Nostalgie im Lockdown

X-Box 360 Spiele
Ich bin mit der alten XBox noch nicht fertig


Passend zum Lockdown und ein paar Urlaubstagen habe ich mich mit Futter fĂŒr das alte DĂŒsentriebwerk mit Spielefunktion versorgt. In L.A. Noire bin ich schon mittendrin. Nicht im Bild: Batman Arkham Asylum, nach vielen Jahren endlich nochmal durchgespielt.

Und wenn bis zum nĂ€chsten Winter immer noch kein Impfstoff zur VerfĂŒgung steht: eine PS One habe ich auch noch!

Ein Haufen gefÀhrlicher Irrer

Letzte Woche hatte ich einen Flyer imBriefkasten, mit dem mir der oberste Querdenker Schwindelarzt aus Sinsheim weismachen will, dass „Covid-19 keine erhöhte Gefahr darstellt“. Die Sterberate in Deutschland entsprĂ€che lediglich der einer leichten Grippesaison. Ansonsten sind nur Links zu Webseiten von Corona-Leugnern darauf, zum Teil mit Inhaltswarnung des verwendeten Shortlink-Anbieters davor, der Inhalt sei mehrfach als Fakenews gemeldet worden. Die Szene der Corona-Leugner sucht mich zu ĂŒberzeugen mit endlosen Videos von irgendwelchen AusschĂŒssen, bei denen sich mitunter der o.g. Schwindelarzt selbst vernimmt. Kann mir auch keiner erzĂ€hlen, dass das jemand diese X „Tausend Minuten Videomaterial anschaut“, aber falls doch: Es ist die perfekte GehirnwĂ€sche.

Und immer wieder: Spendenaufrufe. Beispielsweise versprechen die Eltern gegen Corona, dass die Klagen, fĂŒr die sie Spenden gesammelt haben, jetzt unterwegs sind und demnĂ€chst auf der Seite veröffentlicht werden. Bis dahin bitte weiter spenden. Am dreistesten ist die Querdenker-Website selbst, auf der vorgerechnet wird, die angeblich gleichbleibend niedrige Testpositivrate von einem Prozent (stimmt so gar nicht, sie ĂŒbersteigt inzwischen fĂŒnf Prozent) wĂ€re gleich der Testfehlerrate, also gĂ€be es schon seit April keine CoronafĂ€lle mehr. Die Leute sind nicht einfach anderer Ansicht als ich, die lĂŒgen ganz offen.

Das Problem bei der Sache, es finden sich scheinbar immer mehr Leute, die bereit sind, diese LĂŒgen zu glauben. Millionen von diesen Flyern werden von rund 425 regionalen Gruppen in die BriefkĂ€sten gesteckt, organisiert ĂŒber Telegram-Gruppen. Wie sich diese Leute inzwischen verrannt haben, zeigt dieser Bericht:

Die Mitglieder sind vielfach ĂŒberzeugt, dass Corona keine Gefahr darstellt. Viele sind verzweifelt, dass sie in ihrer Umgebung nur auf Ablehnung stoßen und als „Covidioten“ ausgegrenzt werden. Aus der Gruppe im Kreis Heinsberg, dem ersten Corona-Hotspot in Deutschland, schreibt ein Mitglied nach dem Verteilen: „Man wird angeschaut, als ob man Staatsfeind Nummer 1 wĂ€re.“

Lustigerweise bekommen die Gruppen die Flyer zwar umsonst, spenden nach eigenen Angaben aber dafĂŒr großzĂŒgig auf die Konten des Schwindelarztes. Das hat alles schon etwas sektenmĂ€ĂŸiges. Das muss es auch, denn nur eine echte Sekte kann damit umgehen, dass Vorhersagen von Wundern oder dem Weltuntergang nicht eintreten. Die exponentiell ansteigenden Infektionszahlen der letzten zwei Wochen, vor allem aber die wieder ansteigenden Belegzahlen fĂŒr Intensivbetten und die steigende Todesrate, all das lĂ€sst sich nur mit mehr Leugnung und folglich mehr Extremismus ertragen fĂŒr die, die sich selbst als Aufgeweckte begreifen. Und schon gibt es einen Brandanschlag auf das RKI, oder einen Sprengstoffanschlag auf die Leibniz-Gesellschaft. Diese Szene also als verschrobene Idioten abzutun, könnte sich als schwerwiegender Fehler herausstellen. Und wer könnte einen solchen Fehler begehen? Richtig, der Verfassungsschutz natĂŒrlich, fĂŒr ihn sind die Querdenker „eine aus dem zivil-demokratischen Spektrum stammende Bewegung, welche im gesamten Bundesgebiet Veranstaltungen gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen organisiert und durchfĂŒhrt, an denen auch vermehrt Akteure aus der rechtsextremen Szene teilnehmen“ (aus dem Lagebericht des Corona-Krisenstabes).

