Mehr ein Grund

Ich will Musik gar nicht umsonst bekommen. Ich will Musik nicht downloaden. Ich will sie in der Hand haben, ich bezahle dafür sogar. Aber gut muss sie sein. Geschmäcker sind verschieden, aber Qualität läßt sich erkennen. Eigentlich will ich große schwarze Scheiben mit 12inch Durchmesser, aber das ist eine andere Sache. Gute Musik will ich sogar bezahlen. Aber das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen.

Meinetwegen auch so: CCC: Boykott!

Haben!

Der Vestax Handi-Trax Portable Turntable, ja das wäre doch etwas für Papas Söhnchen. Nicht das ich noch Sonntags morgens bei Kumpels in der Wohnung zwischen 6.00 und 12.00 Uhr am Stück auflege und dafür die praktischen Geräte bräuchte, aber auch so sind die klasse: platzsparend. Dann wird nicht mehr das halbe Wohnzimmer vom immer seltener gebrauchten Equipment belegt. Und der Preis ist ja auch ganz ansprechend.

Fragt sich natürlich, wie so ein Handi-Trax qualitativ ‘rüberkommt, die 14kg eines Technics wird er wohl kaum erreichen (wäre ja auch unsinnig). Mal die technischen Daten checken:

  • eingebauter Lautsprecher
  • spielt 33, 45 and 78 RPM (für 78rpm braucht man allerdings einen speziellen Tonarm, den es wohl nur als Zubehör gibt, ich hab eh’ keine Shellacks 😉
  • einfache Pitch-Controls
  • einfache Ton-Regelung
  • Ausgänge: Standard RC
  • 3.5mm Kopfhörer-Buchse
  • 3.5mm Eingangs-Buchse
  • läuft wahlweise im Batteriebetrieb oder mit Trafo
  • Koffer inbegriffen
  • Masse: 2kg

Das passende Video dazu hatte ich schon einmal hier verlinkt.

Also ich nicht!

Bei einer großen Verkehrskontrolle der Hamburger Polizei am Montag ist fast jeder elfte Autofahrer “geblitzt” worden. Von den mehr als 4800 Autos an den Kontrollstellen waren 95 so schnell, dass die Polizei ein Bußgeldverfahren einleitete. Weitere 337 Fahrer müssen ein Verwarngeld zahlen. Auf den Autobahnen waren die Beamten mit Videofahrzeugen im Einsatz. 17 dort aufgenommene Fahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen. Spitzenwert waren 133 Kilometer pro Stunde, wo 60 erlaubt sind. (NordClick)

Wenn die Bloggroll zweimal klingelt

Es gibt ja Leute, die auch am Freitag noch arbeiten müssen. Andere jedoch scheinen zu diesme Zeitpunkt schon Wochenende zu feiern, anders kann ich es mir nicht erklären, daß gewisse A-List Blogger den ganzen lieben langen nachmittag nichts zu tun haben, als ein Posting nach dem anderen rauszuschießen. Das gibt’s doch gar nicht! 😉

Jabber-Protokoll-Auszug, Freitag 26.03.2004

[12:14] [12:30:48] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[13:06] [13:23:18] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[13:12] [13:30:10] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)
[13:35] [13:53:53] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[13:53:12] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)
[14:10] [14:28:32] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[14:21] [14:38:19] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)
[14:52] [15:09:04] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)
[15:00] [15:17:58] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)
[15:29] [15:46:39] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[15:48] [16:06:00] Heiko Hebig (http://hebig.com/)
[18:18] [18:19:44] Moe (http://weblog.plasticthinking.org/)

Moe sei noch soweit entschuldigt, da er jetzt offenbar eine Freundin hat, die bei ihm eingezogen ist (so blogmäßig) und dort also zwei unter einem Namen bloggen, aber ansonsten: ich kann so nicht arbeiten, wenn man aber auch dauernd abgelenkt wird…

