Hauptsache Neo

Zum neoliberalen Wirtschaften gehören gesenkte Steuern, eingesparte Sozialausgaben und ein dereguliertes Arbeitsrecht. Neokonservatives Wirtschaften hingegen bedeutet eine aktive Umschichtung von Steuergeldern und Entwicklungschancen, die mit Wert- und Moralvorstellungen begründet wird – daher die skurrilen unionsinternen Debatten der letzten Tage.

schreibt Ulrike Winkelmann in der taz und trifft damit den Hammer auf den Kopf (oder so). Mir ersönlich ist es zwar eigentlich sch***egal ob sich die Union als neoliberal und/oder -konservativ entlarvt, unwählbar bleibt unwählbar, für den politsichen Diskurs der Zukunft wird diese Positionierung jedoch nicht unerheblich bleiben.

TV Chat mit Micro$oft

Laut diesem Ars Technica Artikel hat Microsoft gerade ein Patent angemeldet, dass Fernsehen und Chatten (unter einer gemeinsamen Oberfläche vereint und diese Technik schützt. Wie ganz richtig bemerkt wird, ist es natürlich weiterhin erlaubt, gleichzeitig am TV fernzusehen und am Rechner zu chatten, laufen beide Anwendungen jedoch unter einer einer Plattform, in einem Fenster, in zwei unterschiedlichen Frames, greift der Patentschutz.

Ist das nun nur neuer Blödsinn, oder lauert dort die nächste M$-Killeranwendung fürs Web TV? Gemeinsam Serien schauen und dabei über den Inhalt chatten, alles im M$ Media Center? Nennt mich Arsch, aber wenn ich mir so überlege, wie einer meiner X-Freundinnen früher mit einer ihrer Freundinnen immer bei GZSZ etliche SMS tauschten, dann könnte ich da einen dicken fetten Markt sehen.

20 Jahre

tagesschau20 Jahre ist das nun her. Zunächst vage und dann immer hysterischer prasselten die Nachrichten damals auf uns ein: in der Sowjetunion hat es einen Reaktorunfall, einen Super-GAU gegeben. Es folgten immer weitere Schreckensmeldungen über die radioaktive Wolke, die sich ausbreitete, die mutmaßliche Verseuchung von Lebensmitteln, radiokativer Regen und so fort. Neue Worte gerieten in den Sprachgebrauch, Bequerel, Sievent, Rad, Gray, die Maßeinheiten von Radioaktivität bzw. Aufnahme radioaktiver Teilchen. Einige besorgten sich Jodtabletten.

Ich war damals 17 und habe fleißig an Mahnwachen und Demonstrationen teilgenommen.

Der Reaktorunfall in Tschernobyl (heute Tschonobyl) war die größte atomare Katastrophe, die die Welt bis heute heimgesucht hat. Sie ist der Beweis der Fehlbarkeit und damit der relativen Unsicherheit von Kernkraftwerken, der Beleg dafür, dass Wahrscheinlichkeiten eben doch eintreten können. Geschätzte 10.000 bis 100.000 Menschen hat dieser Beweis das Leben gekostet, hinzu kommen späte Strahlenerkrankungen, Mißbildungen bei Neugeborenen, Krebserkrankungen. Es werden immer noch mehr Tote. Und am Block IV des Tschernobyl-KKW wird immer noch am Sarkophag umd den Reaktor gebaut, in dem sich noch schätzungsweise 150-180 Tonnen Reaktorkernmasse befinden – und strahlen und stahlen und strahlen… Eine neue Ummantelung kostet 800 Mio. $ und kann nicht ohne interantionale Hilfe finanziert werden.

20 Jahre nach Tschernobyl wird in Deutschland tatsächlich noch über den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie geredet, Zulassungsverlängerungen beantragt und von der Sicherheit der Kernenergie gefaselt. Interessant, wie vergesslich die Menschen doch sind.

Update:
siehe auch: Powerbook_Blog, oder Netzbuch und ganz besonders Paul Fuscos interakties Essay »Chernobyl Legacy« [via Antipixel].

