Noch neun Tage

»Hamburg welcomes the world« werben die Magentas großflächig am Hamburger Hauptbahnhof. Ist ja schon eine nette Geste, so jeden morgen begrüsst zu werden, man fühlt sich irgendwie als Teil einer Gemeinschaft, einer verdammt großen sogar.

Wie ich erfahren habe, gastiert die Nationalmannschaft der USA in einem Hotel in der Hamburger City, an dem ich jeden morgen auf dem Weg vom Bahnhof zur Arbeit vorbei muss. Bin ja mal gespannt, wie großflächig man sich gegen Angriffe von Terroristen und messerstechenden Jugendlichen dort schützen will, könnte durchaus zu Beeinträchtigungen führen. Anderseits, man kann ja wohl kaum die „Mö“ zur No-Go-Area erklären.

Noch neun Tage jedenfalls, die Mannschaft ist, wie man gestern gegen Japan sehen konnte, normal drauf, hurra, unentschieden…, kann eigentlich losgehen. Alle Fussballhits der letzten 60 Jahre wurden zuerst bei SAT1 und dann bei RTL durch den Kakao gezogen, hier ist also nichts mehr zu befürchten, den offiziellen WM-Song von Gröneleider hört man glücklicherweise bisher nur sporadisch, leider öfter mal den Olli Pocher, der für seinen »Black And White«-Abklatsch sowieso ein üble Blutgrätsche verdient hat. Musikalisch wird die WM jedenfalls nicht einfach.

Jedenfalls wird ab sofort kräftig WM gebloggt.

Ja, ja, von wegen nofollow…

Am 19.1.2005 hatte ich hier kurz meine Bedenken und die von Kollegen gegen das damals gerade aktuelle „rel=nofollow“ zusammengefasst. Kaum 1,5 Jahre später ziehen wir Bilanz und was kommt raus: nofollow ist für die Tonne. Kommentarspam ist dadurch nicht weniger geworden. Lustig allerdings im Rückblick meinen eigenen Text zu lesen: »…obwohl Trackbackspam ja noch nicht so verbreitet ist…« heisst es da. Ja das ist lange her und war wohl ein wenig zu optimistisch.

Schnell mal bookmarken

Das Überangebot an verwertbarem Content, die Furcht etwas zu verpassen, die Angst etwas nicht wiederzufinden: die Nemesis des Viel-Bloggers. Ich blogge längst nicht mehr alles, vieles, sehr vieles landet lediglich in meinen Bookmarks statt hier im Contentbereich. Weil ich ein fauler Hund bin, benutze ich dafür das Lazy Sheep Bookmarklet. Hier nun einige Tips für Webautoren und Blogger, wie man einen Artikel so schreibt, dass er gut gebookmarkt werden kann.

  • In den Metadaten der Seite sollte der title zu der jeweiligen Artikelseite ausreichend deskriptiv sein, also beispielsweise den Titel des Artikels enthalten, gerne auch den Namen der Seite, aber bitte keine bekloppten Sonderzeichen, Klammeraffen und ähnliches. Der title wird in das Description-Feld bei del.icio.us übernommen, ausserdem ist das auch durchaus suchmaschinenferundlich.
  • In den ersten Absätzen des Artikels sollte eine kurze Zusammenfassung stehen, was in dem Artikel nun eigentlich steht. Das ist sowieso guter Stil, für’s bookmarken ist es besonders cool, weil man diesen Text markieren kann, dann wird er las Notes nach del.icio.us übernommen (bei den meisten Bookmarklets jedenfalls). Besonders freundlich wäre es, einen Satz zu formulieren und diesen vielleicht gleich hervorzuheben (fett, oder auch „Summary:…“).

