Bowie – Der letzte Akt
Auf arte läuft noch bis April die ebenso sehenswerte, aber auch herzzerreißende Dokumentation „Bowie – Der letzte Akt“. 10 Jahre nach Bowies Tod setzt sich die Doku mit der Endphase des Popchamäleons auseinander, meist gestützt auf Interviews mit Zeitzeugen, wie Earl Slick oder Reeves Gabrels, aber auch Moby oder Goldie. Ausgehend von den „Tin Machine“ Zeiten fragen wir uns durch Bowies gut dokumentiertes Leben, wobei er selbst aber kaum zu Wort kommt. Was im Grunde auch gut ist, denn jedes Wort, das Bowie jemals in eine Kamera gesagt hat, ist in etlichen Dokus auf Dauerschleife wiederholt worden. Es geht in den verschiedenen Phasen David Bowies Kariere hin und her, ein geschlossenes Bild entsteht dabei jedoch nicht. Im Nachhinein frage ich mich, ob die gezeigten Phasen (ausgiebig Tin Machine, Ziggy Stardust, Young Americans, Let’s Dance, Glastonbury Konzert, aber zum Beispiel nicht die Berlin Phase oder Thin White Duke) irgendwie als besonders einflussreich für die Endphase und das letzte Album stehen sollten, oder ob man sich das einfach von den Interviews leiten ließ. Eben diese Endphase nimmt am Ende gar nicht so viel Platz ein, dass sie unebdingt titelgebend hätte sein müssen. Dafür enthält dieser Teil aber das meiste neue Material. Diese sehr traurige Phase war dann wohl nochmal eine der kreativsten Zeiten des David Bowie.
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