[update] Nur mal so für’s Protokoll: Mir sind BlogPlebs allemal lieber als Bürgerjournalisten. 😉

Strassenschlacht antizipiert

Der Apfelhändler meines Vertrauens warnt ja auf seiner Webseite:

Wichtiger Hinweis!
Aufgrund einer rechtspolitischer Demonstration am 27. März 2004 bitten wir Sie dringend von einem Besuch unseres Hauses in Hamburg abzusehen.
Aus Sicherheitsgründen wird die Polizei das Gebiet um unserer Apple Center in Hamburg, am Samstag 27.03.2004, weiträumig absperren.
Aus diesem Grund sollten Sie von einem Besuch absehen, auch aus Sicherheitsgründen für unsere Mitarbeiter werden wir unser Geschäft geschloßen halten.

Gar nicht lustig. Und das ganze beim Bloggerweltherrschaftskollegen direkt vor der Haustür. Wird bestimmt ein Superwochenende.

Ei am wandern

Soll man auf soetwas eigentlich wirklich eingehen? Sorry, ich kann nicht anders. Also ihr wollt diskutieren? Also gut, dann aber richtig.

1. Weblogs verändern die Medienlandschaft, oder haben zumindest das Potential dazu. Sonst würden traditionelle Publikationen sich nicht in diese neue Form vehement aktiv einklinken. Dies ist mehr als ein Hype.

Vehement aktiv einklinken? Sind damit jetzt die Zeit-Blogs gemeint? Wo sind die Massen bloggender Journalisten, die von Ihren Chefredakteuren und die Blogs gedrängt werden? Möglicherweise ja in den USA. So leicht hier nicht übertragbar denke ich. Aber irgendwo stimmt’s schon: täglich rufen uns Journalisten an, ganz verrückt darauf ein Blog zu eröffnen.

2. Die Vernetzung von Weblogs ist schnell und unkontrollierbar. Inhalte verbreiten sich in Windeseile. Und die Meinungen gleich dazu. Ohne Filter einer Redaktion.

Ja.

3. Diese Bewegung hat keine ernstzunehmende Lobby. Wer in der Lage ist, eine solche aufzubauen, verfügt über eine enorme publizistische und meinungsbildende Infrastruktur. International.

Ich weiß, wer es nicht schaffen wir, eine Lobby aufzubauen innerhalb einer Blogosphäre: Leute die Weblogs für Bürgerjournalismus halten.

Hieraus ergeben sich verschiedene Konsequenzen:

Spannung!

1. Den traditionellen Medien bricht zusehends der Boden ein angesichts fortschreitender Digitalisierung und zunehmend leerer Geldbeutel der Konsumenten. Weblogs sind eine globale Bewegung – blog local, publish global. Mit minimalen Produktionsmitteln. Dieses Risiko gilt es zu minimieren – also müssen Positionen besetzt werden, bevor Andere dies tun. Und zwar hübsch nach Themen und Interessen sortiert, möglichst durch lohnabhängige Profis.

Woher kommt eine solche Theorie? Vom letzten “Journalisten-blocken-Blogger-Kongreß”? Nehmt doch mal bitte in Eure Gedanken auf, daß mit zunehmender Anzahl der Informationen auch immer mehr Informationen untergehen werden. Viel wahrscheinlicher ist doch: blog local, blog alone. Und bestünde ein solches Risiko (Revolution durchs Bloggen?), wer organisiert den Kampf dagegen? Die Achse Regierung-bloggende Journalisten? Geile Verschwörung.

2. Weblogs sind ein Risiko in den Augen der Sicherheitskräfte. Eine einzelne Website ist schnell vom Netz, aber eine RSS/Trackback-vernetzte Infrastruktur lässt sich nur schwer abschalten (dies hat übrigens die rechte Szene längst erkannt). Also wird der Begriff “community” gefeaturet, um im Bedarfsfall mal eben den Stecker zu ziehen. Ganz abgesehen von der Überwachbarkeit.