Der MĂ€usemord von Benthullen

Ein Dorf bei Wardenburg, das wiederum bei Oldenburg liegt. Dort, wo ich jetzt zu Hause bin, muss ich immer betonen „Oldenburg in Oldenburg“, nicht in Holstein. Benthullen ist Station Nummer 3 meiner Umzug-Serie, die ich schon viel zu lange vernachlĂ€ssigt habe.

Im Bettkasten unter meinem Schlafsofa lebte eine Maus. Das war ihr Fehler.

Das Haus war ein selbst gebautes Holzhaus, im hinteren Teil eines WaldgrundstĂŒcks. NatĂŒrlich gab es dort MĂ€use. Nachts konnte man zwischen den WĂ€nden herumlaufen hören, was ich zwar zunĂ€chst unheimlich fand, aber ich war doch stets mĂŒde oder beraucht genug trotzdem einzuschlafen. Als ich allerdings entdeckte, dass sie direkt unter uns aus der FĂŒllung einer alten Bettdecke sich ein Nest baute, da musste etwas gemacht werden. Man kann in so einem Fall bestimmt viele Dinge tun, beispielsweise jemanden beauftragen, der sich mit so etwas auskennt.

Oder man geht halt selbst auf die Jagd. Blöde Idee.

Von irgendwoher hatten wir eine Mausefalle, so die ganz klassische, mit Federmechanismus. Ich habe mal spĂ€ter gelesen, dass man da keinen KĂ€se hineinlegen soll als Köder, das wĂŒrde nur bei Tom & Jerry funktionieren. Wussten wir damals aber nichts davon. Und die Maus irgendwie auch nicht. In der ersten Nacht hat sie sich den KĂ€se geklaut.

Beim zweiten Versuch hat es leider besser geklappt. Mitten in der Nacht tut es mit einem Mal einen lauten Knall: Die Falle ist zugeschnappt! Und als wĂ€re die Einsicht, dass man jetzt gerade ein wahrscheinlich ganz niedliches Tier gekillt hat nicht schlimm genug, ist die Maus gar nicht tot. Stattdessen macht sie einen fĂŒrchterlichen Krach, lautes herzzerreissendes Fiepen. Am Genick eingeklemmt in die Falle, rast sie mit letzterer durch den Raum und poltert dabei ganz unheimlich. Eine echte Horrorszene.

Das alles passiert natĂŒrlich im Dunkeln. Also ich raus aus dem Bett und mache das Licht an. Die Maus hört nicht auf zu fiepen, leidet augenscheinlich Höllenqualen. Ich muss irgendetwas tun, schreit Nellie mich an. In Panik (im Affekt) schnappe ich mir eine leere Weinflasche, die auf dem Tisch steht und schlage damit ohne hinzusehen in Richtung des armen Tiers. NatĂŒrlich daneben. Der zweite Schlag hat dann gesessen.

Wir sind dann auch relativ bald aus Benthullen weggezogen.

Ich bin Klempner von Beruf

Ich bin Klempner von Beruf
Ein dreifach Hoch dem der dies gold’ne Handwerk schuf
Denn auch in den grĂ¶ĂŸten Nöten
Gibt es immer was zu löten
Immer wieder gibt es Pannen
An WCs und Badewannen
Ich bin Klempner von Beruf

Sang einst Reinhard Mey in seinen jungen Jahren. Das pfeife ich vor mich hin, wenn ich zum imaginĂ€ren Binford-WerkzeuggĂŒrtel greife und an die Arbeit gehe, die kleinen, aber doch herausfordernden Handwerksarbeiten zu verrichten, die doch immer wieder mal anfallen. Vor Corona ließen wir fĂŒr so was Handwerker (selten :innen) kommen und ich konnte meine beiden linken HĂ€nde in die Tasche stecken und zusehen, wie explodierte Gas-Thermen, kaputte GeschirrspĂŒler oder ein leckender Drufi repariert oder ausgetauscht wurden. Doch harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen und da sich auch mein Beruf immer mehr vom KĂŒnstler zum Handwerker wandelt, gibt es keine Ausreden mehr, nicht selbst zu Rohrzange und Schraubendreher zu greifen, kaputter geht schließlich immer.

