauschwerpunkt an der A1. Heute werde ich in immer nur gefragt, ob ich Sahra Connor persönlich kenne. Weil die Stadt ja so klein ist, dass dort jeder jeden kennt. Nicht.

„Hinter Huchting ist ein Graben, der ist weder breit noch tief“

Als Kind fand ich die Bäke eigentlich ziemlich breit, aber Kindern kommt ja alles unglaublich groß vor. Jedenfalls gibt/gab es einen teiweise verwachsenen Wanderweg entlang der Bäke, dort haben wir viel gespielt, zu, Beispiel ein Baumhaus gebaut. Mit Werkzeug das wir im nahegelegenen Baumarkt ge… ach egal, den Baumarkt gibt‘s ja auch schon lange nicht mehr, da ist heute ein Sonnenstudio, das Sven Regener sicherlich erwähnt hätte, wenn es scon dagewesen wäre, als er den Song schrieb, denn es gibt wohl nichts deprimierenderes, als Sonnenstudios. Vieleicht noch Ein-Euro-Shops.

„und dann kommt gleich ‚Getränke Hoffmann‘, Sag‘ Bescheid, wenn du mich liebst“

Gab keinen Getränkeladen zu meiner Zeit dort. Stattdessen ein Maisfeld, wo jetzt ein Haufen Mehrfamilienhäuser stehen und Wiesen, wo heute Netto steht. Und das alte stillgelegte Bahnhofsgebäude war das alte stillgelegte Bahnhofsgebäude und kein Beauty- und Hairsalon.

„Ich hab jetzt Sachen an, die du nicht magst, und die sind immer grün und blau“

Meine Oma hat mir viele Pullover gestrickt zu der Zeit, denn das machte sie eigentlich 24/7, stricken, es traf sich sogar regelmäßig ein Strickclub in unserem Haus, dann wurde aber seltsamerweise weniger gestrickt, stattdessen viel gelacht und ich glaube auch getrunken. Jedenfalls mein Lieblingsoma-Pullover war grün und blau gesteift, weil er aus irgendwelchen Resten zusammen gemixt war, weil „grün und blau trägt die Sau“. Den habe ich so geliebt und so betragen, dass er als ich ihn wegwarf bestimmt drei bis vier Nummern größer geqorden war.

„Ob ich wirklich Sport betreibe, interessiert hier keine Sau“

Dabei habe ich in Delmenhorst viel Sport getrieben. Vor allem Volleyball. Da bin ich von der Kindergruppe bis zur Mixed-Liga dabei gewesen, viele Jahre. Mit Übungsleiterschein machen und allem. In der Schule hatte ich eine Sportlehrerin, die fragte am Beginn des Schuljahrs immer, wer im Verein spielt und allein dafür bekam man direkt eine eins. Oder man machte bei „Jugend trainiert für Olympia“ mit, so hab ich mir meine eins in Basketball erspielt. Ausgerechnet ich.

„Ich mach‘ jetzt endlich alles öffentlich, und erzähle, was ich weiß“

– Scheiße, da kommen die Bullen!
– Die kriegen nichts ab!

„Auf der Straße der Verdammten, die hier Bremer Straße heißt“

Als Kind bin ich sie zu Fuß gelaufen, jeden Tag zur Schule. Im Gasthof Schierenbeck stand ein Soielautomat im Eingang, Donkey Kong, da hab ich viel Geld gelassen. Dann mit dem Fahrrad in Richtung Stadt zur Schule. Im Imbis gegenüber vom Delbus gab‘s einen Pacman-Tisch! Der Kiosk, wo wir erst gemischte Tüten für eine Mark und später einzelne Zigaretten gekauft haben. Der Grieche, der immer ausflippte, wenn wir zum Essen kamen, weil wir beide Nico hiessen. Alles Bremer Straße. Die Schlagader meiner Jugend quasi.

„Ich bin jetzt da, wo ich mich haben will, und das ist immer Delmenhorst“

Sven Regener hat mal behauptet, er wäre zumindest bis er den Song geschrieben hat, nie dort gewesen und das kann ich ihm in soweit abnehmen, als dass der Song genau jene diffusen Aussagen über Delmenhorst enthält, die man als Bremer halt so im Kopf hat, wenn man an Delmenhorst denkt. Ging mir nicht anders.

„Erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß“

In Delmenhorst ist Gerd Thume ein stadtbekannter Maler.“ Danke.

Bremen

Ich bin das, was man einen Waller Butjer nennt. Walle ist ein Stadtteil von Bremen, der westlich der Innenstadt, nördlich der Häfen, zumindest zum Zeitpunkt meiner Geburt als Arbeiterviertel geprägt war. Dort konnte man morgens den Geruch von Kaffee und Bier in der Luft wahrnehmen, zwei Dinge, an die ich mich allenfalls fabelhaft erinnern kann, da ich zu der Zeit weder Kaffee noch Bier jemals konsumiert hatte.

Butjer spricht man wohl ein bisschen wie den englischen Schlachter aus, bezeichnet laut Wikipedia „energiegeladene kleine Kinder, die einen Riesenspaß daran haben, ausgelassen und fröhlich draußen zu spielen und zu toben“, hätte ich besser nicht beschreiben können. Mein Revier war das Waller Westend: ein Spielplatz an der Seydlitzstraße, sowie die weitere Umgebung der Vegesacker Straße zwischen Waller Grün und Ritterraschenstraße, manchmal bis zum Waller Park.

