Sean Connery, *1930 †2020

Natürlich James Bond. Daran kommt man nicht vorbei, auch wenn es für einen Schauspieler sicherlich fürchterlich ist, den Rest seines Lebens auf eine Rolle festgelegt zu sein. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn nicht bis heute immer wieder andere sich als Bond versuchen mussten und das nicht ein ums andere Mal so lächerlich ausgefallen wäre?

Aber Sean Connery hat natürlich jede Menge andere Filme gemacht, mehr als man aufzählen kann. „Der Name der Rose“ fällt mir das als erstes ein, die wunderbare Verfilmung eines der besten Bücher ever.

Oder „The Rock“. Oder „Die Wiege der Sonne“. Oder die „Highlander“-Filme. Oder. Oder. Viel, was man sich retrospektiv jetzt nochmal anschauen kann. Natürlich auch: Bond.

Artikelild: Rob Mieremet • CC BY-SA 3.0 nl

Fliegengitter im Wandel der Zeit

Was? Haben? Wir? FrĂĽher? Ohne? Fliegengitter? Gemacht?

Fliegengitter kannten wir in meiner Kindheit nur aus dem Fernsehen, aus amerikanischen Serien wie den Waltons oder den Straßen von San Francisco. Türen vor den eigentlichen Türen auf Veranden, die man daran erkennen konnten, dass sie beim Öffnen lauthals quietschen (immer) und beim federgepowerten Schließen laut knallten (ebenfalls immer immer immer). Außerdem stellten diese Gittertüren unüberwindbare Hindernisse, bspw. für Kommissare dar. Zwar konnte man sie öffnen (sic!) um an die Verandatür zu klopfen (immer!), danach musste man aber vor dieser Tür stehen bleiben. Die Fliegentür war quasi gleichzeitig Einbruchssicherung bei chronisch unverschlossenen Türen und Ausdrucksform der in irgendeinem Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung garantierten Unverletzlichkeit der Wohnung. Möglicherweise hat sich das geändert, oder wurde (das will ich doch nicht hoffen) im amerikanischen Serien und Filmen auch falsch dargestellt.

Jedenfalls kannte ich in meiner Kindheit keine Fliegengitter. Wir hatten ja nichts. Wir öffneten die Fenster so wie es sich Architekten und Bautischler gewünscht haben, nämlich einfach auf. Und manchmal flog eine Wespe ins Zimmer… und irgendwann wieder hinaus. Oder man fing sie in einen Glas. Und nachts machte man das Fenster im Sommer erst auf, wenn man das Licht ausgeschaltet hatte, um nicht Mücken auch noch anzulocken. Und irgendwie ging das wohl so.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Jedenfalls bei uns zu Hause. Insekten scheinen irgendwie aufgerüstet zu haben. Man kommt ja ohne Fliegengitter nicht mehr aus. Es sei denn, man öffnet die Fenster halt nicht. Jede Fliege die dabei hinein kommt in die Wohnung, löst aber auch gleich ein mittleres Drama aus, wahrscheinlich, weil sie sofort beginnt sich irgendwo zu vermehren. Tatsächlich hatten wir ein solches Problem einmal mit Speisemotten, die sich trotz Fliegengitter eingeschlichen hatten (ich glaube immer noch: versteckt im Biomüsli, aber was weiß ich denn schon). Jedenfalls können wir ein Insekt in unserer Wohnung nicht auf sich beruhen lassen („fliegt von selbst wieder raus“), sondern müssen immer sofort entsprechende Maßnahmen einleiten, bspw. einen Licht- und Luftzugkorridor herstellen, der das Tier wieder hinausgeleitet (was erstaunlicherweise auch ganz gut klappt). Bei Wespen muss allerdings ich allein den edlen Ritter geben, obwohl ich eine Scheissangst (Allergie!) vor den Dingern habe.

Also bringe ich ĂĽberall Fliegengitter an.