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Stadtlinden

Vor unserem Haus stehen Linden. MĂ€chtige große und alte BĂ€ume, die das Straßenbild prĂ€gen und im Sommer die darunter parkenden Autos mit Lindenhonig verschmieren. Jetzt im Sommer herrscht dort das pralle Leben, Vögel und Insekten hauptsĂ€chlich, mutmaßlich auch Eichhörnchen. Alles was in der Insektenwelt FlĂŒgel hat kommt vorbei, um sich den sĂŒĂŸen Lindensaft zu holen. Ganze SchwĂ€rme von Kleinstfliegern tauchen dort auf, wo die Sonne durch die BlĂ€tter scheint, um sofort wieder im Schatten zu verschwinden. Der Baum produziert sprichwörtlich frische Luft und scheint durch seine schiere GrĂ¶ĂŸe eine eigene Klimablase zu produzieren, frisch und luftig, windgeschĂŒtzt und trocken. Das Klima ĂŒbertrĂ€gt sich in die Wohnung und bei Sonnenschein ist alles in ein helles grĂŒnliches Licht getaucht.

MĂŒsli machen

Ich esse nun schon seit geraumer Zeit nur noch wenig bis gar kein Brot zum FrĂŒhstĂŒck, sondern MĂŒsli mit (quasi zucker- und geschmacksfreier) Mandelmilch oder (zuckerfreier) Hafermilch. Das Ziel ist, bei kontrollierter Zufuhr von Kohlenhydraten, mit möglichst vielen Ballaststoffen ein anhaltendes SĂ€ttigungsgefĂŒhl zu erreichen. Das ist natĂŒrlich je nachdem, wie man sein MĂŒsli ausstattet vor allen hinsichtlich der kontrollierten Zufuhr von Zucker oft Augenwischerei, im Vergleich zum morgendlichen Brotessen (plus Aufstrich), trotzdem immer noch effektiv.

Mit der Zeit hat sich so etwas wie mein MĂŒslirezept heraus kristallisiert, kein Hexenwerk natĂŒrlich, aber ich poste es mal trotzdem, so als Anregung.

Zutaten

  • 4 EL Haferflocken (fein)
  • 4 EL Haferflocken (grob) oder Dinkelflocken
  • 1 EL Leinsaat
  • 1 EL Chiasamen
  • 1 EL KĂŒrbiskerne
  • 1 Apfel
  • 1 Hand voll Blaubeeren
  • kleingeschnittenes frisches Obst, bspw. Birne, Pfirsich, Aprikosen nach Belieben

Zubereitung

Das Pferde- und Vogelfutter vermischen, dann mit Nuss- oder Getreidemilch so auffĂŒllen, dass die Flocken eben so bedeckt sind. Schale beiseite stellen und wĂ€hrend alles schön eindickt, die FrĂŒchte zubereiten. Zuerst den Apfel klein schneiden und unter die Pampe rĂŒhren. Gegebenenfalls nochmal Milch zugeben. Die restlichen FrĂŒchte am besten zu einem kleinen Mosaik verteilt auf das MĂŒsli legen.

Die Auswahl der FrĂŒchte sollte eigentlich nach Jahreszeit und Region erfolgen, was aber auch nicht so einfach ist. Es gibt ja wirklich Monate, da mĂŒsste man dann Weißkohl aufs MĂŒsli schnibbeln. Ich versuche also so regional wie es schmeckt und nichts aus Übersee oder SĂŒdafrika importiertes auszuwĂ€hlen. Der Zuckergehalt kann auch je nach Frucht und Menge etwas hoch geraten, aber das Risiko ist es Wert. 😅

Und nach dem Essen ein großes Glas Wasser trinken, damit das Vogelfutter nicht alles verstopft
 ihr wisst schon.

Bleibtgesund!

Normaaaal!