Das ist doch nicht soviel, was man beachten sollte, damit seine Artikel rasch gebookmarkt werden können. Bitte haltet Euch dran. 😉

Und nächste Woche: wie man seine Artikel so schreibt, dass sie von eiligen Bloggern schnell quergelesen werden können… 😀

Spitzeneindruck

rtfm:

Überhaupt blogg.de: der letzte Eintrag im „Entwicklerweblog“ Blogworkorange ist vom 24.12.2005, das „Tips-und-Tricks-Weblog“ Extend dümpelt seit dem 14.10.2004 vor sich hin – beide in den Kommentaren und Trackbacks spamverseucht. So macht blogg.de wirklich einen Spitzeneindruck!

Naja, die einen oder anderen arbeiten halt nicht mehr bei nu2m/blogg.de, der Rest hat Wichtigeres zu tun. 😉

Zeit für die Zeit

Wir schielen ja immer mal gerne auf die Branchenrankings, mithin ist für eine Site wie DIE ZEIT eine Rankingplatzierung nicht nur Schwanzvergleich wie bei den Weblogs, sondern bare Münze.

Während wir aber im nationalen Vergleich immer noch nicht in den TOP 17 sind (warum eigentlich gerade 17?), die werden angeführt von T-Online (weil immer noch viele Menschen, inkl. bspw. meines Vaters, glauben, die Starseite von T sei das Internet), hat die ZEIT in der Verweildauer der Besucher mächtig an Boden gewonnen.

Das ist ein sauberer dritter Platz in dieser Disziplin und spricht natürlich Bände: bei uns wird mehr gelesen, spiegel.de ist mehr Nachrichten und kurzbesucherorientiert, hat mehr wiederholte Besuche, wohl auch wegen der genannten Strukturen, bei uns gibt es längere Stücke zu lesen, die offensichtlich gut angenommen werden.

Sie hörten das Wort zum Montag.

Zum Geburtstag keine Panik

Unser heutiges Geburtstagskind wurde heute vor genau 60 Jahren geboren und gehört zu den schillernsten aber auch den fragwürdigsten Figuren der deutschsprachigen Rock- und Popgeschichte. Mit Schlapphut und Nuscheldialekt ist er bekannt wie ein bunter Hund, seine Platten erfreuen uns seit den frühen 70er Jahren, genauso geschätzt werden aber auch seine Gemälde und Bücher, weniger sein schauspielerisches Talent.

Er lebt heute in einem Hamburger Hotel, oder wird dort geduldet, oder gehört zum Inventar der Hotelbar, wie das Piano dort, das er wohl immer noch von Zeit zu Zeit maltretiert. Früher hat er mal mit Otto Waalkes in einer WG gelebt, in der wohl später auch ein gewisser Marius Müller-Westernhagen unterschlupf fand. In frühen Zeiten schon spielte er mit Inga Rumpf, und mit Klaus Doldinger, wenn wir am Sonntagabend dem berühmten Tatort-Thema lauschen, hören wir ihn am Schlagzeug.

Sein Lebensmotto ist leicht zusammengefasst in dem einfachen Satz »Keine Panik« und der Ergänzung »auf der Titanic«. Sein persönlicher Feldzug gegen Erich Honecker und sein Wunsch, doch endlich mal im Palast der Republik aufzutreten, haben ihn letztendlich weltberühmt gemacht. Eher deutschlandweit berühmt wurden seine Kunstfiguren aus seinen Rockrevues, beispielsweise Rudi Ratlos oder Elli Pirelli. Und er fehlte wohl auf keinem Friedenskonzert der Jahre 80 bis 95.

Dir lieber Udo Lindenberg, wüschen wir einen netten 60. Geburtstag, lass‘ es ruhig angehen, dann hälst Du auch noch ein paar Jahre durch.

Schon ein Jahr?

Man müsste meinen, man lese ein Weblog, das sich »powerbook blog« nennt, wegen der Artikel über — genau — das geliebte kleine Noteebook, das man seit Jahren benutzt. Habe ich anfangs auch, seit einem Jahr fasziniert am besagten Weblog aber etwas ganz anderes.

