Gelesenes

Von den TOP50 Lieblingsbüchern der ZDF-Umfrage habe ich erstaunlicherweise gar nicht sooviele gelesen, und da denkt man nun, man sei Leseratte und hip dazu.

  • 1. Tolkien, John Ronald Reuel – Der Herr der Ringe
  • 4. Süskind, Patrick – Das Parfum
  • 5. Saint-Exupéry, Antoine de – Der kleine Prinz
  • 18. Eco, Umberto – Der Name der Rose
  • 20. Fontane, Theodor – Effi Briest
  • 26. Ende, Michael – Die unendliche Geschichte
  • 29. Hesse, Hermann – Narziß und Goldmund
  • 33. Frisch, Max – Homo Faber
  • 38. Gaarder, Jostein – Sofies Welt
  • 39. Adams, Douglas – Per Anhalter durch die Galaxis
  • 41. Irving, John – Gottes Werk und Teufels Beitrag
  • 44. Hesse, Hermann – Der Steppenwolf
  • 48. Grass, Günter – Die Blechtrommel
  • 49. Remarque, Erich Maria – Im Westen nichts Neues
  • 50. Schätzing, Frank – Der Schwarm (lese ich gerade, siehe unten rechts)

Ich hätte ausserdem die 4 oder die 44 auf den ersten Platz gelegt und als zweitliebsten Buch der Deutschen die Bibel zu wählen ist für mich total hirnrissig.

Gelesen: Blogs!

OK, von diesem Buch hat jeder ja schon irgendwie gehört, die passende Website macht ja auch gerade (wenn auch in negativer Form) von sich reden, wir wissen also alle worum es geht.

Sicherlich können und müssen wir unterschiedliche Ansichten darüber haben, was das Bloggen bedeutet (auch ohne Blogdeutungsmafia, wie einige genannt werden) und was es damit auf sich hat und wozu das alles gut und der ganze Rest. Die Antwort ist weder einfach, noch 49 42 (herrjeh!), soviel ist wohl klar. Das ist eben das Phänomen Blog, jeder hat so seine ganz eigene Meinung und Ansicht dazu. Wenn man allerdings ein Buch herausgibt, und selbst wenn sich dort viele Autoren vereinigen, dann steht dieses Buch meist für nur eine Meinung, so ist das bei vielen Büchern, eben aber nicht in der Masse der Blogs. Das vorliegende Werk vertritt ganz vehement einen Ansatz: Bloggen ist der Antijournalismus, der Heilssegen gegen die bösen Medienindustrie und Journaille, der direkte Konkurrenz zu den Medienmogulen, die legitimen Nachfolger des untergehenden Onlinejournalismus.

Nur wenige Blogger verfolgen bewusst die Absicht einer so genannten Gegenöffentlichkeit in der Tradition der 68er, die — meist verkrampft und dogmatisch — eine Randerscheinung geblieben ist. Es gibt keine politische oder weltanschauliche Ausrichtung, es geht nicht um das Errichten von Barrikaden und das Niederbrennen der Paläste, sondern vor allem um den Spaß am Publizieren. Aber genau das hat sich als der richtige Ansatz erwiesen, um im Internet Erfolg zu haben. Blogs füllen die zertrümmerten Formationen der krisengeschüttelten Medienbranche wie feiner Sand auf.
Don Alfonso – “Ein Dutzend Gründe, warum Blogs den Journalismus im Internet aufmischen werden”, in “Blogs”, S.42

Zu dieser Deutung des Bloggens kann man stehen wie man will, was mich wundert ist, dass sich das Buch hernach keineswegs selbst belegt, also im Bereich der zitierten Blogs keine Blogeinträge bringt, die die Theorie des ersten Teil des Buches belegen. Die gesammelten und wirklich schön dargestellten Blogeinträge schmälert das keineswegs, es sind wirklich einige/viele blogliterarische Perlen dabei, aber diese alle belegen eher, dass es eine Revolution der Literatur im Internet gibt, als den flächendeckenden Angriff auf den Onlinejournalismus. Und gingen man weiter, würde eben diese These verfolgen, hätte sich das Buch eh überflüssig gemacht, die bessere Literatur gibt es nunmal live in den Blogs.

Hervorragend allerdings finde ich den letzten Teil des Buches, der durchaus die Informationen bietet, die jemand, der nun aufgrund dieses Buches Interesse am Bloggen zeigt, braucht, um selbst in die Blogosphäre einzusteigen. Insofern ist der didaktische Aufbau hervorragend.

Links:
Blogs! bei Amazon kaufen
Blogbar – das Blog zu Blogs!
Nico Lummas Kritik dazu
Telepolis über selbiges

Gelesen: Giorgio Faletti – Ich töte

Wenn man Mitglied im Bertelsmann Club ist, bekommt man ja immer mal wieder etwas zugeschickt, dass man sonst wohl kaum gelesen hätte. Auch in diesem Quartal habe ich mal wieder den Einkauf verpennt und bekam diesen Schinken, sorry Thriller ins Haus geliefert. Interessant: in Deutschland scheint das Buch ausser bei Bertelsmann allenfalls als Taschenbuch bei Goldmann zu erscheinen, ist es aber noch nicht.

Das mag seine Gründe in der Qualität von Buch und Story haben. Auf dem Einband wird Giogio Faletti als die eierlegende Wollmilchsau gefeiert, Komödiant, Sänger und nun zum ersten Male auch Buchautor. Vielleicht hätte er uns einen Gefallen getan, hätte er es bei einem der ersteren Beschäftigungen belassen. “Ich töte” hat die Qualität eines Jerry-Cotton-Groschenromans (die hier an sich nicht in Zweifel gezogen werden soll), allerdings auf die Länge eines dicken Buches ausgewaltzt, mit anderen Worten: stinklangweilig!

Im Fürstentum Monaco treibt ein Serienmörder sein Unwesen. OK, er häutet seinen Opfern das Gesicht und geht auch sonst recht brutal vor, das mag das thrillige Element sein. Mit des Falles Lösung sind beauftragt ein monegassischer Kommissar und dessen Kumpel, ein amerikanischer FBI-Agent (ja nee is klar) mit Persönlichkeitsproblemen. Jerry Cotton tritt auf den Plan. Die einzig sympathische Figur, der Kommissar, geht während der Ermittlung drauf und Jerry Cotton löst den Fall im Alleingang.

Sollte Dir auf einem Grabbeltisch beim Buchhändler demnächst “Ich töte” begegnen, denn dort wird der Roman mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit landen, lass ihn liegen, kauf ein Reclamheftchen, die sind auch günstig. Totaler Schund.

The Markup and Style Handbook

Dan Cederholm präsentiert sein Buch Web Standards Solutions: The Markup and Style Handbook, von dem ich jetzt einfach mal annehmen muss, dass es ein sinnvolles Werk für Einsteiger im Bereich standardisiertes Webdesign darstellt. Nachprüfen kann ich das gerade nicht, wer hat in unseren Zeiten schon Geld für Bücher? Vor allem, wenn sich ein solches Buch auf dem Weg aus den USA nach Deutschland derartig verteuert…

Nichtsdestotrotzalledem, es gibt die TOC online und ebenfalls ein Probekapitel als PDF. Schaut halt mal ‘rein.