Prost Neujahr!

Lübeck zu Silvester, sozusagen fünf nach zwölf, sieht ein wenig aus, wie die Bombadierung Bagdhads (und der ganze Feuerwerksramsch hat wahrscheinlich summa sumarum ähnlich viel gekostet).

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… Feeds hab ich jetzt durchgeackert. Vieles interessantes gesehen, aber einfach vergessen zu bloggen. Ich geh mal die Linsen rausnehmen…

Kurze Story… lang gelabert

Gestern hatte ich gerade ein wenig konsumiert, und nebenbei an der Balkontür ein Antifliegengardinendingsbumshängegedöns befestigt, da schien mir die Sonne zu sehr auf den Schädel und das halbstündige Überkopfarbeiten rächte sich irgendwie. Ich musste mich erst mal setzen. Und konnte dann irgendwie gar nicht mehr richtig aufstehen. Ins Bett hab‘ ich es dann aber doch noch geschafft, nicht ohne dem Frauchen eben mobiltelefonisch Bescheid zu geben, dass sie mal nicht auf mich warten braucht und zu Fuß nach Hause laufen muss, weil mir geht das nicht so gut.

Dem Kreislaufkollaps nahe sinke ich also in mein Bett und lege erst Mal die Beine hoch, das soll ja gut sein, erfordert aber ein wenig Übung, weil man weiss gar nicht so genau, wie man die Beine platzieren soll auf der zusammengerollten Bettdecke, aber egal, es geht schon irgendwie. Da schrecke ich hoch. Im Wohnzimmer piept völlig ausgelassen das Uralt-Handy meiner eigentlich heißgeliebten — in diesem Moment aber doch ziemlich verfluchten — Lebensgefährtin, der Terminalarm soll sie an irgendetwas erinnern, was sie aber ja sowieso nicht machen kann, weil sie ist ja sowieso nicht da. Alte Nokiadurken piepen aber soooo furchtbar laut und wenn man es nicht abstellt geht’s nach 10 Minuten wieder los, ich also hoch und ins Wohnzimmer gewankt und den Alarm quittiert, mit einem Druck auf die richtige Taste und lautem Meckern.

Dem Kreislaufkollaps jetzt noch etwas näher, lege ich mich wieder ins Bett. Eben, als mein Kopf das Kissen berüht, klingelt es an der Tür. Unglaublich, ausser den Zeugen Jehovas klingelt hier eigentlich niemand, und die kommen eher vormittags, also kann das ja nur meine schon erwähnte Lebensgedingsda sein, die ihren Schlüssel nicht dabei hat. Ich also an Haus-o-phon und stammle in den Hörer: „Hast Du wieder Deine Schlüssel vergessen?“ Keine Reaktion. Überhaupt, das Gerät funktioniert gar nicht. Das kann jetzt nur heissen, dass schon jemand vor der Wohnungstür klingelt. Der Konstrukteur des Klingelapperates hatte sich das damals gut ausgedacht und für Klingeln an der Haustür und Klingeln an der Wohnungstür unterschiedliche Klingeltöne eingerichtet. Leider kann man dafür keine Klingeltöne runterladen (noch nicht), dann hätte ich jedenfalls welche genommen, die man besser unterscheiden kann, ich hab’s jedenfalls in der ganzen Zeit nicht gelernt.

Vor der Tür steht mein Dad, der hat zwar auch einen Schlüssel, hat ihn sogar dabei, hat aber aus lauter Höflichkeit geklingelt, weil er jemanden zu Hause wähnte und nicht einfach so reinschneien wollte. Sehr nett eigentlich, im Moment aber deplaziert as deplaziert can, ich bin insgesamt völlig verdattert, dass die erwartete Lebensgefährtin jetzt Bauch und Vollbart hat, er will sich auch nur den Kellerschlüssel ausleihen und ist dann auch schon wieder verschwunden. Ich bin ein wenig perplex.

