Morgenlese VIII

Facebook ist das Ende des Journalismus, wie wir ihn kennen. Via

So, noted a Times writer in an article on Saturday, “the news on Facebook is what Facebook says it is.”

Although I nodded in agreement I couldn’t help but remind myself that it conveniently overlooked the fact that before the arrival of the internet news in newspapers was what newspapers said it was.

Möglicherweise kann man ja auch mit dem was danach kommt, noch sein Auskommen bestreiten?

Apropos, Journalismus wie wir ihn kennen, Fernsehberichterstattung am Wahlabend ist die Hölle, soviel weiss man inzwischen. Tatsächlich eins dieser alle wissen es, aber keiner ändert etwas Phänomene, für die Stefan Niggemeier ja ein Faible hat (siehe auch ESC).

Das ist natürlich auch Journalismus, wie wir ihn bisher nicht kannten: Die Washington Post fordert einen Prozess gegen ihre eigene Quelle, Edward Snowden, nachdem man den Pulitzer Prize für seine Enthüllungen eingesteckt hat.

In the face of a growing ACLU and Amnesty-led campaign to secure a pardon for Snowden, timed to this weekend’s release of the Oliver Stone biopic “Snowden,” the Post editorial page today not only argued in opposition to a pardon, but explicitly demanded that Snowden — the paper’s own source — stand trial on espionage charges or, as a “second-best solution,” accept “a measure of criminal responsibility for his excesses and the U.S. government offers a measure of leniency.”

Deprimierend.

Dann noch schnell etwas zum Lachen: einige Journalisten verwenden tatsächlich noch ICQ, oder versuchen es zumindest.

Bild: Gage Skidmore, Some rights reserved

Auf allen Kanälen

Nachdem ich die alte Couchblog-Domain wieder mit Inhalten gefüllt habe, und nun auch auf einen einigermaßen erträglichen Schreibrhythmus gekommen bin, ist es an der Zeit, für eine weitere Verbreitung des neuen/alten Couchblogs zu sorgen. Und da verfolge ich jetzt mal testweise das multi-channel-publishing-Modell, wie es mein Arbeitgeber auch macht.

Das heisst im ersten Schritt erstmal, dass ich den ganzen Ramsch wie gewohnt bei Twitter ablade. Das habe ich auch zunächst bei Facebook so gemacht, dort aber habe ich aber inzwischen für das Couchblog eine Seite eingerichtet. Bei Facebook gibt’s dann auch alles was man hier lesen kann in Zukunft als instant article. Und weil es so einfach war, gibt’s von allen Artikeln auch gleich noch eine AMP-Version. Auch wenn das wohl eher zu nichts gut ist. Auf Apple News verzichte ich derzeit noch. Wie das alles geht, hat Chris Coyier hier aufgeschrieben und im Grunde ist es das, vor allem, dass die meiste Arbeit das Konfigurieren und Warten auf Freigabe bei Facebook ist.

Zusammengefasst mache ich jetzt dieses schnelle und eingezäunte mobile Internet. Im Unterschied zu Twitter, das Besucher auf meine Seite leitet, sind instant articles bei Facebook und AMP in der Google Suche ein dead end. Insofern muss man natürlich fragen, ob ich denn nun plötzlich gewillt bin, Facebook—dem public enemy number one for newspaper—meinen Content in den Rachen zu werfen. Sehen wir doch, wohin das führt. Nämlich wieder mal zum Ende der Welt wie wir sie kennen.

Wichtigste Regel also: der Originalcontent findet hier im Blog statt, oder wird zumindest nach dort importiert. Ansonsten geht mein Content dahin, wo die Leser sind. Das haben die ersten Analysezahlen meiner Facebook-Seite sowieso gezeigt: auf Facebook lesen wesentlich mehr Leute die Artikel, als im Blog. Da es noch so jungfräulich ist, merkt man das ganz gut. Zur Zeit ist die Zahl dort doppelt so hoch (ich verrate mal nicht die rohen Zahlen). Und: von Facebook kommt fast niemand auf die Seite (trotz Interaktionen und Likes). Walled garden eben. 

Aber was schert mich mein Geschwätz von vorgestern. Ich versuche einfach mal, diese walled gardens ein wenig auszukundschaften. Ich glaube mit dem Couchblog kann man sowas machen. Ich will damit wieder verspielter mit dem Netz umgehen: das betrifft die Inhalte genauso wie die Distribution. Und, falls jemand etwas anderes erwartet hat, das wird natürlich auch das Design und die Technik hier im Blog betreffen.

Doc Ollinger – The Rave Days 1992 – 1996

Statt einer Scheibe aus meiner Sammlung heute dieser wunderbare Mix von Doc Ollinger aus alten Tagen.

Das Cover zeigt den Delinquenten in unserem Wohnzimmer, am Posen dran 😉 im Hintergrund sieht man meine Plattensammlung, zwei Plastikkisten waren das damals. Insofern passt die Kategorie Plattensammlung ja doch irgendwie. Prima Olli! Ich lach mich weg… jetzt aber schnell an die Waschmaschine zurück!

Morgenlese VII

Nun hat sich die SPD endgültig für CETA ausgesprochen, nach langer Diskussion im Vorfeld und auf dem Parteikonvent.