Nur an der Tür zum Arbeitszimmer gab es kein passendes Modell. Sie ist außergewöhnlich hoch hat nach außen aber so einen Kasten mit einem Rollo, der unsere übliche Methode „Flügeltür mit Magnetschließung“ unmöglich machte. Am Ende haben wir von innen zwei übereinandergelegte Gitter angebracht, die unten beschwert sind. Leider gab es die nicht in ausreicher Länge, unter bleiben rund 10cm über. Außerdem kann jede Fliege mit guter Flugausbildung an den übereinandergelegten Kanten entlang nach innen gelangen.

Lustigerweise funktioniert diese völlig undichte Hilfskonstruktion wie die Türen in den amerikanischen Serien: für 99,9 Prozent der Insektenwelt reichen sie völlig aus. Nur vereinzelte in bodennähe umherschwirrende Brummer haben bisher den Weg ins Arbeitszimmer gefunden. Diese Mistbiester.

Lost in 3rd Party

“Sag mal, warum wird eigentlich auf unserer Seite Roboto.woff von einem fremden Server geladen, wenn man auf den “Feature-A-Button“ klickt? Der fremde Server hat doch mit Feature A überhaupt nichts zu tun. Und vor allem wird da weit und breit kein Roboto-Font benutzt!”

“Ja, alsooooo… hm… chrchrchrchrchr…………”

“………”

“Alsooooo… das besagte 3rd-Party-Script lädt mit sich eine app.js nach und diese lädt ein app.css, das netterweise Fonts für unsere Website sozusagen global definiert, eben auch die Roboto…“

„Ja, aber die würde doch nur geladen, wenn sie benutzt würde, was wenn ich das richtig erinnere nur passiert, wenn man das Popup der 3rd-Party aufruft.“

„Richtig. Aber in unseren Videos, die in einem iframe laufen, wird ein kleines HTML mit viel CSS und Javascript geladen, dass Funktionen zur Steuerung der Werbung bereitsstellt. Und dort wird ein Fontstack Roboto, Arial, Helvetica, sans-serif verwendet. Das war wohl so gedacht, auf verschiedenen Geräten immer den Standardfont darzustellen, auf Android-Telefonen also Roboto.”

“Das ist ja ganz schön blöd, dass sich dieses 3rd-Party-Gewämse gegenseitig beeinflusst, hätte man das nicht anders machen können?”

“Tja, die eine 3rd-Party könnte einfach darauf verzichten, für ihren fast nie sichtbaren Sch… auch noch Webfonts zu benutzen. Oder die Werbefritzen hätten font-family: sans-serif; schreiben können, um überall den Standardfont zu treffen… Aber so ist da eben, wenn man die Kontrolle über die eigene Website abgegeben hat.”

Das Social-Media-Drama

Ich habe mich quasi von Facebook entfernt. Und nun auch Du, mein Twitter.

In Scharen laufen Leute mit Rückrad zu Mastodon über, da gerade Twitters Maßnahmen gegen API-Nutzerinnen voll durchschlagen einerseits, vor allem aber, weil Twitter nicht gegen den Verschwörungsnazi Alex Jones vorgehen mag.

Natürlich habe ich einen Mastodon-Account, schon seit letztem Jahr, aber nicht ganz ohne Grund, war da bisher nicht viel los. Facebook, Twitter, whatever, das ermüdet mich alles immer mehr. Ist es das Alter, dass mich von so jugendlichen Trends wie Snapchat oder Instagram? Obwohl ich war ja schon auf Instagram, als ihr jungen Hüpfer noch… ach, lassen wir das. Vielleicht langweilt mich social media aber auch einfach, so wie lineares Fernsehen und all die anderen Dinge, die uns vom Leben abhalten.

Next level shit…

Der Vergleich mit dem Fernsehprogramm der alten Tage ist gar nicht so weit hergeholt, finde ich. „Fernsehen macht dumm“, haben meine Eltern immer gesagt, ich habe das aber nie geglaubt. Weil, als ich Kind war, es nur drei Kanäle gab, mein eigener Fernseher noch schwarz-weiß war und erst zur Adoleszenz das Kabelfernsehen kam und damit RTL und SAT1. Ab dieser Zeit kann man wirklich von Verdummung sprechen. Oder eher Abhaltung vom Lernen. Durch die dauernde Wiederholung, die statische Lebensausrichtung beispielsweise von TV-Serien. Ist ja lustig, dass ich alle Folgen von MacGyver (muss ich das verlinken?) gesehen habe, aber ein allwissender Bastelguru bin ich davon nicht geworden. Eher hat mich die alternative Realität von der echten abgehalten. Was in Maßen sogar sinnvoll sein kann. Beispielsweise hält mich Netflix heute von der nahezu unerträglichen Realität des Bahnpendelns tagaus tagein ab, leider aber auch davon, die Zeit beispielsweise zum Bloggen zu nutzen.