Also zurück ins Bett, Kreislaufkollaps nicht vergessen, also leg‘ ich mich wieder hin, obwohl es mir jetzt schon besser geht. Kaum lieg ich, und da muss ich jetzt schon lachen, klingelt mein Handy. Im Gegensatz zu dem garstigen Nokiaoldtimer ein recht angenehmes Geräusch, naja Chemical Brothers eben, auch nicht gerade ruhig, also gehe ich ran. Am Rohr hängt der Seb und erzählt mir von seinem Garten, worüber wir uns ja schon im Blog unterhalten hatten. In drei Minuten und sieben Sekunden haben wir kurz Neuigkeiten ausgetauscht, denn erigentlich ging’s mir ja nicht so gut, also habe ich glaube nur irgendwelchen Blödsinn gestammelt. Immerhin haben wir festgestellt, dass wir uns Pfingsten nicht sehen, weil ja meine Herzallerliebste Geburtstag hat und nach Kurzurlaub schreit, ja sag mal wo bleibt die denn eigentlich, die müsste doch auch längst da sein?

Nein, sie kommt erst in dem Moment, als ich mich wieder hingelegt habe. Mir ging’s dann auch schon wieder hervorragend, nur ich hatte etwas Hunger, hatte ja auch den ganzen Tag nicht viel gegessen. Also bin ich dann direkt nach 5 Minuten verschärften Mitleids wieder aufgestanden.

Und die Moral der Geschichte: wenn’s eurem Kreislauf dreckig geht, einfach ein paar Handies klingeln lassen und vielleicht mal selbst ein wenig Sturm klingeln, danach geht’s einem viel besser.

Kein Pokal in Brodten

Lübeck (dpa/lno) – Die Präsentation des originalen FIFA- Weltmeisterpokals im schleswig-holsteinischen Travemünde hat für einen Besucheransturm gesorgt. Schon kurz nach Eröffnung der Ausstellung am Sonntagmorgen bildete sich eine Warteschlange. Bis zum Abend konnten sich Interessierte mit dem 36,8 Zentimeter großen und 6175 Gramm schweren Cup aus 18-karätigem Massivgold fotografieren lassen.

Na da sind wir dann doch lieber in die andere Richtung abgebogen und die Steilküste entlang gewandert. Google Maps Link, Download: KMZ-Datei.

Maistart

Ein wenig unter Druck setzen, das war der Plan. Vor einigen Wochen hatte ich diese Site zum CSS Reboot angemeldet, unvorsichtigerweise ohne das neue Design schon wirklich in der Tasche zu haben. Naja, in der Grundzügen schon, aber eben nicht wirklich fertig. Ich muss leider gestehen, ich hab’s vergeigt. Das neue Layout ist gut (sag ich mal so), funktioniert (voll mit kleinen AJAX-Spielereien) und liesse sich bestimmt auch installieren, aber es ist irgendwie nicht wirklich 100% fertig. Will sagen: da muss ich nochmal ran. Dauert also noch ca. 1 Woche (nur abends nach der Arbeit, immer beschäftigt die beste Frau von allen ein paar Timeslots abzuringen, bringe ich leider nicht genug Zeit für schnelleres Arbeiten zusammen. Bis dahin, shame on me. BTW: Ich kenne das aus dem Arbeitsleben zu Genüge: ein Projekt funktioniert, sieht für den Laien gut aus, aber irgendwie hat man noch 100 Wünsche und 20 kleine Baustellen, die man eigentlich noch planieren möchte bevor man wirklich online geht, aber… die Termine stehen fest. Die Erfahrung zeigt: die Arbeit, die man nachträglich in ein verfrüht gestartetes Projekt investieren muss, ist viel mehr, als die Zeit, die man den Launch verschieben könnte.