Ich war ein Stadtkind und unser Revier war die Straße. Ich nehme an, das ist dort heute noch so, denn obwohl es natürlich einen irren Zuwachs an Autoverkehr gegeben hat, und die umliegenden SUV-Autobahnen wie die Nordstraße oder die Waller Heerstraße für Kinder heute wahrscheinlich tödliche Barrieren sind, hat man doch mit viel Verkehrsberuhigung und einem undurchschaubaren Einbahnstraßensystem für den Verkehrsfluss etwas verlangsamt. Das alte Arbeiterviertel ist heute sicherlich in und voll durchgentrifiziert, vielleicht ist auch diese Zeit schon wieder vorbei. Ist lange her, dass ich mich dort mal umgesehen habe. Die vom Krieg geschlagenen Baulücken, die es in meiner Kindheit 25-30 Jahre nach dem Krieg, noch gab, sind jedenfalls verschwunden.

Beim Schreiben fällt mir erst so richtig auf, wie sehr das eine andere Zeit war damals. Glückliche Kindheit auf der Straße. Das ging immer, auch wenn es mindestens einmal knapp war und ich dem frühen Verkehrstod von der Motorhaube gesprungen bin. Wenn ich zu Hause war, habe ich mit Playmobil (Ritterburg) gespielt oder sonstwas, einen Fernseher hatten wir, aber der schien nur abends zu funktionieren. Und war zunächst auch schwarz-weiß. Computer? Sehr witzig! Aber jede Woche ein Yps-Heft, so war das!

Ob ich unter der dauernden Abwesenheit meines Vaters gelitten habe, der als technischer Schiffsoffizier die Familie von großer Fahrt zu ernähren suchte, kann ich aus der Rückschau wirklich nur schwer sagen. Ich habe die Zeit vielmehr als glücklich abgespeichert, vor allem wohl auch, weil ich im Alter von knappen Sieben aus allem herausgerissen wurde, um aufs Land zu ziehen. Die Idee meiner Eltern, dass es dort für Kinder einfach besser und schöner wäre, habe ich erst viele Jahre später verstanden. Selbstmitleidig betrachte ich diesen Umzug immer noch als mein Kindheitstrauma, obwohl ich inzwischen weiß, dass das eben eine kindische Betrachtungsweise ist, aber das war ich ja seinerzeit noch.

Also verlor ich meine Heimat und zog nach Delmenhorst, ein Ort den Menschen als abstößig empfinden. An der Straße der Verdammten auch noch…

Artikelbild gemeinfreiähnlich freigegeben von Jana Sabeth auf Unsplash.

Umziehen

Wir packen gerade unsere sieben Sachen und ziehen vom Dorf zurück in die Stadt. Marc ist gerade endgültig (und superspießig) aufs Dorf gezogen und hat u.a. seine 10 Wohnorte aufgelistet. Da kann ich über!

  1. Bremen
  2. Delmenhorst
  3. Wardenburg/Benthullen
  4. Oldenburg (Oldenb.) (Haarentor)
  5. Oldenburg (Bürgerfelde)
  6. Oldenburg (Donnerschwee, beschte WG ever)
  7. Oldenburg (Innenstadt)
  8. Oldeburg (Innenstadt)
  9. Lübeck (Buntekuh)
  10. Lübeck (St. Lorenz Nord)
  11. Lübeck (St. Jürgen)
  12. Reinfeld (Holstein)

Und nun kommt also Umzug Nummer 12, zurück nach Lübeck. Zurück nach St. Jürgen. Zurück an die Wakenitz. Und da bin ich mit Marc sowas von einer Meinung: reicht dann auch mal, mit der Umzieherei.

Bahngeschichten kannste dir nicht ausdenken

Der Talk BahnMining – Pünktlichkeit ist eine Zier vom 36C3 hat ja schön gezeigt, wie man Bahn-Daten diggt und auswertet und was beispielsweise die Scheuerwende ist. Die lustigsten Begebenheiten zu präsentieren behält sich dann aber doch das wirkliche Leben die Bahn selbst vor. Gestern auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin morgens und abends wieder zurück hatten wir in die eine Richtung 25 Minuten, in die andere 20 Minuten Verspätung, jeweils ohne Scheuer-Wende, also Zugausfall. Völlig normal, kennt man ja, die Begründungen waren aber lustig.

Morgens lag es an einem Fehler des zugeigenen „Servers“, dass erst die Reservierungen nicht eingelesen werden konnten und dann der Fahrplan nicht ausgelesen. Aus diesem Grund müsse man den neu auf Papier ausdrucken, sagte der freundliche Zugleiter durch, „das dauert bei uns leider 20 Minuten“, dieses 40-seitige Dokument auszudrucken. Zwischenzeitlich wurde sogar der Fortschritt ausgedruckter Seiten durchgesagt. Ja dieser Server immer…

Auf dem Rückweg war dann ein Triebkopf nicht in Ornung und der Zug musste eine Drehfahrt absolvieren, d.h. vom Berliner Hauptbahnhof sind wir nach Gesundbrunnen gefahren und dann andersherum weiter nach Hamburg.

Ich fasse zusammen: die Bahn kommt auch 2020 weiter zu spät, hat sich aber offensichtlich vorgenommen, ihrem Publikum jetzt wenigsten ein wenig Amusement und Sightseeing anzubieten. Das ist doch nett.