WĂ€hrend die Welt um mich herum jeden Tag nach mehr NormalitĂ€t dĂŒrstet und das Rennen um das einschrĂ€nkungsĂ€rmste Bundesland in vollem Gange ist, zelebrieren wir hier weiterhin erweiterte QuarantĂ€ne, dank Vorerkrankung. Es fĂŒhlt sich ein wenig an, als ziehe sich die Schlinge mit jeder Wiederherstellung von „Freiheiten“ fĂŒr die Masse um uns ein wenig enger zusammen. Hinzu kommen immer öfter irritierte Nachfragen, warum man denn noch nicht beim Friseur war, warum man die Schwiegermutter nicht treffen will, warum man die TĂŒr nicht auf macht, wo doch der Amazonbote inzwischen wieder ins Haus rennt, als hĂ€tte es Corona nie gegeben.

Wenn alle wieder normal sein wollen, klingt das in meinem Ohren immer nach Tom Gerhardt. Und das ist nicht witzig.

Bei der Arbeit bin ich zum ersten Mal zu einer zukĂŒnftigen Review wieder hier im Verlag fĂŒr alle die sich trauen eingeladen worden. In meinem Arbeitsbereich sieht man das noch andes, zudem habe ich noch die Position und das Standing, das zunĂ€chst noch zu ignorieren. Aber es zeigt schon, wohin der Weg geht, das Problem wird auf eine Ebene herunter gespielt, bei der man am Ende als der Versager, der Feigling da steht. Es zeigt auch schön, dass mobiles Arbeiten post corona erstmal nicht gleichwertig neben der Arbeit im BĂŒro stehen wird. Vielmehr wird es ein Karrierehindernis sein.

Kapitalismus, Wirtschaft, Essen gehen, Grillen im Park, all das scheint am Ende wichtiger zu sein, als das Leben meiner Frau. Wenn mich diese Gesellschaft nicht schon lÀngst verloren hÀtte, jetzt wÀre de Zeitpunkt gekommen.

40 Jahre Pac-Man

Sch
 wie die Zeit vergeht. Heute wird ein alter Freund 40 Jahre alt: Pac-Man. Am 22. Mai 1980 hatte Namco パックマン das erste Mal als „Puck Man“ fĂŒr Arcade-Automaten veröffentlicht. Ich kam mit der kleinen gelben fĂŒnfsechstel Pizza sicherlich erst etwas spĂ€ter auf meinem Atari 2600 in Kontakt, und ich möchte behaupten, es ist mit großem Abstand das von mir meistgespielte „Videospiel“ (so nannte man das frĂŒherâ„ąïž. Ich habe mir aber nicht nur am Ataristummeljoystick dafĂŒr die HĂ€nde verkrampft, sondern es auch viel zu oft an einem Coctail-Arcade in einem Delmenhorster Imbiss gespielt
 jedes Spiel kostete eine DM, gut spielen schonte also das Taschengeld. Andererseits musste man sich auch jedesmal etwas zu Essen kaufen, damit man nicht nach spĂ€testens einer Stunde achtkantig aus dem Laden geworfen wurde. Insofern war langes Spielen widerum auch sehr teuer


Das kann man sich heute vielleicht gar nicht mehr vorstellen, aber es gab wirklich eine Zeit, in der man nicht zu Hause spielen konnte, sondern sich dafĂŒr nach (Achtung!) draußen begeben musste. Da es in D. in jenen Tagen keine Spielhallen gab in die man als UnterachtzehnjĂ€hriger durfte, musste man dazu noch an höchst zwielichtige Orte begeben, wo man mit seiner Spielsucht allenfalls gedeuldet, niemals aber gern gesehen war. In meinem Fall waren das:

  • die Diele des alten Dorfkrugs an dem ich auf dem Weg zur Schule immer vorbei kam, dort spielten wir hauptsĂ€chlich Donkey Kong
  • das Bowling Center unter dem City Center, dort gab es einige GerĂ€te, ich habe dort Phoenix, Asteroids, Space Invaders, Centipede und am liebsten Galaga gespielt
  • das CafĂ© an der Eislauf-/Rollschuhbahn (ggĂŒ. dem Autokino, mein Gott mehr Retro geht ja gar nicht), hier stand ein Scramble
  • besagter Imbiss mit dem Pac-Man, spĂ€ter Ms. Pac-Man, jeweils als Coctail-Tisch.