Und noch andere Hiobsbotschaften verdunkeln mir den Maibeginn. Mein Auto hört sich an, als wenn jemand den Auspuff direkt am Krümmer abgesägt und mitgenommen hätte. Also nicht mehr dieser tief brummende Sound eines amerikanischen PickUps – das hätte mich schon stutzig machen müssen, schließlich fahre ich bloß einen FIAT 500 – sondern so richtiges Knattern, fast schon Richtung Panzer. Nun springen die Wachwillies an der Kaserne zwar mit einem lauten „volle Deckung“ in den Straßengraben, wenn ich um die Ecke komme, was lustig ist, aber andererseits wird’s nicht lange dauern, bis ich wegen Geräuschbelästigung verklagt werde. Bleibt mir also nichts anderes übrig, als heute im Laufe des Tages meinem Schrauber einen Termin für morgen abzuringen, was einem Wunder gleich käme – ehrlich gesagt. Dann muss noch Dad zu einem Höllenritt zur Werkstatt überredet werden und ein Ersatzauto organisiert werden.

Na, der Monat fängt ja wirklich gut an.

Bist Du eigentlich Programmierer?

Nachdem ich Sarah Georges »What Is A Professional Programmer?« gelesen habe, stelle ich mir selbst gerade die Frage, ob ich (überhaupt) ein Programmierer bin.

Klingt zunächst nach üblen Selbstzweifeln, hat aber eher etwas mit einer Zielbestimmung zu tun. Justement bin ich von der eierlegenden Wollmilchsau (Producer mit Kenntnissen in Programmierung und Webdesign – das “und” hat sich immer wieder als sehr wichtig herausgestellt) zum Entwickler geadelt worden, mit einem eindeutigen Focus auf Userinterfaces. Bedingt durch meine (nennen wir es einmal lächelnd) Karriere, drängt sich schon diese Frage auf: ich bin jetzt Programmierer – bin ich jetzt Programmierer?

Sarah unterscheidet klar zwischen Codern und professionellen Programmierern und macht den professionellen Programmierer anhand der folgenden Kriterien aus:

Some definitions simply say to be a professional is „to make money from a skill,“ but true professionals also have a set of qualities often described as „professionalism.“ In my opinion, these qualities are: trustworthiness, teamwork, leadership, communication, constant updating of skills, an interest in minimizing risks and accountability.

Gemessen an diesen Punkten muss ich feststellen, ich bin noch nicht wirklich ein professioneller Programmierer. Aber auf dem Weg dorthin (hurra). Obwohl ich natürlich Geld mit meinen Skills verdiene, entdecke ich bei mir bei einigen dieser Punkte doch noch Aufholbedarf.

Da ist beispielsweise die Sache mit der Vertrauenswürdigkeit. Ein professioneller Programmierer erledigt die ihm übertragenen Tasks nach bestem Wissen und Gewissen könnte man zusammenfassen. Da habe ich in letzter Zeit viel nachgeholt, einfach durch Konzentration auf die beruflichen Aufgaben, noch zum Ende letzten Jahres jedoch, davon können Leute von denen ich Jobs außerhalb meines Berufes angenommen habe, war es zumindest außerhalb der täglichen Arbeit damit nicht weit her. Ich habe ganz einfach mehr angenommen als ich schaffen konnte, bzw. mich dazu überreden lassen. Das ist ein Umstand, der in die Sackgasse führt. Nach einer persönlichen Konsolidierungsphase (zu denen eben auch die 100 tägige Blogpause gehörte), und einer restriktiveren Konzentration auf die wichtigen Dinge, habe ich das in den Griff bekommen. Im Beruf selbst, in den ich immer mehr hineingewachsen bin, hatte ich das immer besser im Griff. Die derzeitige Arbeitssituation beinhaltet jedoch die gleichen Probleme: irgendwann muss man mal sagen: “Nein – das ist nicht zu schaffen”, ich meine, das gehört zur Vertrauenswürdigkeit dazu. Das kann manchmal eine sehr schwierige Entscheidung sein, ist aber nötig.

