31 Tage ohne Twitter und Facebook

Vor genau einem Monat habe ich auf dem Telefon und dem Tablet die Icons von Twitter und Facebook in einen Ordner auf dem letzten Bildschirm gezogen, alle Benachrichtungen abgeschaltet und mich damit für einen Monat dem social media Zirkus komplett entzogen. Also beinahe komplett, es gab ein, zwei kurze Rückfälle getriggert durch die G20-Ereignisse und meinen Geburtstag.

Was hat das mit mir gemacht? Mutmaßlich erstmal gar nichts. Ich habe die entstandene Freizeit genutzt, um zu lesen, meist Artikel auf ZON, bei heise, sogar SPON und natürlich viel dev.to und Medium. Dann habe ich zwei, drei Serien gebinged, war ca. fünfzehn Mal im Kino und habe acht Konzerte besucht. Bin in den Urlaub gefahren, habe drei Webapps programmiert, zwei Startups gegründet und drei andere ruiniert und 11.254 Stack-Overflow-Fragen beantwortet. Dann habe ich ein Haus gebaut, zwei Kinder großgezogen und eine Golden-Retriever-Zucht gegründet. Schon erstaunlich, was man alles schafft in der freigewordenen Zeit…

Twitter schalte ich jetzt wieder ein, schon alleine um die coolen Links zu verfolgen, die meine lieben Kollegen so vertweeten. Facebook will ich eigentlich nicht wirklich wieder haben. Das bleibt erstmal aus, ich will noch fünf Oldtimer aufmöbeln und ein Wohnmobil selbst aufbauen…

Kollektives Trauma

Natürlich habe ich aus dem Urlaub heraus die Ereignisse um den G20-Gipfel verfolgt und bei jeder neuen Meldung die Entscheidung in den Urlaub zu fahren ausgiebig bejubelt. Nun da ich seit Sonntag zurück bin, muss ich feststellen, dass es kein anderes Thema zu geben scheint in Hamburg. 

Meine Eltern, die Nachbarn, die Leute im Zug, die Obdachlosen im Eingang von P&C, die Barista im Starbucks, die Kollegen, alle reden von den Krawallnächten, ob sie nun betroffen waren oder nicht. Auf Twitter, auf Facebook, in dem Kommentarspalten wird heiß diskutiert. Leute sehen sich genötigt, Twitterthreads zu schreiben, längliche Facebook-Einträge.

Und da hört und liest man wenig Gutes. Menschen, die ich für alternativ oder wenigstens vernünftig gehalten habe, fordern plötzlich die Wiedereinführung der Prügel-, wenn nicht gleich der Todesstrafe. Schnellgerichte sollen her. Leute werden als Sympathisanten beschimpft, mal wieder. Und natürlich die Flora räumen.

Das ist ja mal nicht so gut gelaufen.

Foto: Michael Bridgen unter Creative Commons.

CSS Day 2017

Håkan Wium Lie und Bert Bos auf dem CSSDay 2017
Håkan Wium Lie und Bert Bos

Meine auf mehrere Jahre verteilte Amsterdam-Tournee (Fronteers, Fronteers, Spring Fronteers und CSS Day) endet damit in diesem Jahr. Zum krönenden Abschluss durfte ich nochmal Bert Bos und Håkan Wium Lie live erleben, die Erfinder von CSS. Toll. Ansonsten ging es in der Hauptsache am ersten Tag (Browser API Special) darum, wie man per Javascript Dinge macht, wozu man sonst CSS braucht und am zweiten Tag (CSS Day) um CSS Grids, writing modes und CSS Variablen. Letztere sind aber wohl langweilig, am Vortrag gemessen. Oder bekifft.

Es folgen einige ausgewählte Talknotizen, die leider mit einem vom Veranstaltungssponsor gesponserten Kugelschreiber ausgeführt sind, weil ich zu vergeßlich… ach egal…
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