Viele von den oben genannten haben die Popkultur der 80er mitgeprÀgt und mein Leben in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Es war halt alles so, wie man es sich vorstellt: wie Stranger Things, nur halt ohne Monster.

ZurĂŒck zu Pac-Man: zum Dreißigsten hatte Google ja seinerzeit ein spielbares Doodle veröffentlicht, das man auch heute noch spielen kann (alle 255 + 1 Level). Zum Vierzigtsen gibt’s aber richtig Rummel (vor allem natĂŒrlich in Japan), dazu gehört sogar ein Geburtslied von niemand geringerem als Ken Ishii, ist aber eher so naja


Amazon hingegen bringt gleich das Spiel neu heraus, in einem Coopmodus, den man auf Twitch spielen kann?

In diesen Zusammenhang gehört natĂŒrlich auch die Sonderausstellung „Die digitale KĂŒche – Mit Essen spielt man (nicht)“ im Berliner Computerspielemuseeum, das zufĂ€llig ab morgen wieder geöffnet hat


Artikelbild gemeinfreiÀhnlich freigegeben von Kirill Sharkovski auf Unsplash.

Umzug wÀhrend der Coronakrise

Der Umzug war lange geplant. Der Plan war, das alte Haus und die neue Wohnung lĂ€nger parallel zu mieten, um den Stress niedrig zu halten. Außerdem haben wir uns ein professionelles Umzugsunternehmen geleistet, dass einen Teil unserer Sachen (maßgeblich die KĂŒche) statt uns packen sollte.

Diese langgestreckte Planung wurde von „Corona“ ganz schön durcheinander gewirbelt. ZunĂ€chst mal hatten wir davon unabhĂ€ngig den konkreten Umzugstermin schon vorgezogen, also in das vordere Drittel der Übergangsfrist gelegt. Wir wollte keine Fahrten zur neuen Wohnung unternehmen, ohne Dinge mitzunehmen und so entstand sehr schnell UngemĂŒtlichkeit an beiden Orten. Auch haben wir frĂŒh angefangen alles zu verpacken, was dann aber doch wieder fehlte oder im Weg rum stand, kurz gesagt: so funktionierte das nicht.

Die beiden Umzugstage am 16. und 17. MĂ€rz waren dann schon sehr von der Coronakrise geprĂ€gt, in den Tagen vorher verdichtete sich das Geschehen immer mehr. Im Verlag stellten wir zum 16.03. auf freiwilliges Homeoffice um, wofĂŒr ich als Langstreckenpendler mehr als dankbar bin, es war aber ein mieses GefĂŒhl, selbst direkt Leute zu beschĂ€ftigen, die ihre Arbeit leider nicht zu Hause erledigen können. Zudem entsprach ein zweitĂ€giges Rein und Raus von bis zu acht Personen an zwei Standorten natĂŒrlich ĂŒberhaupt nicht dem, was sich beispielsweise Angela Merkel unter social distancing vorstellte. Die ganze Aktion war also von einer gewissen Ansteckungsangst einerseits und schlechtem Gewissen andererseits geprĂ€gt. Allein, der Termin abzublasen und in eine mehr als ungewisse Zukunft zu verschieben, wĂ€re wohl auch keine gute Idee gewesen.

Nun geht das Problem aber ja noch weiter. Falls morgen die Maßnahmen weiter verschĂ€rft werden, mit Ausgangssperren beispielsweise, dann weiß ich noch nicht, wie wir mit dem Haus weiter verfahren sollen. Es mĂŒssen noch Dinge entsorgt werden, aber es ist unklar ob der vereinbarte SperrmĂŒll-Termin ĂŒberhaupt stattfindet oder der örtliche Recyclinghof noch öffnet oder ob ich dann ĂŒberhaupt noch von A nach B fahren darf um diese Dinge zu erledigen. Ums leicht zu machen, sind wir in der neuen Wohnung auch noch nicht gemeldet, das örtliche Einwohnermeldeamt bietet mir gerade online einen Termin dafĂŒr an: frĂŒhestens am 25. Mai. Wohnungsbesichtigungen fĂŒhrt unsere—vom Virus scheinbar völlig unbeeindruckte—Vermieterin selbst durch, weil wir uns mehr oder weniger geweigert haben, Horden von Familien durch das Haus zu fĂŒhren.

Es bleibt also spannend