Update II:
Bei meinem Arbeitgeber ist man unentschieden: Pro und Contra Atomkraft.

Noch 45 Tage

Mittach...Hurra, Hamburg ist sicher. Behauptet jedenfalls der Verfassungsschutz… und der muss es ja wissen. Hinweise auf eine konkrete Gefährdungssituation durch extremistische Gewalttäter liegen derzeit für Hamburg nicht vor. Nun ja, man will natürlich keine Panik machen, oder gar Untätigkeit der Behörden wittern.

Die dpa schreibt allerdings:

„Hooligan- Touristen“ werden die WM als Bühne nutzen. Davon sind Experten überzeugt. Vorbeugende Kontrollen sollen verhindern, dass Deutschland während der Spiele zum Hochsicherheitstrakt werden muss.

Das legt den Verdacht nahe, dass man sich in der Stadt nicht nur mit vollen Strassen und öffentlichen Verkehrsmitteln auseinanderzusetzen hat, sondern eben auch mit den Krawalltouristen, die nicht ins oder nicht mal bis zum Stadion vorgedrungen sind. Andererseits, die Welt ist zu Gast bei Freunden, also freundlich sein, kommen bestimmt auch viele interessante Leute.

Es sei denn, das Stadion fliegt in die Luft. Mit Raketen aussgestattete Terroristen bekommen dabei Schützenhilfe von Google Earth, wie Technology Review herausgefunden hat:

Wer im Programm Google Earth beispielsweise die Hamburger AOL-Arena – eines von zwölf WM-Stadien – heranzoomt, findet unten links die exakten Koordinaten der Spielstätte eingeblendet.

Für ’nen Aprilscherz eigentlich eine Woche zu spät.

Bist Du eigentlich Programmierer?

Nachdem ich Sarah Georges »What Is A Professional Programmer?« gelesen habe, stelle ich mir selbst gerade die Frage, ob ich (überhaupt) ein Programmierer bin.

Klingt zunächst nach üblen Selbstzweifeln, hat aber eher etwas mit einer Zielbestimmung zu tun. Justement bin ich von der eierlegenden Wollmilchsau (Producer mit Kenntnissen in Programmierung und Webdesign – das “und” hat sich immer wieder als sehr wichtig herausgestellt) zum Entwickler geadelt worden, mit einem eindeutigen Focus auf Userinterfaces. Bedingt durch meine (nennen wir es einmal lächelnd) Karriere, drängt sich schon diese Frage auf: ich bin jetzt Programmierer – bin ich jetzt Programmierer?

Sarah unterscheidet klar zwischen Codern und professionellen Programmierern und macht den professionellen Programmierer anhand der folgenden Kriterien aus:

Some definitions simply say to be a professional is „to make money from a skill,“ but true professionals also have a set of qualities often described as „professionalism.“ In my opinion, these qualities are: trustworthiness, teamwork, leadership, communication, constant updating of skills, an interest in minimizing risks and accountability.

Gemessen an diesen Punkten muss ich feststellen, ich bin noch nicht wirklich ein professioneller Programmierer. Aber auf dem Weg dorthin (hurra). Obwohl ich natürlich Geld mit meinen Skills verdiene, entdecke ich bei mir bei einigen dieser Punkte doch noch Aufholbedarf.

Da ist beispielsweise die Sache mit der Vertrauenswürdigkeit. Ein professioneller Programmierer erledigt die ihm übertragenen Tasks nach bestem Wissen und Gewissen könnte man zusammenfassen. Da habe ich in letzter Zeit viel nachgeholt, einfach durch Konzentration auf die beruflichen Aufgaben, noch zum Ende letzten Jahres jedoch, davon können Leute von denen ich Jobs außerhalb meines Berufes angenommen habe, war es zumindest außerhalb der täglichen Arbeit damit nicht weit her. Ich habe ganz einfach mehr angenommen als ich schaffen konnte, bzw. mich dazu überreden lassen. Das ist ein Umstand, der in die Sackgasse führt. Nach einer persönlichen Konsolidierungsphase (zu denen eben auch die 100 tägige Blogpause gehörte), und einer restriktiveren Konzentration auf die wichtigen Dinge, habe ich das in den Griff bekommen. Im Beruf selbst, in den ich immer mehr hineingewachsen bin, hatte ich das immer besser im Griff. Die derzeitige Arbeitssituation beinhaltet jedoch die gleichen Probleme: irgendwann muss man mal sagen: “Nein – das ist nicht zu schaffen”, ich meine, das gehört zur Vertrauenswürdigkeit dazu. Das kann manchmal eine sehr schwierige Entscheidung sein, ist aber nötig.