Jetzt mache ich mir (zumindest um die rechte Szene) keine Sorgen mehr. Hier beweist cehpunkt (Autor eines Buches über Bloggen, das nur nebenbei), ein Übermaß an technischem Verständnis. Was bitte ist eine RSS/Trackback vernetzte Infrastruktur? Und wenn ich eine Webseite abschalte, woher kommt dann bitte der RSS-Feed? Und wohin führt dann der Trackback-Link? Sechs! Setzen! Das mit dem “community”-Gedanken find ich gut: bloss keinen Zusammenhalt, denn das hilft dem Staat, denn der will uns abschalten. Ja nee, is klar.

3. Vereinzelung der Akteure und Individualiserung der Inhalte entschärfen die Brisanz einer möglichen Massenbewegung. Also wird das Tagebuch gefeaturet, nicht die Tendenz zum Bürgerjournalismus. Wo kämen wir hin, wenn Bürger ihre Interessen selbst bekunden oder gar selbst organisiert in die Hand nehmen?

Oh, mein Lieblingswort: Bürgerjournalismus. Wo, von wem und mit welcher Konsequenz werden bitte Tagebücher gefeatured? Und wo wir hinkommen, wenn in Deutschland die Bürger ihre Interessen selbst bekunden? Zu den Stammtischen und Kneipendiskussionen. Wenn ihr wenigstens den Hintergrund einer Arbeiterbewegung reproduzieren könntet, aber Bürgerjournalismus? Schönes Hirngespinst.

Soweit, nicht gut. Nochmal: es bestehen massive ökonomische/politische Interessen, das Medium Weblogs auf einer möglichst individuellen Ebene zu halten. Ebenso besteht dringendes Interesse, die entstehende Aufmerksamkeit auf persönliche Vorgänge in Mikrokosmen zu lenken (das mit dem Frühstücksei verkneife ich mir jetzt). Der Trend zu zentralisierten Communities unter professioneller “Supervision” erleichtert sowohl Sicherheitskräften als auch unerkannt arbeitenden Gesinnungstätern und Querfrontstrategen die Arbeit “vor Ort”.

Neulich steht eine Sicherheitskraft vor der Tür und sagt: “Du bloggst jetzt nur noch für dich allein. Jeder politische Kommentar ist sofort einzustellen. Hier ist ein Frühstücksei, blogge darüber.” Die einen sind liebe Tagebuchschreiber, die anderen haben einen massiven Verfolgungswahn. Das obige ist einfach nur völlig psychotisch.

Hiervor verschliesst die Szene gern ihre Augen. Oder klatscht gar Applaus?

Sorry, ich hab’s nicht geschafft, das mit dem ernsthaft diskutieren. Es kommt aber auch zu lächerlich. Cehpunkt und wer da noch so mitschreibt projezieren ihre Paranoia und verschrobenen mittelklasse populistischen Ansichten auf die (möglicherweise nicht mal vorhandene) Blogosphäre. Das kann nicht klappen. Ihr verkennt sowohl die Absichten der Blogger, denn diese sind individuell und persönlich, nicht dogmatisch und gesteuert. Es gibt Überschneidungen, die die Masse der Blogger an diversen Schnittstellen zusammenschweißen und es gibt die Unterschiede zwischen den einzelnen Bloggern. So entsteht eine Masse, die sich nicht über politische Ansichten und Ideen miteinander identifiziert, sondern über ihren ausgelebten Individualismus. Innerhalb dieser Masse finden Freunde zu Freunden, Parteifreunde zu Parteifreunden, usw. und bilden Massen in der Masse. Ebenso ist es mit den Feindschaften. Heterogen nennt man das wohl. Da kann man nicht einfach von irgendwoher kommen und dem ganzen seine politische Ansicht aufdrücken. So geht das nicht! Ich habe mein Frühstücksei, andere habe eins am wandern.