Als frankophiler Mensch bin ich ein Liebhaber französischer Autos, wenn ich auch selbst zur Zeit einen Italiener fahre, der Einstieg in das Autofahrerleben vor x Jahren mit einer Ente hat mich einfach geprägt. Im »powerbook blog« nun, liest man seit einem Jahr über die Erlebnisse mit einem Citrëon CX und diese Beiträge interessieren mich seit langem am meisten. Es ist eine Mischung aus Faszination, Bewunderung und auch etwas Mitleid, denn seit einem Jahr beobachten wir nichts als Pannen, ADAC-Einsätze und andere Kleinigkeiten, die den Betrieb des pneumatisierten Franzosenflagschiffs stören. Nun gut, gibt es keine Panne, gibt es nichts zu bloggen, das ist wie bei der Zusammenfassung eines Fussballspiels, bei dem der Eindruck entsteht, als wäre 90 Minuten auf ein Tor gespielt worden (und doch haben die anderen gewonnen). So kann man davon ausgehen, dass das Auto sicherlich viel Spass gemacht hat, in der pannenfreien Zeit. Aber nun, da auch noch die offenbar minutiös geführte Finanzstatitik präsentiert wird, wird klar: das wäre dann doch ein Hobby, das ich mir nicht leisten wollte und der CX eben nur das Traumauto des entefahrenden jungen Mannes.

Ich hoffe, der »powerbook CX« hält noch ein weiteres Jahr, damit wir weiter dabei sein können, wenn die Lager zerbrechen, die Hydraulik leckt oder der Unterboden auf der Autobahn liegen bleibt. Und damit wir weiter Kraft schöpfen können für die eigenen Pannen am Auto, damit wir sagen können: »Bewahre die Ruhe, sieh‘ an, was Jog jedesmal mitgemacht hat«. Vielen Danl für dieses Jahr und weiterhin »immer eine Handbreit Asphalt unter der Pneumatik«, wünscht der FIAT-Fahrer.

It’s about standards

Nach dem Vitamin-Interview mit Molly Hlozschlag, hat sich dort ein ziemlich langer Thread zum Thema „Microsoft und Webstandards“ entwickelt.

Chris Wilson, Group Program Manager of the Internet Explorer Platform team at Microsoft antwortet in seinem Blog sehr ausführlich. Wilson geht auf alle möglichen Argumente des Threads ein, ok, seine Sache, ob man sich derart damit auseinandersetzen muss. Sehr interessant finde ich jedoch seine Aussage, mit welchen Intentionen M$ nun auf Webstandards setzt und die sind natürlich nicht gerade altruistischer Natur:

From ten years of experience in championing standards and web development inside Microsoft, I think it’s actually critically important that the reasons for supporting standards in our products – particularly IE – be business ones. Business reasons stand the test of time. Pure altruistic “ethical” reasons are hard to defend to shareholders. I personally believe there is a business case for implementing standards, and I consider it my job, among other things, to make that case internally.

Jetzt will ich über den Business-Ansatz gar nicht meckern (das bin ich leid), Bussiness makes the world go round, aber was man hier ablesen kann ist der unglaubliche Erfolg, den man (wir) im Kampf für Webstandards erreicht haben: Microsoft hat sich bewegt, und zwar weil das Unterstützen von Standards eine Business-Pflicht geworden sind. Es haben schon immer Leute behauptet, das dies überhaupt der einzige Weg ist, Standards durchzusetzen. In diesem Fall haben sie wohl Recht behalten.

Nun, der Kampf ist natürlich noch nicht vorbei, man kann wohl davon ausgehen, das M$ trotz offensichtlicher Hinwendung zu den Standards, noch lange nicht alle Sünden der letzten Jahre aufgeholt hat, aber let’s face it, it’s a step forward. Es wird sich zeigen, wie sich der Markt durch das alles noch weiter verändert. Vielleicht hat man ja nun die schlafenden Löwen geweckt…