Teamwork hingegen ist der Bereich, in dem ich mich wohlfühle. Bei einem weiteren Vorstellungsgespräch würde ich ohne weiteres damit prahlen, ein Teamplayer zu sein. Ich bin immer bereit, die kompletten Skills einzubringen und das Team damit weiter zu bringen. Nicht alle Menschen sind so, das habe ich schon begriffen.

Etwas mehr könnte ich im Bereich Führungskraft tun. Seit ich in einem sehr großen Betrieb arbeite, muss ich feststellen, dass zum Leadership mehr gehört als technische Kompetenz. Betriebspolitischen Zündstoff erkennen, abwenden oder ausnutzen, darin habe ich so meine Schwierigkeiten. In diesen Fällen habe ich mich schon zu oft hinter anderen versteckt, wo ich vielleicht selbst mehr hätte leuchten können. Aber immerhin habe ich das Problem bereits erkannt.

Als Kommunikationsfähigkeit verstehe ich die Möglichkeit, durch die Kommunikation mit anderen, Team und Kunde, Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu entwickeln. Das läuft meines Erachtens ganz gut, könnte manchmal besser sein. Wie zufällig stelle ich auch hier allerdings völliges Versagen fest, wenn es zu Problemem beim vorigen Punkt kommt, mir fehlen einfach manchmal die Worte, im wahrsten Sinne.

Das dauerhafte Verbessern aller Skillz, das ist sicherlich mehr als Fortbildung (im Sinne des Gesetzes ;), da greift das Bloggen bei mir. In gewissen Arbeitssituationen scheint es mit unerlässlich, sich neben dem Beruf noch mit dem Beruf zu beschäftigen. Ich klopfe täglich hunderte von Wissensquellen ab, lese extrem viel, katalogiesiere diese Quellen für mich zum späteren oder nochmaligen Abruf, weiss letztlich immer, wo ich nachschauen muss. Das ist schon ein echtes Plus, das war mir schon in der Umschulung klar. Es ersetzt allerdings nicht den Prozess etwas wirklich zu lernen, frontal oder by doing. Letzteres ist bei mir gerade wieder richtig in Gang gekommen – das gemieße ich wirklich.

Also gut: ich bin noch kein professioneller Programmierer. So gesehen. Würde ich jetzt nicht auf meine openBC-Seite schreiben. Narf. Aber ich nehme mir auch ein wenig raus, dass das in Ordnung ist, wenn ich mich auf dem Weg befinde. Schließlich bin ich auch noch gar nicht so lange dabei.

I’ve been a hobbyist programmer since I was 6. I wasn’t writing anything amazing back then but I had started writing and soon found it was absorbing most of my time. Since I never really stopped, that gives me 24 years „programming experience“ and counting.

Da kann ich nicht mithalten, ganz klar. Schließlich bin ich Seitenseitenseiteneinsteiger und kann gerade erst auf vier bis fünf Jahre Programmierung zurückblicken. Und was die Skillz angeht: in der Programmierung des Web gehört IMHO etwas mehr dazu, als eine oder auch fünf relevante Programmiersprachen zu beherrschen – das wird sich immer mehr herausstellen, da bin ich sicher. Und was das angeht, bin ich wohl gerüstet. 🙂

Wir ziehen um

Um mal ein wenig von der Arbeit zu plaudern, Zeit online ist gestern und heute innerhalb des Pressehauses in ein neues, frisch renoviertes Refugium im 2. Stock gezogen. Alles total schön und modern, naja, das Netz und auch der Strom funktionieren noch nicht verlässlich. Die Entwicklungsabteilung (Kollegen und ich) durfte aus Platzgründen und Gründen der nötigen Trennung vom täglichen Wahnsinn der Siteproduktion nicht mitziehen (snüff), sondern ist nur in andere Büros auf dem gleichen Gang umgezogen.

Neues Büro: schöner, heller, freundlicher, besserer Ausblick. Und Netz und Strom funktionieren auch perfekt 😉