Inbox Zero

Mein neues Mailprogramm belohnt mich mit einer hĂŒbschen Grafik, wenn ich alle Mails aus der Inbox entferne. Man ist ja in Zeiten der andauernden Gamification dankbar fĂŒr die einfachste Geste. Gleichzeitig bietet das Programm aber auch an, meinen unglaublichen Erfolg (alle Mails markieren und ins Archiv schieben) via Twitter mit der Welt zu teilen. Total verrĂŒckte Idee. Warum sollte man das tun? Man kann doch einen Blogartikel schreiben stattdessen.

SchmĂ€hartikel und Video fĂŒr Arne

Ha! Das hĂ€ttest Du nicht gedacht! Von wegen ich schaffe es nicht, einen Monat durchzubloggen. Hier ist der Beweis! I‘m back on track. Es lĂ€uft wieder. Auf meine alte Tage finde ich doch noch die Zeit und die Muße, meinem alten Blog wieder Leben einzuhauchen. Das musst du erstmal hinkriegen, alte HĂŒtte! Der neue FĂŒller ist jetzt auch eineinhalb Jahre alt und scheint keine Blogartikel zu schreiben. Du siehst zwar aus wie der Almöhi, ich aber rappe wie derselbe. NĂ€mlich gar nicht, ich blogge halt lieber. Weil mein Blog ist ein feines Blog, dein Blog jedoch, dein Blog ist ein Stall


Beitragsbild von Jez Timms auf Unsplash.

Umfrage in der Bahn

„Guten Tag, ich bin von der Bahn beauftragt eine Kundenumfrage in ihrem Zug zu machen, darf ich sie kurz stören?“

„Nein, danke, ich kaufe nichts.“

„Nein, nein, ich will ihnen nichts verkaufen, nur ein paar Fragen zu ihrer Fahrkarte stellen?“

„Zu meiner Fahrkarte? Was geht sie die an, sind sie Kontrolleur?“

Wedelt mit seinem laminierten Ich-bin-von-der-Bahn-beauftragter-armer-Schlucker-UmhÀngeausweis.

„Nein, nein, ich will ihren Fahrausweis gar nicht sehen, nur ein paar Fragen dazu stellen.“

„Aha. Warum?“

„Wir machen eine Umfrage und mit den Ergebnissen können wir vielleicht das Nutzererlebnis und den Service der Bahn verbessern.“

„Haha, sehr witzig. Meinen sie das ernst.“

„Ja?“

„Also das letzte Mal als ich an einer Umfrage in der Bahn teilgenommen habe, hat ihre Bahn hinterher behauptet, bei der Umfrage sei heraus gekommen, dass es eine gute Idee wĂ€re, auch in RegionalzĂŒgen Reservierungen anzubieten, aber nur fĂŒr Leute, die ihre Karte im ReisebĂŒro gekauft haben oder ein Abo haben.“

„Ja, klasse oder?“

„Ja ganz toll. Vor allem fĂŒr die 90%, die eine andere Fahrkarte haben. Ich kann direkt hier mal nachfragen und garantiere ihnen, das bis auf das eine Arschloch, dass hier einen Platz reservieren durfte, alle aber sowas von genervt von dieser blödsinnigen Idee sind.“

Wendet sich an die Mitreisenden im Abteil: „Moin, der Herr hier macht eine Umfrage und wir diskutieren gerade, wie sinnvoll die Reservierungs-Regelung in RegionalzĂŒgen ist. Mal aus Interesse: wer von euch findet diese Regelung sinnvoll?“

Das eine Arschloch, dass hier einen Platz reservieren durfte, meldet sich.

„Und wer hat bei der Umfrage damals der Bahn erzĂ€hlt, das er oder sie sich eine solche Regelung wĂŒnsche?“

Wieder meldet sich as eine Arschloch, dass hier einen Platz reservieren durfte.

„Sehen sie.“

„Ja
 also
 nun ja
 und nun zu ihrer Fahrkarte
“

„Wie ich gesagt habe, die geht sie gar nichts an.“

„Was?“

„Wie bitte?“

„Was?“

„Sagen sie noch einmal ‚Was?‘!!!“

Beitragsbild: Max Kleinen on Unsplash.

Die Bahn und die PĂŒnktlichkeit

Ich kann und will keine Gelegenheit auslassen, ĂŒber die Bahn und ihre PĂŒnktlichkeitsstatistik herzuziehen. Und wie schön, die Zahlen fĂŒr 2019 sind schon fertig gefĂ€lscht Ă€h
 da.

Wir erinnern uns, noch am Anfang des Jahres hatte Ronald Pofalla frohlockt:

Die PĂŒnktlichkeit steigt. Wir hatten im Februar eine Quote von 80 Prozent, im MĂ€rz lagen wir bei ca. 78,4 Prozent, in den ersten drei Monaten im Schnitt bei 78,2 Prozent. Unser Ziel fĂŒr 2019 ist 76,5 Prozent. [
] Wir setzen uns realistische Ziele, weil uns die KapazitĂ€ten bei den Fahrzeugen, der Infrastruktur und dem Personal fehlen.

Quelle: Tagesspiegel

Ja, das hat nun leider nicht geklappt, am Ende ist die Bahn mit einem PĂŒnktlichkeitswert im Fernverkehr von 75,9% knapp an den eigenen Vorgaben gescheitert. Yet again.

Wie kann das sein muss man sich fragen, wo doch die Bahn mit allen erdenklichen Tricks versucht, die selbsterfundene Statistik zu schönen. Dies geschieht zunĂ€chst mal durch die Definition von »PĂŒnktlichkeit«, denn pĂŒnktlich ist ein Zug laut Bahn dann, wenn er einen Stopp mit einer VerspĂ€tung unter sechs Minuten erreicht. Und dann gibt es da ja noch einen ganz speziellen Trick
 Wie der funktioniert, kann man ganz schön in diesem Vortrag vom 36C6 nachsehen:

Und weil das so gut klappt, freut sich die Bahn auch, ihr eigenes Ziel gerissen zu haben:

„Wir freuen uns ĂŒber dieses Ergebnis zum Jahresende und mehr noch ĂŒber den positiven Ganzjahres-Trend im Fernverkehr: In neun von zwölf Monaten des Jahres 2019 waren wir besser unterwegs als 2018.“

DB im Dezember mit bester PĂŒnktlichkeit seit 2016

Na dann mal gute Fahrt.