Ebenso wie einst die Fernsehserien, ist es heute social media, was uns abhält, möglicherweise vom Leben, ganz sicher aber von einem vernünftigen, reflektierten Medienkonsum. Scheiße auf einem neuen Level. Statt wenige Dinge am Tag zu lesen, verkürzen wir auf von anderen zusammengefasste kurze Tweets über Dinge, die man hätte selbst lesen können. Und dann schnell noch retweeten… so hab ich ja früher studiert: Copyshop statt Lesestunde. Hat nicht so gut geklappt. Heute steht dafür meine unendlich lange Leseliste bei Pocket. Ein ungelesenes Mahnmal schlechten Medienkonsums. Oder mein ausgetrocknetes Blog, dass früher mein Ort der Reflektion war. Wo ich bestimmt habe, wen ich wann lese und verlinke und bespreche, kein Algorithmus.

Wieviele Stunden…

…habe ich in Facebook versenkt, auf der Suche nach den alten Freunden vergangener Zeiten und dem Wunsch an ihrem Leben teilzunehmen. Und wie schwer war es, sich dem zu entziehen. Doch Facebook benutzt diese Stunden, um mich mit Werbung zuzuballern und lernt meine Bedürfnisse dabei immer genauer kennen, eine Art Teufelskreis des Marc Zuckerberg.

Twitter hat hingegen eine andere Taktik herausgebildet, denen vom amerikanischen Präsidenten über Verschwörungsnazis wie Alex Jones bis hin zu den Trollhorden der Armleuchter für Deutschland alle dienlich sind: dem Verbreiten schlechter Stimmung.

Und irgendwie reicht mir das jetzt einfach.

Foto: Jose Aragones

Nötigung

Vor dem Edeka in der schleswig-holsteinischen Vorstadt ist ein Wahlstand der FDP aufgebaut. Ein unfreundlicher Endvierziger im Großformat verteilt Handzettel. Jedes Mal wenn er jemanden der nicht schnell genug ausweichen kann einen Zettel in die Hand drückt, murmelt er was von „Wählen gehen“ und „FDP in den Bundestag“, mehr Argumentationshilfe hat ihm sein Wahlhelfertraining nicht mitgegeben. Alle machen ein großen Bogen um ihn.

Eine ältere Frau will keinen Handzettel, lehnt wirsch ab. Der FDP-Riese wirft ihr sein auf A5 gedrucktes Lindner-Portrait in den Einkaufswagen. „Das ist aber jetzt Nötigung!“, kreischt die Oma hysterisch. „Ihre Verbrecherpartei wähle ich sowieso nicht, eher schon die AfD.“ Da flippt der grimmige FDP-ler aus: „Dann werfen sie ihre Stimme ruhig weg, werden sie schon sehen was sie davon haben!“ Und so weiter. Noch weit im Edeka höre ich ihn pöbeln und fluchen, von Antidemokraten und immer wieder von Leuten die ihre Stimme wegwerfen.

Als ich aus dem Edeka komme steht der FDP-Mann unter seinem FDP-Sonnenschirm und trinkt ein wahrscheinlich liberales Bier. Erstmal runter kommen.

Geht mir jetzt schon auf den Keks

Diese Figur ist statisch und verfügt weder über einen Leucht-Effekt noch über einen ausklappbaren Kopf, Fühler oder Arme. In diesem Jahr steht der Androide als Superheld inmitten von einer ganzen Menge Oreo-Keksen und sticht somit aus der Masse hervor. Außerdem ist der Android in diesem Jahr aufgrund der flachen Kekse deutlich dünner als die bisherigen und ist somit keine „Tonne“ wie in der Vergangenheit. GoogleWatchBlog

Da soll nochmal jemand den Kult um Apple kritisieren.