Lauter Singularitäten

Thema:

Letzte Woche hatte meine Partnerin einen Termin, zu dem ich sie begleitet habe. Ein wirklich wichtiges Ereignis, das uns im voraus einige Zeit beschäftigt hat und das auch noch auf den Rest der Woche ausstrahlte. Ich will da gar nicht weiter ins Detail gehen, es geht mir mehr um die Wirkung an sich. Um es kurz zu machen: es hat mich fertig gemacht. Was mich in der Nachschau etwas überrascht, vor allem aber erschrocken hat.

Ich empfinde mein Leben im Moment/seit Jahren/schon lange, als eine nicht enden wollende Abfolge von Ereignissen, Events und großen Terminen. Sie lauern zunächst irgendwo im Kalender, sind dann plötzlich akut und verschwinden schnell wieder aus dem Gedächtnis. Wahrscheinlich, weil schon der nächste Termin ansteht. Das ist für mich vergleichbar mit einem Zug, den ich am Bahnsteig stehend in der Ferne heran rasen sehen kann. Es dauert erstaunlich lang bis der Zug näher kommt, zeitweise scheint er am Horizont stehen geblieben zu sein, bis zu einem gewissen Punkt. Plötzlich dann kommt er viel schneller näher, um im nächsten Moment durch den Bahnhof an mir vorbeizudonnern. In die andere Richtung, also von mir weg, scheint sich der Zug viel schneller zu bewegen und zack ist er schon um die nächste Ecke gebogen und aus dem Blickfeld verschwunden, während in der Ferne der nächste Zug auftaucht. Irgendwer (ich meine Tim Pritlove) hat mal genau dieses Bild zur Erklärung einer Singularität verwendet.

Ich glaube, in jungen Jahren hat mir das gut gefallen. Inzwischen bin ich skeptisch. Zum Glück ist bald Weihnachten.

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