Kann man machen, sind auch nur 10 Seiten.

Der Chef des Industrie- und Handelskammertages Eric Schweitzer jedenfalls hat die Entscheidung der SPD begrüßt. Beifall aus der falschen Ecke?

Apropos Ecke: in einer Ecke steht auch CSU-Generalsekretär Scheuer, nämlich in Rechten.

»Das Schlimmste ist ein Fußball spielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben«, sagte Scheuer

Die SZ ist sich sicher: nach diesem Aussetzer muss er zurücktreten.

In Sachen Europa ganz nebenbei bemerkt, steht uns auch fürchterliches bevor: die Öttinger-Bombe europäisches Leistungsschutzrecht ist ein Witz, der leider nicht zum Lachen geeignet ist. Was Julia Reda sagt.

Zu Trump gibt es auch nichts neues, aber das ist ja nach wie vor schlimm. Der New Yorker warnt noch einmal ausdrücklich vor Trump und schreckt dabei auch vor Hitler-Vergleichen nicht zurück. Besonders gut analysiert der Artikel allerdings die Hilflosigkeit der Medien:

Trump’s lies arrive with such rapidity that before one can be refuted a new one comes to take its place. It wasn’t his voice on that tape of pitiful self-promotion. O.K., it was—but he never mocked the handicapped reporter, he was merely imitating an obsequious one. The media eventually moves on, shrugging helplessly, to the next lie. Then the next lie, and the next. If the lies are bizarre enough and frequent enough, they provoke little more than a nervous giggle and a cry of “Well, guess he’s changed the rules!”

Bild: Foodwatch, CC BY-SA

Lego – El ritmo de verdad

Rafael Rodriguez aka. Lego kommt aus… Chicago und er gehört dort bis heute zu den wirklich vielbeschäftigten Residents, u.a. im Boom Boom Room (seit 1992 !), oder der Martini Ranch.

El Ritmo de verdad ist einfach ein Riesenhit gewesen, der von Chicago über die Zwischenstation Ibiza auch in den kleinen Oldenburger Starclub verirrte. Jedenfalls ist das meine Erinnerung daran: rechts auflegend mit Links noch schnell eine Caipi mixen und über die kaputten Subwoofer ärgern. Oder so. Einen noch auf den ausgehenden Sommer…

Mittagslese VI

Wirklich total hipsteriges Wahlergebnis, liebes Berlin. Nicht! Aber ist ja auch kein Wunder, bei dem Wahlkampf. Die Wählerwanderung in Berlin scheint mir die Berliner Morgenpost am besten abgebildet zu haben, ebenso gefällt wieder die Berlinwahlkarte. Die nicht ganz unwichtige Thema Wählerwanderung zur AFD analysieren die Kollegen von zeit.de. Vor allem viele Grafiken hatte der Tagesspiegel anzubieten. Die trockenen Rohdaten gibt es bei wahlrecht.de. Bis zur drohenden Bundestagswahl sollten aber vielleicht nochmal ein paar interessantere Grafiken entwickelt werden, kommt ja schneller, als man denkt.

Und das bei dem Datenreichtum.

Bild: Marco Verch, Some rights reserved

Wochenendlese V

We launched our company with a parody product. Ich fand die Apple Plug Parodie witzig, aber eigentlich ist es noch witziger, wozu sie entstand und was daraus wurde.

Die Ketzerin beschreibt die Geschichte einer ehemaligen Homöopathin, die aus der Szene ausgestiegen ist. Via

Nach 20 Jahren ist Zimmer frei nun zu Ende, und außer dass es mir ein Spur zu viel um Joko und Klaas geht, ist Bye-Bye, „Zimmer frei“ der richtige Artikel dazu.

Für’s Auge (plus ein paar Fakten fürs Quartett unnützes Wissen): 7 Monumental Wonders of the Former Soviet Union.

Bild: CC BY-SA

K. Hand – Everybody

Detroit, Michigan, hier wurde K. Hand aka Kelli Hand 1965 geboren. Sie wuchs hier auf, wurde in den 80ern DJane und gründete 1990 ihr eigenes Label Acacia Records. Der Detroitsound liegt ihr im Blut und er tropft aus jeder Note dieses, nennen wir es einmal so, Brettes:

»Everybody« wurde zuerst 1993 als Acaia Rec. 011 mit »You Give Me« (Dub & Instrumental Mixe) von Claude Young auf der Rückseite veröffentlicht, ich habe leider nur die ein Jahr später erschienene Europalizenzpressung auf EC.

Was mich an dem Song am meisten fasziniert ist die völlig abgedrehte Hookline, was zunächst mal kein Wunder ist, denn ausser derselben gibt’s ja eigentlich auch nur noch das Everybody-Sample. Obwohl die Produktion so fett ist (die EC-Pressung ist leider derart überproduziert, dass man sie praktisch nicht auflegen kann), ist das ja irgendwie superminimal und einige Kilometer deep. Im Grunde verhindert ja nur das Sample, dass man komplett in Trance fällt.

Falls jemandem der Sound irgendwie bekannt vorkommt, die Hookline wurde zwei Jahre später einem australischen DJ gesampled, worauf wir sicherlich später noch zurückkommen werden.

Auf Soundcloud gibt es einiges von K. Hand zu hören.