Teamwork hingegen ist der Bereich, in dem ich mich wohlfühle. Bei einem weiteren Vorstellungsgespräch würde ich ohne weiteres damit prahlen, ein Teamplayer zu sein. Ich bin immer bereit, die kompletten Skills einzubringen und das Team damit weiter zu bringen. Nicht alle Menschen sind so, das habe ich schon begriffen.

Etwas mehr könnte ich im Bereich Führungskraft tun. Seit ich in einem sehr großen Betrieb arbeite, muss ich feststellen, dass zum Leadership mehr gehört als technische Kompetenz. Betriebspolitischen Zündstoff erkennen, abwenden oder ausnutzen, darin habe ich so meine Schwierigkeiten. In diesen Fällen habe ich mich schon zu oft hinter anderen versteckt, wo ich vielleicht selbst mehr hätte leuchten können. Aber immerhin habe ich das Problem bereits erkannt.

Als Kommunikationsfähigkeit verstehe ich die Möglichkeit, durch die Kommunikation mit anderen, Team und Kunde, Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu entwickeln. Das läuft meines Erachtens ganz gut, könnte manchmal besser sein. Wie zufällig stelle ich auch hier allerdings völliges Versagen fest, wenn es zu Problemem beim vorigen Punkt kommt, mir fehlen einfach manchmal die Worte, im wahrsten Sinne.

Das dauerhafte Verbessern aller Skillz, das ist sicherlich mehr als Fortbildung (im Sinne des Gesetzes ;), da greift das Bloggen bei mir. In gewissen Arbeitssituationen scheint es mit unerlässlich, sich neben dem Beruf noch mit dem Beruf zu beschäftigen. Ich klopfe täglich hunderte von Wissensquellen ab, lese extrem viel, katalogiesiere diese Quellen für mich zum späteren oder nochmaligen Abruf, weiss letztlich immer, wo ich nachschauen muss. Das ist schon ein echtes Plus, das war mir schon in der Umschulung klar. Es ersetzt allerdings nicht den Prozess etwas wirklich zu lernen, frontal oder by doing. Letzteres ist bei mir gerade wieder richtig in Gang gekommen – das gemieße ich wirklich.

Also gut: ich bin noch kein professioneller Programmierer. So gesehen. Würde ich jetzt nicht auf meine openBC-Seite schreiben. Narf. Aber ich nehme mir auch ein wenig raus, dass das in Ordnung ist, wenn ich mich auf dem Weg befinde. Schließlich bin ich auch noch gar nicht so lange dabei.

I’ve been a hobbyist programmer since I was 6. I wasn’t writing anything amazing back then but I had started writing and soon found it was absorbing most of my time. Since I never really stopped, that gives me 24 years „programming experience“ and counting.

Da kann ich nicht mithalten, ganz klar. Schließlich bin ich Seitenseitenseiteneinsteiger und kann gerade erst auf vier bis fünf Jahre Programmierung zurückblicken. Und was die Skillz angeht: in der Programmierung des Web gehört IMHO etwas mehr dazu, als eine oder auch fünf relevante Programmiersprachen zu beherrschen – das wird sich immer mehr herausstellen, da bin ich sicher. Und was das angeht, bin ich wohl gerüstet. 🙂

Zickizacki…

Ziki connects people based on who they are, what they’re interested in and what they’re looking for.

Search for people based on the tags they’ve used to describe themselves

Tagge Dich selbst… via Steve Rubel.