31 Tage ohne Twitter und Facebook

Vor genau einem Monat habe ich auf dem Telefon und dem Tablet die Icons von Twitter und Facebook in einen Ordner auf dem letzten Bildschirm gezogen, alle Benachrichtungen abgeschaltet und mich damit für einen Monat dem social media Zirkus komplett entzogen. Also beinahe komplett, es gab ein, zwei kurze Rückfälle getriggert durch die G20-Ereignisse und meinen Geburtstag.

Was hat das mit mir gemacht? Mutmaßlich erstmal gar nichts. Ich habe die entstandene Freizeit genutzt, um zu lesen, meist Artikel auf ZON, bei heise, sogar SPON und natürlich viel dev.to und Medium. Dann habe ich zwei, drei Serien gebinged, war ca. fünfzehn Mal im Kino und habe acht Konzerte besucht. Bin in den Urlaub gefahren, habe drei Webapps programmiert, zwei Startups gegründet und drei andere ruiniert und 11.254 Stack-Overflow-Fragen beantwortet. Dann habe ich ein Haus gebaut, zwei Kinder großgezogen und eine Golden-Retriever-Zucht gegründet. Schon erstaunlich, was man alles schafft in der freigewordenen Zeit…

Twitter schalte ich jetzt wieder ein, schon alleine um die coolen Links zu verfolgen, die meine lieben Kollegen so vertweeten. Facebook will ich eigentlich nicht wirklich wieder haben. Das bleibt erstmal aus, ich will noch fünf Oldtimer aufmöbeln und ein Wohnmobil selbst aufbauen…

CSS Day 2017

Håkan Wium Lie und Bert Bos auf dem CSSDay 2017
Håkan Wium Lie und Bert Bos

Meine auf mehrere Jahre verteilte Amsterdam-Tournee (Fronteers, Fronteers, Spring Fronteers und CSS Day) endet damit in diesem Jahr. Zum krönenden Abschluss durfte ich nochmal Bert Bos und Håkan Wium Lie live erleben, die Erfinder von CSS. Toll. Ansonsten ging es in der Hauptsache am ersten Tag (Browser API Special) darum, wie man per Javascript Dinge macht, wozu man sonst CSS braucht und am zweiten Tag (CSS Day) um CSS Grids, writing modes und CSS Variablen. Letztere sind aber wohl langweilig, am Vortrag gemessen. Oder bekifft.

Es folgen einige ausgewählte Talknotizen, die leider mit einem vom Veranstaltungssponsor gesponserten Kugelschreiber ausgeführt sind, weil ich zu vergeßlich… ach egal…
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Nine Million Bicycles

Facebook hatte Ende Februar 2017 die unglaubliche (aber selbstgezählte) Masse von 1,86 Milliarden Nutzern, das sind 1.860.000.000 schlachtreife Lämmer. Die schlappen 1.000.000.000 Nutzer von YouTube dagegen, schauten zum gleichen Zeitpunkt 1.000.000.000 Stunden Videos, das entspricht 4.166.167 Tagen oder etwas elfeinhalb tausend Jahre, also ungefähr ein Jahr im Saarland.

Foto: Héctor Martínez

Morgenlese XXV

Sonntagabend habe ich meinen ersten iCloud-Kalenderspam bekommen, irgendein chinesisch (sic!) und das Wort RayBan. Falls ihr auch so etwas bekommt: nicht annehmen oder ablehnen! Heise weiss wie immer mehr, iCloud-Spam nimmt zu: Kalendereinladungen löschen und andere Workarounds.

Eine in iOS oder macOS integrierte Option, den Spam ohne Rückmeldung zu löschen, gibt es derzeit nicht. Nutzer sollten keine der drei in der Kalender-App (und der Benachrichtigung) angebotenen Reaktionsmöglichkeiten “Annehmen”, “Vielleicht” oder “Ablehnen” wählen, denn der Spammer erhält in diesem Fall stets eine Rückmeldung – und damit zugleich die Bestätigung, dass die E-Mail-Adresse echt und in Benutzung ist.

Ja, die moderne Welt ist irgendwie auch scheisse. Da kann man ja besser seinem Brotkasten Slack benutzen. Braucht man auch nur einen Raspberry Pi dafür.

Ich weiß, ihr lest alle seit hundert Jahren a list apart, aber auf Insisting on Core Development Principles möchte ich trotzdem kurz eingehen. Stimmt das?

As I speak with development shops and ask about their code standards, workflows, and methods for maintaining consistency and best practices across distributed development teams, I’m continually astonished to hear that often, most of the best practices I listed in the first paragraph are not part of any development project unless the client specifically asks for them.

Und…

Development shops are relying on the communications team at a finance agency to know that they should request their code be optimized for performance or accessibility.

Wirklich? Ach manchmal geht’s mir in meinem Verlagsumfeld richtig gut, wo man nach jahrelangem Gebetsmühlendrehen die Früchte der dauernden Werbung für eben diese Dinge ernten kann. Hier sind noch Jobs frei für Webentwickler, sprecht mich einfach an.

Hat da jemand Javascript-Fatique gesagt? Ich höre ja immer wieder, das Elm empfohlen wird. Bei LinkedIn gibt es dazu ein großes Tutorial in fünf Teilen: Single-Page Web Apps in Elm.

Bild: Parker Byrd auf Unsplash